oTp hat geschrieben: ↑Mi 12. Aug 2026, 18:16
Hölle existiert im Jenseits auch schon hier und jetzt. Und es ist sowohl ein Zustand eines Verstorbenen, als auch ein Ort in der Gottferne. Das gehört beides zusammen.
Klar exisitert ein physischer Körper nur in einem phyischen Raum, das ist Schulkindwissen, weil die Schöpfung so gemacht wurde. Aber der Zustand selbst ist ortsunabhängig. Du kannst dein Haus verlassen. Dein verletzter Fuß ist mit dir. Und du kannst auf den Mond fliegen. Dein Schmerz reist mit dir, weil er zu deinem Leben gehört.
Eine physische bzw. seelische Wahrnehmung, egal welche, ob Freud oder Leid kann man nur im Zustand "lebendig" erleben. Also musst du dazu leben. Deshalb gelangen die Toten zur Auferstehung, ansonsten könnten sie nicht gerecht gerichtet werden.
Lukas 16:23 hat geschrieben: Und in dem Sheol seine Augen aufschlagend, als er in Qualen war, sieht er Abraham von weitem und Lazarus in seinem Schoß.
Jesus erteilt diese Lehre, um klarzumachen, dass Gott eine grundlegende und ewige Trennung von gut und böse plant, welches wir heute noch an einem Ort erleben. Ich folge der biblischen Denkweise, dass Sheol der Zustand ist, wie ich böse Dinge erlebe, egal wo immer ich mich befinde,
Ebenso das ewige Leben, das gut ist und ebenso hier schon existiert. Wir erhalten auch das schon hier druch unsere Neugeburt. Du folgst der Vorstellung von einem Jenseits. Was ist dann das Böse im Diesseits? Solche Bilder entspringen heidnischen Vorstellungen.
Es bezeugt bereits David, wenn er vom Sheol redet, dass er von seinem eigenen Leben spricht. Er war dabei nicht tot, sondern am Leben und beschreibt seinen seelischen Zustand. Er weiß auch, dass das Böse nicht so bleiben wird, weil er ein Mann des Glaubens nach dem Herzen Gottes war, der wie wir an das ewige Leben mit Gott geglaubt hatte, das er so bezeugt:
Psale 23:6 hat geschrieben: Nur Güte und Huld werden mir folgen alle Tage meines Lebens; und ich werde wohnen im Haus JHWH's auf immerdar.
Zurück zu Jesu Wort. Dem einen, einem Reichen ist der ewige Sheol bestimmt und dem anderen, Lazarus, das ewige Leben, so der Kontext. Über den Zustand, bevor der Reiche die Augen aufschlug, redet Jesus nicht, weil das auch irrelevant ist, aber nachdem er sie aufschlug, lag er in Qualen und Schmerzen. Das war nun seine Wahrnehmung, so real wie sie auch heute real sein könnte.
Er ist nun an einem künftigen Ort, den Gott erst schaffen wird und zwar phyhsich getrennt von dem, an dem Lazarus war, der Trost empfing als Bild für sein nun gutes und ewiges Leben. Es kommt also zu einer Scheidung, die nicht nur die Körper, sondern auch Freud und Leid voneinander für immer trennt und es gibt dann kein Miteinander mehr.
Und da es in dem Thread um die Strafe versus Abgeltung geht, so erzählt Jesus die Geschichte so:
Lukas 16:25 hat geschrieben: Abraham aber sprach: Kind, denke daran, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben und Lazarus ebenso das Böse; jetzt aber wird er hier getröstet, du aber leidest Pein.
Es gibt eine entsprechende Abgeltung, in dem der Reiche nun das Böse und Lazarus das Gute empfängt als gerechten Ausgleich für ihr jeweiliges Leben, Der Reiche hat es offenbar nur verprasst ohne eine Finger für andere zu rühren, die sichtbar vor ihm da waren und Hilfe benötigt hätten. Mit nur einem Wort hätte er Lazarus' Situation ändern können.
Strafe ist das weiter keine, wie ich das juristisch interpretiere, sondern der jeweils gerechte Lohn. Der böse Mensch hat keinem geholfen, nun wird ihm auch keiner helfen, dass er etwas Linderung erhält. Er erleidet die Pein des unauslöschlichen Feuers.
Lazarus wird als leidender Gerechter dargestellt, dem keiner in seinem Leid geholfen hatte. Er erhält nun den Trost, den er braucht. Soweit diese Erzählung. An andere Stelle redet schon Johannes von der Trennung in Spreu und Weizen und für die Verworfenen vom unauslöschlichen Feuer, dem sie nicht mehr entkommen können:
Matthäus 3:12 hat geschrieben: Dessen Worfschaufel in seiner Hand ist, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln; die Spreu aber wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.