Zippo hat geschrieben: ↑Mo 5. Jan 2026, 14:11
Das Vertrauen in diese Gerechtigkeit Gottes führt schließlich zu dem Werk Jesu, der die Gerechtigkeit vor Gott auf ein völlig anderes Fundament stellt, das ist die Gnade Gottes.
Die Aussage verstehe ich entweder nicht, oder wenn ich sie so lese, wie du geschrieben hast, dann halte ich sie gleich für zweifach falsch. Erstens: Gott hat seine Gerechtigkeit nicht auf ein anderes Fundament gestellt, sondern Jesus war so gerecht, wie es Gott erwartet, und zwar zu 100%, und so ist Jesus das Fundament. Hätten wir den Glauben Jesu, wir würden wie er Wunder wirken, weil uns Gott ebenso weit mehr vertrauen könnte.
Es gab aber nie eine andere Grundlage. Mensch ist Mensch und Sünde ist Sünde, früher wie heute. Noah fand Gnade in den Augen JHWH's, und wir finden sie auch in seinen Augen. Es ist wirklich in beiden Fällen der Glaube, wie es auch über Noah bezeugt wird.
Heb 11,7 hat geschrieben: Durch Glauben bereitete Noah, als er einen göttlichen Ausspruch über das, was noch nicht zu sehen war, empfangen hatte, von Furcht bewegt, eine Arche zur Rettung seines Hauses, durch die er die Welt verurteilte und Erbe der Gerechtigkeit wurde, die nach dem Glauben ist.
So ist auch er Erbe der Gerechtigkeit. Und ob man das versteht oder nicht, Jesus ist für ihn gleichfalls gestorben, was Noah zum damaligen Zeitpunkt noch nicht wissen konnte. Aber Gott weiß, ob jemand die Bedingungen erfüllt oder nicht. Und zweitens wäre es fatal nun an die Gnade zu glauben als Erlösungskriterium.
Das wünschten sich doch auch etliche Heiden, dass sie derart glauben, was immer sie tun, am Ende werden sie begnadigt. Sie verharmlosen damit die Sünde als menschlich normal, wogegen halt keiner was tun kann. Gott denkt wohl anders.
Ich denke bei der Werksgerechtigkeit geht es wieder um etwas anderes. Es sind Gläubige mit der Fehlhaltung, dass sie durch ihr Tun gerecht sind. Sie geben Almosen. Das will Gott, also sind sie gerecht. Sie zahlen den Zehnten. Das will Gott, also sind sie gerecht und damit wird sie Gott annehmen.
Was sie übersehen ist ist ihr Herz. Man hat von mir aus gute Taten, aber sie sind sich ihrer bösen Haltung nicht bewusst. Bei uns nennt man sie heute Gutmenschen. Sünde kehrt man unter den Teppich oder weiß sie nicht einmal. So bilden sie sich nur etwas ein, was sie aber nicht sind. Gott will aber zuerst unser Herz. Ansonsten will er nicht in uns wohnen.
Oder man meint, durch gute Taten werden schlechte wieder kompensiert. Ein weiterer fataler Irrtum. Und so glaubt man, dass Gott gnädig ist, was ja nicht falsch ist, nur unter anderen Prämissen, damit und alles wäre in Ordnung. Jesus skizziert zwei Typen von Gläubigen, von denen ich meine, er spricht damit auch dieses Haltungsmuster an. Der eine glaube derart:
Lk 18,11-12 hat geschrieben: Der Pharisäer trat hin und betete bei sich selbst so: O Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die Übrigen der Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, ich verzehnte alles, was ich erwerbe.
Der andere hingegen, der Zöllner hatte gar keine Werke, die er vorweisen konnte, oder es wären nur die schlechten gewesen. Doch gerade dafür schämte er sich und bereute es vor Gott aus ganzem Herzen. So meine ich wird sein Gebet um Gnade auch erhört, was Jesus uns damit lehrt:
Lk 18,13-14 hat geschrieben: Der Zöllner aber, von fern stehend, wollte nicht einmal die Augen zum Himmel erheben, sondern schlug sich an die Brust und sprach: O Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus vor jenem; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.