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Jakobus 4,5

Verfasst: Sa 24. Jan 2026, 12:11
von Hoger
Ich bin heute, bei meiner Schriftlesung auf diesen Text gestoßen und habe ihn betrachtend verwendet:
Oder meint ihr, die Schrift sage umsonst: Mit Eifer wacht Gott über den Geist, den er in uns hat wohnen lassen,
Darauf konnte ich mich einlassen. Das ist die Lutherübersetzung 84 (ich verwende sie, weil ich mit der Luther aufgewachsen bin und die 84iger die letzte Lutherübersetzung in der Thompson-Studienbibel ist. Kann ich jedem empfehlen)

Dann habe ich ihn mit anderen Übersetzungen verglichen und kam dann durchaus ins Grübeln

Die katholische Einheitsübersetzung:
5 Oder meint ihr, die Schrift sage ohne Grund: Eifersüchtig verlangt er nach dem Geist, den er in uns wohnen ließ?
Die revidierte Luther 2017
5 Oder meint ihr, die Schrift sage umsonst: Der Geist, den er in uns wohnen ließ, drängt nach Neid;
Die übersetzung der reformierten Kirche (Zürcher)
5 Oder meint ihr, die Schrift mache leere Worte, wenn sie sagt: Beneidet werden will der Geist, den er in uns angesiedelt hat?
Die Schlachter 2000 (wird in vielen traditionellen Freikirchen gelesen)
Oder meint ihr, die Schrift rede umsonst? Ein eifersüchtiges Verlangen hat der Geist, der in uns wohnt;
Neues Leben (wird in vielen modernen Freikirchen gelesen)
5 Meint ihr, die Schrift sage umsonst, dass der Heilige Geist, den Gott uns gegeben hat, eifersüchtig auf unsere Treue bedacht ist?
Wenn es möglich ist, möchte ich nicht auf Ursprache, Übersetzungsvielfalt oder ähnliches hinaus.
Die (meisten) täglichen Bibelleser haben ihre Übersetzung entsprechen der Gemeinde / Kirche in der sie leben. Und werden diese Aussagen dann auch ernst nehmen.

Das sind Aussagen über den Geist der in uns wohnt, die an Vielfältigkeit kaum zu überbieten ist = und es ist immer der gleiche Vers.

Was macht ihr, wenn ihr Verse in verschiedenen Übersetzungen vergleicht, mit einer solchen Vielfalt?

Re: Jakobus 4,5

Verfasst: Sa 24. Jan 2026, 12:53
von Abischai
Hoger hat geschrieben: Sa 24. Jan 2026, 12:11 Was macht ihr, wenn ihr Verse in verschiedenen Übersetzungen vergleicht, mit einer solchen Vielfalt?
Ich gehe zunächst davon aus, daß keine der ÜS falsch ist, sondern nur die Ausdrucksweise für die gleiche Aussage irgendwie verschieden ist. Und damit versuche ich, herauszufinden, was die Gemeinsamkeit aller dieser - auf den ersten Blick anscheinend - verschiedenen Aussagen ist. Mir ist das bei der Lektüre Deiner obigen Zitate schwer gefallen, aber ich meine erkannt zu haben, was allen gemein ist.

Kurze Anmerkung: wo von "Neid" oder "neidisch" geschrieben steht, ist das Wort auf jeden Fall falsch verwendet, da ist, wie in den anderer ÜS, Eifersucht angesagt, Neid ist etwas völlig anderes, Gott ist niemals neidisch. (Möglicherweise war das in der Zeit, als die ÜS erstellt wurde, als Redenwendung volkstümlich und wurde daher dort verwendet, ist aber wie gesagt falsch.)

Re: Jakobus 4,5

Verfasst: Sa 24. Jan 2026, 13:12
von Lena
Hoger hat geschrieben: Sa 24. Jan 2026, 12:11 Was macht ihr, wenn ihr Verse in verschiedenen Übersetzungen vergleicht, mit einer solchen Vielfalt?
Ich nehme jenen, der nach meinem Bibelverständnis am besten, zu allen anderen Aussagen der Bibel passt.
Oder meint ihr, die Schrift sage umsonst: Mit Eifer wacht Gott über den Geist, den er in uns hat wohnen lassen,
Luther 1984

Re: Jakobus 4,5

Verfasst: Sa 24. Jan 2026, 13:32
von Hoger
Lena hat geschrieben: Sa 24. Jan 2026, 13:12 Ich nehme jenen, der nach meinem Bibelverständnis am besten, zu allen anderen Aussagen der Bibel passt.
Normalerweise hat man ja eine Lesebibel, jedenfalls die bibelleser die ich kenne - würdest du auch Verse einer Bibel verwenden, die du normalerweise nicht liest?

Re: Jakobus 4,5

Verfasst: Sa 24. Jan 2026, 13:36
von Hoger
Abischai hat geschrieben: Sa 24. Jan 2026, 12:53
Kurze Anmerkung: wo von "Neid" oder "neidisch" geschrieben steht, ist das Wort auf jeden Fall falsch verwendet, da ist, wie in den anderer ÜS, Eifersucht angesagt, Neid ist etwas völlig anderes, Gott ist niemals neidisch. (Möglicherweise war das in der Zeit, als die ÜS erstellt wurde, als Redenwendung volkstümlich und wurde daher dort verwendet, ist aber wie gesagt falsch.)[/size]
Naja es sind beides moderne revidierungen - wo auch ein theologischen Apparat dahinter steht

Deine Aussage steht da bisschen einsam.

Re: Jakobus 4,5

Verfasst: Sa 24. Jan 2026, 13:39
von Lena
Hoger hat geschrieben: Sa 24. Jan 2026, 13:32 Normalerweise hat man ja eine Lesebibel, jedenfalls die bibelleser die ich kenne - würdest du auch Verse einer Bibel verwenden, die du normalerweise nicht liest?
Habe ich schon oft gemacht, ja.

Re: Jakobus 4,5

Verfasst: Sa 24. Jan 2026, 14:07
von Abischai
Hoger hat geschrieben: Sa 24. Jan 2026, 13:36 Deine Aussage steht da bisschen einsam.
(Kurz geht offenbar nicht, ich muß es doch etwas weiter ausführen, weil es wichtig ist.: )
Wie das später überarbeitet wurde, steht auf einem anderen Blatt. Aber man muß die Begriffe in ihrer Urform belassen, sonst wird es völlig wirr.
Wir verstehen heute unter Neid nach wie vor das, was im Ursprung damit gemeint war, nur einige Zeitgenossen mißverstehen "Neid" als Hinaufblicken zu etwas, was sie gern hätten und gemeinsam mit anderen erlangen wollen: "wenn man dein schönes Auto sieht, könnte man direkt neidisch werden" als unbeholfener Ausdruck der Bewunderung und Mitfreude. Wenn jemand gierig ist und anderen den Vorsprung nicht gönnt, sondern ihn unbedingt übertrumpfen will, wird das auch oft fälschlich als Neid bezichnet, ist aber Habgier. Das ist Neid aber in keinem Falle, sondern Neid ist teuflische Mißgunst, Neid ist die Grundhaltung, die zum Mord und zu Zerstörung des Eigentums anderer führt. DAS ist Neid, und das ist in keinem Fall auf Gott anzusetzen. Gott ist nicht neidisch, der Teufel ist neidisch. Wenn man das nicht beherzigt, kann man obigen Bibelvers überhaupt nicht einordnen.
Spoiler: anzeigen
Der Dein Auto stiehlt, ist ein Dieb, der die Reifen zerschneidet, ist ein Neider. Der Neider hätte das zu gern, was Du hast, weiß aber, daß er es niemals haben kann, darum zerstört er es. Ich habe mal einem Vorgesetzten gesteckt, was ich für ein Auto hatte (gleicher Typ wie sein geliebtes Auto), da habe ich sehen müssen, wie sein Gesichtsaudruck bedenklich feindselig wurde und ich mich nur aus der Affäre retten konnte, indem ich die Minderwertigkeit meiner alten Rostlaube beteuerte, und welchen schlechten Griff ich doch damit gemacht hatte. Das hellte sein Gesicht wieder auf. Sowas ist Neid !

Re: Jakobus 4,5

Verfasst: Sa 24. Jan 2026, 14:22
von Hoger
Abischai hat geschrieben: Sa 24. Jan 2026, 14:07 Kurz geht offenbar nicht, ich muß es doch etwas weiter ausführen, weil es wichtig ist.: )
Dann übersetze ich mal meine Aussage von oben:

Beide Ausgaben sind revidierungen der letzten Jahre und der reformierten Kirche kann man, wie der lutherischen Kirche, zutrauen, dass ihre übersetzungen in ihr theologisches Konzept passen und sie auch wissen warum sie wie übersetzen

Warum soll deine Bewertung in "falsch" da eine Wertigkeit haben?

Ich traue allen Übersetzungen zu, dass ihre Worte jeweils "richtig" sind und nicht falsch. Die Wörter haben Aufgaben in einer übersetzungen, sie transportieren einen Inhalt, der so gewollt ist

Re: Jakobus 4,5

Verfasst: Sa 24. Jan 2026, 14:27
von Abischai
Hoger hat geschrieben: Sa 24. Jan 2026, 14:22 Warum soll deine Bewertung in "falsch" da eine Wertigkeit haben?
...Weil man achtlos einen falschen Begriff übernommen hat, ohne dessen Bedeutung wirklich zu berücksichtigen. Das unterstelle ich den Leuten, auch wenn sie an sonsten eine sehr gute Arbeit geleistet haben. Das kann ja mal passieren, oder? Aber man darf das auch ansprechen und korrigieren.

Re: Jakobus 4,5

Verfasst: Sa 24. Jan 2026, 16:43
von Hoger
Abischai hat geschrieben: Sa 24. Jan 2026, 14:27 Aber man darf das auch ansprechen und korrigieren.
Das Bedürfnis, alles anzusprechen und zu korrigieren, wird halt unterschiedlich wahrgenommen

Ob nun "Eifersucht" so viel besser ist als "Neid" überlasse ich den Verwender - ich wähle für mich die Luther84 aus. Da geht es mir wie Lena: entspricht meinem Sprachgebrauch.
Andere werden für sich einen anderen Sprachgebrauch haben und diesen für sich verwenden

Spannend ist dann für mich das Warum: also Warum ist mir "Mit Eifer" sinnvoller als "Eifersüchtig" oder gar "Neid" = ob letzteres nun falsch ist, spielt da für mich keine Rolle.

Aber vielleicht gibt es hier auch jemand, der die Übersetzung mit "Neid" für sich sinnvoller findet