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Lectio Divina

Verfasst: Do 29. Jan 2026, 12:23
von Hoger
Mit KI
Was ist die Lectio Divina und wie praktiziert man sie?
Die Lectio Divina ist eine Methode der betenden Meditation über Bibeltexte, die bereits in der alten Kirche und im mittelalterlichen Mönchtum bekannt war. Sie umfasst vier Stufen: Lesen, Meditieren, Gebet und Kontemplation. Diese Methode erinnert an die Lehre vom vierfachen Schriftsinn und bietet einen Raum für die persönliche Begegnung mit Gottes Wort. Die Lectio Divina kann in Gruppen, Teams oder als Einzelübungen praktiziert werden und ist eine Möglichkeit, die Bibel als lebendige Quelle der Gottesbeziehung zu nutzen
Ich mache das mal ganz praktisch mit der heutigen Lesung und meinem (!) heutigen Umgang
lectio (Lesung): Die aufmerksame Lesung eines Abschnitts aus der Bibel.
meditatio (Meditation): Aus dem Abschnitt wählt der Beter sich einen Vers aus, der ihn besonders anspricht. Diesen Vers wiederholt er immer wieder und meditiert über ihn.
oratio (Gebet): Die Lesung ist das Vernehmen des Wortes Gottes, die Meditation das Nachdenken darüber. Im Gebet folgt die Antwort auf die Anrede Gottes.
contemplatio (Kontemplation): Das Verweilen im Dialog mit Gott mündet idealerweise in die kontemplative Gemeinschaft mit Gott.
(wikipedia)

1 - Lesung

Die heutige Lesung: (29.01)
Mk 4,21-25
Ein Licht stellt man auf den Leuchter. Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden In jener Zeit sprach Jesus: Zündet man etwa eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel oder unter das Bett? Stellt man sie nicht auf den Leuchter?
Denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht bekannt werden soll, und nichts Geheimes, das nicht an den Tag kommen soll. Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er!
Weiter sagte er: Achtet auf das, was ihr hört! Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden, ja, es wird euch noch mehr gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.
2 - meditatio
Bei mir ist es der mittlere Abschnitt - er spricht mich an und ich lasse ihn auf mich wirken. Nichts ist verborgen vor Gott und alles wird an den Tag kommen. Das ist erstmal unheimlich und erschreckend, denn mir fällt erstmal einges ein, was ich gern als Verborgen gelassen hätte. Im darüber nachsinnen werden mir viele dieser Bereiche bewusst und auch zugänglich

3. Oratio

Aus diesem innern Wahrnehmen kann ich mich nur an Gott wenden, an Seine Entscheidungen an Seine Gnade und es entsteht eine Gebetszeit, die mir immer mehr meine Schwächen bewusst macht und auch die Notwendigkeit des Vertrauens auf Gott

4. contemplatio

Die heutige contempatio gab mir die innere Gewissheit, trotz meiner Schwächen und Sorgen kann ich mich ganz auf die Fürsorge und Annahme Gottes verlassen. Ich weiß klar, welches an dem „Verborgenem“ aufgedeckt gehört und wo Gott mir noch Raum lassen wird.

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Es liegt in der Natur der Sache, dass Kritik an meiner persönlicher meditatio, oratio und contempatio nur Menschen zusteht, die mich persönlich kennen. Also niemand aus dem Forum

Es ist lediglich ein Angebot, selber mit der Tageslesung, oder Losung oder einem anderen biblischen Text auf diese, gerade im katholischen Raum praktizierte Form, umzugehen.

Re: Lectio Divina

Verfasst: Sa 31. Jan 2026, 17:30
von Hoger
Diese Form der Bibellese entspricht dem "Stillen Kämmerlein" in dem der Gläubige mit seinem Gott im Zwiegespräch ist und eignet sich dadurch weder für die Mission noch für die Diskussion auf einem Forum

Wer Interesse daran hat

https://www.lectiodivina.de/

Hier gibt es viele Hiweise und Arbeitsmateriealien - allerdings eben kirchenchristlich / katholisch

Das wäre dann die Bibel dazu

https://www.amazon.de/Lectio-Divina-Bib ... 423&sr=8-1

Re: Lectio Divina

Verfasst: Mi 4. Feb 2026, 11:48
von Hoger
Dann versuche ich es nochmal mit der heutigen Lesung

1 - lectio (Lesung): Die aufmerksame Lesung eines Abschnitts aus der Bibel.
2 - meditatio (Meditation): Aus dem Abschnitt wählt der Beter sich einen Vers aus, der ihn besonders anspricht. Diesen Vers wiederholt er immer wieder und meditiert über ihn.
3 - oratio (Gebet): Die Lesung ist das Vernehmen des Wortes Gottes, die Meditation das Nachdenken darüber. Im Gebet folgt die Antwort auf die Anrede Gottes.
4 - contemplatio (Kontemplation): Das Verweilen im Dialog mit Gott mündet idealerweise in die kontemplative Gemeinschaft mit Gott.
1 - Lesung
Markus 6,1 Und er ging von dort weg und kam in seine Vaterstadt, und seine Jünger folgten ihm nach. 2 Und als der Sabbat kam, fing er an zu lehren in der Synagoge. Und viele, die zuhörten, verwunderten sich und sprachen: Woher hat er das? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und solche mächtigen Taten, die durch seine Hände geschehen? 3 Ist er nicht der Zimmermann, Marias Sohn, und der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Sind nicht auch seine Schwestern hier bei uns? Und sie ärgerten sich an ihm.
4 Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland und bei seinen Verwandten und in seinem Hause. 5 Und er konnte dort nicht eine einzige Tat tun, außer dass er wenigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte. 6 Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und er ging rings umher in die Dörfer und lehrte.
2 - meditaio

Vers 4 und 5
Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland und bei seinen Verwandten und in seinem Hause. 5 Und er konnte dort nicht eine einzige Tat tun, außer dass er wenigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte. 6 Und er wunderte sich über ihren Unglauben.
Das spricht mich an - warum? Weil es mir genauso geht - die großen Taten Christi kann ich nicht tun sondern nur die "kleinen". Die Versorgung meiner Mitmenschen bis hin zu Handauflegen, segnen, Gebeten und die daraus entstehenden Heilungen.
Es entsteht dadurch ersteinmal Trauer, der Eindruck von Versagen und der Hilflosigkeit

3 - oratio

Das daraus entstehende Gebet war recht lang und der immer wieder kehrende Hinweis von Erfolgen und die Ablehnung des persönlichen Versagens. Gott hat mich eben dahingestellt, und mir meine Möglichkeiten zum Handeln gegeben

4 -kontemplatio

die daraus hervorgehende "Vereinigung" mit Gott stärkt das Vertrauen in dasjenige was Gott mir gegeben hat, in meine Lebenssituation und in Gottes Wirken durch mich

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Ich wiederhole meinen obigen Text der vielfach kritisiert wurde: Jeder von euch lehnt die Beurteilung der eigenen Person durch Menschen ab, die ihn nicht kennen. Und dazu gehört auch das Gebetsleben, das kann man bei einem anderen nur beurteilen den man persönlich kennt.

Um was geht es: um die Gebetspraxis des "stillen Kämmerleins" in dem der Gläubige allein vor Gott steht. Das ist eine der Formen der Bibellese - der Lectio Divina.
Ich will diese (katholische) Praxis vorstellen um zu zeigen was damit möglich ist - und das geht nur, wenn ich eben persönliches einstelle.
Und ich bitte einfach darum, das nicht zu missbrauchen - mehr ist es nicht

Wer sich getraut, darf gern den eigenen Umgang mit dieser Form der Bibellese einstellen
müssen nicht die Lesetexte für die Liturgie sein.