Ich habe den Bericht etwas anders verstanden. Es ging darum. dass die AFD versucht, durch Themen, für die eine Menge von (deutschen) Christen affin ist, ein Wählerpotenzial zu erschließen. Es geht hier nicht darum, die Frage der Abtreibung zu diskutieren.Magdalena61 hat geschrieben: ↑Mo 18. Aug 2025, 19:06 Aber diese Dreistigkeit, mit der man nun Christen verantwortlich machen will dafür, dass die Nominierung einer linken Aktivistin mit einem hinterfragenswerten Verständnis des GG nicht über die Bühne ging, ist schon sehr befremdlich. Wenn die so weitermachen, wird es gefährlich für bekennende Christen im Land- man sieht ja gerade am Beispiel der AfD, was passieren kann, wenn einem aufgeheizten Mob ein Feindbild zum Abreagieren zur Verfügung gestellt wird.
Zu dem Thema Abtreibung muss aber noch gesagt werden dass es in dem linken Diskurs um das Abtreibungsrecht nicht darum geht, Abtreibung an sich zu befürworten, sondern Frauen, die sich für eine Abtreibung entscheiden, nicht zu kriminalisieren. Durch die Kriminalisierung wird man Abtreibungen nicht verhindern, sondern Frauen finden andere Wege dafür. Entweder im Ausland oder indem sie sich selber in Gefahr bringen. Im linken Diskurs geht es ja parallel auch darum, werdende Mütter staatlich besser zu unterstützen, damit sie sich nicht aus wirtschatflicher Not gegen ein Kind entscheiden müssen. Ein Kind in wirtschaftlich schlechter Situation aufwachsen zu lassen oder zur Adoption freizugeben, sollte ja auch nicht das erste Mittel der Wahl sein. Ich bin übrigens selber Adoptivkind und kann sehr gut die Vor- und Nachteile davon erkennen und differenzieren.
Wenn Christen behaupten, Linke hassen Kinder und wollen die Familie zerstören, ist das ziemlicher Unfug. Ebenso bedeutet die Entkriminalisierung von Homosexualität noch kein Appell an Männer und Frauen, sich ihrem eigenen Geschlecht zugeneigt zu fühlen. Selbst wenn die Bibel Homosexualität moralisch verurteilen sollte, was ich aus exegetischen Gründen schon für zweifelhaft halte, dann bedeutet dies noch nicht, dass ein Verbot von Homosexualität von Christen staatlich befürwortet oder gar durchgesetzt werden muss.