Sind Christen zum leiden berufen ?

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Johncom
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Re: Sind Christen zum leiden berufen ?

Beitrag von Johncom »

Zippo hat geschrieben: Fr 6. Feb 2026, 11:58 Das Gebot Jesu war vor allem auch, daß seine Nachfolger an ihn glauben sollen.
Vielleicht erkennst du einen feinen Widerspruch in diesem Satz?

Man kann Jesus glauben, aber man kann nicht "an ihn" glauben. Man kann glauben, auch verstehen und akzeptieren, was Jesus lehrt, ist richtig und führt ins Heil. Man kann Jesus in vollem Vertrauen nachfolgen.
Aber "an ihn" zu glauben, das wäre ja Personenkult.
Natürlich geht das auch, und ein Blick in die heutige Welt der Religionen zeigt, wie Statuen bei Prozessionen getragen werden, auch Marien und Heilige, und das sind keine bösen Menschen, die das machen.

Aber Jesus wollte Nachfolger! Und sicher auch Heiler, die vollbringen was er seinem inneren Kreis lehrte. Glauben geht nicht ohne Überzeugung. Man weiß als Nachfolger aus eigener Erfahrung, so geht's, so ist es richtig. Glauben ist kein Glücksspiel, wo ich nur hoffe, dass meine Farbe gewinnt.

Sind Christen zum Leiden berufen ?
Natürlich nicht. Die Seele kommt ins Heil weil wir lernen, diese Erde wird überwunden werden. Das ganze ach und weh des Körpers, die ganzen Wunschträume von Ruhm und Anerkennung. Nichts bleibt. In der Ewigkeit wird der große Frieden geschenkt. Und manche finden ihn schon hier.
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Helmuth
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Re: Sind Christen zum leiden berufen ?

Beitrag von Helmuth »

Johncom hat geschrieben: Sa 7. Feb 2026, 01:27
Zippo hat geschrieben: Fr 6. Feb 2026, 11:58 Das Gebot Jesu war vor allem auch, daß seine Nachfolger an ihn glauben sollen.
Vielleicht erkennst du einen feinen Widerspruch in diesem Satz?
Zippo spricht hier schriftkonform, denn Jesus selbst sagt das:
Joh 14,1 hat geschrieben: Euer Herz werde nicht bestürzt. Ihr glaubt an Gott, glaubt auch an mich!
Er sagt nicht "an mein Wort", sondern "an mich". Und mit Gott verhält es sich desgleichen. An Jesus zu glauben ist kein Personenkult, sondern es geht um das Intimste, das möglich ist. Sein persönlichen Werk war, dass er sein Leben für mich und dich gegeben hat.

So glaube ich an sein Wort als auch "an ihn", weil er nicht nur die Wahrheit kennt, sondern für mich auch gestorben ist. Dieses Leid ist eine zutiefst persönliche Sache, dass er leiden musste, was eigenltich um der Gerechtigkeit willen mir oder dir zustünde.

Wenn du mir ein wahres Wort gibst, dann kann ich daran glauben, aber ich kann nicht "an dich" glauben, weil du wie ich nur ein Mensch bist, aber nicht der Gesandte Gottes für die Wahrheit. Wenn du das anders siehst, dann hast du vielleicht nur einen intelellektuellen Glauben aber keinen, der durch den Heiligen Geist in dir und mit dir fest verwoben und verankert ist, sodass es Körper, Seele und Geist völlig durchdringt.

Wie Jesus gelitten hat, leidet auch mein Herz mit, denn nun weiß ich, dass ich ihm mit angetan habe, was er am Kreuz leiden musste. Er erwartet sich, dass ich unabhängig davon auch zum Leid bereit bin, weil es bezeugt, wer unser Herr ist, wenn uns ein anderer aus Neid oder Hass Leid zufügt. Und so unabhängig ist das gar nicht, da wir sein Leib sind.

Ich denke, das hast du möglicherweise noch nicht verinnerlich, dass deine Hand auch Jesu Hand ist. Gott hat sie sie dir nur verliehen, damit du im Namen seines Sohnes handelst. Nimm es an, und du wirst einen anderen Glauben bekommen, der erstens lebendig ist und dich auch errettet.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Zippo
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Re: Sind Christen zum leiden berufen ?

Beitrag von Zippo »

Johncom hat geschrieben: Sa 7. Feb 2026, 00:58
Zippo hat geschrieben: Fr 6. Feb 2026, 13:16
renato23 hat geschrieben: Mi 4. Feb 2026, 12:30 Für Christen gelten seit 2000 Jahren keine mosaischen Gesetze mehr, die mit gelebter Liebe zu Gott den Nächsten und sich unvereinbar sind.
Abgesehen davon, daß die Liebesgebote schon Bestandteil des AT sind, wird wohl auch niemand was gegen die 10 Gebote einzuwenden haben.
Die Frage wäre, ob das AT eine universelle Lehre darstellen will oder sich ausdrücklich an das Volk Israel wendet. Das zweitere scheint wahrscheinlicher.
Es ging ja zunächst einmal bis Abraham, dessen Erbe die Christen in aller Welt geworden sind, weil er bereit war seinen eigenen Sohn zu opfern.
[1. Mo. 22,15-18] Und der Engel des HERRN rief Abraham ein zweites Mal vom Himmel zu und sprach: Ich schwöre bei mir selbst, spricht der HERR, dass, weil du dies getan und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast, ich dich reichlich segnen und deine Nachkommen sehr mehren werde, wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist; und deine Nachkommen werden das Tor ihrer Feinde besitzen; und in deinem Nachkommen werden sich segnen alle Nationen der Erde: weil du meiner Stimme gehorcht hast.
Dann kam zunächst das irdische Volk Israel, das mit seine Geboten ein Vorbild für alle anderen Völker werden sollte.
5 Mose 4,5-8 Aus diesem Volk kam dann ja auch der Heiland Jesus Christus, der den Segen Abrahams an alle gläubigen Christen austeilt und so auch die Nationen den verheißenen Geist empfangen. Gal 3,13-14

Der Bund vom Sinai war dem Volk Israel gegeben, auch die 10 Gebote, aber sie sind hilfreich, um zu erkennen, wie Gott und der Nächste zu lieben sind.
Rö 13,10
Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe die Summe des Gesetzes.
Das Volk Israel hatte deswegen auch einiges zu erleiden.Weil sie Gottes auserwähltes Volk waren, mußten sie in Ägypten und nach ihrem Auszug, in der Wüste leiden, weil Gottes Wege nicht immer leicht sind und weil er von seinem Volk auch erhöhte Aufmerksamkeit und Gehorsam verlangt hat.
Und Satan hat dieses Volk sicher auch nicht verschont, weshalb Israel oft ungehorsam und untreu war, worauf Gott der HERR mit Strafe reagierte.
[5. Mo. 8,5-6] So erkenne in deinem Herzen, dass, wie ein Mann seinen Sohn züchtigt, der HERR, dein Gott, dich züchtigt; und halte die Gebote des HERRN, deines Gottes, um auf seinen Wegen zu wandeln und ihn zu fürchten.
Johncom
Die heutigen Lehrer des mosaischen Gesetztes werden "vorsichtig" antworten. Einige, wahrscheinlich die meisten, werden im vertrauten Kreis versichern, es gibt kein Liebesgebot gegenüber Christen, Muslimen und anderen. Alle anderen seien Götzenanbeter und demnach minderwertig und wie Tiere zu behandeln. Der Talmud versichert den von der Abstammung bestätigten Juden (nicht vom Glauben her) einen besonderen Status. Einen Nicht-Juden gleich zu behandeln wäre schon sündhaft.
Ich denke, das siehst du zu negativ. Es würde ja auch nicht stimmen, wenn man im Nächsten nur die eigene Familie und das eigene Volk sehen würde. Obwohl es verständlich ist, da Prioritäten zu setzen.
Das Volk Israel sollte sich von den Sitten und Gebräuchen anderer Völker fernhalten, da war Gott eifersüchtig. Die Fremden sollten sie freundlich behandeln, aber es stimmt, daß sie sich mit der Bevölkerung anderer Länder nicht mal an einen Tisch setzen wollten, um mit ihnen zu speisen. So war es zu der Zeit Jesu. War es eine übertriebene Haltung der Reinhaltsbebote oder war es ein hochmütiges Elitedenken ? Apg 10,28, 11,2-3,Gal 2,12
Johncom
Jesus hingegen gibt den barmherzigen Samariters als Vorbild. Die Samariter waren eher zweitklassige Israeliten. Im Gleichnis waren ein jüdischer Priester und ein Levit an dem Verletzten vorbeigegangen, nur der Samariter war es, der sich selbstlos kümmerte.

Mosaische Gesetze sind Kasten-Gesetze und auf keiner Stufe mit der gelebten Liebe zu Gott und dem realem Nächsten, dem Mitmenschen egal welcher Herkunft.
Der barmherzige Samariter gilt sicher als Vorbild dafür, daß ein gutes Gewissen auch wertvoll ist, besser sogar als der Hochmuth des Pharisäers, der nicht geholfen hat.
Das Volk Israel war angewiesen, dem Menschen in Not zu helfen. Der Herr Jesus verschärft sogar noch mal in der Bergpredigt und will den Feind lieben. Mt 5,43-44
Ich frage mich immer inwieweit das vernünftig ist, denn die Hilfsbereitschaft der Menschen wird doch vielfach ausgenutzt und kann sogar zum Schaden werden.
Christen können beten und werden hoffentlich erkennen, wo sie helfen sollen und wo es besser ist, die Finger von zu lassen, um unnötigem Leid aus dem Wege zu gehen.

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Johncom
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Re: Sind Christen zum leiden berufen ?

Beitrag von Johncom »

Zippo hat geschrieben: Sa 7. Feb 2026, 12:03 Es ging ja zunächst einmal bis Abraham, dessen Erbe die Christen in aller Welt geworden sind, weil er bereit war seinen eigenen Sohn zu opfern.
Du wirst es anders sehen. Für mich beginnt das Christentum mit Christus.
Als Abrahams Erben, genauer gesagt und Religions-historisch, begreifen sich Juden, Christen und Muslime.
Dann kam zunächst das irdische Volk Israel, das mit seine Geboten ein Vorbild für alle anderen Völker werden sollte.
Aus jüdischer Sicht? Sagen sie immer noch, wir wollten ein Vorbild für alle anderen Völker werden? Oder sagen Christen, wir sind es, die eure (jüdische) Mission erfüllen. Anscheinend wurde bis heute keine Einigkeit gefunden. Und die vielen anderen Völker, zu denen früher Kontakt bestand, haben dieses Vorbild nie übernommen.
Vielleicht ist es falsch interpretiert, denn die israelitischen Juden missionierten ihren Glauben nicht auf andere Völker. Stattdessen Absonderung um sich rein zu halten.
Es würde ja auch nicht stimmen, wenn man im Nächsten nur die eigene Familie und das eigene Volk sehen würde. Obwohl es verständlich ist, da Prioritäten zu setzen.
Das Volk Israel sollte sich von den Sitten und Gebräuchen anderer Völker fernhalten, da war Gott eifersüchtig. Die Fremden sollten sie freundlich behandeln, aber es stimmt, daß sie sich mit der Bevölkerung anderer Länder nicht mal an einen Tisch setzen wollten, um mit ihnen zu speisen. So war es zu der Zeit Jesu. War es eine übertriebene Haltung der Reinhaltsbebote oder war es ein hochmütiges Elitedenken ?
Wenn du sagst, da war Gott eifersüchtig, dann erwähnst du schon Punkt 1, wo sich der neuzeitliche Mensch umdreht. Eifersucht ist eine Unart, die schon Kinder im Vorschulalter erkennen. Reinhaltung .. was man isst und in welchem Geist man zusammen kommt, das ist glaube ich, sehr sittlich. Aber sich als besonderes Volk (den Genen, also der Rasse nach) abzusondern, das ist pure Sünde aus dem christlichen Standpunkt.
Der barmherzige Samariter gilt sicher als Vorbild dafür, daß ein gutes Gewissen auch wertvoll ist, besser sogar als der Hochmuth des Pharisäers, der nicht geholfen hat.
Das Volk Israel war angewiesen, dem Menschen in Not zu helfen. Der Herr Jesus verschärft sogar noch mal in der Bergpredigt und will den Feind lieben. Mt 5,43-44
Ich frage mich immer inwieweit das vernünftig ist, denn die Hilfsbereitschaft der Menschen wird doch vielfach ausgenutzt und kann sogar zum Schaden werden.
Ob Hilfsbereitschaft ausgenutzt wird, das muss einen ja nicht kümmern. Wenn du die Pflicht hast …. nein anders: wenn dein Herz mitfühlt, dann hilfst du. Es kommt aus dir heraus, aus deinem Mitgefühl. Genauso wie das Liebesgebot, das einzig Wirkliche. Du erfüllst es nicht, wie es "geschrieben steht", also weil du ein Gesetz erfüllen sollst, sondern weil es gar nicht anders geht.
Christen können beten und werden hoffentlich erkennen, wo sie helfen sollen und wo es besser ist, die Finger von zu lassen, um unnötigem Leid aus dem Wege zu gehen.
Wahrscheinlich erkennen echte Christen sofort und ohne Nachdenken, was das Richtige zu tun ist. Aber jeder macht Fehler, und die sind ja auch nötig auf dem Weg. Jeder Fehler hat Sinn, wenn aus ihm gelernt wird.
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Re: Sind Christen zum leiden berufen ?

Beitrag von renato23 »

Johncom hat geschrieben: Sa 7. Feb 2026, 01:27 Man kann Jesus glauben, aber man kann nicht "an ihn" glauben. Man kann glauben, auch verstehen und akzeptieren, was Jesus lehrt, ist richtig und führt ins Heil. Man kann Jesus in vollem Vertrauen nachfolgen.
Das Eine sollte das Andere was Du geschrieben hast mit einbeziehen.
ttps://de.wikipedia.org/wiki/Bundestreue_(Religion) hat geschrieben: Die griechischen Wörter pistos (treu), pistis (Treue) und pisteuein (treu sein) werden jedoch in den meisten Übersetzungen eher mit glaubend, Glaube, glauben übersetz
oder andernorts steht:Das griechische Wort „pisteuein“ meint „vertrauen, sich anvertrauen“.

Nur wer Jesus Christus die Treue hält überwindet -durch getreuliche Nachfolge- den Fürsten dieser Welt, wer Nur AN IHN GLAUBT und tut es nicht, findet nicht wirklich aus der Finsternis ins Licht..
Joh 3,15 auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. hiesse korrekt und heilsfördernd übersetzt Joh 3,15 auf dass alle, die ihm treu bleiben/sich ihm anvertrauen, das ewige Leben haben.
renato23
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Re: Sind Christen zum leiden berufen ?

Beitrag von renato23 »

Helmuth hat geschrieben: Sa 7. Feb 2026, 08:10 Zippo spricht hier schriftkonform, denn Jesus selbst sagt das:
Joh 14,1 hat geschrieben:
Euer Herz werde nicht bestürzt. Ihr glaubt an Gott, glaubt auch an mich!
Er sagt nicht "an mein Wort", sondern "an mich". Und mit Gott verhält es sich desgleichen. An Jesus zu glauben ist kein Personenkult, sondern es geht um das Intimste, das möglich ist. Sein persönlichen Werk war, dass er sein Leben für mich und dich gegeben hat.
Jesus Christus opferte 3 Jahre seines Lebens nahm gar Kreuzigung dafür in Kauf. um allen die ihm die Führung ihres Lebens anvertrauen, zu ermöglichen, von ihm -und seinen Jüngern und Apostel Paulus- wahrhaftig gottgefälliges Leben zu erlernen, also auch um Dir ein künftig von Sünde befreites Leben in der Liebe Gottes zu ermöglichen..
Joh 14,1 Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! richtig Vertraut auf Gott und vertraut auch mir.
Jesus hat auch sein kostbares Blut vergossen um klarzustellen, dass bei Gott in Wahrheit Vergebung von Sünden durch Reue und Abkehr davon gewährleistet ist. Gott will gelebte Barmherzigkeit und keine Opfer Mt 9.13 und 12,7 hast Du wohl auch schon gelesen.
Helmuth hat geschrieben:So glaube ich an sein Wort als auch "an ihn", weil er nicht nur die Wahrheit kennt, sondern für mich auch gestorben ist. Dieses Leid ist eine zutiefst persönliche Sache, dass er leiden musste, was eigenltich um der Gerechtigkeit willen mir oder dir zustünde.
Was meinst Du mit AN SEIN WORT? Für die damaligen Jünger und Apostel, war das was Jesus Christus lehrte, WORT GOTTES. und nicht alles was in den Schriften stand, was z.B. mit Jesus Christus Lehren widerlegbar ist

Und wenn Du mal zum eigentlichen Wortlaut und dazugehörigen zielführenden Sinn von 2 Tim 3.16 findest, dann erkennst auch Du, das Paulus darauf hinwies dass alle Schrift von Gott eingegeben dazu führt, 17 dass ein Mensch Gottes vollkommen sei zu allem Guten Werk geschickt.
2Tim 3,16 Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, 17 dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt. 
Hierbei würde natürlich Jakobus nachdoppeln
Jak 1,22 Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst.
Helmuth hat geschrieben:Wie Jesus gelitten hat, leidet auch mein Herz mit, denn nun weiß ich, dass ich ihm mit angetan habe, was er am Kreuz leiden musste.
Man könnte gerade meinen, dass Du Dich mit den damaligen Feinden Jesus identifizieren würdest, die ihn ja dem Pilatus zum schmerzvollen Kreuzigen überantwortet haben, weil sie nicht erkannt haben, dass er kein Volksverderber war, sondern Verkünder der Wahrheit des Heilsplan des wahrhaftigen Gottes und dessen Evangelium vom Reich Gottes, durch Abkehr der Sünder vom Sündigen.

.Das tun übrigens all jene Gläubigen genaugenommen, wenn sie Paulus Worte in Römer 5,8 auf sich beziehen.
8 Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.
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Re: Sind Christen zum leiden berufen ?

Beitrag von renato23 »

Zippo hat geschrieben: Do 5. Feb 2026, 12:09 Diese Gebote bewahren ja auch vor Schaden und es ist gut, wenn sich jedermann daran hält. Damals haben die Judengenossen den Christen großen Schaden angetan, haben sie verfolgt und ins Gefängnis gesteckt. Da haben sie wohl was falsch verstanden, was in ihrem Gesetz steht.
Nein Thomas, sie haben leider nicht erkannt, dass Jesus Christus wirklich der Sohn Gottes und verheissene Messias war, der Israel im Auftrag des allein wahren Gottes, dem himmlischen Vater von ihren bisherigen in Wahrheit zu Sünder werden lassenden totbringenden mosaischen Gesetze erlösen wollte. Apostel Paulus checkte es, wie man allein schon hier sieht

b] Röm 8,2 Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.[/b]

Dies Tat Jesus ja, indem er die künftige Gültigkeit von bisherig gepredigten mosaischen Gesetze von nurmehr gelebter Liebe abhängig machte. Mt 22,37-40 Wie dann auch Paulus in Gal 5,14. und Römer 13, 8-10.

Das war den buchstabenfixierten Hüter aller mosaischen Gesetze, den Schriftgelehrten und Pharisäer ein Greuel, Kam für sie als Aufruf zur Missachtung -vermeintlich-göttlicher Gesetze gleich, was mittels Tötung zu stoppen sei.

Alle die Jesus Christus aufrichtig lieben, halten sich an das was er für künftige innige Gottverbundenheit lehrte und vorlebte und dafür weder Tod noch Teufel scheute um auch Dir zu ermöglichen, künftig im inneren Frieden mit Gott, den Nächsten und Dir zu leben.
Joh 14,21 Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist’s, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.
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Helmuth
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Re: Sind Christen zum leiden berufen ?

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Sa 7. Feb 2026, 12:03 Das Volk Israel war angewiesen, dem Menschen in Not zu helfen. Der Herr Jesus verschärft sogar noch mal in der Bergpredigt und will den Feind lieben. Mt 5,43-44
Das Liebesgebot galt immer schon, aber die Abhilfe der Not musste auch gesetzlich geregelt wegen der Lieblosigkeit gegenüber seinem Nächsten. Das wäre übrigens die einzige Tugend, welche unsere sog. zivilisierte Welt ausübt, nur macht sie es nicht im Namen Jesu und das erhält damit keinen Ewigkeitswert.

Jesus führte dazu keinen neuen Standard ein, es ist wahre Liebe halt selten und ein Grund ist auch, dass Christen damit einem etwaigen Leid aus dem Weg gehen wollen. Die Absicherung des Einkommens und auch der Familie stehen dann höher als Jesus. Jesus will diese Liebe, die er uns vorlebt, aber zumindest unter seinen intimsten Jüngern sehen --> Johannes 13:35.
Zippo hat geschrieben: Sa 7. Feb 2026, 12:03 Ich frage mich immer inwieweit das vernünftig ist, denn die Hilfsbereitschaft der Menschen wird doch vielfach ausgenutzt und kann sogar zum Schaden werden.
Ein gewisses Maß muss man ertragen können. Das gehört auch zum Leid, das wir um Jesu willen ertragen sollen übervorteilt zu werden. Aber man darf auch vernünftige Grenzen ziehen. Ich half mal einem Obdachlosen, doch dann wollte er, dass ich dauerhaft helfe.

So traf ich mich mit ihm und erklärte ihm, dass er sein Leben ändern müsse und predigte ihm auch die gute Botschaft. Doch wenn er zu keinem Schritt bereit ist und nur von der Hand im Mund leben will, dann bin ich dazu nicht bereit. Ich sah ihn danach nie wieder.

Es geht hier m.E. immer auch wie bei einem Unfall um Erste Hilfe, nicht dass Christen soziale Dauereinrichtungen betreiben sollten. Das ist nicht ihr Auftrag,. Das macht die Welt und ohne Christus wird es zur Sisyphus-Arbeit und ist doch nicht nachhaltig. Jesus half mit einem ersten Schritt, doch dann erhielt man auch diese Botschaft:
Joh 5,14 hat geschrieben: Danach findet Jesus ihn im Tempel, und er sprach zu ihm: "Siehe, du bist gesund geworden; sündige nicht mehr, damit dir nichts Schlimmeres widerfahre!"
Das ist wahre Hilfe. Und ich meine auch das: Mein Nächster ist der, den ich zunächst wahrnehme. Mein Nächster ist nicht ein Armer in der Ferne, den ich gar nicht sehe. Das erkärt schon der Begriff "Nächster". Der Ferne hat aber an seinem Ort auch einen Nächsten. Würde alle Welt recht handeln, gäbe es zumindest keine soziale Armut. Aber es gibt sie, weil Menschen auch sündigen.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Re: Sind Christen zum leiden berufen ?

Beitrag von Zippo »

Johncom hat geschrieben: Sa 7. Feb 2026, 01:27
Zippo hat geschrieben: Fr 6. Feb 2026, 11:58 Das Gebot Jesu war vor allem auch, daß seine Nachfolger an ihn glauben sollen.
Vielleicht erkennst du einen feinen Widerspruch in diesem Satz?

Man kann Jesus glauben, aber man kann nicht "an ihn" glauben. Man kann glauben, auch verstehen und akzeptieren, was Jesus lehrt, ist richtig und führt ins Heil. Man kann Jesus in vollem Vertrauen nachfolgen.
Aber "an ihn" zu glauben, das wäre ja Personenkult.
Helmuth hat da schon einiges zu gesagt, ich würde sagen, es gibt beides. Sowohl den Personenkult, weil der Herr Jesus ja nicht nur durch seine Rede zur Nachfolge aufgerufen hat, sondern durch sein Werk die Grundlage und das Fundament gelegt hat, auf dem wir unser Werk aufbauen können.
[1. Kor. 3,9-11] Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; Gottes Ackerfeld, Gottes Bau seid ihr. Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf; ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. Denn einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
An den Herrn Jesus Christus zu glauben, bedeutet an sein Werk zu glauben, das er am Kreuz vollbracht hat. Es hat ihn einiges Leid gekostet, die Grundlage für die Gerechtigkeit zu legen, durch die uns Gott gnädig sein kann.

Aber er schickt uns wie Schafe mitten unter die Wölfe und läßt uns im Kampf gegen die Mächte der Finsternis auch einiges Leid ertragen.
Eph 6,12
Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Fürstentümer, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Örtern.
Es ist doch auffällig, daß schon in der Anfangszeit, gerade diejenigen besonders viel Leid zu ertragen hatten, die sich besonders für das Christentum und die Verbreitung dieser Lehre eingesetzt haben. Und auch später wurden Menschen gepeinigt und hingerichtet, weil sie die Wahrheit verkündet haben.
Johncom
Natürlich geht das auch, und ein Blick in die heutige Welt der Religionen zeigt, wie Statuen bei Prozessionen getragen werden, auch Marien und Heilige, und das sind keine bösen Menschen, die das machen.
Es geht in der Nachfolge eigentlich nicht darum Statuen oder Monstranzen umherzutragen, sondern das Werk Jesu zu bezeugen. In den Anfängen geschah die Verkündigung auch durch das Abendmahl.
[1. Kor. 11,23-26] Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe, dass der Herr Jesus in der Nacht, in der er überliefert wurde, Brot nahm, und als er gedankt hatte, es brach und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch ist; dies tut zu meinem Gedächtnis. Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; dies tut, sooft ihr trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
Johncom

Aber Jesus wollte Nachfolger! Und sicher auch Heiler, die vollbringen was er seinem inneren Kreis lehrte. Glauben geht nicht ohne Überzeugung. Man weiß als Nachfolger aus eigener Erfahrung, so geht's, so ist es richtig. Glauben ist kein Glücksspiel, wo ich nur hoffe, dass meine Farbe gewinnt.
Ja, der Herr Jesus wollte Nachfolger, aber sie sollten zunächst einmal an das Werk glauben, das er getan hat.
[Joh. 14,12-14] Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zum Vater gehe. Und um was irgend ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, damit der Vater verherrlicht werde in dem Sohn. Wenn ihr um etwas bitten werdet in meinem Namen, werde ich es tun.
Durch den Glauben entsteht erst einmal eine ganz enge Beziehung zu dem Herrn Jesus Christus, es heißt ja, wir werden in seinen Leib getauft.
[1. Kor. 12,12-13] Denn so wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich viele, ein Leib sind: so auch der Christus. Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden.
Und dann heißt es ja, daß wir ohne den Herrn Jesus nichts tun können:
Joh 15,5
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, dieser bringt viel Frucht, denn außer mir könnt ihr nichts tun
Wie verstehst du dieses Wort ?
Johncom

Sind Christen zum Leiden berufen ?
Natürlich nicht. Die Seele kommt ins Heil weil wir lernen, diese Erde wird überwunden werden. Das ganze ach und weh des Körpers, die ganzen Wunschträume von Ruhm und Anerkennung. Nichts bleibt. In der Ewigkeit wird der große Frieden geschenkt. Und manche finden ihn schon hier.
Im NT steht es aber doch ganz anders und jeder kann in der Apostelgeschichte lesen, daß die Apostel und Nachfolger Jesu gelitten haben.
1 Petr 2,21
Denn hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt;
Natürlich bleiben auch Träume auf der Strecke und ist das etwa kein Leid ?

Einen gewissen Frieden finden wir schon hier auf Erden, weil wir die Wahrheit kennen.
[Röm. 5,1-2] Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir mittels des Glaubens auch den Zugang haben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns in der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes.
Nun müßen wir uns nur noch in der Welt bewähren, um zu zeigen, daß wir dieser Wahrheit auch gerecht werden, sie bezeugen und so leben, wie unser Herr Jesus bzw. der Heilige Geist uns aufgetragen hat.

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Johncom
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Re: Sind Christen zum leiden berufen ?

Beitrag von Johncom »

Zippo hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 12:05 ich würde sagen, es gibt beides. Sowohl den Personenkult, weil der Herr Jesus ja nicht nur durch seine Rede zur Nachfolge aufgerufen hat, sondern durch sein Werk die Grundlage und das Fundament gelegt hat, auf dem wir unser Werk aufbauen können.
Weil Jesus ein Fundament gelegt hat, braucht es einen Verehrungs- oder einen Personenkult? Ja, das ist normal. Auch die Römer, Griechen, alle Kulturen haben Statuen zur Verehrung errichtet. Bei Jesus, soweit überliefert, vermisse ich diesen Auftrag an die Nachwelt.
An den Herrn Jesus Christus zu glauben, bedeutet an sein Werk zu glauben, das er am Kreuz vollbracht hat.
Nach biblischer Überlieferung konnte er verzeihend und ergeben die Hinrichtung ertragen. Wer an ein Kreuz gefesselt wird, vollbringt ansonsten kein Werk. Aber es kann an ein bedeutendes Opfer interpretiert werden, das die Weltentwicklung verändert hat. Wenn man aber predigt, das muss geglaubt werden, bricht man das alles wieder in einen Götzenkult (oder Erlöserkult) herunter. Man verhindert, dass die Menschen das Heilige wirklich verstehen, solange man sie unter Druck setzt: Wenn du das nicht "glaubst", bist du ein Ungläubiger. Oder ein Verlorener oder sonstwas.

Jesus Christus wollte erkannt und verstanden werden, so meine Sicht. Nicht als Person verherrlicht.
Und schon gar nicht als leidender Körper an einem Hinrichtungsbalken. Es ist so irre, wie die Menschheit veräppelt wird. Aber auch das ist im NT zu erkennen.
Eph 6,12
Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Fürstentümer, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Örtern.
Es ist doch auffällig, daß schon in der Anfangszeit, gerade diejenigen besonders viel Leid zu ertragen hatten, die sich besonders für das Christentum und die Verbreitung dieser Lehre eingesetzt haben. Und auch später wurden Menschen gepeinigt und hingerichtet, weil sie die Wahrheit verkündet haben.
Ich finde, da ist eine zeitlose Realität beschrieben. Diese Weltbeherrscher der Finsternis sind heute genauso am Werk wie zu anderen Zeiten. Auch heute werden "echte" Christen, aber auch Wahrheitsverkünder in anderen Kulturen verfolgt.
Es geht in der Nachfolge eigentlich nicht darum Statuen oder Monstranzen umherzutragen, sondern das Werk Jesu zu bezeugen. In den Anfängen geschah die Verkündigung auch durch das Abendmahl.
Heute auch?
Ich denke, Nachfolge ist ein neuer Mensch zu werden. Ein besserer und stärkerer Mensch. Nachfolge bedeutet nicht mal, einen Namen zu verherrlichen. Und das Werk Jesu zu bezeugen ist dummer Quatsch, nur Idol-Verehrung, solange man nicht selbst am Werk teilnimmt. Heute 1 cm Nachfolge, morgen 2 cm. Ganz egal wie viel, aber man sollte sich bewegen und beitragen, nicht labern. Auch nicht von Christus labern, sondern Christus tun.
Ja, der Herr Jesus wollte Nachfolger, aber sie sollten zunächst einmal an das Werk glauben, das er getan hat.
Nein, sie sollen tun.
Durch den Glauben entsteht erst einmal eine ganz enge Beziehung zu dem Herrn Jesus Christus, es heißt ja, wir werden in seinen Leib getauft.
Von der grammatikalischen Logik her geht das schon nicht. Wer so etwas formuliert, so könnte man es sehen, will gar nicht verstanden werden in der heutigen Zeit. Man legt sich eine Sprache zu, die kaum nachvollziehbar ist. Und wenn andere sagen, ich verstehe eure Logik nicht, dann sagt sich der schwer verständliche Christ: So wurde es vorhergesagt: die Welt ist gegen uns.
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