Gegen die Lehre der Inspiration

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Helmuth
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Re: Gegen die Lehre der Inspiration

Beitrag von Helmuth »

Hoger hat geschrieben: Do 23. Okt 2025, 20:58
Helmuth hat geschrieben: Do 23. Okt 2025, 17:41 ich habe einen völlig anderen Zugang zum Wort Gottes.
Inspiration ist für dich in der Bibel nur dass, was klar als Rede ausgewiesen ist. Wenn ein "Hören" möglich ist = richtig?
Es ist an sich schon der Begriff falsch, daher kann ich das so nicht bestätigen, aber in etwa ist es so. Gottes Wort wurde nicht inspiriert, sondern gesprochen und das sollte jeder bestätigen können, der meint Gottes Wort habe in seinem Leben auch Relevanz, und zwar Dogma hin oder her, denn dieses kann das wiederum gar nicht entkräften.

Ich bezeuge es aus meiner Sicht damit so: Wir haben dazu mehr als 2.000 Zeugnisse der Schrift (eine Liste wurde schon mehrmals hier verlinkt). Man kann also nicht sagen, ich rede wider die Schrift, wenn ich doch ein Meer an Zeugen hinter mir habe und man das nur nachlesen müsste.

Eine Gegenfrage und bitte, ich meines es ernst und nicht höhnend (wiewohl man dazu durchaus verleitet wird): Wie viele Schriftstellen weisen aus, dass Gott das Wort an einen Propheten oder irgendeinen Menschen, der z.B. als Autor der Schrift seinen Dienst geleistet hatte, "inspiriert" hatte? Ich finde keine, es sei denn, ich bin blind.

So meine ich: Diese Inspirations-Brille sitzt so fest, dass sie keiner mehr ablegt, wenn er sie mal längere Zeit trägt. Nach der Bekehrung weiß ein neuer Jünger normalerweise von diesen Dingen nichts, aber es wird ihm ab der ersten Stunde der Gemeindelehre so eingetrichtert und man übernimmt es ungepüft.

Ich hatte also lange auch so gedacht und wurde nicht anders durch die Gemeinde erzogen, und es ist ja vieles eh richtig, damit das nicht missverstanden wird. In diesen Dingen habe ich auch lange dem Standard-Theologie-Sprech nachgeeifert, bis es mir mal aufgefallen ist, als ich mich von dem Dogma lösen konnte. Und es betraf dann auch andere Dogmen.

Man kann dazu sagen, man wird von der Gemeinde seit etlichen Generationen in gewissen Denkmustern gehirngewaschen, aber man kann sich davon auch befreien, eben gerade durch Gottes Wort, nicht durch Menschenwort.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Hoger
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Re: Gegen die Lehre der Inspiration

Beitrag von Hoger »

Helmuth hat geschrieben: Fr 24. Okt 2025, 06:24 Eine Gegenfrage und bitte, ich meines es ernst und nicht höhnend (wiewohl man dazu durchaus verleitet wird): Wie viele Schriftstellen weisen aus, dass Gott das Wort an einen Propheten oder irgendeinen Menschen, der z.B. als Autor der Schrift seinen Dienst geleistet hatte, "inspiriert" hatte? Ich finde keine, es sei denn, ich bin blind.
Darauf habe ich dir (und andere) schon mehrmals geantwortet

Inspiriert = geistgehaucht
Geist = Wind, Hauch, Kraft (,pneuma und ruach)

Also alles was in der Bibel unter dem Einfluss des Geistes, gesagt, geschrieben und erzählt wurde
Und den Geist findest du in beiden büchern

Wenn du nur das gelten lässt was gesprochen und gehört würde, dann nimmst du das weg was vor dem sprechen und nach dem hören passiert = also die Wirkung des Heiligen Geistes.

Ich verstehe dich so, dass du den Geist mit Verstand, denken und Logik verbindest?
Christus, der menschgewordene Sohn Gottes, ist das vollkommene, unübertreffbare, eingeborene Wort des Vaters. In ihm sagt der Vater alles, und es wird kein anderes Wort geben als dieses (Katechismus der RKK Nr. 65)
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Helmuth
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Re: Gegen die Lehre der Inspiration

Beitrag von Helmuth »

Rilke hat geschrieben: Mi 27. Mai 2026, 16:47 Inwiefern lässt sich dann irgendwas aus der Schrift mit Sicherheit feststellen?
Das kann ich fürs erste so beantworten und tue es hier, als ich meine, es passt recht gut in dieses Thema. Wir haben nicht nur die Schrift, sondern auch den Heiligen Geist als Gabe Gottes erhalten und nicht nur das, er selbst, also der Geist selbst und nicht nur die Gabe Gottes leiten uns in jeder Sekunde unseres Lebens.

Ohne die Gabe des Heiligen Geistes verstünden wir die Schrift gar nicht, die Gabe ist also unabdingbar. Letzten Ende gibt er allein uns Glaubensicherheit und nicht der Text. Einen Text für absolut sicher zu halten, halte ich für eine unerlaubte Prämisse, was zwar gängige Theologie ist, aber keine Wahrheit, da wir nicht ein einziges Originalmanuskript aus der Zeit der Apostel haben.

Soweit meine Stellungnahme. Ich gebe dazu nun weitere Gedanken, um das noch zu erläutern. Hast du nur die Schrift, aber nicht den Heiligen Geist, zeigen uns alle NIchtchristen einwandfrei nahezu wie ein zu 100% gesicherter Beweis, was ihre Interpretationen wert sind. Es ist salopp formuliert Murx, was dann herauskommt. Ich denke das muss ich gar nicht weiter belegen.

Mit dem Heiligen Geist alleine wiederum sieh dir nur die Charismatiker an. Sie vergessen gerne mal die Schriftgrundlage und meinen, dass ihnen der Heilige Geist dies so zeige, das durchaus auch wider die Schrift. Was sie teilweise lehren, ist schon Murx zum Quadrat.

Und ich hoffe, du bist mir nicht böse, dass ich auch die RKK kritisiere. Ich tue es ja auch an uns selbst. Ihre Auslegung ist für mich sogar Murx zur Dritten. Bei ihr sehe ich die Problematik so, dass sie nicht nur die Schrift durch ihre Auslegung entstellt, sie erlaubt auch keinerei andere Auslegung als ihre, indem sie die Deutungshoheit für sich allein beansprucht. Kein Apostel unterlag einem solchen Hochmut.

Nun, du hast mich gefragt und ich habe so aufrichtig ich kann geantwortet und versucht dabei Respekt zu wahren. Aber man muss auch Farbe bekennen, weil man das nicht Menschen, sondern Gott schuldig ist. Du persönlich bleibst dabei für mich unbescholten.
Rilke hat geschrieben: Mi 27. Mai 2026, 16:47 Wenn die Schrift nicht durch Gottes Macht und Willen in Ordnung gehalten wurde, woher können wir mit Gewissheit sagen, dass die Worte Jesu korrekt niedergeschrieben wurden, und das bis zu dem Punkt, dass wir sie Wort für Wort zitieren, analysieren und unsere Weltanschauung darauf bauen können?
Wenn du mit mir solche Dinge diskutierst. solltest du wissen, dass ich keine theolgischem Prämissen und Dogmen setze, die ich für nicht wahr halte, sondern den Text für sich alleine möglichst frei davon lese. Ich habe mit der Zeit Dogmatik abgelegt, die ich für falsch sehe.

Ich wiederum weiß, dass du deine RKK-Brille trägst. Mit anderen Worten zeichnet sich von vornherein schon ab, dass wir so nicht zusammenkommen können. Aber wir können immer wieder den Versuch starten und füreinander beten, dass uns der Herr leitet und die Augen öffnet. Ich gehe davon aus, das erfolgt auf beiden Seiten durchaus von Herzen aufrichtig. Also es tut jeder sein Bestes.

So beginne ich damit: Tatsächlich sind nicht alle Worte Jesu m.E. wirklich korrekt niedergeschrieben worden. Das beginnt schon damit, dass man sie auf Koine formuliert hat. Hinzu kommt auch die jeweils theologisch geprägte Denkweise der Autoren.

Und noch einen Schritt weiter ist auch die Übersetzung stellenweise dogmatisch geprägt. Also von Hebräisch --> Koine --> Deutsch haben wir eine historische Übertragungskette über bereits zwei Stufen. Und ich sage, Gott weiß das ja alles, so gibt er uns auch den Heiligen Geist, worauf ich zuvor hingewiesen habe.
Rilke hat geschrieben: Mi 27. Mai 2026, 16:47 Meine persönliche Ansicht ist, dass die gesamte Schrift von Gott fehlerfrei eingegeben wurde und derselbe Autor auch dafür sorgt, dass sein Wort niemals vergehen wird.
Du folgst vorgegebener Dogmatik, das ist deine Brille. Von der RKK entwickelt wurde sie leider Gottes (der Seufzer kommt bei mir aus ganzem Herzen) auch von den reformierten Kirchen bis heute übernommen. Eine echte Reformation gibt es in dem Sinn gar nicht, Man fällt nur von der anderen Seite vom Pferd, so deute ich das als Freikirchler.

Aus dem Grund habe ich die Frage hierher gezogen, da ich heute zu einer bereits festen Überzeugung gelangt bin, dass das Dogma der sog. "Alle Schrift ist inspiriert" eine Fehlinterpretation des Paulus-Textes ist. Ich will dazu nicht alles nochmals aufrollen, du kannst den Thread ja bei Interesse (nochmals) studieren und dann entscheiden, ob wir fortsetzen oder nicht. Du hast anfangs auch mitgearbeitet.
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Rilke
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Re: Gegen die Lehre der Inspiration

Beitrag von Rilke »

Helmuth hat geschrieben: Do 28. Mai 2026, 09:14 Das kann ich fürs erste so beantworten und tue es hier, als ich meine, es passt recht gut in dieses Thema. Wir haben nicht nur die Schrift, sondern auch den Heiligen Geist als Gabe Gottes erhalten und nicht nur das, er selbst, also der Geist selbst und nicht nur die Gabe Gottes leiten uns in jeder Sekunde unseres Lebens.

Ohne die Gabe des Heiligen Geistes verstünden wir die Schrift gar nicht, die Gabe ist also unabdingbar. Letzten Ende gibt er allein uns Glaubensicherheit und nicht der Text. Einen Text für absolut sicher zu halten, halte ich für eine unerlaubte Prämisse, was zwar gängige Theologie ist, aber keine Wahrheit, da wir nicht ein einziges Originalmanuskript aus der Zeit der Apostel haben.

Soweit meine Stellungnahme. Ich gebe dazu nun weitere Gedanken, um das noch zu erläutern. Hast du nur die Schrift, aber nicht den Heiligen Geist, zeigen uns alle NIchtchristen einwandfrei nahezu wie ein zu 100% gesicherter Beweis, was ihre Interpretationen wert sind. Es ist salopp formuliert Murx, was dann herauskommt. Ich denke das muss ich gar nicht weiter belegen.
Danke dir für die Antwort, Helmuth!

Ich sehe in deinem Argument einen inneren Widerspruch. Wenn ich dich richtig verstehe, sagst du, dass wir der Schrift gegenüber Unsicherheit haben, aber der Heilige Geist uns zur sicheren Erkenntnis bringt. Aber die sichere Erkenntnis vom Heiligen Geist hast du ja aus der Schrift, besonders aus den Worten Jesu im Johannesevangelium.
Wenn du nun sagst, dass nicht alle Worte Jesu wirklich korrekt niedergeschrieben wurden, dann betrifft diese Unsicherheit auch seine Verheißungen über den Heiligen Geist. Dann kann man den Heiligen Geist nicht mehr als sichere Lösung gegen die Unsicherheit der Schrift anführen, weil diese Lösung selbst nur durch die angeblich unsichere Schrift bezeugt wird.
Wenn ich dich nicht falsch verstanden habe (und bitte verbessere mich falls das der Fall ist), dann liegt da ein logisches Problem vor.

Das Problem, das du genannt hast (verschiedene Gruppen berufen sich auf den Heiligen Geist und kommen zu widersprüchlichen Auslegungen), unterstreicht diesen Konflikt. Wenn die Schrift nicht selbst eine hinreichend zuverlässige Glaubensgrundlage ist, dann bleibt ohne die Glaubenssicherheit durch die Bibel nur eine subjektive Entscheidung jedes Einzelnen, der behauptet, der Heilige Geist zeige ihm dieses oder jenes. Dann kann man jede unbeliebte Textstelle mit dem Hinweis auf Übertragung, Koine-Griechisch und Autorentheologie relativieren.
Was immer ein endliches Wesen begreift, ist endlich.
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Helmuth
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Re: Gegen die Lehre der Inspiration

Beitrag von Helmuth »

Rilke hat geschrieben: Do 28. Mai 2026, 15:03 Wenn ich dich richtig verstehe, sagst du, dass wir der Schrift gegenüber Unsicherheit haben, aber der Heilige Geist uns zur sicheren Erkenntnis bringt.
Unsicherheit ist m.E. nicht richtig gewählt. Derart sehe ich es sogar falsch. Man braucht im gesamten Leben nirgendwo eine 100-prozentige Präzsion und die Dinge funktionieren doch. Gott hat dafür Sorge getragen und weiß, dass wir fehlbare Geister sind. So trifft sein Heiliger Geist auch dafür Vorsorge.

Ich kann dazu als Techniker Lieder singen. Vielleicht habe ich gerade deshalb eine tiefere Erkenntnis. aber überheben will mich auch nicht, denn wenn auch nur falls, so wäre sie mir geschenkt und ich hätte nichts aus eigenem bewirkt. So ist unser großartiger Vater im Himmel.
Rilke hat geschrieben: Do 28. Mai 2026, 15:03 Wenn du nun sagst, dass nicht alle Worte Jesu wirklich korrekt niedergeschrieben wurden, dann betrifft diese Unsicherheit auch seine Verheißungen über den Heiligen Geist. Dann kann man den Heiligen Geist nicht mehr als sichere Lösung gegen die Unsicherheit der Schrift anführen, weil diese Lösung selbst nur durch die angeblich unsichere Schrift bezeugt wird.
Du übertreibst und bekommst emotionale Schlagseite, indem du das Schiff schon kentern siehst bei nur mäßger Krängung. Das ist aber normal für die gesamte Schifffahrt, insbesondere bei Segelbooten.

Und machst du hier nicht so was wie dogmatische Biblemathematik? In der Mathematik gibt es tatsächlich unumstößliche Sätze, die nur wahr oder falsch sein können. Das sind ist wirklich, nur funktioniert deswegen nicht alles so.

Ich versuche noch dieses Beispiel: Es sei durch eine Eheurkende zu 100% bestätigt, dass du mit deiner Frau verheiratet bist. Das sei also deine absolute Rechtssicherheit, auf die dich jederzeit berufen kannst, ja auch vor Gott. Wie sicher ist damit aber die Ehe? Kann sie damit keinesfalls mehr schiefgehen?

Und dazu nun diese Frage: Wer oder was sichert in Wahrheit deine Ehe? Die Schrifturkunde ist es nicht, oder denkst du das dennoch, weil es ja da so geschrieben steht? Formal wirst du immer Recht haben, und dennoch funktioniert die geistliche Welt nicht nach dem Buchstaben.
Rilke hat geschrieben: Do 28. Mai 2026, 15:03 Wenn ich dich nicht falsch verstanden habe (und bitte verbessere mich falls das der Fall ist), dann liegt da ein logisches Problem vor.
Die Unlogik entsteht m.E., indem man etwas zu beweisen sucht, dass es gar nicht gibt. Dann gibt es aber auch keinen Beweis. Ist das rein logisch korrekt? Also, wenn es derart keine Inspiration gibt, wie sollte man sie beweisen können? So warte ich nun bis heute. :mrgreen:

Nein, ich warte nicht, denn auch 2.000 Gegenbeweise, von denen ich jeden für stichhaltig halte, greifen nicht. Ich habe darum nach Ursachen gesucht, warum dem so ist und stoße auf zwei mögliche Gründe. Es gibt die, welche Sicherheit wollen (wie zuvor erläutert) und es gibt die, welche die Schrift vor unlauteren Angriffen schützen wollen. Beide Gründe sind legitim, aber die Maßnahmen dazu sehe ich falsch.

Was kann man aber sonst tun? Ich sage, wir haben die Sicherheit doch durch das Wort Gottes bzw. das seiner Sohnes selbst. Warum suche ich sie also in der Theologie oder Dogmatik, wenn ich sie von unserem Herrn selbst erhalte? Jesus versichert uns z.B. dieses:
Johannes 10:28-29 hat geschrieben: Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters rauben.
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Zippo
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Re: Gegen die Lehre der Inspiration

Beitrag von Zippo »

Vielleicht es interessant nochmal die Bibel zu Wort kommen zu lassen. Durch google KI fand ich folgende Schriftstellen:
Die Inspiration der biblischen Schriften durch den Heiligen Geist wird an mehreren zentralen Stellen im Neuen Testament bezeugt. Diese Verse bilden die theologische Grundlage für die Inspiration der Bibel:2. Timotheus 3,16: Hier wird festgehalten, dass die gesamte Schrift von Gott eingegeben (im griechischen Urtext theopneustos, also "gottgehaucht") ist. Ursprünglich bezog sich dies auf das Alte Testament, wird in der Theologie aber auf das gesamte Neue Testament erweitert.2. Petrus 1,21: Es wird beschrieben, dass die Verfasser der heiligen Schriften nicht aus menschlichem Antrieb handelten, sondern vom Heiligen Geist getrieben (oder geleitet) wurden.1. Korinther 2,13: Paulus betont, dass die Verkündigung und Lehre nicht in Worten menschlicher Weisheit erfolgt, sondern in Worten, die der Heilige Geist lehrt.Eine Gesamtübersicht und den genauen Wortlaut der jeweiligen Texte finden Sie beispielsweise auf Bibleserver.Soll ich Ihnen helfen, die historischen Hintergründe oder die theologische Bedeutung dieser Passagen zu vertiefen?
Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Helmuth
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Re: Gegen die Lehre der Inspiration

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Do 28. Mai 2026, 18:33 Vielleicht es interessant nochmal die Bibel zu Wort kommen zu lassen. Durch google KI fand ich folgende Schriftstellen:
Danke Thomas, du bist einer der wenigen, die zumindest eine biblische Vorlage geben. Auf das kann man auch eingehen. Tun wird das nun. Den Ausgangspunkt bildet die eine strittige Aussage aus seinem 2. Brief an Timotheus:
2. Tim. 3:16-17 hat geschrieben: Alle Schrift von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit (ist gegeben), damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig geschickt.
Dazu habe ich ausgeführt habe, dass diese Aussage in den meisten ÜS nicht nur falsch übersetzt, sondern auch fehlinterpretiert worden ist. Paulus wollte damit m.E. nicht das sagen, was die Theologie seit frühester Zeit daraus ableitet. Aber sehen wir uns die Stellen ab, welche die Inspiration bestätigen sollen:
2. Petrus 1:21 hat geschrieben: Denn die Weissagung wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige Menschen Gottes redeten, getrieben vom Heiligen Geist.
Die Stelle besagt, dass man getrieben vom Heiigen Geist geredet hatte. Getrieben heißt motiviert, der Heilige Geist ist der Antriebsmotor, weshalb sie geredet haben. Es bezeugt nicht, dass damit Worte eingegeben werden, sondern dass der Heilge Geist dafür der Antrieb ist.

Das muss selbstverständlich so sein und gilt doch für allen Christen, unabhängig ihrer Berufung. Keiner aber kann damit behaupten, Gott flüstere ihm damit Botschaften ins Ohr, das sagt Petrus damit eben nicht.

So ist vielmehr jedes Leben, das durch den Heiligen Geist seine Neugeburt erhalten hat. Wäre dem nicht so, wäre man gar kein Kind Gottes geworden. Und wenn das für jedes Kind Gottes gilt, dann für die Heiligen Männer Gottes erst recht.

Wie schon x-Mal ausgeführt hatte und an die 2.000 Bibelstellen belegen, wurden die Propheten nicht "inspiriert", sondern hörbar von Gott angesprochen. Er redete mit ihnen wie Paulus z.B. zu Timotheus und die schriftliche Niederlegung durch die Autoren erfolgte auf Basis der Kenntnis der so ergangenen Worte und Taten.
1 Korinther 2:13 hat geschrieben: ... die wir auch verkündigen, nicht in Worten, gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt durch den Geist, mitteilend geistliche Dinge durch geistliche Mittel.
Auch da wird nicht von einer Inspiration gesprochen, Dass der Heilige Geist unser aller Lehrer ist, sollte ebenfalls sebstverständlich sein. Und wieder sage ich, wenn das für jedes Kind Gottes gilt, dann wohl für einen Paulus erst Recht.

Es ist, wie ich sagen würde, nichts Neues unter der Sonne, was vorgelegt wurde. Weiters sind das keine Worte Gottes, wo Gott spricht, sondern apostolische Lehren. Auch diese hat der Heilige Geist nicht in sie "inspiriert", sondern eben gelehrt. Petrus und Paulus reden aus ihrer gewonnen Erkenntnis. Dass diese aber auch eine Gabe ist, das sein unbestritten.
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Magdalena61
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Re: Gegen die Lehre der Inspiration

Beitrag von Magdalena61 »

Helmuth hat geschrieben: Fr 29. Mai 2026, 06:29 Keiner aber kann damit behaupten, Gott flüstere ihm damit Botschaften ins Ohr, das sagt Petrus damit eben nicht.
Du weißt es doch gar nicht, ob die Autoren des NT direkte Weisungen empfingen.
2. Kor. 12; 8-9 (SLT): Seinetwegen habe ich dreimal den Herrn gebeten, dass er von mir ablassen soll.Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen!
Kennst du das nicht: Du fragst Gott etwas, weil du seine Weisheit brauchst... und dann "hörst" du die Antwort, in Gedanken- oder du erfährst auf andere Weise, z.B. durch die Fügung bestimmter Umstände, die du nicht manipulieren konntest, eine Antwort.

Menschen, die sich wirklich Gott hingeben und viel Zeit mit Ihm verbringen, "hören" (erkennen) mehr, und was sie erkennen, das können sie auch aufschreiben und kommunizieren. Ein Feierabendchrist, der halt einige Minuten am Tag eine Begegnung mit Gott zulässt, wird entsprechend magere Ergebnisse einfahren.
LG
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Rilke
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Re: Gegen die Lehre der Inspiration

Beitrag von Rilke »

Helmuth hat geschrieben: Do 28. Mai 2026, 16:20 Unsicherheit ist m.E. nicht richtig gewählt. Derart sehe ich es sogar falsch. Man braucht im gesamten Leben nirgendwo eine 100-prozentige Präzsion und die Dinge funktionieren doch. Gott hat dafür Sorge getragen und weiß, dass wir fehlbare Geister sind. So trifft sein Heiliger Geist auch dafür Vorsorge.

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Hallo Helmuth!

Ich denke du beantwortest nicht ganz den Punkt, den ich angesprochen habe. Es geht mir nicht darum, ob wir im Leben überall mathematische 100% Präzision haben oder brauchen, natürlich brauchen wir keine absolute Präzsision für jede Handlung im Leben. Also diesen Punkt bestreite ich gar nicht. Wir stimmen - zumindest in der Theorie - überein.
Helmuth hat geschrieben: Do 28. Mai 2026, 16:20 Ich versuche noch dieses Beispiel: Es sei durch eine Eheurkende zu 100% bestätigt, dass du mit deiner Frau verheiratet bist. Das sei also deine absolute Rechtssicherheit, auf die dich jederzeit berufen kannst, ja auch vor Gott. Wie sicher ist damit aber die Ehe? Kann sie damit keinesfalls mehr schiefgehen?
Gutes Beispiel!
Eine Eheurkunde sichert nicht das Gelingen der Ehe, aber sie bezeugt objektiv, dass eine Ehe geschlossen wurde. Ohne dieses objektive Zeugnis bleibt die Behauptung "A und B sind verheiratet" im Streitfall unbelegt. Genauso ist es mit der Schrift: Sie ersetzt nicht das lebendige Wirken Gottes, aber sie ist das objektive Zeugnis, an dem wir prüfen können, was Gott gesagt und verheißen hat.
Gerade weil der Mensch fehlbar ist und sich auch unter Berufung auf den Heiligen Geist irren kann (das sehen wir täglich in vielen Gemeinden), brauchen wir eine objektiv korrekte, von Gott eingegebene Schrift. Wenn die Schrift selbst nicht zuverlässig Gottes Wort bezeugt, dann wird am Ende der einzelne Leser zur letzten Instanz und entscheidet, welches Jesuswort korrekt ist, welche Stelle von der Theologie des Autors geprägt ist und welche Stellen dogmatisch relativiert werden können.
Helmuth hat geschrieben: Do 28. Mai 2026, 16:20 Was kann man aber sonst tun? Ich sage, wir haben die Sicherheit doch durch das Wort Gottes bzw. das seiner Sohnes selbst. Warum suche ich sie also in der Theologie oder Dogmatik, wenn ich sie von unserem Herrn selbst erhalte? Jesus versichert uns z.B. dieses:
Johannes 10:28-29 hat geschrieben: Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters rauben.
Genau hier beißt sich die Katze in den Schwanz und das möchte ich dir erklären.

Du zitierst Johannes, nachdem du gesagt hast, dass "tatsächlich nicht alle Worte Jesu m.E. wirklich korrekt niedergeschrieben worden [sind]. Das beginnt schon damit, dass man sie auf Koine formuliert hat. Hinzu kommt auch die jeweils theologisch geprägte Denkweise der Autoren."

Warum ist dir ausgerechnet dieses Jesuswort sicher genug, um deine Glaubenssicherheit zu begründen, während andere Jesusworte oder Schriftstellen durch Koine und Autorentheologie unsicher gemacht werden können?

Du zitierst deine Sicherheit also aus dem Wort Jesu, aber das Wort Jesu kennen wir nur durch das schriftliche Zeugnis der Apostel. Wenn dieses Zeugnis an entscheidenden Stellen nicht zuverlässig ist, wie du behauptest, dann kannst du dich auch nicht zuverlässig auf Johannes 10 berufen. Diese Stelle findet sich schließlich in keinem anderen Evangelium wieder und könnte daher auf einem Irrtum oder einer Fehlinterpretation beruhen. Natürlich glaube ich das nicht, aber mit deinen genannten Argumenten könnte auch jeder Bibelkritiker argumentieren. Wenn die Schrift aber zuverlässig genug ist, um Johannes 10 als feste Zusage Christi anzunehmen, dann hat Gott sein Wort offenbar doch bewahrt. Ein logisches Dilemma, findest du nicht? Wie erklärst du dir das?
Was immer ein endliches Wesen begreift, ist endlich.
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Re: Gegen die Lehre der Inspiration

Beitrag von Helmuth »

Magdalena61 hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 01:07 Du weißt es doch gar nicht, ob die Autoren des NT direkte Weisungen empfingen.
Ich denke es wissen zu können, da ich nicht an Telepathie glaube, die notwendig wäre, um in deinem Geist Botschaften einzugeben. So hat Gott seine Schöpfung nicht konstruiert. Nun, Gott könnte es, das glaube ich sogar, da ihm alle Dinge möglich sind, aber tut er das auch? Ich lehre, dass sich Gott keiner esoterischer Methoden bedient, von denen er selbst sagt, dass wir Satanisches sein lassen sollen.

Und dass jeder alles im Traum erhalten hätte, denn der Methode bedient er sich hin und wieder, ist sehr abwegig anzunehmen. Bislang sind es vereinzelte Fälle, von denen auch biblisch einige dokumentiert sind. Bei Mose bezeugt er uns, wie er mit ihm geredet hatte, was Mose später niedergeschrieben hat. Es war nicht im Traum, sondern:
4. Mose 12:8 hat geschrieben: Mit ihm rede ich von Mund zu Mund, und deutlich und nicht in Rätseln ...
Und wieder bestätigt Gott selbst, dass er geredet und ihm nicht eingeflüstert hatte, wovon es weitere gut 2.000 Zeugnisse gibt. Reicht das immer noch nicht? Wieviel möchtest du noch? Und wieviele hat die dogmatische Position? Bislang ganze Null :!: Das ist ja der Witz, aber keiner anerkennt das, weil das Dogma zu fest sitzt. Bislang vorgelegte Stellen belegen das nicht.

Bei historischen Belangen der Schrift ist es nicht anders wie jedes geschichtliche Werk entsteht. Doch haben wir gerade im NT einen Autor, der meine historische Sichtweise geradezu bestätigt, von dem wir wissen, wie er die Dinge empfangen hat, es ist Lukas:
Lukas 1:2 hat geschrieben:... so wie es uns die überliefert haben, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind.
Lukas hat sein Werk auf Basis der Informationen von Augenzeugen und Dienern des Wortes empfangen. Das sind in erste Linie die Apostel und Augenzeugen gab es ja gefühlt Tausende und viele hatten sicher noch gelebt. Er stellte auch selbst Nachforschungen an. Die Stammbaumliste kann z.B. so ein Fall sein.

Dabei war er weder Apostel, Prophet noch kennt man ihn als Schriftgelehrten. Aber Gott nutze ihn dennoch und er schried das für mich gerade aus historischer Sicht wertvollste Evangelium und die ebenso einzigartige Apostelgeschite, in der er dann stellenweise selbst als Augenzeuge schreibt. So bestätigt sich auch sein Kontakt zu den Apsoteln, vor allem Paulus.

Wie auch immer, es scheidet jedenfalls aus telepathisch Botschaften empfangen zu haben, wäre dem möglich. Und wenn einer ausscheidet, wovon nun LUIkas Zeug ist, dann ist es mit dem "Alle Schrift" schon seinetwegen dahin. Der eine Paulus-Vers ist ohnehin fehlübersetzt und falsch interpretiert.

Es ergibt auch keinen Sinn das als Glaubensgut zu lehren oder anzunehmen. Welchen sollte es haben? Die Entstehungslehre der Bibel ist mehr von wissenschaflticher Natur und dient eher Menschen wie mir, die sich teils mit Forschung beschäftigen. Ich habe auf dem Wege dafür viele wertvolle Erkenntnisse erlangt. Man könnte davon profitieren wollte man nicht lieber an seinen Dogmen weiter hängen.

Dabei bist du harmlos. ZJ, Mormoen und Katholiken hängen an noch viel mehr Dogmen, Von vielen hast du dich schon gelöst. Dieses hat der Altkirchenvater Hieronymus als "divinitus inspirata" bei der ÜS ins Lateinsche geprägt und seitdem kursiert dieses Wort "Inspiration" in allen Christenköpfen herum.

Inspiration ist ein Vorgang, den es ja gibt, nur damit kein Missverständis aufkommt. aber nicht in der Form einer Telepathie als Eingabe von Worten in den Geist. Wir können lesen, dass Gott spricht, wirkt und handelt. So bringt er uns das Wort näher. Das steht, wie gesagt zigfach geschrieben.
Magdalena61 hat geschrieben: Sa 30. Mai 2026, 01:07 Menschen, die sich wirklich Gott hingeben und viel Zeit mit Ihm verbringen, "hören" (erkennen) mehr, und was sie erkennen, das können sie auch aufschreiben und kommunizieren. Ein Feierabendchrist, der halt einige Minuten am Tag eine Begegnung mit Gott zulässt, wird entsprechend magere Ergebnisse einfahren.
Das nennt man z.B. gelehrt vom Heiligen Geist und zeichnet die Diener Gottes aus. Wie ich erläutert habe, gilt das für jedes Kind Gottes, also erst Recht für die Bibelautoren. Man kann es Erkenntnis gewinnen nennen und ist eine Gabe.

Darin diente Paulus neben seiner Mission auch als Theologe, Lukas als Historiker, beide aber Gott, jeder auf seine Weise und in seiner Gabe. So einfach wäre das meiner Meinung nach. Keiner davon hätte behauptet, er rede damit Gottes Wort. Zeig mir einen Beleg durch die Apostel, der sein eigenes Wort als von Gott autorisiert.

Ja, das wäre nämlich der nächste Witz an der Sache. Paulus hätte damit sein eigenes Briefwort an Timotheus zu Gottes Wort erklärt, in dem er mit "Alle Schrift, gottgehaucht" sich selbst dazu autorisiert. Das ist doch glatter Nonsens, wird aber tatsächlich so gelehrt.

Wer den Kontext aufmerskamer liest, kann erkennen, dass er nicht von seinem eigenen Wort spricht, sondern vom Tanach, den er Timotheus ans Herz legt. Solches zu erkennen ist die Gabe Gotte in dir. Leider besitzen oder sagen wir gebrauchen sie nicht alle, weil sie dogmatisch umprogrammiert werden. So erstickt man Gottes Gabe.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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