Ich finde, wir sollten jetzt mal den Schöpfungsbericht hinter uns lassen. Deine psychologische Umdeutung des Sachverhalts finde ich verkehrt. Aber wir können das Ganze ja jetzt mal stehen lassen und uns mit den Folgen der Handlungem Adam und Evas beschäftigen und wie Gott darauf reagiert hat.
Adam und Eva finden sich in der Selbstständigkeit wieder, sie haben Kleider an, Sie haben Kinder und müßen sich selbst versorgen.
Geistlich deutet sich durch die fleischliche Vereinigung ein Bild an, daß Paulus auf Christus und die Gemeinde hin interpretiert. Eph 5,31-32
Hiob
Zippo hat geschrieben: ↑Mo 7. Jun 2021, 11:42
Es geht also um ein Loslösen der ersten Menschen von Gott in die selbsterwählte Eigenständigkeit
Textlich falsch. - Wäre es nach A+E gegangen, wären sie nach dem Genuss der Frucht zu Gott heimgekehrt: "Guck mal, Mama: Wir haben davon gegessen - war echt gut. Willst Du auch mal?".
Sie dürfen aber nicht zurück, denn die Cherubim versperren den Weg. Adam und Eva haben die Mahnungen Gottes überhört und dürfen nun nicht mehr an den Baum des Lebens. 1 Mo 3,24.
Die zwei Cherubim werden auch über der Bundeslade gezeigt, wo die Tafeln mit den Geboten lagen. 2 Mo 25,18-19.
Die Cherubim, also auch Satan hatten die Aufgabe, darüber zu wachen, daß der Mensch die Gebote einhält. Deren Einhaltung wird ja in 3 Mo 18,5 auch als Zugang zum Leben beschrieben. Obwohl hier noch nicht die ganze Weisheit Gottes offenbart wird, die zum Leben führt.
Mit der Entscheidung Adam und Evas, von einem Baum zu essen, der als verboten galt, war auch ein Kampf ums Überleben ins Dasein gerückt. Geistlich gesehen auch um einen Kampf um das Überleben vor Gott.
Irgendwie muß Gott auch das Natursystem verändert haben. Nicht nur, daß die Schlange auf dem Boden kriechend, des Menschen Feind wird.
Wir haben heutzutage auch eine ganze Reihe von Pflanzen, deren Genuß tödlich sein kann. Es ist sicher vernünftig, seine Kinder vor solchen Pflanzen zu warnen.
Hiob
Deine "selbserwählte Eigenständigkeit" ist eine rein systemische Menschenerfindung, um Schulterschluss zu irdischem Denken herzustellen. Denn der Text zeigt, dass A+E eben NICHT gesagt haben "Hey, Gott, jetzt haben wir Dir's aber gezeigt - wir haben uns nämlich für selbsterwählte Eigenständigkeit entschieden", sondern sie stehen bedröppelt rum, suchen Ausreden, wollen heim - weil sie gar nicht weg wollten. - Hier wird die Bibel systematisch menschlich entstellt interpretiert, um dem Irdischen gerecht zu werden, nicht aber Gott.
Deine psychologische Umdeutung ist eine Bewertung und Erfindung. Du versuchst da irgendetwas hinter den Worten des Schöpfungsberichtes zu finden, was da gar nicht steht.
Fakt ist, daß Adam und Eva ein Gebot übertreten und dafür erhalten , was Gott ihnen vorher gesagt hat.
Natürlich sind sie jetzt etwas bedröppelt, weil die ersehnte Erkenntnis über Gut und Böse keine gute Erfahrung war. Sie würden auch in Zukunft noch merken, daß es nicht immer leicht ist, richtig zu entscheiden.
Der Fluch, der als Strafe über sie kam, hat ihnen das Leben nicht leichter gemacht.
Der einzige Trost waren die Kinder, die ihnen später aber leider auch Kummer gemacht haben, weil Kain, von Satan angestiftet, entscheidet, seinen Bruder umzubringen.
Geistlich gesehen vergleicht Jesus den Geburtsschmerz mit der Trauer der Jünger, vor der Kreuzigung.
Die Frau ist vor der Geburt traurig, aber nach der Geburt ist sie voll Freude, wenn sie das Kind in der Hand hält.
Die Jünger sind traurig, weil ihr Herr scheinbar getötet wurde, aber nach der Auferstehung würde es ein Wiedersehen geben und ihre Freude würde groß sein.
Joh 16,20-22.
Hier ist von Schmerz, Tod und Auferstehung die Rede. Das ist doch der Weg in die neue Schöpfung ?
Die neue Schöpfung fängt ja mit einer sogenannten Wiedergeburt an und es bleibt eigentlich noch die Frage offen, wie sich die Kreaturen der neuen Schöpfung von den Kreaturen der alten Schöpfung unterscheiden ?
Was ist an der neuen Schöpfung so anders, außer ihrer Unverweslichkeit ?
Von welcher Qualität ist der Geist, der aus Gott geboren ist ? Joh 3,5-6
Wer in diesem Geist wandelt, der sündigt ja nicht, sagt 1Joh 3,6. Es nötigt uns aber immer noch die Entscheidung ab, "in ihm" zu bleiben. Das heißt ja, daß wir unsere Entscheidungen so abwägen sollen, wie es der Herr Jesus auch getan hätte. Und unser Benehmen sollte unserem Vorbild Jesus ähnlicher werden.
Damit ist unsere neue Kreatur und deren Wachstum auch dem Willensakt unterworfen ?
Und die Freieheit, so zu leben, wie wir das wollen, läßt uns Gott ja nach wie vor. Er wird uns ja nicht zwingen, in ihm zu bleiben ?
Und wenn wir uns entscheiden, ganz anders zu leben, wie es der Herr Jesus es will, dann besteht ja, trotz unserer Wiedergeburt eigentlich keine Notwendigkeit, den Menschen in die neue Schöpfung zu holen ?
Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.