Ok, dazu ist meine simple Antwort. Nein! Es geht in der Nächstenliebe um ein direktes bzw. unmittelbares Handeln an meinem Nächsten und nicht um ein System. Es gibt auch keine Person "Staat".
Zu den Flüchtlingen meine ich, dass diese zwar arm sind, also nicht viel bei sich haben, wenn sie bei uns ankommen, sie sind aber nicht alle arbeitsunfähig. Ich würde sie erstversorgen und dann für ihren weiteren Aufenthalt arbeiten lassen. Dass wir das alles nur mit Unterkunft und Sozialgeld abwicklen, ist ein Systemfehler.
Darum hat es auch mit Nächstenliebe nicht zwingend etwas zu tun. Unser Sozialsystem basiert m.E. zwar auf Errungenschaften aus Zeiten, in denen christliche Werte noch einen Stellenwert in der Gesellschaft hatten, was heut nicht mehr der Fall ist.
Die Sozialpolitik wurde sukzessive entchristlicht und zu einem Versorgungs- und Rechtssytem umfunktioniert, daher hat es keinen direkten Bezug mehr zur Nächstenliebe. Doch siehst du dir Saudi Arabien an, dann bist du froh bei uns als Fremder leben zu dürfen.
Sozialeistungen dienen dem Ausgleich und nicht der Versorgung. Man hat darauf also vor Gott keinen Rechtsanspuch, was die Sozialisten aber daraus gemacht haben. Hingegen sind Notleistungen biblisch geboten, nur kann man diese nicht budgetieren, weil man nicht weiß welche Not wie und wann zuschlagen wird.
Da kann man nur zupacken und mithelfen, ein jeder wie er kann. Es gibt ja nicht nur Flüchtlingskrisen, sondern auch Lawinen-, Erdbeben-, Hochwasserkatastrophen, Vulkanausbrüche, Tornados, Tsunamis, Seuchen, Epedemien, Hungersnöte und weiß Gott noch alles, womit er uns noch herausfordert. Nun die Frage. Kannst du alles abdecken? Ich nicht.
Diese Fokusierung auf eine Sache ist halt auch eine zeitgenössische Propagandamethode der Medien und Politik. Mich kriegt man so aber nicht, sondern ich lerne zu unterscheiden, wer mein Nächster ist und wer nicht indem mich der HG leitet.