Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

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Johncom
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Johncom »

Philippus hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 21:43 Und warum ist es völlig in Ordnung, im Krieg anderen Soldaten Arme und Beine abzuschießen, aber zu rauchen ist ein großes antichristliches Verbrechen?
Ich denke immer, dass Kirchen, auch kleine, gewisse Pflichten haben gegenüber den Regierungen, staatlichen Befehlen nicht in die Quere zu kommen. Der große Theologe Eugen Drewermann äußert sich extrem empört darüber, dass dieses Massenmorden immer noch vollzogen wird. Rückblickend auf die Geschichte, soweit bekannt, waren Mönche meistens vom Kriegsdienst befreit.

Ist rauchen ist ein antichristliches Verbrechen? Fasten von allen Genussmitteln, auch Fleisch, das war immer eine Disziplin, man opfert ja etwas Begehrlichem. Laut Jesus wäre es zu vermeiden, seine Opfer zur Schau zu tragen.

Sich selber als besonders Gottfromm darstellen, das kann auch in dieser Art Straßenmission zweischneidig sein.
Aber ich finde es gut, wenn sowas gemacht wird. Wenn man sich wohlwollend austauscht, was haben wir gemeinsam, wo bin ich anderer Meinung. Diejenigen, die das machen, wollen vielleicht auch mal zuhören und dazulernen? Wenn sie zu rechthaberisch auftreten, kommt nichts rüber.
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Magdalena61
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Magdalena61 »

Helmuth hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 18:05 Setzen wir die Bezeichnung „Namenschrist“ für solche, die sich zwar als Christ bezeichnen, aber nach biblischem Verständnis keine Neugeburt im Sinne Jesu gem. Joh. 3:3 durchlaufen haben.
Woran willst du das festmachen, ob jemand von Jesus erkannt ist?

Wenn er dieselbe Glaubenssprache spricht wie du?

Mir kommen meine beiden Großmütter in den Sinn. Die waren beide gläubig (katholisch), und sie sind auch zur Kirche gegangen, so lange sie es konnten. Aber Bibeldiskussionen hätte man nicht mit ihnen führen können.

Und selbst, wenn eindeutig ersichtlich wäre, dass jemand nicht weiß, was er glaubt, warum er glaubt und so weiter... dann kann man den Leuten doch nicht mit der Keule kommen, aus einer sündigen Überheblichkeit heraus. Es gibt ja Gründe, warum die Leute nicht weitergekommen sind im Glauben. Diese gilt es herauszufinden.

Meiner Einschätzung nach ist ein "Namenschrist" entweder gar kein Christ (nie gewesen!) oder ein verlorenes Schaf.

Die Art, wie auf der verlinkten Seite von Namenschristen gesprochen wird, gefällt mir definitv besser als Scharia auf "christlich":
Namens-Christen: «Sie fehlen in unseren Kirchen»
LG
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Helmuth
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Helmuth »

Magdalena61 hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 01:57 Woran willst du das festmachen, ob jemand von Jesus erkannt ist?
Ich stelle nicht fest, ob er von Jesus erkannt ist, das ja nur er allein feststellen kann, sondern ob er für mich als Bruder gelten kann und das wieder kann nur meine Entscheidung sein und nicht die des Herrn. Wie ich gesagt habe, geht es darum, wie ich mich in eine solche Beziehung einordnen soll.

Es kann in der Tat (m)ein Bruder sein, aber sein Lebenswandel könnte z.B. auch einen Hindernisgrund darstellen. Und falls er auch kein klares Bekenntnis ablegen kann, so muss ich mich fragen, ob wir dann z.B. wirklich gemeinsam beten können oder betet er etwas an, von dem er gar nicht weiß, was es wirklich ist:
Joh 4,22 hat geschrieben: Ihr betet an und wisst nicht, was; wir beten an und wissen, was; denn das Heil ist aus den Juden.
Ich wiederhole nochmals, dass ich niemand richte, aber ich muss mit meinem Gewissen klarkommen, ob er für mch ein Bruder ist und sich auch etwas sagen lässt, oder ein Mitmensch, der erst Erlösung braucht. Dazu reicht die eine Frage wie er zur Botschaft vom Kreuz steht, denn daran scheiden sich die Geister, wie es schon Paulus formuliert hat:
1. Kor 1,18 hat geschrieben: Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft.
Für einen echten Christen kann es in der Frage kein Straucheln bzw. keine Unsicherheit geben, sonst hat er diese Botschaft noch gar nicht angenommen und sie in seinem Herzen festgemacht. In den allermeisten Fällen erhalte ich so meine Antwort.

Nennt er sich trotzdem Christ, obwohl er zu dieser Botschaft nicht steht, dann sei das seine Haltung, doch in aller Regel erkennt man auch am Wandel, das da was nicht stimmt. Ich habe einen Schulkollegen, den ich regelmäßig treffe, auf den das gänzlich zutrifft. Dabei ist er in seiner Pfarre aktives MItglied.
Magdalena61 hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 01:57 Mir kommen meine beiden Großmütter in den Sinn. Die waren beide gläubig(katholisch), und sie sind auch zur Kirche gegangen, so lange sie es konnten. Aber Bibeldiskussionen hätte man nicht mit ihnen führen können.
Das ist wohl auch ein Kennzeichen, aber mehr eine Folge, da für sie das Wort Gottes nicht den Stellenwert hat wie für dich oder mich. Aber so spürt man schon, ja hallo, da hat's was! Darum stelle ich an einem gewissen Punkt, wie es der Heilige Geist führt, die Frage aller Fragen: "Wer ist Jesus für dich? Was bedeutet das Kreuz für dich?"
Magdalena61 hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 01:57 Meiner Einschätzung nach ist ein "Namenschrist" entweder gar kein Christ (nie gewesen!) oder ein verlorenes Schaf.
So gilt das auch für mich. Die Vorgeschichte spielt dazu keine Rolle. So ist auch egal, ob er einer Kirche angehört oder nicht, weil seine Eltern vielleicht sogar echte Christen und nicht bloß Namensträger waren und ihn entsprechend erzogen haben. Es wird aber in die Gemeinschaft Gottes deswegen kein Mensch nur aufgrund seiner Geburt oder Abstammung hineingeboren:
Joh 1,13 hat geschrieben: Die nicht aus Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Diese Geburt kann nur von Gott selbst erfolgen und Jesus nennt es die Neugeburt im Geist. All diese Dinge versteht ein Namenschrist gar nicht, weil er das an sich noch gar nicht erlebt hat bzw. das Evangelium sogar abweist.

Doch in der Sache können wir durch die Mission Jesu Menschen auf den Weg bringen. Unser Anteil daran ist und bleibt die Verkündigung seines schlichten, aber wirkungsvollen Evangeliums und nichts anderes. Dann überlassen wir den Hörern die Entscheidung, wie sie sich dazu stellen wollen. Einige nehmen es an, viele lehnen es weiter ab.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Oleander
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Oleander »

Helmuth hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 04:46 .....ob er für mch ein Bruder ist und sich auch etwas sagen lässt, oder ein Mitmensch, der erst Erlösung braucht.
Dazu reicht die eine Frage wie er zur Botschaft vom Kreuz steht,
Markus 3
33 Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter und meine Brüder? 
34 Und er sah ringsum auf die, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder! 
35 Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.
Da war von einer "Kreuzesbotschaft"(Erlösungstat) noch nicht mal die Rede.

Bei dir scheint es wohl ein besonderes Kriterium zu sein, dass jemand das öffentlich bekennt, dass Jesus für ihn am Kreuz gestorben ist, um dass er für dich als "wahrer" Bruder gilt?
Oder so: Nur wenn er erlöst ist, ist er dir Bruder? :denken:
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Oleander
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Oleander »

Magdalena61 hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 01:57 Mir kommen meine beiden Großmütter in den Sinn. Die waren beide gläubig(katholisch), und sie sind auch zur Kirche gegangen, so lange sie es konnten.
Aber Bibeldiskussionen hätte man nicht mit ihnen führen können.
Es ist vielleicht nicht jedermanns Sache , diskutieren zu wollen.

Weißt du vielleicht noch, ob sie trotzdem in der Bibel gelesen hatten?
Vielleicht ists auch so, dass sie sich einfach auf Predigten in der Kirche konzentrierten und daraus lernten oder so...? :denken:
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Lena
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Lena »

Man muss sich über die Konsequenzen im klaren sein:
Mat. 7,1.2 hat geschrieben:Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn wie ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden;
und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.
Joh. 7,24 hat geschrieben: Richtet nicht nach dem, was vor Augen ist, sondern richtet gerecht.
Der uns am Ende der Zeit richten wird, der gerechte Richter, sagte in seiner Menschwerdung:
Joh. 8,15 hat geschrieben: Ihr richtet nach dem Fleisch, ich richte niemand.
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Magdalena61
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Magdalena61 »

Oleander hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 13:18 Weißt du vielleicht noch, ob sie trotzdem in der Bibel gelesen hatten?
... haben sie nicht.

Ein privater Umgang mit der Bibel war damals nicht üblich. Die Frage ist halt auch: Wie viel individuelle "Bibellese" ist erforderlich-- ? In der Messe wird ein Ausschnitt aus dem Wort Gottes vorgelesen; das nennt man Lesung.

Ob die Mutter meines Vaters noch irgendwelche anderen Schriften hatte, ist mir nicht bekannt. Ein Gesangbuch wird sie wohl gehabt haben, ja, hatte sie... da stehen auch viele Texte und Gebete drin.
Bei der anderen Großmutter weiß ich es sicher, dass sie eines hatte, welches sie auch engagiert benützte, dazu hatte sie noch andere Bücher mit Gebeten; sie hielt jeden Tag in der Küche eine Andacht und betete... und als sie nicht mehr live die Kirche aufsuchen konnte, weil das Gehen zu beschwerlich geworden war, schaltete sie am Sonntagmorgen den Fernseher ein und nahm auf diese Art an der Messe teil. Aber nur an den katholischen Messen. :)

Das war auf jeden Fall mehr an Engagement, als mir Jahre später ein Freikirchler "bekannte", der meinte, was am Sonntag in der Gemeinde aus der Bibel verlesen wird... und dann hatte er noch irgendeinen Abreißkalender oder so etwas Ähnliches, mit einem oder zwei Bibelversen pro Tag... das würde ihm reichen. Er war aber ein engagierter Christ, mehr oder weniger jeden Sonntag im Gottesdienst und füllte eine leitende Funktion in der Gemeinde aus.

Daran, ob jemand "in der Bibel liest", kann man den Status "Namenschrist" oder "Bruder/Schwester" nicht festmachen, denke ich. Es kommt wohl eher auf die Werke an, auf das Gesamtpaket. Die Werke offenbaren, wes Geistes Kind jemand ist.

Beide Großväter nahmen es mit der Treue nicht so ganz ernst. Der Schwabe soll sogar ein uneheliches Kind gehabt haben mit einer Frau; darüber "sprach man nicht"... nach dem Tod beider Großeltern väterlicherseits habe ich nur anläßlich des Erbes davon erfahren.
Der andere machte fremden Frauen mindestens "schöne Augen". Die Ehefrauen harrten aus und sorgten für ihren Mann: Es mag ihnen nicht immer leicht gefallen sein; beide Großväter waren nicht sonderlich freundlich zu ihren Frauen.
Eine solche Treue ist gelebter Glaube und meiner Meinung nach gerade so viel "wert" wie das persönliche Studium der Schrift.
LG
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Hoger
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Hoger »

Helmuth hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 04:46 Ich stelle nicht fest, ob er von Jesus erkannt ist, das ja nur er allein feststellen kann, sondern ob er für mich als Bruder gelten kann und das wieder kann nur meine Entscheidung sein und nicht die des Herrn.
Ja, das ist das Kreuz mit der Unterscheidung in wahre Christen und Namenschristen = denn es ist immer die eigene Einschätzung, die auf der persönlichen Wahrnehmung beruht.

Ihr Bibelversteher (also du, kingdom,abischal usw) die ihr aufblüht wenn ihr anderen schreiben könnt dass ihre Glaubenvorstellungen und ihr Glaubensleben nicht dem entspricht was ihr als "wahr" aus der Bibel herauslest = habt für mich nur den Namen "Christ" ursupiert = wie die ganze protestantische Bewegung.

Und wenn ich mir anschaue was du über dein Sozialverhalten schreibst
Dass dein Sohn sich anscheinend für dein Äußeres schämt, dass du gar nicht einsiehst, warum deine Kleidung zur Vorstellung der anderen passen soll, deine kernigen Gesprächswiedergaben die anscheinend gut zum Stammtisch passen...

Woran erkennt man dein Christsein - deine Nachfolge?

Wo bist du ein "echter Christ" und kein Namenschrist = der ich bei dir ja sofort gewesen bin und so hast du mich auch schon angeschrieben
Die segnende Seele wird fettgemacht - und wer tränkt wird selber getränkt / Spr 11,25
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Hoger
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Hoger »

Magdalena61 hat geschrieben: Do 28. Aug 2025, 16:42 Ein privater Umgang mit der Bibel war damals nicht üblich. Die Frage ist halt auch: Wie viel individuelle "Bibellese" ist erforderlich-- ? In der Messe wird ein Ausschnitt aus dem Wort Gottes vorgelesen; das nennt man Lesung.
Die ganze Messe besteht aus den Texten der Heiligen Schrift - und wenn man die Lesungen aus dem AT, den Briefen und dem Evangelium dazu nimmt, dann ist hier schon ganz viel Bibel zu innerlichen wiederholen und bedenken.
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Abischai
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Re: Darf man zwischen Christen und Namenschristen unterscheiden?

Beitrag von Abischai »

Hoger hat geschrieben: Mi 27. Aug 2025, 22:12 Woran erkennen denn Andere das du dich zu Jesus bekannt hast und ihm folgst?
Jemand, der den Heiligen Geist Gottes nicht empfangen hat, wird das von sich aus nicht erkennen können. Aber der Herr Jesus hat ein Merkmal bestimmt woran sogar die Welt das erkennen kann, nämlich daß "ihr" Liebe untereinander habt. Mit "ihr" sind wir gemeint, ich, und je nach dem auch Du.

Aber Du stets mit Deiner Lieblingsformel "Feindbild", läufst thematisch irgendwo im Leeren herum.
Wenn Gott sagt was böse und greulich ist, dann ist das so, und ich wäre ein übler Heuchler, wenn ich so täte als wüßte ich das nicht und böses gut und gutes böse nannte.

Wenn man einen Gegenstand, auch wenn es die Bibel ist, prozessiert (herumträgt) ist das kein Dienst am Wort Gottes, sondern es ist Show, es ist Götzendienst. Wenn man gern eine Bibel zur Schau trägt, mag das in Ordnung sein, nicht aber, wenn man damit irgendwelche "Notwendigkeiten" begründet, das ist nämlich dann der Götzendienst, eine fremde Begeisterung entfachen, die Gott nicht geboten hat, es heißt auch "fremdes Feuer vor JHWH bringen". Nadab und Abihu haben das auch getan und schieden infolge dessen nur all zu schnell von uns.
Meine Hilfe kommt von Jahweh, der Himmel und Erde gemacht hat. [Ps 121;2]
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