Ja, ich weiß ... das Thema "Liebe" ist allgemein, auch unter Christen, ziemlich "ausgeleiert". Weil jeder etwas anderes darunter versteht. Und wenn man sich unter diesem Aspekt umschaut unter den Jesusnachfolgern, dann kann man meist nur sehr schwer erkennen, wer nun wirklich Jesus Jünger ist.Joh.13,34-35
34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.
35 Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.
Ich habe darüber nachgedacht, warum das so ist.
Dabei ist mir ein Punkt aufgefallen, der allgemein unter den "Bekennern" dominiert und auch im Forum deutlich erkennbar ist. Das ist die Suche nach dem Negativen ... bei "den Anderen".
Jesus hat dazu aufgefordert, das Evangelium (Frohe Botschaft) zu verkündigen.
Die Botschaft ist positiv. Sie stellt etwas Gutes vor, welches das Böse in den Schatten stellt.
Wenn ich mich so umschaue, welche Botschaften die einzelnen Gemeinschaften zusammenhalten, dann sind die Botschaften, was man "nicht darf" oder die (vermeintlich) ins Verderben führen viel dominanter, als die Botschaften welche die Freude, Liebe... etc. Galater 5,22-23 ausstrahlen.
Jesus hat sogar das Gebot der Liebe als Zusammenfassung aller Gebote bezeichnet, Matth.22,36-40.
Wenn man genau über seine Worte nachdenkt, sind die anderen Gebote nur untergeordnet gültig - wenn sie durch die Liebe (welche Jesus vorgelebt hat) autorisiert sind.
Wo kann man in unseren Gemeinschaften ... zB hier im Forum, diese Merkmale der Liebe erkennen?
Wenn ich mir das so anschaue, lese ich hundertmal Gebote, die aufzählen und betonen, was man alles nicht darf und was "nicht richtig" bei "den Anderen" ist - indem man das, was man selbst für richtig befindet, als Vorbild für alle anderen darstellt. Das Gebot der Liebe, welche den Frieden und die Jüngerschaft zu Jesus sichtbar macht, kommt dabei nur sehr spärlich zum Vorschein.
Ich denke, darum ist es nicht verwunderlich, dass irgendeine Einigkeit (in der Liebe Christi) nicht wirklich erkennbar ist. So dass im Grunde die Christen eher entzweit und zerstritten wirken.
Was kann man (du/ich) dazu tun - dass die Liebe Christi in unseren Botschaften zueinander und nach außen heller strahlt als das, was trennt?
Wie kann man die "frohe Botschaft" so vorleben und benennen, dass sie (auch ohne die Aufzählungen, die alle dagegen sprechen) dass das Negative dadurch so in den Schatten gestellt wird, dass man es gar nicht mehr erwähnen muss?
Wie kann man Liebe (vor-)leben, so dass die Botschaft von Jesus heller strahlt, als die Verbote ... ohne dass man dem Ganzen erst ein Etikett "Liebe" draufkleben muss, damit sie überhaupt erkennbar ist?