Die Bibel betend lesen

Rund um Bibel und Glaube
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Hoger
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Die Bibel betend lesen

Beitrag von Hoger »

Die Juden damals und heute haben die Psalmen und einige wichtige Gesänge und Texte des AT in ihrer Gebetspraxis. Es sind drei Gebetszeiten, morgen mittag und abend - jeweils etwas 20 minuten
Die Frühen Christen sind dem nachgefolgt und es entstanden die Stundengebete.
Alle sakramentalen Kirchen - also die RKK, die anglikanische Hochkirche, die orthodoxen und alt-orientalischen Kirchen verwenden diese Gebetspraxis - auch für Laien. Ebenso die Lutherische Kirche. Es gab immer wieder Bestrebungen innerhalb des lutherisch-pietistischen Raumes und seit etwa 150 Jahren in den verschiedenen lutherischen hochkirchlichen Bewegungen, wie der Michaelisbruderschaft, dem Berneucher Kreis.
Dessen Stundengebet soll in den lutherischen Kirchen nicht nur verbreitet sondern auch in verschiedenen Gemeinden gemeinsam und allein gebetet werden
Und da es auf alles katholische verzichtet: Maria, die Heiligen und die katholischen Feste - soll es auch im freikirchlichen Bereich Anklang haben

http://tagzeitengebete.de/mobil/index.php

Es sind vier Zeiten am Tag, wo man sich auf (immer andere) Psalmen, (immer andere) Schriftlesungen und Gebetstexte einlassen kann.

Ich halte diese Form der Bibellese für intensiver und gewinnbringender als die verstandesmäßige Bearbeitung und Auslegung zur Erstellung einer Lehre

Wer Lust hat, kann sich ja gern mal ein paar Tage darauf einlassen. (Im "Stillen Gebet" ist auch viel Raum für das "freie Gebet" - das sollte man natürlich nicht ausklammern)
Christus, der menschgewordene Sohn Gottes, ist das vollkommene, unübertreffbare, eingeborene Wort des Vaters. In ihm sagt der Vater alles, und es wird kein anderes Wort geben als dieses (Katechismus der RKK Nr. 65)
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Abischai
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Re: Die Bibel betend lesen

Beitrag von Abischai »

Bis auf Dein stetes "einlassen", ist das sehr gut, nur im Alltag schwer einzuordnen, das muß gehörig angepaßt werden, jeder hat die Zeiten am Tage, da er sich auch Zeit nehmen kann und die Ruhe hat. Einlassen ist m.E. der falsche Begriff, man läßt sich auf etwas unsicheres ein. Gebete sind etwas, was ich aktiv tue, das hebe ich an, das ist "mein" Gebet, daran ist nichts unsicher, worauf ich mich "einlassen" müßte. (Gott ist es, der sich auf unsereinen einläßt.)
Ich habe habe das seit einiger Zeit so, daß ich jeden morgen 1h Zeit extra einräume, das erste am Tage. Ich setze mich mit einem Tee auf die Couch und lese in der Schrift und das eben vornehmlich in den Psalmen. Und ich bete für meine Familie und wen der Herr mir sonst noch so "aufs Herz legt". Bei Lesen ist dann ein einziger Psalm (also das Kapitel), was ich mehrfach lese, weil ich immer wieder gedanklich abgelenkt werde und ab der Hälfte merke, daß ich das zwar mit den Augen gelesen habe, aber gar nicht mehr weiß, was ich da gelesen habe, also noch mal von vorn! Oft geschieht es dann, daß der Herr zu mir spricht, also daß mir die Bedeutung des Wortes für mich gerade jetzt und heute überwältigend eindrücklich bewußt wird. Das ist unbeschreiblich. Der Herr Jesus redet mit mir! Das sind dann u.a. Hinweise, wie genau ich mich verhalten und was genau ich "glauben" soll (in dieser speziellen Situation).
Ich folge da also keiner Tradition, sondern das ist aus der Not geboren, und der Anfang des Tages gehört dem Herrn (bei mir ist das so). Das war nicht immer so, aber wenn es einem gutgeht, sieht man das nicht unbedingt als wichtig an.
Meine Hilfe kommt von Jahweh, der Himmel und Erde gemacht hat. [Ps 121;2]
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Hoger
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Re: Die Bibel betend lesen

Beitrag von Hoger »

Abischai hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 16:12 Bis auf Dein stetes "einlassen", ist das sehr gut...Einlassen ist m.E. der falsche Begriff, man läßt sich auf etwas unsicheres ein. Gebete sind etwas, was ich aktiv tue, das hebe ich an, das ist "mein" Gebet, daran ist nichts unsicher, worauf ich mich "einlassen" müßte.
Es hat etwas mit geistiger Reife zu tun, wenn man den anderem einfach mal Raum gibt und nicht immer sofort dagegen schreibt

Der Thread heißt "Die Bibel betend lesen" und ich schreibe von den Gebetszeiten der Juden und der Christen und bleibe immer bei der Heiligen Schrift und verlinke dahin wo es die Heilige Schrift als Tagzeitengebet verlinkt ist.

Wie kommst darauf, dass die Bibel etwas "unsicheres" sei, oder ich andere auffordere sich auf etwas "unsicheres" einzulassen? Gehst du von dir aus? Hast du Schwierigkeiten dich auf etwas einzulassen? Das hat dann aber nichts mit meinem Text zu tun
Abischai hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 16:12 Bei Lesen ist dann ein einziger Psalm (also das Kapitel), was ich mehrfach lese, weil ich immer wieder gedanklich abgelenkt werde und ab der Hälfte merke, daß ich das zwar mit den Augen gelesen habe, aber gar nicht mehr weiß, was ich da gelesen habe, also noch mal von vorn! Oft geschieht es dann, daß der Herr zu mir spricht, also daß mir die Bedeutung des Wortes für mich gerade jetzt und heute überwältigend eindrücklich bewußt wird. Das ist unbeschreiblich. Der Herr Jesus redet mit mir! Das sind dann u.a. Hinweise, wie genau ich mich verhalten und was genau ich "glauben" soll (in dieser speziellen Situation).
Ich verwende die Bibel - auch die Psalmen - nicht als Orakel, wo eine innere Stimme mir erzählt wie ich mein Leben leben soll.
Ich finde so einen Umgang wirklich furchtbar und nicht fruchtbar

Mit dem "Einstimmen" und "einlassen" auf die Heilige Schrift ist dieses umformen der Seele gemeint, dieses stetige Aufnehmen von Gottes Wort ohne persönlichen Einfluss. Lese mal ein paar Tage den Psalter, ohne ihn auf dich beziehen zu wollen, sondern lass dich von der Bibel formen - du lässt dich nicht auf etwas "unsicheres" ein. Wirklich nicht

Und es wird seit Jahrhunderten im Christentum, in allen Kirchen praktiziert und gilt als ein Weg der Heiligung. Mit mir hat das nix zu tun
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Hoger
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Re: Die Bibel betend lesen

Beitrag von Hoger »

Ich weiß dass dieses Angebot "Kirchlich" ist und die meißten User auf diesem Forum mit dieser Gebetsform nicht vertraut sind - oder sie gar ablehnen.

Hier geht es wirklich nur darum, sich das mal anzuschauen und (vielleicht) sich mal darauf einzulassen.

Über Erfahrungen darüber würde ich mich freuen.
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Magdalena61
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Re: Die Bibel betend lesen

Beitrag von Magdalena61 »

Es sind ziemlich viele Texte aus der Bibel enthalten. Sehr gut.
Den Dienstag habe ich gelesen... das kann man schon machen, wenn man die Zeit dafür hat und das Herz mit dabei ist, womit gemeint ist: Die Aufmerksamkeit sollte erhalten bleiben, wenn man das langfristig macht.

Woran mein Auge "hängen blieb" beim Lesen:

Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre.
(Vesper, Schriftlesung- Abendlesung)

Wann fängst du damit an, hier im Forum? :)
Ich halte diese Form der Bibellese für intensiver und gewinnbringender als die verstandesmäßige Bearbeitung und Auslegung zur Erstellung einer Lehre
Ein Kind Gottes, das in der Bibel liest, tut das doch nicht in der Absicht, eine Lehre zu erstellen. Man möchte das Wort Gottes ergründen, auch an sich heranlassen... weil es gut tut. Und weil der HERR öfter mal durch sein Wort mit den Menschen kommuniziert.
Wenn das vorkommt, dann ist das etwas Besonderes.

Natürlich kann Gott auch durch die Bibeltexte in den Tagzeitgebeten "sprechen". Ich würde aber dennoch gerne dazu ermutigen, die Bibel aufzuschlagen und einfach einmal ein Stück zu lesen.

Wenn man nicht weiß, wo man anfangen soll, ist es nützlich, "Andachten für jeden Tag" zu verwenden... da gibt es viele... in Buchform
Auf dein Wort (Spurgeon)

Licht für den Weg (MacDonald)

Diese beiden hatte ich über Jahre hinweg in Gebrauch. Sie sind Werkzeuge Gottes. Ich habe zwar noch mehr solcher Bücher, aber diese beiden sind meine Favoriten.

... oder im Internet ... ich meine solche, die einen Bibelvers zitieren und dann einige Worte dazu schreiben. Wenn man den Vers nachschlägt, kann es nämlich sein, dass man etwas findet, das man gar nicht gesucht hat... etwas, das Gott mitteilen möchte.

Wow, die beiden Bücher gibt es auch online, als pdf- Datei:

Auf dein Wort

Licht für den Weg

Wie ich so ein wenig hineinschaue, finde ich sie wieder... einfach Klasse.

Abischai, kennst du die schon?

Gott hat durch diese Bücher ziemlich oft in mein Leben gesprochen. Aus dem Buch von WilliamMacDonald hatte ich bei cx auch öfter zitiert- abgetippt-, z.B. aus dem Text für den 31. Januar.
LG
God bless you all for what you all have done for me.
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Hoger
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Re: Die Bibel betend lesen

Beitrag von Hoger »

Ja, ohne persönliche spitze geht's halt nicht, die eigene Moral will sich zeigen

Dein Text zeigt, dass dir das Thema fremd ist
Du bringst Kommentare und Auslegungen (also Lehre) für jeden Tag.

Die stundenbücher bestehen nur aus den Texten der Bibel - sind also reine rezitationen. Ohne Lehre und Auslegung

Hier geht es um die reine Aufnahme der heiligen Schrift - nicht um Lehre, Auslegung und Bewertung
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Lena
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Re: Die Bibel betend lesen

Beitrag von Lena »

Warum tun wir das nicht?

Ich habe Unmengen von Informationen über die Bibel in mich aufgenommen.
Die Bibel wäre doch die reinste Quelle.

Die Bibel ist das Wort das uns zum lebendigen Wasser führen soll, zur Hauptperson der 66 Schriften.
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Abischai
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Re: Die Bibel betend lesen

Beitrag von Abischai »

Magdalena61 hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 00:47 Abischai, kennst du die schon?
Nein, davon habe ich noch nicht gehört. Aber ich lese in letzer Zeit sehr wenig, Sekundär-Lektüre kommt da noch schlechter weg. Ich lese nur Bibel, nicht mal eine Zeitschrift oder so. Vielleicht sollte ich ja wieder mal... Aber im Moment sind nicht die Tage für soetwas. Ein Bruder sandte mir einige Zeit lang per Telegramm immer mal die aktuellen Tagesandachten von Richard Wurmbrandt, das war richtig gut.
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Hoger
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Re: Die Bibel betend lesen

Beitrag von Hoger »

Abischai hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 20:51 Ich lese nur Bibel,
das scheint aber nicht sehr viel zu sein - oder?
Abischai hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 20:51 Ich habe habe das seit einiger Zeit so, daß ich jeden morgen 1h Zeit extra einräume, das erste am Tage. Ich setze mich mit einem Tee auf die Couch und lese in der Schrift und das eben vornehmlich in den Psalmen. Und ich bete für meine Familie und wen der Herr mir sonst noch so "aufs Herz legt". Bei Lesen ist dann ein einziger Psalm (also das Kapitel), was ich mehrfach lese, weil ich immer wieder gedanklich abgelenkt werde
Einen Psalm immer wieder weil du dich nicht konzentrieren kannst und vorher und nachher Gebetszeit

Ich kniee erstmal am Morgen vor Gott, meinem Herrn....du setzt dich mit einem Tee auf die Couch
Ach Abischai, wir haben wirklich ein völlig unterschiedlichen Umgang mit Bibel und Gebet
Christus, der menschgewordene Sohn Gottes, ist das vollkommene, unübertreffbare, eingeborene Wort des Vaters. In ihm sagt der Vater alles, und es wird kein anderes Wort geben als dieses (Katechismus der RKK Nr. 65)
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Magdalena61
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Re: Die Bibel betend lesen

Beitrag von Magdalena61 »

Hoger hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 08:32 Ja, ohne persönliche spitze geht's halt nicht, die eigene Moral will sich zeigen
Wenn du die Texte auf dich wirken lässt... sollten sie ja eigentlich etwas be- wirken. Hattest du den Dienstag nicht gelesen?

Aus Röm. 2: Der du nun einen anderen lehrst, du lehrst dich selbst nicht? ... Der du dich des Gesetzes rühmst, du verunehrst Gott durch die Übertretung des Gesetzes? Denn »der Name Gottes wird euretwegen unter den Nationen gelästert«, wie geschrieben steht. Denn Beschneidung ist wohl nütze, wenn du das Gesetz befolgst; wenn du aber ein Gesetzesübertreter bist, so ist deine Beschneidung Unbeschnittensein geworden. 

... das kannst du auch mal auf dich wirken lassen.
Dein Text zeigt, dass dir das Thema fremd ist
Was du nicht alles meinst zu wissen. :)
Du bringst Kommentare und Auslegungen (also Lehre) für jeden Tag.
Die Tagzeitengebete sind auch für jeden Tag.
Die stundenbücher bestehen nur aus den Texten der Bibel - sind also reine rezitationen. Ohne Lehre und Auslegung
Plus Lieder und Gebete. Fürbitte, Tagesgebet... Vita... -- die Texte sind gut, die Gebete sind es auch... da hat sich jemand viel Mühe gegeben.
Hier geht es um die reine Aufnahme der heiligen Schrift - nicht um Lehre, Auslegung und Bewertung
Auslegung, ja... um die Bibeltexte besser zu verstehen, durch Lehrer, die definitiv von Gott berufen wurden, um die Herde zu weiden.
God bless you all for what you all have done for me.
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