Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

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Magdalena61
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Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Magdalena61 »

Helmuth hat geschrieben: Fr 6. Feb 2026, 07:28 Wir sollten daher auch nichts anderes predigen als Jesus uns beauftragt. Nichts anderes! Ich werde mir mal vorknöpfen zu untersuchen in welchem Verhältnis zwischen Frohbotschaft und Drohbotschaft Jesus gepredigt hatte. Mein Verdacht liegt schon länger bei der Drohbotschaft und ich kann mir auch vorstellen warum dem so wäre.

Eine Medaille hat zwei Seiten und eine davon nicht zu prägen oder sie abzuschleifen macht die Münze ungültig. Dieses Gleichnis ausgelegt bedeutet die Verkündigung eines falschen Evangeliums, denn es ist ebenfalls nicht einseitig. Schon dieser eine Satz aus Jesu Mund enthält zwei Botschaften:
Mk 1,15 hat geschrieben: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium.
Den Adressaten musste Jesus nicht erklären, was "Buße" ist: Sinnesänderung, Umkehr. Sie wußten es. Die Ansage ging nicht an Heiden.

Wenn jemand umkehrt, bedeutet das einen Richtungswechsel, idologisch und überhaupt. Umkehren setzt voraus, dass man zuvor einen Weg eingeschlagen und ein bestimmtes Terrain verlassen hatte. "Umkehr" wohin?
Dahin, wo man hergekommen war?
Im Fall der Pharisäer und Schriftgelehrten und deren Anhänger trifft das zu.

Wenn man nicht (um 180 Grad) "umkehrt", nimmt man bestenfalls eine Richtungsänderung vor; einen Spurwechsel.

Aber Heiden, die noch nie eine ernsthafte Begegnung mit Gott hatten und auch nicht in den Schriften bewandert sind... die können und sollen natürlich auch einen Richtungswechsel vornehmen... dafür sind Einsicht und Verständnis erforderlich, doch "Umkehr" passt da nicht wirklich, denn sie sollen ja nicht in ein nichtiges Leben der toten Werke zurück "umkehren".
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Magdalena61
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Magdalena61 »

Hier habe ich eine Definition des Begriffes "Buße" gefunden:
Die volle, buchstäbliche Bedeutung des Wortes ‘Buße tun’ im neuen Testament ist „Reue und Selbstvorwürfe wegen seiner eigenen Sünden gegen Gott empfinden; zerknirscht sein; bedauern; die Richtung ändern wollen“.
Quelle
Und die Frage für Jünger Jesu, an der sich u.a. entscheidet, ob sie ihrem Herrn gehorsam sind oder nicht, bzw. ob sie den Willen Jesu überhaupt erkennen und bereit sind, ihn zu tun, ist: "Wie kommen wir dahin, das unsere Zielgruppe nachdenklich wird, dass sie überhaupt dazu bereit wird, sich auf das Thema einzulassen?"

Ganz bestimmt nicht, indem man Nichtchristen an den Kopf knallt: "Wenn du nicht Buße tust, kommst du in die Hölle!"
Nehmt ihr es extremistisch- fanatisch geprägten Muslimen ab, dass alle, die nicht dem Islam huldigen, "Ungläubige" sind, die in die Hölle kommen werden? (Und dass man sie deshalb wahllos töten darf?)
So ungefähr wirkt die "Bibelkeule": ich predige Gericht auf das Publikum.

Das ist, in der Tat, etwas problematisch. Weil wir ja wissen, dass der Tag des HERRN kommen wird.

Jesus sagt, es kann nur einer zu Ihm kommen, wenn der Vater "zieht". Das bedeutet: Ohne enge; engste! Zusammenarbeit mit dem Geist Gottes werden wir nur zerstören, anstatt aufzubauen und Menschen für das Leben zu gewinnen.

Nicht jeder, der den Einsatz von "Bibelkeulen" anprangert, ist ein Verstockter, ein Götzendiener, ein Kind des Satans. Da spricht ein Mensch, oftmals ist das jemand, der sich viele Gedanken gemacht hat. Von "entschiedenen Atheisten", die für sich mit dem Kapitel "Gott und Glaube" abgeschlossen haben, rede ich hier nicht. Aber mit solchen muss man auch nicht lange diskutieren, und die Gerichtsformel würde sie nur noch mehr verhärten.
Es gibt andere "Argumente", die man solchen Zeitgenossen mit auf den Weg geben kann.

Das Mindeste ist doch, dass wir die Proteste ernst nehmen. Auch dann, wenn der Urheber derselben unseren Glauben nicht teilt. Wie will man denn sonst ins Gespräch kommen, sodass man davon sprechen kann, wofür das Herz brennt? Wenn man die Tür zuschlägt, die der andere doch wenigstens einen Spalt offen gelassen hatte?

Um herauszufinden, ob der Vater "zieht", müssen wir zunächst einmal das Evangelium mitteilen.

Die Suchfunktion des Bibelservers liefert... evangelium ... am besten geht ihr die Liste mal selber durch.

Dann habe ich gesucht, ob jemand das, was ich aus der Liste herauslas, in verständlich Worte gefasst hat und wurde hier fündig:
Evangelium, absolut oder als Kompositionsmetapher, bezeichnet in den paulinischen Briefen die „frohe Botschaft“ vom Heilshandeln Gottes an Jesus mit dem Zentrum von Kreuz und Auferweckung. Daher steht Evangelium, wenn es explizit mit Jesus Christus, dem Sohne Gottes verbunden ist, immer im Genitivus objektivus, das heißt, es ist ein Evangelium von Jesus Christus, und zwar von seinem Handeln, seinem Kreuzestod und seiner Auferweckung. Ganz deutlich wird diese Objektbeziehung, wenn Gott zum Genitiv als Subjekt und Sender hinzutritt: das „Evangelium Gottes“ (Röm 1,1 u. ö.).
die-bibel.de
Für Christen, die missionarisch tätig sind, stellt sich die Frage, wie sie diesem Auftrag nachkommen können, ohne schuldig zu werden, indem sie die Türe zuknallen und demjenigen, den Gott erreichen will, möglicherweise noch die Finger schmerzhaft einklemmen... oder durch Unterlassen, wenn sie Gericht und Gehenna erst einmal außen vor lassen.
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Helmuth
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Zunächst ließe sich sagen, dass es m.E. nicht darum geht Heiden Begriffe wie Buße, Umkehr bzw. Sünde erst erklären zu müssen. Wir verfügen über ausreichend Bildung. Man will m.E. davon nichts wissen, wenn das natürliche Sündenbewusstsein abhanden gekommen ist, das z.B. Scham erzeugt. Bei Kindern kommt man da noch durch, später nicht mehr.

Solange das Gewissen intakt ist, hat man das, aber wir werden immer mehr von der Welt umerzogen und dazu wird zunehmend Gewalt angewendet, welche die Gesellschaft für legal erklärt. Ein starkes Wort Jesu wird hingegen nahezu kriminialisiert, wie etwa der deutliche Ausspruch: "Ihr werdet umkommen, wenn ihr nicht umkehrt!" Ja, wie kann man so etwas sagen, das ist ja unerhört!

Das ist das Ergebnis moderner humanistischer Erziehung, die mit einem Abtöten des Gewissens einhergeht, um pervertierte Auffassungen für en vogue zu halten. Denen das Evangelium zu predigen ist für mich als würde man es einem Hund predigen. Der würde zumindest auf scharfe Töne reagieren und zu mir umkehren.

Hartherzige Heiden würden es hingegen als aggressiv und veranlagt zur Gewalt deuten. Wenn es sich so weiterentwickelt wie bisher, dann wird man uns in eine Umerziehungsanstalt einweisen, wegsperren oder sogar töten. Jesus sagt es kommt die Zeit, in der uns alle Welt hasst. Stehen wir kurz davor? Wie stehen dazu die Zeichen der Zeit?

Die Welt kehrt die Werte Gottes bewusst um und stellt mittlerweile mehrere christliche Werte als Straftat hin. Der Prozess schreitet voran, wie ich beobachte. Du selbst protestierst gegen solches Auftreten in der Politik. Jesus bringt es so auf den Punkt, dass sie nicht wollen:
Lk 13,34 hat geschrieben: Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen wie eine Henne ihre Brut unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!
Das Thema bzgl."was" und "wie" habe ich vor einiger Zeit hier thematisiert:

Bzgl. was: https://www.4religion.org/viewtopic.php?t=8714
Bzgl. wie: https://www.4religion.org/viewtopic.php?t=8733

Du erweckst den Eindruck als wüsstest du besser was das Evangelium ist und hättest eine bessere Methode der Verkündigung als ich versucht habe mit dem Forum auszuarbeiten. In der Tat war die Praxis der Umsetzung kein Erfolg, weil zu viele m.E auch gar nichts in die Richtung tun, aber das "was" konnte erarbeitet werden.

Dann "boi nishma" (בואי נשמע) lass hören)! 👂Auf ein Neues! Vielleicht haben wir diesmal mehr Erfolg.
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Magdalena61
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Magdalena61 »

Helmuth hat geschrieben: Sa 7. Feb 2026, 17:42 Zunächst ließe sich sagen, dass es m.E. nicht darum geht Heiden Begriffe wie Buße, Umkehr bzw. Sünde erst erklären zu müssen. Wir verfügen über ausreichend Bildung.
Das sehe ich anders. Komplett anders.

Zum Beispiel assoziieren die meisten Leute "Buße" mit "Strafe".
Solange das Gewissen intakt ist, hat man das,
Das "Gewissen" oder besser gesagt, die Vorstellungen von Moral/ sittlichen Werten und damit das "Sündenbewußtsein", also ein Verhalten, das gegen gesellschaftlich akzeptierte und geforderte Normen verstößt, werden maßgeblich durch die soziale Umgebung beeinflusst und geprägt.
aber wir werden immer mehr von der Welt umerzogen
Das ist ja das Problem. Deshalb können Nichtchristen die in der Bibel verwendeten Begriffe wie Sünde, Buße und Umkehr mehrheitlich nicht mehr definieren und man muss es ihnen zuerst erklären, oder besser: Man arbeitet mit "Übersetzungen" ins heutige Deutsch, um zunächst Begrifflichkeiten zu klären.

Sonst redet man aneinander vorbei.
Denen das Evangelium zu predigen ist für mich als würde man es einem Hund predigen. Der würde zumindest auf scharfe Töne reagieren und zu mir umkehren.
Mit welchem RECHT willst du andere "scharf anfahren", wenn sie dir nichts getan haben? Und es fehlt auch an der Achtung der Person des Nächsten und an der Liebe.
Jesus sagt es kommt die Zeit, in der uns alle Welt hasst.
Man kann die Welt auch überflüssigerweise und völlig unnötig gegen sich aufbringen. Das ist Sünde.
Tit. 3, 1-2 (LUT): Erinnere sie daran, dass sie ... gehorsam seien und zu allem guten Werk bereit, niemanden verleumden, nicht streiten, freundlich seien und alle Sanftmut beweisen gegen alle Menschen.
Das sind die vorgegebenen Benimmregeln.

Wer sich nicht daran hält, der mag vielleicht irrigerweise annehmen und behaupten, er diene Gott. Aber er TUT es NICHT, sondern befriedigt die Unzufriedenheit und die Wut, die in ihm selber sind, vielleicht auch noch Hochmut.

Wenn ich mir Sorgen mache um meinen Nächsten; dann schnauze ich ihn doch nicht an. Er darf ruhig spüren, dass er mir wichtig ist, und dass ich es aufgrund meiner Überzeugung/ meines Glaubens ernst meine mit der Sorge. Wahrscheinlich denkt der Nächste sowieso, ich habe einen Vogel-- weil er in einer ganz anderen Realität lebt als ich.

Es gilt, Brücken zu bauen und irgendwo einen Anknüpfungspunkt zu finden, und das innerhalb des Erfahrungshorizonts meines Nächsten.

Crans- Montana -- so traurig das ist... aber genau darüber kann man reden. Das bewegt einen fühlenden Menschen. Und dann fragt man sich... wo die Toten jetzt wohl sind... wie es ihnen geht... das ist ein "Anküpfungspunkt", an dem man die Realität der Bibel erwähnen kann... mit Bedauern übrigens, was die jungen Leute betrifft, die in den Flammen starben... hier ergibt sich eine Gelegenheit zu erwähnen: Niemand weiß, wann sein letzter Tag gekommen ist. Morgen kann es mich oder dich treffen. Und was kommt dann? Hast du dir darüber schon einmal Gedanken gemacht?

Man wird sich viel Zeit nehmen müssen.
Helmuth hat geschrieben: Sa 7. Feb 2026, 17:42Das Thema bzgl."was" und "wie" habe ich vor einiger Zeit hier thematisiert:

Bzgl. was: https://www.4religion.org/viewtopic.php?t=8714
Bzgl. wie: https://www.4religion.org/viewtopic.php?t=8733
Beide Threads enthalten sehr gute Gedanken und sind es wert, noch einmal gelesen zu werden.

Man kann auch dort weiterdiskutieren. Einiges müsste man vielleicht abtrennen... bereinigen.
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Helmuth
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Magdalena61 hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 02:06 Zum Beispiel assoziieren die meisten Leute "Buße" mit "Strafe".
Wie gesagt ist das nur eine Frage der Bildung. Diese kann man erwerben. Man will das, oder es interessiert dich nicht weiter. Klarweise passe ich meinen Wortschatz an den Bildungsstand und die Situation an aber man muss dazu keine Extralehre bringen. Dann hielte man seine Mitmenschen für dumm und ungebildet. Es kommt vor, dass sie Dinge sogar besser wissen als ich. Nur bedeutet Wissen nicht Glauben. Das wiederum weiß ich.

Ich kenne heute schon die typischen Reaktionen auf die Botschaft vom Kreuz. Dann kann man entweder weiterreden oder es ist an der Stelle auch das Ende. Jesus weist dann an den Staub von den Füßen zu kehren und weiterziehen. Die Jünger mussten das physisch, wir machen es geistlich, indem wir uns anderen zuwenden. Insistieren war nie die Art Jesu.

Ich arbeite auch mit viel Gebet und frage, was derzeit am meisten Sorge oder Angst im Leben bereitet und ich bete dafür offen, wenn ich die Erlaubnis dazu erhalte. Dazu kann man z.B. Jesaja 53 mit ins Spiel bringen.

Das Gebet mit Unerretteten formuliere ich kurz und bündig, zu Hause ist's intensiver. Beim nächsten Wiedersehen frage ich, ob Gott etwas getan hatte. Also, keine Sorge, ich bin kein Bibelroboter, der Bibelzitate nur nachplappert. ;)

Wenn mich mein Ex-Pastor eines gelehrt hatte, dann war es zu beten. Er hatte seinerzeit eine Vision, dass er eine Gebets-Armee für den Herrn auf die Beine stellen werde. Naja, ist typisch charismatisch, eine Armee ist es nicht geworden, aber zumindest eine Kompanie.
Magdalena61 hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 02:06 Es gilt, Brücken zu bauen und irgendwo einen Anknüpfungspunkt zu finden, und das innerhalb des Erfahrungshorizonts meines Nächsten.
Das sind aus meiner Sicht humanistische Gedanken, wie einem die Welt erziehen möchte, dass man doch tolerant sein müsse, wiewohl sie das selbst nicht sind (siehe voriger Beitrag). Ich muss den Nächsten überhaupt nicht genauer kennen. Es ist eher ein Hindernis --> Markus 6:4. Wo baute Jesus Brücken? Er scheidet die Geister. Hier sein Wort:
Lk 12,51-53 hat geschrieben: Meint ihr, dass ich gekommen sei, Frieden auf der Erde zu geben? Nein, sage ich euch, sondern vielmehr Entzweiung. Denn es werden von nun an fünf in einem Haus entzweit sein; drei werden mit zweien und zwei mit dreien entzweit sein: der Vater mit dem Sohn und der Sohn mit dem Vater, die Mutter mit der Tochter und die Tochter mit der Mutter, die Schwiegermutter mit ihrer Schwiegertochter und die Schwiegertochter mit der Schwiegermutter.
Dieses Wort hat auch meine Familie entzweit und darunter leide ich bis heute. Und er hat uns ein noch strengeres Wort gegeben:
Lk 14,26 hat geschrieben: Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter und seine Frau und seine Kinder und seine Brüder und Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein.
Das sind Jesu Worte, wenn es um Nachfolge geht. Darin gilt: Keine Kompromisse. Wo aber sagt Jesus: "Baut Brücken?" Ich bitte um sein Wort. Das hast du von einer Kirche, die ihren Papst Pontifex nennen. Dieses Amt ist m.E. kein Vorbild für die Verkündigung, für mich sogar das Gegenteil.
Magdalena61 hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 02:06 Man kann auch dort weiterdiskutieren. Einiges müsste man vielleicht abtrennen... bereinigen.
Der Thread "Was ist das Evangelium" war erfolgreich. Der weiterführende nicht. Es verließ mich dabei mein Freund Rilke um dessentwillen ich mir die Mühe gemacht hatte. Wir können es hier versuchen, aber die Basis muss Jesu Wort und Tat sein. Was Rilke dazu geschrieben hat, war für mich nichts was mit Jesu Wort und Tat bzgl. Verkündigung zu tun hat.

In der Hinsicht habe ich doch etwas Erfahrung gesammelt. Ohne mich überheben zu wollen, ich stand in dem Dienst viele Jahre, nicht an der Front, aber in der Jüngerschaftsbildung, die nach einer Bekehrung zu tun ist. Heute diene ich als Verkündiger nur im Freundes- und Bekanntenkreis, und nur dann wenn der Herr dazu hinführt. Doch da wieder ist Authentizität wichtig, aber vor allem Demut.

Im Kollektiv zu arbeiten ist optimal, aber das geht nur, wenn der Heilige Geist dazu ausgegossen ist. Geht er zurück, wie nun seit mehreren Jahren der Fall, kannst du es nicht mit menschlichem Druck tun. Daran ging mein Pastor drauf. Daher mein Rückzug auf den Bekanntenkreis. Aber wenn der Herr erneut ruft, ich wäre wieder bereit.

Dann ist es wieder eine neue Form des Kreuzes auf sich zu nehmen, denn es ist schon klar, dass man sich auch damit keine Freunde macht. Nun aber darf das bei der Verkündigung keine Rolle spielen, wie schon Jakobus ermahnt:
Jak 4,4 hat geschrieben: Ihr Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer nun irgend ein Freund der Welt sein will, erweist sich als Feind Gottes.
Diejenigen, die ihr gesamte Leben der Verkündigung gewidmet haben, weil der Geist dazu angetrieben hatte, diese haben in der Regel auch ihr Leben verloren. Und die es erhalten wollten, haben begonnen Kompromisse zu schließen mit der Welt. Der Herr gibt uns aber diese alle Welt übersteigende Versicherung, was aber wieder zwei Seiten hat, wie er sagt:
Lk 9,24 hat geschrieben: Denn wer irgend sein Leben erretten will, wird es verlieren; wer aber irgend sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es erretten.
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Magdalena61 »

Helmuth hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 13:06
Magdalena61 hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 02:06 Zum Beispiel assoziieren die meisten Leute "Buße" mit "Strafe".
Wie gesagt ist das nur eine Frage der Bildung. Diese kann man erwerben.
Richtig. Und Jünger Jesu sind in der Pflicht, Mißverständnisse, die ihnen bekannt sind, auszuräumen, damit Gespräch, das diese Bezeichnung verdient, überhaupt erst möglich wird.

Mir scheint, manchmal muss man das sogar Christen erklären. Damit diese mit ihrem oberflächlichen Wissen und ihrem... nicht sehr in die Tiefe gehenden, einseitigen Verständnis nicht unermesslichen Schaden anrichten, anstatt zu sammeln.
Das Umdenken, zu dem Jesus aufruft, bezieht sich auf Gott und die religiöse Ordnung. Jesus lädt ein, darauf zu vertrauen, dass Gott da ist, den Menschen zugewandt, geheimnisvolle Freundlichkeit, unendliche Barmherzigkeit.

Dieses Gottdenken ordnet die Welt neu, rückt vieles in ein anderes Licht und führt ins Handeln. Wichtiges kann unwichtig und Randständiges zum Zentrum werden.
Quelle
Das ist die Richtungsänderung, die jeder Mensch, der einigermaßen intelligent ist, anstreben wollen wird, wenn er erst einmal begriffen hat, dass er Vorteile davon hat, wenn er seine distanzierte oder ablehnende Haltung Gott gegenüber aufgibt, um sich die Sache mit Jesus und Gott einmal näher anzuschauen.

Die "asketische Tradition" dagegen ist etwas für Insider. Für Menschen, die bereits auf dem Weg sind und immer mehr erkennen, wie die ehemals geschätzten "Reichtümer" des Weltlebens verblassen gegen das Wasser des Lebens, das Gott gibt.

Wer einmal von diesem Wasser des Lebens getrunken hat, der wird nie mehr Pennerwein trinken wollen, und das ganz ohne schmerzlichen Verzicht... die gepantschte Brühe schmeckt ihm ganz einfach nicht mehr, und von dem guten Wein, den der Herr ausgibt, kriegt er ja so viel, wie er haben will.

Aber... das muss er selbst herausfinden, in der Zusammenarbeit mit dem Heiligen Geist. Es ist ein Wachstumsprozess.
Es gibt eine starke asketische Tradition, die Umkehr mit Verzicht und einer Abkehr von „weltlichen Dingen“ verknüpft.

Demgegenüber ist Jesu Umkehrruf die Einladung zu neuem Leben, zu einem Neuanfang trotz und in allen Brüchen – ohne jede Vorleistung. Jesus legt den Fokus nicht auf das Ungenügen der Menschen, sondern auf die „gleichgeschaltete“ Dynamik des Gottesreiches, und die verborgene Fülle an Leben.
Quelle
Und wenn du etwas anderes predigst, dann folgst du nicht Jesus nach, sondern deinen eigenen Vernunftschlüssen.

Eines muss ich noch konkretisieren: Mit Leuten, die wissen, dass da in der Karriere ihres Wirkens mit erheblichen Auswirkungen auf andere massive Ungereimtheiten sind, die ja auch bereits hinlänglich öffentlich thematisiert wurden, teilweise auf juristischem Weg, würde ich um einiges deutlicher reden als mit dem "Nächsten wie du und ich", der einfach nur sein kleines Leben lebt und zu den "anständigen Leuten" zählt.

Mit anderen Worten: (z.B.) vdLeyen oder Spahn würde ich nicht mit einer freundlichen Einladung daherkommen, sondern direkt fragen, ob sie eigentlich keine Angst vor dem Gericht Gottes haben und bemerken, dass sie allen Grund dazu hätten. DAS wäre dann mein Gesprächseinstieg. Es sind ja beide CDU-ler. Von Haus aus.

Bezüglich der humanistischen Gedanken solltest du vielleicht noch einmal darüber nachsinnen, ob diese nicht etwa in der Bibel zu finden sind. Ich muss jetzt kochen.
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Helmuth
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Magdalena61 hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 17:05 Mißverständnisse, die ihnen bekannt sind, auszuräumen, damit Gespräch, das diese Bezeichnung verdient, überhaupt erst möglich wird.
Du redest von Gesprächen. Das nenne ich nicht Verkündigung. Jesus führte Gespräche mit seinen Jüngern und erklärte ihnen alles, und ihnen legte er auch alles aus. Gespräche führe ich auch mit meinen Bekannten, mehr als genug meine ich.

Da verkündige ich nicht, sondern es erfolgt ein Meinungsaustausch, oder eine Lehre, wie sie Jesus gibt und auch dabei unterscheidet. Er konnte seine Jünger belehren, aber kaum einen der Pharisäer. Diese konfrontierte er. Ich unterscheide das in der Richtung auch. Wir reden nun von Verkündigung innerhalb eines Bekanntenkreises.

Wenn es dabei zum Punkt kommt, dass mich der Heilige Geist drängt die Wahrheit des Evangeliums zu sagen, dann muss das zwar überlegt sein, keine Frage, aber auch, so meine positive Erfahrung, recht einhellig im Wortlaut des Wort Gottes bzw. Jesu Wort und so wenig wie möglich deine eigene Lehre. Belehren kann man ohnehin nur Bekehrte, den anderen soll gepredigt werden:
Mk 16,15-16 hat geschrieben: Und er sprach zu ihnen: "Geht hin in die ganze Welt und predigt der ganzen Schöpfung das Evangelium. Wer da glaubt und getauft wird, wird errettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden."
Dazu ist es sehr gut viele Worte auswendig zu kennen, damit du situativ passend reagieren kannst und sie der Heilige Geist entsprechend in Erinnerung rufen kann. was man sagen könnte und soll. Ich selbst verwende auch nicht Worte wie "Buße", weil das ein zu altes Deutsch ist und man nur im theologischen Kontext verwendet. Dennoch kennt man es. Hingegen "ihr werdet umkommem" versteht jeder und sitzt auch.

Dazu wäre z.B. ein konkreter Unglücksfall eine Basis an Lukas 13:5 anzuknüpfen. Da das aber nicht die Frohbotschaft ist, folgt danach die gute Nachricht, dass es eine Lösung gibt, da Jesus für alle unsere Verfehlungen am Kreuz gestorben ist. Man bietet nun den Ausweg, sprich das Evangelium an. Für das ganze reichen zwei, drei Sätze. Und dann hält man den Mund und wartet was passiert.

Allgemein gibt es nur zwei Reakionen. Die Leute werden still, gehen in sich, werden nachdenklich, d.h. sie wehren dem Gesagten nicht. Denen kann ich Gebet anbieten. Die zweite und leider mehrheitliche Reaktion ist die Abweisung, die viele Formen annehmen kann.

Es wird dabei oft auch der Botschafter abgewiesen und man muss sich Lästerworte selbst von engsten Bekannten gefallen lassen. Weil ich das nun schon genug kenne, so wehre ich dem nicht. Falls man das nicht erträgt und in Gegenwehr geht, ist man kein Verkündiger. Das musste ich auch erst lernen. Doch so erfüllt sich diese Weissagung Jesajas, wie es Jesus erklärt:
Mt 13,14-15 hat geschrieben: Und an ihnen wird die Weissagung Jesajas erfüllt, die sagt: „Mit Gehör werdet ihr hören und doch nicht verstehen, und sehend werdet ihr sehen und doch nicht wahrnehmen; denn das Herz dieses Volkes ist dick geworden, und mit den Ohren haben sie schwer gehört, und ihre Augen haben sie geschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen wahrnehmen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile.“
Knallharte Worte, klarweise nicht Bestandteil einer Verkündigung, uns aber zum Verständnis, was sich geistlich in Menschen abspielt, die das Evangelium hören und ablehnen. Dann beendet man die Verkündigung und setzt fort mit Gesprächen, falls man unter Bekannten ist. Keinesfalls sollte man insistieren. Da muss ich z.B. Brüder oft bremsen. Jeder Mensch hat die Freiheit sich für oder gegen Jesus zu stellen.

Und wenn dem nicht derart der Fall ist, dann hat man aller Voraussicht nur Gespräche geführt, aber nicht verkündigt. Was zu verkündigen ist, wurde schon erarbeitet. Da geht es um den Kern, den Paulus als "das Wort vom Kreuz" als quasi Kurzformel verwendet. Auch er kennt, was die Reaktionen anbelangt, nur kalt oder heiß:
1. Kor 1,18 hat geschrieben: Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Zippo
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Zippo »

Magdalena61 hat geschrieben: Sa 7. Feb 2026, 16:26
Helmuth hat geschrieben: Fr 6. Feb 2026, 07:28 Wir sollten daher auch nichts anderes predigen als Jesus uns beauftragt. Nichts anderes! Ich werde mir mal vorknöpfen zu untersuchen in welchem Verhältnis zwischen Frohbotschaft und Drohbotschaft Jesus gepredigt hatte. Mein Verdacht liegt schon länger bei der Drohbotschaft und ich kann mir auch vorstellen warum dem so wäre.

Eine Medaille hat zwei Seiten und eine davon nicht zu prägen oder sie abzuschleifen macht die Münze ungültig. Dieses Gleichnis ausgelegt bedeutet die Verkündigung eines falschen Evangeliums, denn es ist ebenfalls nicht einseitig. Schon dieser eine Satz aus Jesu Mund enthält zwei Botschaften:
Mk 1,15 hat geschrieben: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium.
Für die 2 Seiten der Medaille hätte ich einen besseren Vers:
[Mk. 16,15-16] Wer da glaubt und getauft wird, wird errettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.
Mit "verdammt werden" ist soviel ich weiß, das "verurteilt werden" im Gericht Gottes gemeint. Es hat schon seine Konsequenzen, wenn man dem Evangelium nicht glaubt.
Magdalena
Den Adressaten musste Jesus nicht erklären, was "Buße" ist: Sinnesänderung, Umkehr. Sie wußten es. Die Ansage ging nicht an Heiden.
Das Wort "Buße" gibt es im AT gar nicht, da steht vielmehr was von Umkehr. Z. Bsp. wenn Jeremia dem Volk gepredigt hat:
[Jer. 3,12-14] Geh und rufe diese Worte aus nach Norden und sprich: Kehre zurück, du abtrünnige Israel, spricht der HERR; ich will nicht finster auf euch blicken. Denn ich bin gütig, spricht der HERR, ich werde nicht in Ewigkeit nachtragen. Nur erkenne deine Schuld, dass du von dem HERRN, deinem Gott, abgefallen und zu den Fremden hin und her gelaufen bist unter jeden grünen Baum; aber auf meine Stimme habt ihr nicht gehört, spricht der HERR. Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder,
.....
[Jer. 3,22] Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder; ich will eure Abtrünnigkeiten heilen. „Hier sind wir, wir kommen zu dir; denn du bist der HERR, unser Gott.
Was würde man den Menschen heute zurufen ? Wovon sollen sie umkehren, vom Streben nach Reichtum und Besitz ?

Von dem Evangelium sprechen die anderen Evangelien nichts. Das Wort kannten die Israeliten vielleicht auch nicht ?
Mt 4,17
Von da an begann Jesus zu predigen und zu sagen: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen.
Johannes der Täufer hat allerdings schon Vorarbeit geleistet und das Volk Israel aufgefordert rechtschaffene Früchte der Buße zu tun. Sie kamen zum Jordan, bekannten ihre Sünden und haben sich von Johannes taufen lassen.

Magdalena

Wenn jemand umkehrt, bedeutet das einen Richtungswechsel, idologisch und überhaupt. Umkehren setzt voraus, dass man zuvor einen Weg eingeschlagen und ein bestimmtes Terrain verlassen hatte. "Umkehr" wohin?
Dahin, wo man hergekommen war?
Im Fall der Pharisäer und Schriftgelehrten und deren Anhänger trifft das zu.
Es gibt auch eine Umkehr im eigenen Volk Gottes. Das waren ja damals die Israeliten, dahin geht ja auch das predigen Jeremias.
Magdalena
Wenn man nicht (um 180 Grad) "umkehrt", nimmt man bestenfalls eine Richtungsänderung vor; einen Spurwechsel.
Der Herr Jesus spricht ja in seiner Bergpredigt vom breiten und dem schmalen Weg.
[Mt. 7,13-14] Geht ein durch die enge Pforte; denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die durch sie eingehen. Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden.
Magdalena
Aber Heiden, die noch nie eine ernsthafte Begegnung mit Gott hatten und auch nicht in den Schriften bewandert sind... die können und sollen natürlich auch einen Richtungswechsel vornehmen... dafür sind Einsicht und Verständnis erforderlich, doch "Umkehr" passt da nicht wirklich, denn sie sollen ja nicht in ein nichtiges Leben der toten Werke zurück "umkehren".
Mir haben damals fünf Punkte geholfen, die auf einem kleinen Prospekt standen, andere gehen die "Römerstraße" durch, das sind die besonderen Verse im Römerbrief.
Menschen sollen sich als Sünder erkennen und die frohe Botschaft ist die, daß Gott ihre Sünden vergeben will, wenn sie ihre Sünden bekennen und dankbar annehmen, daß der Herr Jesus Christus für ihre Sünden bestraft wurde.
Sie nehmen ein neues Ziel ins Vesier und wenden sich von Dingen ab, die Gott nicht gefallen. Dann begeben sie sich in die Nachfolge Jesu, dessen Eigentum sie geworden sind. Mt 11,28-30
[Off. 5,9-10] Und sie singen ein neues Lied: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und hast für Gott erkauft, durch dein Blut, aus jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk und jeder Nation, und hast sie unserem Gott zu einem Königtum und zu Priestern gemacht, und sie werden über die Erde herrschen!
Für die anderen geht es auf das Gericht Gottes zu, da müßen sie sich für ihre Werke verantworten. Das mag man als Drohbotschaft ansehen, aber eigentlich ist es doch nur die Konsequenz, weil Gott nichts ungestraft sein lassen kann. Mt 25,31-46, Off 20,11-15

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Isai
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Isai »

Versöhnung mit Gott, durch Jesus Christus -
oder keine Versöhnung mit Gott (und Sein Zorn bleibt auf demjenigen).

(2. Korinther 5:18-21)



(Quelle privat)
So ist jedoch für uns nur Einer Gott, der Vater, aus Dem alles und wir in Ihm
und nur Einer Herr, Jesus Gesalbter, durch Den alles und wir durch Ihn.
1. Korinther 8:6
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Helmuth
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Mo 9. Feb 2026, 16:55 Für die 2 Seiten der Medaille hätte ich einen besseren Vers:
Man kann mehrere Aussagen dazu zitieren, Mk 16:15-16 gehört jedenfalls dazu. Aber das wäre nicht unbedingt Gegenstand der Verkündigung, sondern dient uns als Wegweiser für den Auftrag das Evangelium zu predigen. Um zum Glauben zu kommen, muss zuerst der Bußauftrag gepredigt werden (siehe unter "Was ist das Evangelium")

Nun bitte diskutieren wir nicht forgesetzt über das Wort Buße. Unsereins im Herrn sollte doch verstehen was das bedeutet, denn wir haben den Prozess schon durchlaufen, es sei denn wir hätten gar keine Umkehr vollzogen. Dann könnten wir auch nichts verkündigen, weil wir gar nicht den Heiligen Geist hätten und nur Mitläufer unter den Christen wären. Unsere Neugeburt setzen wir voraus, ansonsten wäre der Thread nichtig.

Ob man verkündigt oder nicht erkennt man an der Reaktion, wie sie Jesaja 6:9-10 beschreibt. Das hat uns auch Jesus so erklärt und war Gegenstand des vorigen Beitrages. Ist dem anders, dann war unser Werk entweder keine Verkündigung, oder es fiel der Same tatsächlich auf besseren Boden (vgl. dazu das Sämannsgleichnis). Mit denen können weitere Schritte getätigt werden.

Es geht um einen Aufruf zur Abkehr von verderbenbringenden Wegen und Taten, womit Unbußfertige eines Tages umkommen werden. Dazu sagte ich, ist es gut situativ zu reagieren. Im Zuge eines Gesprächs kann eine Situation entstehen, die eine klare Ansage verlangt.

Und so führt. m.E. der Heilige Geist ein Gespäch und will es auf den Punkt bringen. Oder er tut es nicht, dann bleibt es bei normalen Gesprächen, auch den Glauben betreffend. Es gibt für alles eine Zeit, sagt Salomo, auch das ist biblisch.

Ich selbst steuere es nicht in diese Richtung, denn dann würde ich es aus eigener Kraft bewerkstelligen wollen. Früher tat ich das so im Übereifer meines Glaubens. Das war aber ineffektiv. Letzten Endes will Gott, dass wir umkehren, ich bin dann lediglich sein Sprachrohr als sein Prophet.

Heute genügt meine Anwesenheit in einer Runde. Wo man mich bereits als Nachfolger Jesu kennt, sind es die Bekannten selbst, die immer wieder eine Anspielung machen und so den rechten Anlass schaffen. Dann liegt es an mir darauf zu reagieren oder nicht. Auch mich zwingt Gott nicht, denn ich bin keine Maschine, aber er kennt mein Herz, dass es für ihn brennt.

In erster Linie hängt es bei mir davon ab, ob ich meine Pappenheimer schon gut genug kenne, dass ich weiß, welche Art Bodenklasse sie (gemäß Jesu Sämnanngleichnis) sind. Es ist interessant, dass sie als Mensch freundlich sein können, geht es aber um die Sache Jesu wendet sich das Blatt und sie zeigen dass sie Bodenklasse I, sprich der harte Weg sind und werden zum Satan.

Bei anderen Reaktionen, das wäre Bodenklasse II - IV, die ich aber nicht unterscheiden kann, weil ich ja nicht tiefer ins Herz schauen kann, versucht man den Samen zu platzieren und hofft auf Frucht. Hier kann man erleben, dass auch hartgesottene Männer zu weinen beginnen, wenn man sie später alleine kontaktiert, also nicht coram publico. Dann wird der Acker weiter bearbeiet unter Gebet.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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