Dem Wunsch entspreche ich gerne mit einem eigenen Thread. Ich finde, das sollte unabhängig von anderen Themen behandelt werden. Zunächst wäre zu klären, was man unter dem Begriff versteht, wie wir ihn in der Schrift vorfinden, und dann, was er in geistlicher Hinsicht bedeutet und welche Konsequenzen damit verbunden sind.
Vom AT lege ich eine kurze Sprachanalyse dar (etwas hat mich die KI darin unterstützt).
Ein zentrales Wort dafür im AT ist das Verb "shuw". Es bedeutet sowohl das natürliche Umkehren, z.B. sich wieder auf den Heimweg zu begeben als auch die innere Umkehr, die einem Gesinnungswandel entspricht. Im Hebräischen haben natürliche Begriffe oft auch eine geistliche Bedeutung.
Das ist für dieses Wort im Deutschen recht ähnlich. Man kehrt z.B. mit einem Fahrzeug um, indem man einen Richtungswechsel vornimmt, weil man erkennt, dass das eigentliche Fahrziel woanders liegt oder man nimmt einen Sinneswandel vor. Es geht dabei nicht bloß um eine kleine Kurskorrektur, sondern um eine komplette Änderung der Richtung.
Geistlich gesehen kann das zur Folge haben, dass z.B. Dinge, die zuvor noch als gut befunden wurden, nunmehr zur bösen Angelegenheit werden und auch umgekehrt. Es beschreibt keine abstrakte Angelgenheit, dass man nur einen anderen intellektuellen Gedankengang folgt, sondern eine konkrete Handlung als eine radikale Änderung, die das gesamte Verhalten miteinbezieht.
Auf Koine wird es unter dem Begriff "metanoia" zusammengefasst. Auf Deutsch gibt es die noch mehr veraltete Form des Wortes "Buße". Dieses Wort wird in der Umgangssprache anders verwendet, als es biblisch zu lesen ist. In der Umgagssprache ist "büßen" ein Straf- oder Racheakt und damit nicht dasselbe wie das hebr. "shuw" bzw. das griech. "metanoia". Soweit mal mein Begriffsverständnis. Gerne höre ich Ergänzungen bzw. Korrekturen.