Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

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Magdalena61
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Magdalena61 »

Zippo hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 13:05
[Mt. 12,36-37] Ich sage euch aber, dass die Menschen müssen Rechenschaft geben am Jüngsten Gericht von einem jeglichen unnützen Wort, das sie geredet haben. Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden.
Ich meine, daß dies unbedingt bei einem evangelistischen Gespräch oder Verkündigung zur Sprache kommen muß, damit sich die Zuhörer auch persönlich angesprochen fühlen.
Hier wäre eine genaue Definition der Worte Jesu erforderlich, sie müssen ausgelegt werden.

Die Worte stehen in einem Kontext. Und vor den "unnützen Worten" steht die Warnung vor der Sünde gegen den Heiligen Geist... Mt. 12 Das Urteil "Otterngezücht" bezieht sich eindeutig auf die Pharisäer, die argwöhnten, Jesus habe aus dem Besessenen, der blind und stumm gewesen war, die Dämonen in der Kraft des Satans ausgetrieben.

Diesen Kommentar zu Mt. 12, 36 finde ich recht gut:
Zum Thema menschliche Kommunikation hat sich auch Jesus mehrfach geäußert und das sehr deutlich. Andere Menschen mit meinen Worten herabwürdigen, beleidigen, verächtlich machen, verurteilen oder gar einschüchtern, geht gar nicht. (Matthäus 5,22) Vom Thema Lügen verbreiten, mal ganz zu schweigen. Da gibt es auch keine Grauzone.

Jesus bringt das mal so auf den Punkt: „Ich sage euch: Am Tag des Gerichts werden die Menschen Rechenschaft ablegen müssen über jedes unnütze Wort, das sie geredet haben." (Matthäus 12,36) Jesus meint hier nicht schlechte Witze oder Scherze, die ich mal mache oder Themen, die andere als unnütz ansehen. Nein!
Es geht um Verleumdung, üble Nachrede, lügen und betrügen, Gerüchte verbreiten und alles, was anderen Menschen in irgendeiner Form schadet, ihnen Angst macht oder sie seelisch verletzt. Darüber werden alle Menschen Rechenschaft ablegen müssen vor Gott.

Also sollte ich, bevor ich den Mund aufmache oder jemandem etwas schreibe, darüber nachdenken, was ich tatsächlich wie sagen will. Falls ich Menschen kritisieren will, dann so, dass es nicht verletzend ist. Wenn es Manieren sind, die uns zu Menschen machen, dann sind es unsere Worte, die uns als Menschen kennzeichnen, die Jesus nachfolgen und seine Worte ernst nehmen. Und das gilt in jeder Lebenslage, heute, morgen und immer.
Quelle
Was ich fett marktiert habe, betrifft exakt auch jede Kommunikation mit Nichtchristen.

Wenn du meinst, du musst ihnen ihre Sünden vorhalten, obwohl das Unrechtsbewußtsein, das du wie selbstverständlich voraussetzt, noch gar nicht vorhanden ist, dann ist das verletzend, und viele werden sich abwenden und nicht mehr mit dir reden wollen.
Von jemandem verlangen, er solle sich als Sünder outen und am besten die Sünden auch gleich bekennen... genauso gut könntest du fordern, er solle sich auf der Stelle nackt ausziehen.
Das ist etwa genauso "unmöglich". Vielleicht kannst du es jetzt besser nachvollziehen, wie sich ein Unwissender fühlt, wenn man ihm so nahe tritt.
Warum die Forderung eines öffentlichen Sündenbekenntnisses gegenüber einem Privatmann ein No Go ist, das können wir gerne gesondert erörtern.

Verlangen eure Evangelisten denn von der versammelten Menge die detaillierte Aufzählung ihrer Sünden; von jedem einzelnen Besucher?
So etwas habe ich noch NIE erlebt.

Ich hatte eine Möglichkeit aufgezeigt, wie man Sünde und das Gericht Gottes durchaus ungeschminkt thematisieren kann, ohne das Gegenüber vor den Kopf zu stoßen, was natürliche Abwehrreaktionen provozieren würde: Man spricht von der Sünde anderer, von allgemein bekannten Verfehlungen/ einem zweifelhaftem Verhalten Dritter.
Gelegenheit dazu gibt es genug in Politik und Gesellschaft. Wenn man sich offen und interessiert mit den Menschen unterhält, findet man heraus, wie sie drauf sind.
Heute ist es nicht ganz einfach, politische Themen betreffend, weil die Gesellschaft gespalten ist; weil Propaganda ohne Unterlass gesendet und verbreitet wird, und weil viele sich nicht mehr getrauen, ihre eigenen Gedanken zu formulieren und ihre ehrliche Meinung zu sagen.

Aber irgendetwas wird man finden... Heizungsgesetz ... Vetternwirtschaft... Schuldenbremse... Messerattacken... Abgabenlast... Impfpflicht... -- Angriffskrieg... die "Brandmauer" als Manifest der Bosheit, der Geringschätzung des Wählerwillens und der Verachtung demokratischer Prinzipien ... Ermordung von Charlie Kirk und anderen... Attentate in Schulen... Nigeria... Anschläge auf Kirchen und Kleriker... Steuerverschwendung... Klimaaktivisten Straßenkleber... das ergibt sich dann, und wenn Gott mitreden darf bei den übereifrigen Gerichtspredigern, dann kommen im Verlauf einer Unterhaltung Gedanken auf, die sich einbauen lassen.
Zippo hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 13:05So predigt Paulus den Athenern:
[Apg. 17,30-31] Und zwar hat Gott die Zeit der Unwissenheit übersehen; nun aber gebietet er allen Menschen an allen Enden, Buße zu tun, darum dass er einen Tag gesetzt hat, an welchem er richten will den Kreis des Erdbodens mit Gerechtigkeit durch einen Mann, in welchem er’s beschlossen hat und jedermann vorhält den Glauben, nachdem er ihn hat von den Toten auferweckt.
BITTE lies den Kontext!
Vers 22: Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt.
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Helmuth
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Magdalena61 hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 16:34 Wenn du meinst, du musst ihnen ihre Sünden vorhalten, obwohl das Unrechtsbewußtsein, das du wie selbstverständlich voraussetzt, noch gar nicht vorhanden ist, dann ist das verletzend, und viele werden sich abwenden und nicht mehr mit dir reden wollen.
Du hast nicht unrecht, aber ... und das erläutere ich etwas. Ich differenziere zwischen Verkündigung, die keine Rücksicht auf die Person nimmt, das auch nicht soll, und einem Gespräch unter Menschen.

In einem Gespräch gilt grundsätzlich Augenhöhe und ist gekennzeichnet von Beziehung. Dabei geht es um Nächstenliebe, die gewahrt sein soll. Da kann ich klarerweise nicht gut sagen: "Hey, dreckiger Sünder, kehr endlich um. " Denn was sagt Gottes Geist dazu? Richtig, und zwar: "Du ... bist doch nicht anders, also richte nicht."

Eine Verkündigung ist aber aber kein Gespräch, sondern wie der Name schon sagt eine Kundgebung. Das ist eine andere Art der Kommunikation und geht nur in eine Richtung. Ich gebe weiter, das aber gar nicht von mir ist. Es ist aber von Gott und es ist ein Auftrag an uns. Gott will dir damit etwas sagen.

In welchem Zustand du dabei bist, kleiner Sünder, mittlerer Sünder, großer Sünder, spielt keine Rolle, denn Sünde ist Sünde. Und welch lieber Kerl du in den Augen deiner Mitmenschen sonst sein mögest, du bist ein Sünder und hast die Herrlichkeit Gottes verloren und dein Ende wird ohne Umkehr der Sheol sein. Fakt oder nicht Fakt?

Wir reden also nicht über dasselbe Thema. Du willst einbringen, wie wichtig Empathie und Mitgefühl, sprich Liebe, Nächstenliebe, ist. Völlig in Ordnung, und an sich ist es auch dein Thread, aber dann würde ich ihn umtaufen z.B. zu "Heranführen zu Christus - Wie?

Ich nehme die Themenüberschrift aber genau und konzentriere mich darauf. Dazu gebe ich mehrere biblische Beispiele, wie im Namen Gottes verkündigt wird. Finde selbst heraus, welche Elemente du immer vorfindest und ob es eine Rolle spielt, ob Gottes Geist zu geplagten Muttern, Krebskranken, Obdachlosen, oder gesunden und erfolgreichen Schauspielern, Spitzenpolitkern, Lottogewinnern etc. spricht.

Vgl. dazu Lk. 16,19-31 und was ich damit sagen will: Sterben werden alle, Gerechte wie Ungerechte, Kranke wie Gesunde, Glückliche wie Unglückliche. Und dann? Hier setzt die Verkündigung an. Nun meine Beispiele aus der ELB-CSV (und bitte ersetze "Buße tun" im NT durch "umkehren", wie schon besprochen):
Jes 31,6 hat geschrieben: Kehrt um, Kinder Israel, zu dem, von dem ihr so weit abgewichen seid!
Hes 14,6 hat geschrieben: Darum sprich zum Haus Israel: So spricht der Herr JHWH: Kehrt um und wendet euch ab von euren Götzen und wendet euer Angesicht von allen euren Gräueln ab!
Hes 33,11 hat geschrieben: Sprich zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht der Herr JHWH, ich habe kein Gefallen am Tod des Gottlosen, sondern dass der Gottlose von seinem Weg umkehre und lebe! Kehrt um, kehrt um von euren bösen Wegen! Denn warum wollt ihr sterben, Haus Israel?
Joel 2,13 hat geschrieben: Und zerreißt euer Herz und nicht eure Kleider, und kehrt um zu JHWH, eurem Gott; denn er ist gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und groß an Güte und lässt sich des Übels gereuen.
Mal 3,7 hat geschrieben: Seit den Tagen eurer Väter seid ihr von meinen Satzungen abgewichen und habt sie nicht bewahrt. Kehrt um zu mir, so will ich zu euch umkehren, spricht JHWH der Heerscharen. Und ihr sprecht: „Worin sollen wir umkehren?“
Mt 4,17 hat geschrieben: Von da an begann Jesus zu predigen und zu sagen: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen.
Mk 6,12 hat geschrieben: Und sie gingen aus und predigten, dass sie Buße tun sollten.
Lk 3,3 hat geschrieben: Und er kam in die ganze Umgebung des Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünde.n
Lk 13,3 hat geschrieben: Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.
Apg 2,38 hat geschrieben: Petrus aber spricht zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
Apg 3,19 hat geschrieben: So tut nun Buße und bekehrt euch, damit eure Sünden ausgetilgt werden.
Apg 20,21 hat geschrieben:indem ich sowohl Juden als auch Griechen die Buße zu Gott und den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus bezeugte.
Zuletzt geändert von Helmuth am Mo 16. Feb 2026, 18:08, insgesamt 1-mal geändert.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Magdalena61
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Magdalena61 »

Zippo hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 13:55 Warum gab Gott seinen Sohn ? Es weiß doch jeder, was mit ihm passiert ist, aber ohne diese Frage zu klären und von der Gerechtigkeit Gottes zu reden, wirst du niemand das Evangelium erklären können.
Leider weiß nicht jeder, warum Christen Weihnachten und Ostern feiern.
Und ohne dem Menschen zu sagen, daß er, wie alle Menschen, Fehler gemacht hat, die Bibel nennt es Sünde, wird man die Notwendigkeit des Kreuzes niemanden verständlich machen können.
Zunächst einmal geht es ja darum, dafür zu werben, dass ein Mensch sich mit der Frage: Gibt es einen Gott und falls ja, wer ist das? auseinandersetzt.

Wie würdest du denn in ein solches Gespräch einsteigen?
Zippo hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 13:55Diese Liebe leuchtet den meisten Menschen nicht auf Anhieb ein. Denn das scheint ja unserem Sinn für Gerechtigkeit ganz gewaltig zu widersprechen. Was sagst du da den Leuten ?
Ich fange nicht mit fortgeschrittenen Studien an, wenn die Basis noch gar nicht vorhanden ist.
"Logischer" wird die Liebe, die sich selbst gab, damit wir leben können, wenn man Jesus Christus mit dem Schöpfergott gleichsetzt. ER hat die Welt gestaltet und programmiert. ER selbst kam, um die "Fehler des Programms" zu beheben.

Derzeit habe ich einen losen Kontakt mit jemandem, der den Glauben ablehnt, aber ansonsten ziemlich intelligent ist und sich einige Gedanken macht; eher philosophischer Natur, aber situationsbezogen. Ich versuche, da anzusetzen, wo ich auf etwas Verständnis rechnen kann... stelle sozusagen "meine" Sichtweise, (also die Prophetien der Bibel in heutigem Deutsch und an die Wahrnehmung aktueller Gegebenheiten eines Nichtchristen angepasst) in den Raum... sozusagen zur Kenntnisnahme.

Wenn ich diesem Kontakt mit "Sünde" und "Buße tun" kommen würde, wäre die Sache ein für alle Mal gelaufen. Der größte Teil meines Engagements besteht in anhaltendem Gebet, wenn man das so sagen kann. Ich will den Menschen nicht aufgeben... weil ich es hart finden würde, wenn er nach einem langen Leben, auch des Engagements für Mitmenschen, in der Verdammnis landet... aber ich kann auch nicht deutlicher werden.

Wenn ich so manche Sprüche hier lese und auf meine Kontakte reflektiere, kommt mir das Grausen. Ihr würdet meine Arbeit von Jahren kaputt machen mit dieser hölzernen "Gottes Gerechtigkeit verlangt ein blutiges Opfer" und "erkenne, dass du ein Sünder bist vor dem Herrn"- Philosophie. Einen Apfel, der noch nicht gewachsen ist, kann man weder ernten noch essen; den kann man noch nicht einmal sehen!
Geduld scheint mir eine der wichtigsten Voraussetzungen zu sein für eine erfolgreiche Evangelisation. Geduld und echte Liebe /Wertschätzung.
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Magdalena61 »

Zippo hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 13:55Aber ich kenne Leute die schlagen eine kleine Gideonbibel auf und lesen vor. Die Traktate gehen ja auch meistens so vor und sie berichten von Liebe und Gerechtigkeit.
Bei einem 100%igen Nichtchristen muss notwendigerweise wenigstens minimal Interesse da sein. Warum will man Menschen, die gar keinen Durst haben, mit Gewalt und zu einem Zeitpunkt, den man selbst bestimmt, Wasser aufdrängen? Will man sie ersäufen?
Besser ist es doch, Gott zu bitten, Arbeit im Weinberg zu "schicken". Und man muss diese erkennen... also jederzeit bereit und vorbereitet sein, zu erklären.
Zippo hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 13:55Früher hatten wir auch Zeltmission und den Bus "Leben ist mehr" und Pro - Christ. Da gibt es dann evangelistisch begabtere Leute wie mich. Aber die bringen immer die Liebe Gottes und die Gerechtigkeit Gottes zusammen.
Das sind dann "offizielle" Veranstaltungen, das wird eher akzeptiert, aber eben auch nur von Menschen, die ein wenig Interesse haben, alle anderen winken ab. Es sei denn, Gott fügt Gelegenheiten, die der Kandidat sich nicht selbst herausgesucht hat... wie dieser hier...


Das rührt mich immer wieder.
CfaN macht ziemlich viel in Afrika. Man kann den Newsletter bestellen und diese Arbeit auch unterstützen. Man muss nicht immer selbst an der Front stehen.
Reinhard Bonnke wußte, wie man mit Afrikanern reden muss. Von ihm können Jünger Jesu einiges lernen, bestimmt gibt es noch einige alte Predigten von ihm im Netz, ich habe jetzt gerade keine Zeit, um danach zu suchen.

Zunächst war ich skeptisch... Reinhard Bonnke war Charismatiker und hat in seiner Sturm- und Drangzeit auch einiges gemacht, das ich gar nicht gut finde. Aber seine Predigten und seine Liebe zu den Afrikanern haben mich dann überzeugt, dass er ein authentischer Jünger Jesu war. Daniel Kolenda führt das Werk weiter.
Zippo hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 13:55Nicht schlecht. Landest du nicht auch bei der Frage: "Warum läßt Gott das zu ?"
Natürlich.
Und da sage ich ganz offen, dass auch ich Gott oftmals nicht verstehe.

Aber ich weise darauf hin, dass man zwei Dinge nicht miteinander verwechseln sollte:
1. Dass ich Gott nicht verstehe muss nicht zwangsläufig bedeuten oder beweisen, dass
2. kein Gott ist.

Es gibt ja auch anderes, das man nicht versteht und dennoch akzeptiert.
Ich kann mir keine Bibelverse merken !
Inhaltlich wirst du ja wohl welche zusammen kriegen.
Es ist schwierig, sich einen genauen Wortlaut zu merken, wenn dieser durch Revisionen ständig verändert wird und man die meiste Zeit online liest. Aber den Inhalt kann man sich merken.
Die Menschen haben aber von Geburt an eine andere Gerechtigkeit im Sinn , wie die Evangeliumsgerechtigkeit.
Das sehe ich nicht so.
Sie wissen sehr wohl zu unterscheiden. Was du meinst, das sind vermutlich die Details, etwa zu vorehelichem GV und anderen Zeiterscheinungen. -
Wenn jemand mehr lernt über das Reich Gottes, realisiert er dann auch "Details".

Du kannst von einem Grundschüler, der noch mit den Grundrechenarten kämpft nicht verlangen, eine Integralgleichung zu verstehen und zu berechnen.
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Magdalena61 »

Zippo hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 13:55
Magdalena
Bei mir läuft das anders. Aufgrund meiner Musik, von der ich bereits berichtete, wurde ich angesprochen. Sie ist ein Zeugnis. Das ist hier ein kleiner Ort... ich kümmere mich nicht darum, was geredet wird... Beschwerden kamen noch keine. :D
Was für Musik ist das, sind das Glaubenslieder ?
Ja.
Seit ich mit der Einrichtung von Haus und Garten das Gröbste geschafft hatte, übe ich wieder regelmäßig- jeden Abend- Klassik und anderes. In den ersten Jahren hier war das aufgrund der fehlenden Energie nur eingeschränkt möglich, da spielte ich überwiegend Glaubenslieder; die meisten kann ich auswendig, und da ist ein großes Repertoire vorhanden.

Wenn ich eine Melodie im Kopf habe, also auswendig singen kann, dann kann ich sie auch spielen, in der Regel mit einer selbst konstruierten Begleitung, denn die Originalsätze in den Gesangbüchern (davon habe ich eine ganze Sammlung) sind meist zu langweilig, die sind ja auch, wenn überhaupt mehrstimmig notiert, für einen vierstimmigen Chor konzipiert.

"So nimm denn meine Hände" kennt und mag fast jeder. "Großer Gott, wir loben dich" ebenfalls. Ach, es gibt viele schöne Lieder.
"Du hast, o Herr, dein Leben" kennt jeder Katholik... ich finde es von der Melodie her sehr schön... und wenn man es so spielt wie ich, etwas moderner halt, und nicht, wie die Orgel in dem Video, ist es ein Edelstein. Vielleicht kann ich es einmal aufnehmen.

"O Haupt voll Blut und Wunden"- eignet sich auch sehr gut zum improvisieren. Ein wenig mit der Begleitung spielen... in andere Tonarten wandern--
"Befiehl du deine Wege"-- wunderschön.
"Amazing Grace" kennt auch jeder.

Ein Kleinod ist "Kyrie eleison".

Die alten Schätze der Evangeliumslieder sind wahrscheinlich weniger bekannt, aber nicht weniger schön.
The old rugged Cross u.a.

Das sind ja alles Gebetslieder.
Man kann auch in Tönen beten. Von den meisten Liedern kenne ich den Text- zumindest inhaltlich.

Die Hymne der Mainzer Fastnacht spiele ich auch um diese Jahrezeit.

Zwar sehe ich den "Gott Jokus" mit gemischten Gefühlen. Text

"Im Schatten des Doms" heißt in der Sprache der Welt: "Wir leben im Schatten Gottes"; so ist es gemeint, darauf weist auch: "... und danken, dass wir Gast auf Erden sind" hin. Und ich bitte Gott, diese Bezeichnung nicht übel zu nehmen und auf das- in den Augen bibelversierter Christen ziemlich unbeholfene- Suchen derjenigen, die diese Hymne mit Inbrunst singen, zu antworten.
Das Lied klingt wie ein Gebet.

Die Leute kenne es jedenfalls... und mögen es. :)
Dass so etwas in dieser mittlerweile politisch total versifften Mainzer Fastnacht noch möglich ist...

Daas "Heile heile Gänsje" darf natürlich auch nicht fehlen, das ist zwar kein Gebetslied, aber ein Stück Geschichte/ Tradition- genauso wie Heidschi Bumbeidschi.

Das ist nur eine ganz kleine Auswahl. In der Regel fallen mir die Lieder ein, wenn ich am Klavier sitze... und dann spiele ich das, worauf ich gerade Lust habe.
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Johncom
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Johncom »

Lea hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 13:20 Ich benutze diese Bezeichnung (Heiliger Geist) im Zusammenhang mit menschlichen Taten nur ungerne. Weil es mir oft so scheint, als wähnen Gläubige den Heiligen Geist als persönlichen Besitz.
So kommt es oft rüber. Auch das Bibelzitieren. Egos blähen sich auf, die glauben ernsthaft, sie seien Apostel.
Der heilige Geist kommt nicht aus dem festgeschriebenen Bibelwort, er weht wohin er will.
Ich sage deshalb einfach: Gott kann Alles . .. und ER bewirkt, was er bewirken will. Und Gott weiß auch, was er einem Menschen zutrauen kann.

Das bedeutet auch, dass mein Wissen ohne Gott nichts wert ist – es sei denn, Gott „aktiviert es“, zu dem, was es sein soll.
Gott alleine wirkt, nicht ich. Es sicher klingt überzogen, ich versuche es trotzdem: Sollte Gott mich brauchen, dann wirkt er durch mich. Oder durch einen Mitmenschen, der mich berührt. Nicht ich wirke, Gott wirkt. Und übrigens, hätte ich Bibel-Wissen, es wäre nur "mein" Wissen. Vielleicht eingebildet. Ich wäre stolz, dies und das zu verkünden, und treffe auf andere, die noch stolzer sind, die jeden griechischen Satzbau studiert haben, und es noch besser wissen. Das ist Biblizismus, Schriftgelehrten-Beschäftigung, und hat mit dem realen Leben und der Gott-Erkenntnis im Heute nichts mehr zu tun. Kein normal-gesunder Mensch fühlt sich angesprochen von Biblizismus. Von selbstloser christlicher (heilender) Gegenwart? Ja.
Thema: Wie und was sollen wir predigen? Nichts soll (muss) man predigen. Man darf aber seinen Glauben LEBEN, dann passiert alles übrige von alleine.
Und selbst, wenn ich da mal etwas falsch verstanden habe, kann Gott es zum Guten wenden - bei mir selbst und bei dem Empfänger meiner Botschaft.
Sein Wille geschieht, nicht meiner.
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Johncom
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Johncom »

Magdalena61 hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 18:08 Wenn ich diesem Kontakt mit "Sünde" und "Buße tun" kommen würde, wäre die Sache ein für alle Mal gelaufen. Der größte Teil meines Engagements besteht in anhaltendem Gebet, wenn man das so sagen kann. Ich will den Menschen nicht aufgeben... weil ich es hart finden würde, wenn er nach einem langen Leben, auch des Engagements für Mitmenschen, in der Verdammnis landet... aber ich kann auch nicht deutlicher werden.
Ich finde es absolut zu respektieren, wenn man für sich, andere und (eigentlich) alle ins Gebet begibt. Nur die Vorstellung, jemand könnte "aufgegeben" werden und würde in der Verdammnis landen, ist das nicht irgendwie überzogene Sorge? Wie kann ein Mensch, der sich für andere engagiert hat, verdammt sein. In früheren Zeiten wurden den Leuten Sakramente eingeimpft, also der Glaube, Gott sei so böse, jeden zu verdammen, der nicht getauft ist. Oder geschieden, unehelich geboren, was auch immer.
Ich finde, man sollte deutlich werden mit sich selbst: Welchem Gott diene ich. Dem grausamen oder dem liebenden. Oder mal ganz frech gesagt: dem jüdischen oder dem christlichem.
Geduld scheint mir eine der wichtigsten Voraussetzungen zu sein für eine erfolgreiche Evangelisation. Geduld und echte Liebe /Wertschätzung.
Genau: Geduld. Und das "lassen" von eigenen Vorstellungen. Es geschieht was geschehen soll.
In weltlichen, gesellschaftlichen Dingen, finde ich, sollte man sich lautstark für freiheitliche Werte einsetzen. Sogar wenn es zunächst keinen Erfolg verspricht. Evangelisation im Sinne, Menschen für den rechten Glauben zu gewinnen, ist eine "leise" Arbeit, in der man sich selbst aber auch nicht zu wichtig nehmen muss. Und es kann sein, für so manchen Nicht-Christen ist längst der Platz zur Rechten des Herrn reserviert. Einige Bibel-Fundis, denke ich, brauchen erstmal Erkenntnis-Therapie, die auf das ewige Leben vorbereit.
Geduld und echte Liebe /Wertschätzung.
Bedingungslos, das hat noch gefehlt,
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Helmuth
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Johncom hat geschrieben: Di 17. Feb 2026, 03:25 Welchem Gott diene ich. Dem grausamen oder dem liebenden. Oder mal ganz frech gesagt: dem jüdischen oder dem christlichem.
Kannst du bitte antisemitische bzw. antichristliche Anflüge unterlassen? Das sei dir mal gepredigt. Dein humanistischer Geist hat doch keine Ahnung was wirklich das Evangelium ist. Ein Allversöhnungsgeist ist für mich antichristlich und den Gott der Juden als böse hinzustellen beurteile ich auch als antisemitisch.

Es wird nun einmal so kommen, ob du das wahrhaben willst oder nicht, spielt dabei keine Rolle, dass der Mensch entweder ins Reich Gottes eingehen oder ein ewiges Verderben finden wird. Darum wird ihm das Evangelium gepredigt. Der Mensch muss sich dann entscheiden.

Darum wird allen das Evangelium gepredigt und auch dir wird es gepredigt. So wird es für keinem keine Ausrede geben. Und wer sich nicht entscheidet, der hat sich auch entschieden, denn in diesem Kontext sagt Jesus:
Lk 11,23 hat geschrieben: Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von oTp »

Na ja, Helmuth. Immerhin ist den Juden die Lehre von Gott, die Jesus vermittelt, nicht verständlich. Während wir Christen eine Brücke schlagen zwischen AT und NT.

Die KI formuliert dazu Folgendes:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Jesus die alttestamentlichen Schriften nicht ablehnt, sondern deren Kernabsicht – die Liebe zu Gott und den Menschen – radikalisiert und neu fokussiert.
Und es wäre ja sowieso klar, dass Jesus auf dem AT aufbauen muss. Er hat schließlich den Juden gepredigt.Und nutzt es zir Belehrung, konnte daran anknüpfen.

Helmuth, du weißt ja, dass ich die Schöpfungsgeschichte und die Arche Noah nur als Belehrungsmittel akzeptiere. Ich kann ja nicht die Wissenschaft verleugnen. Aber das Wirken Gottes ist nun mal schwer zu begreifen und zu erklären ohne Spuren davon in der Geschichte der Juden aufzuzeigen. Wie genau diese "Spuren" sind, oder ob Ereignisse lehrreich darin verarbeitet wurden, da bin ich kritisch.
Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
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Helmuth
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

oTp hat geschrieben: Di 17. Feb 2026, 06:09 Und es wäre ja sowieso klar, dass Jesus auf dem AT aufbauen muss. Er hat schließlich den Juden gepredigt.Und nutzt es zir Belehrung, konnte daran anknüpfen.
OT: oTp, ich gehe meist nur auf das ein, was ich zum Thema für relevant halte. Das andere interessiert mich an der Stelle nicht, zumal viele Dinge schon x-mal besprochen und dann nur zerredet wurden.

Hier zum Thema würde ich sagen, dass Jesus zum Evangelium immer wieder Bezüge zum AT hergestellt hat, dass er schon aufgrund dessen das Evangelium auf Basis des AT nicht nur gelehrt, sondern auch verkündigt hat.

Was ist nun im NT anders? Das ist theologisch ein einfacher Satz: Es lehrt, das das AT durch ihn erfüllt wird. Verstehen kann es aber vielleicht nicht jeder. Dann kann man es auch anders ausdrückten: Jesus verkündigt nicht nur das Evangelium, er verkörpert es auch. Er ist der, auf den die Propheten hindeuten:

Dazu wiederum „lehrt“ Jesus, dass das AT schon über ihn redet, wie er so zum Beispiel diese zwei Jünger, die aber schon bekehrt waren, belehrt hat. Denen musste er nicht mehr etwas verkündigen, aber belehrt zu werden hat für Menschen kein Ablaufdatum:
Lk 24,27 hat geschrieben: Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklärte er ihnen in allen Schriften das, was ihn selbst betraf.
An der Stelle schreibt Lukas nicht, dass Jesus verkündigte oder predigte, sondern „er erklärte“.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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