Da du das wiederholt schreibst, sollten wir es offen thematisieren. Der Gott Jakobs ist JHWH. Deine Identifizierung mit Jesus ist dein persönlicher Glaube und ich werde dagegen nicht weiter vorgehen, weil das genauso nutzlos ist wie gegen den Glauben eines überzeugten Nichtchristen vorzugehen.
Diese Auffassung ist aber nicht einmal der allgemeine Konsens unter Christen, was dir möglicherweise gar nicht bewusst ist, allerdings wird es dir genau so egal sein wie mir, der damit auch nicht harmoniert. Trinitarier deuten den einen Gott in drei Hypostasen, aber diese werden untereinander nicht gemischt, also JHWH ist JHWH und Jesus ist Jesus. Im AT tritt nur JHWH auf, im NT nur mehr vereinzelt, dafür dann Jesus nach seiner Taufe in Vollmacht.
Du und ich wir sind beide Sonderlinge des christlichen Glaubens. Für mich gibt es keine Hypostasen, sondern es gibt JHWH, den Vater und dieser zeugte seinen Sohn, den Christus Jesus von Nazareh. Sie sind zwei unabhängige Wesen. Damit bin ich ebenfalls ein Sonderling, weil dieses das trinitarische Konzept sogar kippt.
Was ich nicht mehr mache: Meinen Sonderglauben auf Biegen und Brechen bezeugen. Wenn ich mein Bekenntnis aber auf die formale Schrift stütze, dann nehme ich jedem den Wind aus den Segeln, denn darauf stützt sich ja jeder. Es wird dann hart gegen den Stachel auszuschlagen.
Du auch und klarerweise ich auch. Aber ich hege die Hoffnung, dass wir beide dann bei dem einen Herrn sind. Für andere können wir beten und ihnen das Evangelium bringen, aber dann ohne Theologiekram, denn genau das treibt viele weg. Also nicht Jesus treibt sie weg, sondern wie wir ihn bringen, das vertreibt sie.
Darum sage ich ungeschminkt: Jüdische Seelen mit theologischen Bekenntnissen zu gewinnen suchen halte ich für verfehlt, noch dazu auf sture Art. Das ist nicht das Evangelium, sondern der Versuch einer Indoktrination auf Basis theologischer Positionen, der selbst die Christen spaltet. Also ist da der Wurm drinnen.
Diesmal setze ich es nicht im Bibelforum, da man uns beiden gleichfalls Bibelkritik vorwerfen kann. Das also nicht nur mir, sondern dir ebenso, wenn du etwas bekennst, was nach allgemeinem christlichen Konsens als Glaubenskritik verstanden werden kann.
Ziel der Diskussion ist nicht ein Match der Bekenntnisse, sondern der Konsens. Also wie können Christen in Einheit kommen? Dann wird das Evangelium auch besser greifen. Dass wir einen Konsens finden, halte ich zumindest unter denen möglich, die nicht nur bekennen, den Heiligen Geist zu haben, sondern sich von ihm auch leiten lassen.