Psalm 8: Was ist der Mensch, dass du sein gedenkst

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Larson
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Psalm 8: Was ist der Mensch, dass du sein gedenkst

Beitrag von Larson »

Psalm 8 Was ist der Mensch, dass du sein gedenkst

Vers 1
(Luther) Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf der Gittith. (מְנַצֵּ֥חַ (mᵉnatseach) נָצַח (nātsach) wird nicht übersetzt
(Elberfelder) Dem Vorsänger מְנַצֵּ֥חַ, auf der Gittith. Ein Psalm von David
Über das Wort מְנַצֵּ֥חַ ist man sich nicht so einig, Vorsänger. Sangmeister, Chorleiter oder dann auch „Siegverleiher“. Bedeutung נָצַח herausragend sein, glitzern. Somimt auch „Siegverleiher“. (Vulgata und LXX „zum Ende“, „bis an die Hügeln“)

Aber interessant ist dann die „Gittith“ גִּתִּית (gitijt) was meist als Musikinstrument (eine Art Harfe) betrachtet wird, wie auch Ps 81 und Ps 84. Aber auch hier:

(Pattloch) Dem Chorleiter. Nach der gittitischen Weise. Psalm Davids
(Menge) Dem Musikmeister, nach der Keltertreterweise; Psalm David.
(B&R) Des Chormeisters, nach der Kelterweise, ein Harfenlied Dawids.
(Vulgata) Zum Ende, für die Keltern, ein Psalm Davids.
(Hirsch) Dem Siegverleiher über die „Kelterung“ הַגִּתִּ֗ית (haGitijt). Psalm Davids.
Und die LXX spricht vom: ληνῶν (lēnōn) Keltertrog

גִּתִּית -> גַּת (gat) Kelter, und auch eine Philisterstadt

„Kelterung“ passt gut zum Inhalt des Psalms, denn es geht um die „herbeizuführende Gewinnung des Edlen“, des inneren des Menschen. Ein Bewusstsein und bewusstwerden über die Stellung des Menschen in dieser Welt. Dazu würde auch der Inhalt von Ps 81 und Ps 84 passen. Alle drei Psalmen sprechen vom dem im Menscheninnern getragenen edlen Kern des von Gott gegebenen Wahren und Guten, dessen endliche Gewinnung das letzte Ziel der göttlichen Waltungen bildet.

(V2) erster Teil gleich wie Vers 10 JHWH, unser Herr, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde.
JHWH als der Herr אָדוֹן (ʽādon) Israels, also somit der Besitzer, und allein und einzig Sein herrlicher Name ist mächtig auf der ganzen Erde. ה֝וֹדְךָ֗ (hodᵉkā) Majestät, Pracht, Würde. Und dies über Himmel und Erde: Die Macht und der Einfluss, den die Himmel, das ist die ganze ausserirdische Welt, auf die physische Gestaltung der Erde und ihrer Bewohner zu üben, wie auch Ps 19,2-7)

(V3) Säuglinge und Kleinkinder, von ihnen aus hat Gott die Macht gegründet. Die schwächsten in der Gesellschaft, um derer willen, die Gott bedrängen / beschränken wollen.
עוֹלֵל (ʽolel) Kind, Kleinkind: von עוּל (ʽul) saugen (Hi 3,16, das Ungeborene) und
וְֽ/יֹנְקִים֮ (wᵉJonqijm) יָנַק (jānaq) säugen, Säugling, Amme, stillen.
Mit jedem Neugeborenen tritt eine reine den Gottesbewusstsein zuatmende Seele in diesen Erdkreis.
So stehen jene, die den Namen Gottes in seiner Macht schmälern wollen, aus dem Gedankenkreis ausschliessen oder Abstriche machen, Gott entgegen, bei welchen Gelegenheiten auch immer.

לְ/הַשְׁבִּ֥ית (lᵉHaschbijt) zum Ruhen שָׁבַת (schāvat: 1,Mo 2,3) zu bringen.
Bei der Verbreitung oder Nichtverbreitung der Gotteserkenntnis handelt es sich nicht um die Gott nach Gebühr zu zollende oder zu versagende Huldigung; es handelt sich vielmehr um das ganze soziale Wohl und Weh der Menschen, das in allererster Linie durch den lebendig wirksamen Einfluss bedingt ist, den der Gottesgedanke auf die Gesinnung und das Verhalten der Menschen gegeneinander übt.

(V4) Die Himmel, Mond und Sterne, denen Gott Sein Gesetz gab, nicht nur erschaffen, nicht nur die Namen gegeben (Ps 147,3), sondern auch fortwährend mit „seinen Fingern Werk“ erhaltend und lenkend.

Und, am Tag ist der Mensch „Herr“, er hat den Überblick und ist sich seiner Winzigkeit wenig bewusst.
Erst im Schatten der Nacht wird das Heer des Himmels, das Sternenzelt ersichtlich und die Erde schwindet zu einem Pünktchen im Weltall zusammen und der Mensch auf diesem zu vollendetester Winzigkeit.
Dies will der Psalmist betonen, die unendliche Grösse und Weite der Schöpfung, und das kleine Menschlein darin.

Dann Vers 5: was ist dann der Mensch (אֱנ֥וֹשׁ (ʽĕnosch)), dass Du seiner Dich erinnerst, was der Sohn der Menschheit וּבֶן־אָ֝דָ֗ם (uvën‾ ʽādām) , dass Du ihn in sein Weltamt eingesetzt!

אֱנ֥וֹשׁ (ʽĕnosch) (1.Mo 4,26) bezeichnet eine getrübte Menschheitsstufe, der Mensch, der nicht als Adam אָ֝דָ֗ם (ʽādām), als im Dienst Gottes stehende Statthalter auf Erden sich begreift, sondern in Selbstherrlichkeit sich gegen Gott und der Welt sich setzt.
Der zum Enosch entartete Mensch kennt nur sein Recht und aus diesem heraus, aus seinem Recht erwächst aus ihm die Pflicht, ihn zu erhalten und sich geltend zu machen, sein „Ich“ ist der Boden seines Rechts und das Ziel seiner Pflicht.
בֶן־אָ֝דָ֗ם (vën‾ ʽādām) Menschensohn 1.Mo 1,26 als Gottes „Stellvertreter“ auf Erden, die sittlichen Zwecke in dieser physischen von Gott gegebenen Welt zu verwirklichen. Gott ist ihm die Quelle und Ziel seiner Pflichten und Boden seines Rechts.

(V5) mit V6 (es steht „Elohim“ und nicht „Engel“: Pattloch: Nur wenig geringer als einen Gott… / (andere:) von Göttlichem versagt), ergibt sich ein gewaltiges Bild, das jede Trinitätslehre oder Engel-Hierarchie sprengt:
Der Mensch ist Enosch (schwach, sterblich). Der Mensch ist Ben-Adam (aus Erde gemacht, geerdet). Aber: Gott hat diesen erdgebundenen, schwachen Menschen nur „wenig geringer als Elohim (Gott)“ gemacht.

תִזְכְּרֶ֑נּוּ (tizkᵉrënu) זָכַר (zāchar) gedenken, im Gedächtnis bewahren, den Menschen nicht einfach seinem Schicksal überlassen, sondern sich seiner rettend annehmen, wie Ps 136,23; Ps 88,6; Ri 16.28. Es heisst wesentlich, jemanden in sein Amt einsetzen, ihn zur Lösung einer Aufgabe bestellen. „… und Du ihn zu seinem Verwalter bestellst“ in seiner verschwindenden Winzigkeit gegen due Unermesslichkeit der Sternenwelt, die sich dem Gesetz des Bildners beugen. Nur der Mensch widersetzt sich dem.

(V6) So hat Gott den Menschen erhoben, der einzige, zur bewussten sittlich freien Lösung seiner Aufgabe berufene, mit dieser bewussten sittlichen Freiheit, nächst Gott (der einzigen absolut freien Persönlichkeit) das einzige persönliche Geschöpf in der Gotteswelt, wie hoch hinaus über Sternengrösse und Sternenhoheit steht der reine Mensch als gedankenvoller freier Diener an Gottes Thron!

(V7) מָשַׁל (māschal) herrschen, gebieten, verwalten: 1.Mo 24,2, Elieser, der das Haus verwaltete. Also sie ganz im Sinne Abrahams entsprechend den Bestimmungen und Stellung. So hat Gott den Menschen zum Verwalter im Haushalt Seiner Erden-Welt eingesetzt. Somit nicht seinen, des Menschen selbstherrischen Willens, sondern den ihm von Gott zugewiesenen Zwecke hat er sie zu verwalten, die Erde ihrer Bestimmung näher zuführen, sie zu schützen und zu erhalten.

(V8.9) als Herrscher über Tiere, ) צֹנֶ֣ה (tsonëh) Kleinvieh, Schafe. Ungewöhnliche Form für צֹאן (tsoʽn). שָׁאַן (schāʽan) sicher, das des Menschenschutzes bedürftigen Tier. צָנַע (tsānaʽ) bescheiden, demütig. צָנַח (tsānach) herabspringen, herablassen. Aaber nicht über den Menschen, denn da ist der „soziale Weg, wie die beim schwachen Kleinvieh, die besonderen Schutz gebrauchen.

(V10) und so führt der Weg zum Ziel und so erklingt es, wenn „gekeltert“ wurde.


So hat er Psalm nichts mit dem zu tun, gemeinsam, wie er entzerrt im NT (Hebr) gebraucht wird, und somit ist auch mein Veto brgründet
Kaum wird eine Lüge entlarvt, hat sie schon mehrere Kinder geboren, weil sie sehr fruchtbar ist.
Da hat es die Wahrheit schwerer. Es gibt sie nur einmal. Wie soll sie sich vermehren?
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