Larson hat geschrieben: ↑Mo 8. Jun 2026, 15:21
„Jüdisches“, die Tenach ist nicht „weltlich“, sondern vom Ewigen dazu bestimmt. Also kann (sicher, man kann alles…) die Tenach nicht nach weltlichen Massstäben philosophisch interpretieren.
Ich kritisiere die rabbinisch-talmudische Auslegung.
Larson hat geschrieben: ↑Mo 8. Jun 2026, 15:21
Und da beginnt es schon… Mose war genau so „Jude“, als Begriff, ein Israelit.
Mose war ein Prophet und kein Rabbiner oder Talmudgelehrter.
Im Talmud Traktat Sanhedrin 11a steht
„Nach dem Tod der letzten Propheten Haggai, Sacharja und Maleachi wich der Heilige Geist von Israel“
Der Kontext schließt ja gerade nicht aus, dass Einzelne Menschen weiterhin vom Heiligem Geist geführt werden, aber in Bezug auf einzelne Menschen kann man kein allgemeines "jüdische" dafür reklamieren. Anders herum widerspricht die Ausgießung des Heiligen Geistes, die in der Apostelgeschichte beschrieben wird, nicht grundsätzlich dem Traktat Sanherdrin 11a. Der eigentliche Streit beginnt dort, wo aus einer möglichen Inspiration Lehren abgeleitet werden, die den neutestamentlichen Aussagen entgegenstehen.
Larson hat geschrieben: ↑Mo 8. Jun 2026, 15:21
Nein, du vergisst all de Wundertaten, welche der Ewige schon in Ägypten gewirkt hatte,
Nein, ich vergesse die nicht. Das Volk selber hat sie aber zum Teil vergessen oder geleugnet, wie ja aus der Erzählung deutlich hervorgeht. Israel bestand nicht aus braven und lieben Menschen. Gott beklagt das oft genug und auch später immer wieder. Für böse Menschen wurde das Gesetz gemacht, nicht für die Gerechten.
Larson hat geschrieben: ↑Mo 8. Jun 2026, 15:21
Tja, und jene, denen die Torah gegeben wurde, dieses Volk existiert immer noch, und sie ist für „alle Zeiten“ gegeben. Sie ist unabänderlich, auch gibt es keinen „Ersatz“ oder gar eine „Ersatzreligion“. Deshalb ist auch ein „Reformjudentum“ problematisch, denn wo beginnt die Lehre Gottes, und wo kann sie geändert werden, wo Gott sagt, dass man nichts hinzufügen oder wegnehmen darf.
Gute Fragestellung. Aber setzen wir voraus, dass es das Volk noch gibt. Das bestreite ich gar nicht, obwohl wir beide davon wohl unterschiedliche Vorstellungen haben. Wichtig ist nur, dass es keine Kollektiverkenntnis durch das Tun gibt, sondern nur eine individuelle, die immer wieder neu gelernt und praktiziert werden muss. Diesbezüglich gibt es immer Fortschritte, aber auch Rückschritte. Auch darüber lässt sich wunderbar schon in den Büchern der Könige und Chroniken lesen.
Larson hat geschrieben: ↑Mo 8. Jun 2026, 15:21
Der „Bibeltext“ erklärt noch einiges nicht, macht aber den Bibeltext deshalb nicht fragwürdig, dass man diesen Kontextlos mit weltlichem Denken verstehen soll.
Das stimmt, aber von diesem Vorwurf nehme ich mir nichts an. Ich deute die "Ius Talionis" im Gesetz Mose ja nicht kontextlos, sondern ich berücksichtige, dass dies zu und über Menschen gesagt wurde, die kulturell heidnisch vorbelastet waren. Ansonsten hätte ihnen gar kein Gesetz gegeben werden müssen. Ich wiederhole : eine von Israel mitgebrachte Gerechtigkeitsvorstellung als common-sense wurde von Gott kodifiziert. Erst dadurch wird die Schwäche dieser mitgebrachten Gerechtigkeitsvorstellung entlarvt. Nach diesem Prinzip ging auch Jesus vor. Er zeigte den Volksführern, wohin es führt, wenn sie ihre Rechtsvorstellung konsequent anwenden: Der Gerechte wird zum Tode verurteilt.
Larson hat geschrieben: ↑Mo 8. Jun 2026, 15:21
Weiter hat Jesus ja die „Traditionen“ bestätigt, als er dem Volk sagte: „alles, was sie lehren / sagen, das tut, nur aber seid nicht so wie sie….“
Wir wissen nicht genau, was sie damals alles gelehrt haben und wie sie die Thora interpretierten. Man darf talmudische Erkenntnisse aber nicht einfach auf sie übertragen.
Larson hat geschrieben: ↑Mo 8. Jun 2026, 15:21
Eben, es ist deine Sicht, nicht die jüdische, welche seit Jahrtausenden um solche Texte diskutieren.
Richtig, ich reflektiere die alten Texte, nicht primär die Diskussionen darüber.
Larson hat geschrieben: ↑Mo 8. Jun 2026, 15:21
Was natürlich eine haltlose Unterstellung ist…. Das Gesetz wurde ihnen ja erst nach der Flucht gegeben, du sie hatten 40 Jahre Zeit in der Wüste, dieses zu „studieren“.
Was soll nun eine haltlose Unterstellung sein ? Du bestätigst das eher. Nach der Flucht erst kam das Gesetz und dann erst kam die 40 vierzigjährige Wüstenwanderung. Wir diskutierten hier hauptsächlich um Stellen aus den 2. und 3. Büchern Mose. Die Wüstenwanderung findet ab dem 4. Buch Mose statt. Im 5. Buch Mose 19 wird die "Ius Talionis" wiederholt.
Larson hat geschrieben: ↑Mo 8. Jun 2026, 15:21
Ich habe die Kontexte zusammengezogen, und nicht wie andere zerlegt. Die Torah ist ein ganzes Werk, und so muss man die verschiedenen Stellen, wo das gleiche Behandelt wird, gemeinsam betrachten.
Es wird ja gerade nicht das Gleiche behandelt. Einmal geht es um Körperverletzung, das andere mal um Eigentumsdelikte. Man kann zwei verschiedene Dinge natürlich analog handhaben, aber dann muss das auch so gesagt werden.
Larson hat geschrieben: ↑Mo 8. Jun 2026, 15:21
Nicht ganz, Gott erstattete ihm alles und sogar zusätzliches, dazu noch die innere Erkenntnis Gottes.
Das war Gottes Gnade und hatte nichts mit juristischer Handhabe zu tun.
Larson hat geschrieben: ↑Mo 8. Jun 2026, 15:21
Jesus sagt nicht, dass es so steht, sondern er spricht vom hören. Und sein „Gegenkonzept“ funktioniert in einer Gemeinschaft mit. Individuell kann man solches tun.
Trotzdem steht es ja so da, wie er sagt und wie es gehört wurde. Wenn das Geschriebene durch das Hören falsch eingeordnet und vor allem angewendet wurde, sagt das doch schon alles. Wenn du ein Individuum isoliert betrachtest, würde es ja kaum zu Konflikten mit Volksgenossen kommen. Das Gesetz regelt aber dem Umgang unter Volksgenossen, nicht mit Fremden.