Helmuth hat geschrieben: ↑So 14. Jun 2026, 08:22
Da stimme ich zu, weil ich das so auch ausgeführt haben, aber der Punkt ist, dass du damit das Wesen Satan weiter für nicht als real existent halten willst. Das ist der rigorose Unterschied zu meiner Auffassung.
1. Stimmt das so nicht, denn für mich ist Satan sehr real. Nur eben ist Wesen noch nicht Lebewesen und Geschöpf.
2. Wollten wir uns auf diese Debatte doch nicht wieder fokussieren.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 14. Jun 2026, 08:22Zurück zu Jesus in der Wüste. Wäre er kein reales Wesen, wie sollte Jesus mit ihm sprechen? Wenn also nicht der Geist des Teufels anwesend war, dann hätte Jesus Selbstgespräche geführt, wie ich das mit oTp diskutiere, dass ohne die gehörte Stimme gar kein Dämon am Werk ist, sondern eine Geistesstörung vorliegt.
Erinner dich an Samuels Mutter Hanna, wie sie zu Gott spricht, dabei aber ihre Stimme nicht zu hören ist. Eli hält sie für Betrunken.
Dass Jesus Selbstgespräche führte, muss man gar nicht abwerten. Dann würde man urteilen wie Eli über Hanna. Die Passagen mit Jesu Versuchung sind aber keine Beschreibung von Beobachtern, denn da war ja sonst kein Mensch und schon gar keiner seiner Jünger anwesend. Die Evangelien berichten über die Versuchung, weil Jesus ihnen verständlich darstellen wollte, was mit ihm in der Wüste passierte. Wichtig ist die Versuchung. Nicht vom wem sie kommt, sondern mit was verführt wird. Das ist doch das, worauf wir uns konzentrieren wollen. Angenommen, es tritt eine Gestalt hinzu, die ganz offensichtlich das leibhaftig Böse in Person ist. Die könnte doch gar niemanden verführen. Die könnte höchstens mit Gewalt zwingen, aber das passiert ja hier gerade nicht. Der Teufel sagt zu Jesus nicht : "Gehorche mir, oder ich schade dir."
Helmuth hat geschrieben: ↑So 14. Jun 2026, 08:22
Das ist eine Fehlinterpretation, denn Petrus ist nicht der Satan, gemeint der Teufel. Ansonsten hätte Jesus den Teufel zum Apostel gemacht.
Wer hat denn zu Jesus menschlich gesprochen ? Das war Petrus. Natürlich ist Petrus nicht DER Satan.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 14. Jun 2026, 08:22Du willst das nun als Beleg für deine Sichtweise heranziehen, weil es den Satan nach deiner Auffassung in der Form gar nicht gibt.
Ich will damit sagen, dass es Petrus war, der hier Jesus davon abhalten wollte, dass er seinen Weg zum Kreuz geht. Das war niemand anders, der sich da Petrus bemächtigt hätte. Das war Petrus eigenes tiefes Missverständnis seiner Vorstellung vom Messias und keine ad hoc Fehleingebung.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 14. Jun 2026, 08:22Nach deiner Prämisse wäre das daraus ableitbar, indem Satan quasi nur eine Metapher ist. Das klingt schlüssig, nur ist die Prämisse falsch und damit ist es kein Beweis, sondern ein menschlicher Irrtumsschluss.
Satan ist in dem Moment eine Rollenzuweisung. So wie Jesus in Johannes 6,70 sagt, dass einer aus den Jüngern Teufel ist. Auch Judas hatte ein tief sitzendes Missverständnis über die Rolle des Messias. Das allein macht noch nicht zum Teufel oder Satan. Zum Teufel oder Satan wird die Person erst, wenn sie das falsche Denken in konkretes Handeln übersetzt. Petrus wollte Jesus hindern und ihm einreden, den Weg nicht zu gehen. Judas hat Jesus verraten und wollte wohl ebenfalls nicht, dass Jesus umgebracht wird, sondern initiieren, dass Jesus seine Macht vor den weltlichen Machthabern endlich offenbart. Das ist ähnlich, wie die evangelikalen Fanatiker in den USA, die durch Herbeireden von Krieg und Zerstörung im Nahen Osten den Messias zur Rückehr zwingen wollen.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 14. Jun 2026, 08:22Aber darauf könntest du als Schriftkenner selbst kommen, denn gerade das wirft Jesus Petrus vor, dass er menschlich denkt. Er sagte nicht satanisch, sondern eben wie ein Mensch:
Markus 8:33 hat geschrieben: Er aber wandte sich um, und als er seine Jünger sah, tadelte er Petrus, und er sagt: Geh hinter mich, Satan! Denn du sinnst nicht auf das, was Gottes, sondern auf das, was der Menschen ist.
Wo ist jetzt der Unterschied ? Menschlich denken ist in diesem Fall satanisch.
Jesaja 55,8 Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht Jahwe.
9 Denn wie der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.
Du gehst von der Formel aus: Satan ≠ Mensch, weil Mensch = Schöpfungsgattung + Satan = Schöpfungsgattung. Letzteres ist die grundlegende fiktionale Prämisse.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 14. Jun 2026, 08:22Es gab keine böse Absicht, Petrus wollte Jesus bloß schützen und damit ist die Handlung nicht teuflisch, sondern menschlich, wohl aber gegen Gottes Absicht, die Petrus noch verboren war. Klar, dem Teufel hätte das gefallen.
Du verharmlost Petrus völlig. Er meinte es nur gut ? An dieser Stelle offenbart sich doch, dass Petrus Jesus überhaupt nicht ernst nahm. Er hielt den Plan für verrückt.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 14. Jun 2026, 08:22Deshalb meine ich reagierte Jesus barsch, nicht aber, dass er Petrus verurteilen wollte, sondern er sollte bloß beiseite treten, ihm sozusagen nicht im Weg stehen. Wir sehen aber auch, sie blieben trotzdem dicke zusammen.
Naja, bis Petrus Jesus verleugnet hat. Petrus war schon eine schwierige Person, aber wohl einer der ganz wenigen, die wenigstens Potenzial hatten. Nur war er auch durch falsche Lehren beeinflusst, wie wahrscheinlich alle.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 14. Jun 2026, 08:22Dazu sollte man wissen, dass das hebr. Satan auch für eine andere Bedeutung steht, die nichts mit dem Teufel zu tun hat. Ich denke, das weißt du, aber du ignoriert den Aspekt zugunsten deiner Sichweise.
Gerade das ignoriere ich ja nicht, sondern hebe das hervor. Viel mehr bin ich sehr skeptisch, dass Satan im Hebräischen DEN großen Einen meint. Dafür gibt es im AT keinen Beleg. Was du als auch eine andere Bedeutung bezeichnest, sehe ich als die eigentliche Bedeutung.
Aber noch mal : Es geht um Verführung, nicht um Wesen. Bestimmte Arten von Verführung sind satanisch, gleich von wem sie kommen. Die Verführenden denken falsch oder betrügerisch.