Leihmutterschaft

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Magdalena61
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Leihmutterschaft

Beitrag von Magdalena61 »

Aufgrund der Erweiterung der Familien Hendrik Streeck und Jens Spahn wird derzeit viel darüber gesprochen.
Zur Sache Spahn möchte ich nicht unbedingt eine Diskussion anstoßen; ich gönne es jeder Frau, Mutter zu sein und jedem Mann, Vater zu sein... ich würde es aber auch jedem Kind gönnen, mit Vater und Mutter aufzuwachsen. Die Kinder werden nicht gefragt.

Die Regelungen zur Leihmutterschaft sind in den Ländern total verschieden, sogar europäische Länder haben da unterschiedliche Vorgaben:
Länder, in denen Leihmutterschaft legal ist
So regeln EU-Staaten die Leihmutterschaft

Wie kann man das mit Gerechtigkeit den Bürgern gegenüber; mindestens innerhalb eines "Regierungsbezirks", also beispielsweise innerhalb der EU, vereinbaren?

Meiner Meinung nach gehen die Diskussionen zu sehr über die Köpfe derjenigen hinweg, die real betroffen sind.

Angesichts der modernen medizinischen Möglichkeiten haben Paare heute ja die Möglichkeit, dass wenigstens einer der Partner der leibliche Elternteil des Kindes sein kann. Aber es ist halt sehr teuer, auf diesem Wege Nachkommen zu zeugen. Es kann doch nicht ausschließlich Wohlhabenden vorbehalten sein, auf diese Weise Eltern zu werden?


Wie seht ihr das?

Mir tun die Frauen leid, die sich so sehr ein Kind wünschen, aber keines bekommen können, weil ihr Körper sich weigert, eine Schwangerschaft anzunehmen bzw. auszutragen. Und die Liste der Eltern, die darauf warten, ein Baby adoptieren zu können, ist sehr, sehr lang.

Wie seht ihr das?
LG
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jsc
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Re: Leihmutterschaft

Beitrag von jsc »

Magdalena61 hat geschrieben: ↑Do 8. Okt 2026, 19:56 Wie seht ihr das?
Ich denke, dass man bei dem Thema nicht vergessen darf, dass die Leihmutter in der Regel aus finanziellen Gründen mit macht.

Soweit ich weiß sind es selten bis gar nicht altruistische Fälle, wo Freundinnen oder Verwandte die biologische Aufgabe übernehmen.
Bei finanziellen Motiven muss man sich auch die Frage der Freiwilligkeit stellen. Wie hoch ist wohl der Anteil derer, die sich denken: "ich könnte jetzt auch in Naturwissenschaften promovieren und damit mein Geld verdienen, aber mir macht schwanger sein viel mehr Spaß als im Labor zu arbeiten... Also wähle ich den Job als Leihmutter"

Alles ein bisschen überspitzt dargestellt, aber ich denke du verstehst es als Frau vermutlich noch viel besser was ich meine, oder?

Letzten Endes nutzen Menschen mit Geld (auch) die Notlage von Frauen mit wenig Geld mindestens stückweit aus, oder nicht?

Deshalb müsste man die Punkte (deine Aussagen, meine Aussagen und vermutlich noch viele weiteren) abwägen, denn mein Punkt alleine ist bei weitem nicht ausreichend, denn mit dem alleine könnte man jeden Arbeitgeber, der Menschen zum Mindestlohn einstellt ebenfalls unterstellen, dass er die Mitarbeiter ausbeutet...
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Hoger
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Re: Leihmutterschaft

Beitrag von Hoger »

Der Bioethik-Expertenrat erklärt: „Leihmutterschaft ist eine in sich falsche Handlung, die mit dem christlichen Glauben und der christlichen Moral unvereinbar ist.“

Die Mitglieder des Rates weisen darauf hin, dass der Kinderwunsch nicht als Recht auf ein Kind ausgelegt werden könne, „denn ein Kind ist im ontologischen Sinne – das heißt als menschliche Person – nicht das Eigentum seiner Eltern“. „Zeugung und Geburt eines Kindes können nicht Gegenstand einer kommerziellen Transaktion sein – weder seitens der Frau, die ihren Körper für eine Leihmutterschaft zur Verfügung stellt, noch seitens derer, die auf diese Weise ein Kind erlangen wollen; ebenso wenig darf die Praxis der Leihmutterschaft von staatlichen Institutionen toleriert, gestattet, akzeptiert oder – erst recht nicht – gefördert werden“, heißt es in der Erklärung.
(https://www.kath.net/news/91181)

Das Kind ist das Produkt Gottes - und nicht des Menschen
Christus, der menschgewordene Sohn Gottes, ist das vollkommene, unübertreffbare, eingeborene Wort des Vaters. In ihm sagt der Vater alles, und es wird kein anderes Wort geben als dieses (Katechismus der RKK Nr. 65)
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Magdalena61
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Re: Leihmutterschaft

Beitrag von Magdalena61 »

Katholische Amtsträger haben sich auch übel vergriffen in Bezug auf die AfD und damit ihre Kompetenzen weit überschritten. Allerdings waren evangelische Pastoren und Bischöfe keinen Deut besser.

Meines Wissens existiert kein Verbot für Leihmutterschaft in der Bibel.
Im Gegenteil: Abraham und Hagar... "Nach biblischem Recht galt das Kind einer Sklavin (Hagar) als das Kind der Herrin (Sara)". (Wiki)

Die Option: "Sklavin, muss sich auch gegen ihren Willen schwängern lassen und hat keinerlei Rechte an ihrem Kind"... geht natürlich überhaupt nicht.

Der Idealfall war das nicht mit Hagar, und es ist ja auch nicht gut ausgegangen-- weil Abraham Träger einer Verheißung war, und die erstreckte sich auf sämtliche seiner Nachkommen, also auch auf Isaak.

Die Frauen und Männer von heute sind aber keine solchen Verheißungsträger.

Und verboten war das nicht, was Abraham tat, sondern damals übliche Praxis.
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Hoger
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Re: Leihmutterschaft

Beitrag von Hoger »

Er hat seiner Sklavin ein Kind gemacht - wo ist da Leihmutterschaft?

Wo ist - in der Bibel - die Mutter nicht mehr vorhanden
Christus, der menschgewordene Sohn Gottes, ist das vollkommene, unübertreffbare, eingeborene Wort des Vaters. In ihm sagt der Vater alles, und es wird kein anderes Wort geben als dieses (Katechismus der RKK Nr. 65)
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Magdalena61
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Re: Leihmutterschaft

Beitrag von Magdalena61 »

jsc hat geschrieben: ↑Fr 9. Okt 2026, 06:38
Magdalena61 hat geschrieben: ↑Do 8. Okt 2026, 19:56 Wie seht ihr das?
Ich denke, dass man bei dem Thema nicht vergessen darf, dass die Leihmutter in der Regel aus finanziellen Gründen mit macht.
Das wird in fast allen Fällen so sein.
Mir ist nur ein einziger Fall bekannt von einer Mutter, die ein Kind für ihre Tochter austrug, also dann mit der Geburt des Kindes gleichzeitig Mutter und Großmutter wurde. Das sehe ich allerdings als problematisch an, weil ihre Gefühle als Mutter des "Enkels" eventuell zu sehr dominieren und Freiheit des Umgangs mit dem Kind der Tochter dadurch beeinträchtigt werden könnte.
Bei finanziellen Motiven muss man sich auch die Frage der Freiwilligkeit stellen. Wie hoch ist wohl der Anteil derer, die sich denken: "ich könnte jetzt auch in Naturwissenschaften promovieren und damit mein Geld verdienen, aber mir macht schwanger sein viel mehr Spaß als im Labor zu arbeiten... Also wähle ich den Job als Leihmutter"
Spaß?
Eine Schwangerschaft erfordert so viel Disziplin und Kraft, nein, ein "Spaß" ist das nicht, das kann ich mir nicht vorstellen. Aber wahrscheinlich sind es schon eher Frauen aus den weniger betuchten Schichten, die sich als Leihmutter zur Verfügung stellen. Und wenn sie das gut machen, dann ist es doch egal, welchen Schulabschluß sie haben; es ist ja nicht ihre Eizelle, die verwendet wird, somit ist sie genetisch nicht mit dem Kind verwandt.

Eine Frau, die ein Kind für eine andere Frau austrägt, sollte weit besser entlohnt werden, als das der Fall ist. Mit neun Monaten Schwangerschaft ist es ja nicht getan. Der Körper braucht Jahre, um sich zu regenerieren.
Letzten Endes nutzen Menschen mit Geld (auch) die Notlage von Frauen mit wenig Geld mindestens stückweit aus, oder nicht?
Die oberen Zehntausend habe ich jetzt nicht so im Blick- was die Reichen sich so leisten, findet nicht unbedingt immer meine Zustimmung. Ich denke an "ganz normale" Frauen aus der Mittelschicht. Frauen aus finanziell schwachen Verhältnissen können sich Leihmutterschaft nicht leisten. Ab 40 000 Euro aufwärts.

Und es geht nur um die Frauen. Wenn deren Ehemann nicht zeugunsfähig ist, der Körper der Frau aber funktioniert, gibt es ja die Möglichkeit, mittels Samenspende schwanger zu werden. Dafür braucht es keine Leihmutter. Das ist aber auch ziemlich teuer, klappt auch nicht unbedingt beim ersten Versuch.

Wie traurig die kinderlosen Frauen sind... Hanna ist ein Beispiel dafür. Und dabei hatte sie einen Ehemann, der liebevoll zu ihr war und sie nicht wegschickte.
Deshalb müsste man die Punkte (deine Aussagen, meine Aussagen und vermutlich noch viele weiteren) abwägen, denn mein Punkt alleine ist bei weitem nicht ausreichend, denn mit dem alleine könnte man jeden Arbeitgeber, der Menschen zum Mindestlohn einstellt ebenfalls unterstellen, dass er die Mitarbeiter ausbeutet...
So ist es.

Dass Frauen (im Ausland) in schwierigen Verhältnissen ausgenützt werden, darf nicht passieren. Und auch nicht, dass irgendwelche Organisationen sich eine goldene Nase verdienen und die Leihmutter mit einem Almosen abgespeist wird.

Grundsätzlich würde ich es besser finden, wenn elternlose Babys und Kleinkinder aus dem Ausland zur Adoption vermittelt werden. Ich weiß nicht, ob in ehemaligen Ostblockstaaten immer noch so viele unerwünschte Babys in Waisenhäusern abgegeben werden. Rumänien und Bulgarien waren da, soweit ich mich erinnere, über viele Jahre die Spitzenreiter gewesen, und die ärmlichen Verhältnisse in diesen Einrichtungen waren bedrückend.
Ein Kind sollte nicht unbedingt wesentlich anders aussehen als seine Eltern. Damit es sich mit den Eltern identifizieren kann.
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Hoger
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Re: Leihmutterschaft

Beitrag von Hoger »

Leihmutterschaft ist von der Bibel her nicht gedeckt - da helfen dir auch die vielen zur Adoption offenen Kinder.(das ist eine andere Schiene) nicht

Gott hat die einen zur Mutter gemacht, de anderen nicht und du bist weder dafür verantwortlich - noch dafür bewertbar.
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Helmuth
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Re: Leihmutterschaft

Beitrag von Helmuth »

Magdalena61 hat geschrieben: ↑Fr 9. Okt 2026, 16:21 Der Idealfall war das nicht mit Hagar, und es ist ja auch nicht gut ausgegangen-- weil Abraham Träger einer Verheißung war, und die erstreckte sich auf sämtliche seiner Nachkommen, also auch auf Isaak.
Im Grunde genommen bildet das ein Muster für die heute moderne Form einer Leihmutterschaft, aber ich deute es nicht in die Richtung, daraus einen Anspruch abzuleiten.

Rein medizinisch und technisch ist heute eine Leihmutterschaft sogar möglich, indem die Leihmutter nicht das Erbmaterial des Kindes hat, weil sowohl die Samenzelle als auch die Eizelle eine Spende ist und die Leihmutter das Kind nur austrägt. Aber ermöglicht eine Möglichkeit auch einen moralischen Anspruch?

Gott ermöglich gar viele Dinge und lässt vieles auch zu. Ist er deswegen damit einverstanden? So ließ er auch mehrere Ehefrauen zu, wie bei Jakob, ja es wurden die 12 Söhne von vier Frauen alle auch die Träger der weiteren Heilslinie und Juda z.B. stammte dabei nicht von Jakobs Herzensfrau Rahel ab, sondern von Lea, die ihm unterjubelt wurde. Menschliches Verhalten versus Gottes Willen.

Sollte man daraus deswegen ein Gesetz schaffen, dass die Ehe mit mehreren Frau legalisiert? Ich denke nicht. So sehe ich das auch bei Leihmutterschaft. Man sollte daraus kein Gesetz schaffen, um sie zu legalisieren. In Österreich ist sie verboten, in der BRD meine ich auch, nur preschen die immer vor mit ihren unheiligien Gesetzen und Österreich hinkt dann hinterher.

Gottes Schöpfungsordnung kann mal Ausnahmen zulassen, aber sie sollte nicht durch den Menschen aufgehoben werden. Am Ende rächt sich das ohnehin. So wurde die Nachkommenschaft Ismaels zum heutigen Erzrivalen Israels, was Sarah noch gar nicht wissen konnte. Alles hat auch seine Konsequenzen, und wir können heute gar nicht abschätzen, wohin das wieder führen würde.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Hoger
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Re: Leihmutterschaft

Beitrag von Hoger »

Helmuth hat geschrieben: ↑Fr 9. Okt 2026, 18:32 die Leihmutter das Kind nur austrägt.
Was trägt die Mutter aus - und wem gehört dieses Wesen?
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Helmuth
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Re: Leihmutterschaft

Beitrag von Helmuth »

Hoger hat geschrieben: ↑Fr 9. Okt 2026, 19:16 Was trägt die Mutter aus - und wem gehört dieses Wesen?
Das ist die nun nicht nur biologische, sondern auch theologische Frage. Wenn man in die Schöpfungsordnung Gottes eingreift, dann kann das auch eine unbeantwortbare Frage werden. Diese Frage stellt sich nicht, wenn die Mutter ihr Erbgut an das Kind weitergibt. Dann ist sie eindeutig die Mutter. So war Hagar auch eindeutig die Mutter Ismaels und eben nicht Sarah.

Die Regelung, dass die Mutter die ist, welche das Kind gebiert, greift allerdings zu kurz, wenn sie nicht mehr ihr Erbgut weitergeben kann. Ich könnte so auch sagen, wenn das Kind nicht die Muttermilch ihrer Mutter trinkt, so ist es auch nicht mehr ihr Kind, doch das greift auch nicht. Keine Mutter würde ihr Kind nicht ihr eigen nennen, nur weil es andere Mich trinkt, wenn sie es z.B. von einer Amme stillen lässt.

Im Grunde ist auch das ein Eingriff in die Ordnung, nur ein deutlich geringerer, da es auch Gründe geben kann, dass man sein Kind nicht selbst stillen kann. Bei der Leihmutter verschwimmen nun aber die klaren Grenzen. Eindeutig bleibt nur der Vater.

Meine Antwort aus heutiger Sicht lautet demnach: Ich kann das gar nicht beantworten und würde mit einer juristischen Regelung, so sehr ich dazu die Bibel bemühen würde, eher noch mehr Unordnung in dem Schlammassel verursachen. Und die Welt achtet die Bibel ohnehin nicht. Also wird ihre Regelung noch unseliger sein. Mir kommt das vor Gott spielen zu wollen.

Aus dem Grund bin ich gegen eine gesetzliche Regelung und stehe zum Verbot. Wir singen in einem Wienerlied: "Waunn da Herrgott ned wü, nutzt des goa nix." Kann eine Mutter kein Kind bekommen, dann weil Gott nicht will. Solche Dinge sollten in seiner Hand verbleiben.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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