Der Herr Jesus Christus

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Abischai
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Re: Der Herr Jesus Christus

Beitrag von Abischai »

Zippo hat geschrieben: Sa 15. Mär 2025, 11:07 Manche Ausleger sagen, er hat es stellvertretend für die Menschheit gesagt, die Gott nach dem Sündenfall im Paradies verlassen hat.
Das glaube ich keinesfalls.
Mir ist hingegen eine Sache aufgefallen, die in der Passionsgeschichte Jesu oft übersehen wird:

Der Herr hat alles erfüllt, was über ihn geschrieben steht, ohne daß auch nur eine einzige Andeutung unerfüllt blieb, die direkten und größeren Aussagen schon gar nicht.
Es war also völlig unmöglich, daß auch nur eines dieser Details nicht in Erfüllung gehen könne, sonst wäre die Mission nicht vollendet worden.

Dennoch fleht der Herr Jesus: "Vater, wenn es möglich ist, laß diesen Kelch an mir vorübergehen..."
Oberflächliche Deutungen meinen, daß Jesus die Kreuzigung gern vermieden wüßte, aber das ist völlig ausgeschlossen! Was also konnte er nur gemeint haben? Es mußte etwas sein, was ihm jetzt erst schrecklich bewußt wurde, was aber nicht über ihn vorausgesagt worden war, daß er es erleden müsse, was also auch hätte ausbleiben können, ohne der Schrift abbruch zu tun. Was war das denn? Da gibt es eine einzige Sache, die auffällig ist:
"Ihr werdet mich alle verlassen, aber der Vater wird mich niemals verlassen!" hatte er kurz zuvor seinen Jüngern vorausgesagt. Ich glaube daß dieser eine Punkt etwas war, wo der Herr Jesus sich einmal im Leben wirklich geirrt hatte, er wußte es nicht, er war fest überzeugt, daß es anders kommen würde. Der Vater hatte ihm diese eine Sache erst kurz zuvor offenbart, darum die Bitte: "wenn es möglich ist, laß diesen Kelch an mir vorübergehen...!"

Und dann brach es über den Herrn herein. Er wußte sich mit einem Male nicht mehr als Sohn Gottes, rief nicht mehr "Vater", was für ihn sonst völlig normal war, sondern nur noch: "mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen !!!"

Ich wünsche hiemandem, soetwas ähnliches mal zu er"leben", ich habe das mal er"lebt"... Ich kann mir nichts schlimmeres vorstellen!

Nach drei Stunden, in denen Jesus wirklich tot war, geistlich tot, völlig getrennt von Gott, ist das Unheil vorüber und er lebt wieder auf, als er wieder rufen kann: "VATER, in deine Hände befehle ich meinen Geist !".

Jesu Leiden und Sterben am Kreuz war sehr schlimm, das allerschlimmste aber, war die Trennung von Gott.
Meine Hilfe kommt von Jahweh, der Himmel und Erde gemacht hat. [Ps 121;2]
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Hans-Joachim
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Re: Der Herr Jesus Christus

Beitrag von Hans-Joachim »

777 hat geschrieben: Fr 14. Mär 2025, 17:52 Wenn Gott in ihm war, wieso hst er ihn dann verlassen? Vermutlich weil ein sündfreier Mensch das Lösegeld für uns war.
Der Vater war im Himmel, der Sohn hing am Kreuz. Der Heilige Geist hat sich vom Sohn zurückgezogen. So hing der Sohn ohne göttlichen Beistand, ganz auf sich gestellt, ganz Mensch und ertrug diese Pein bis sein Sühnopfer vollendet war. Dann übergab er seinen Leib dem Tod.
In der Ruhe liegt die Kraft
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Lena
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Re: Der Herr Jesus Christus

Beitrag von Lena »

Mir geht es um den Herrn Jesus Christus. Den einen Gott von dem die Schrift zeugt. Die verschiedenen Namen Gottes im AT sehe ich als ein Ausdruck von Gottes Wesen und seinen Eigenschaften. Der ich bin der ich sein werde, ist der im neuen Testament, der sich immer wieder so vorstellt: Ich bin....!

Jes. 63,16 hat geschrieben:Bist du doch unser Vater; denn Abraham weiß von uns nichts, und Israel kennt uns nicht. Du, HERR, bist unser Vater; »Unser Erlöser«, das ist von alters her dein Name.

Von der ersten bis zur letzen Seite geht es um den einen Gott. Im neuen Testament meint Sohn die Menschwerdung Gottes in der Jungfrau Maria.

Gott hätte eine Göttin ehelichen müssen um einen göttlichen Sohn zu erzeugen. Der Sohn jedoch ist der Ewige.
Halleluyha
gepriesen sei Yhashuah
der ins Fleisch gekommene
Yhaweh
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Oleander
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Re: Der Herr Jesus Christus

Beitrag von Oleander »

Lena hat geschrieben: So 16. Mär 2025, 20:09 Im neuen Testament meint Sohn die Menschwerdung Gottes in der Jungfrau Maria.
Wenn der "Zeuger" des Jesus der heilge Geist ist, bedeutet es doch nicht, dass Jesus der heilge Geist oder Gott Vater ist.

Und wenn da geschrieben steht:
Apg 2,32 Diesen Jesus hat Gott auferweckt; des sind wir alle Zeugen.
Werde ich es immer noch so verstehn, dass Gott der Vater eben nicht Jesus ist, sondern Jesus der SOHN Gottes ist, vom Vater auferweckt. :)

Dazu könnte ich noch viel mehr Bibelstellen anführen , die das bestätigen.

Nur ich gelange manchmal an einen Punkt, wo ich denke: Ok, dann soll eben jeder glauben, wie er will. :)

Wäre Jesus der Vater, hätt er sich (als Vater) selber auferweckt? :shock:
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben ...
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Oleander
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Re: Der Herr Jesus Christus

Beitrag von Oleander »

Abischai hat geschrieben: Sa 15. Mär 2025, 15:52 Dennoch fleht der Herr Jesus: "Vater, wenn es möglich ist, laß diesen Kelch an mir vorübergehen..."
Oberflächliche Deutungen meinen, daß Jesus die Kreuzigung gern vermieden wüßte...
Vérsuch mal, jene zu verstehn, die dieser Ansicht sind. :)

Meine bescheidene Meinung dazu wäre:
Klar, welcher "Mensch" würde sich nicht wünschen, dass ihm gewisse Dinge "erspart" blieben?

Und Jesus war nun mal auch Mensch:
Siehe: Philipper 2,6
6 Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, 7 sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich....
Ward dem Menschen gleich?

Klar, er hatte wie alle andren Menschen Schi....

Aber dann (laut Bibel):
Lk 22,42 und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!
Man stelle sich mal vor, was da in einem (Menschen)vorgeht, wenn man weiß, was da auf einem zukommt und dann trotzdem sagt: DEIN Wille geschehe...hm?
Gar ned so einfach!

Ja blabla machen (predigen)kann man oft viel, aber wenns dann real darauf ankommt?

Ist man dann immer noch so großgoschert, wie manche ( theol. - klugsch...Wasserläufer) auftreten? :roll:

Ergänzung: https://www.bibleserver.com/LUT/Philipper2%2C9
9 Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist
Wäre nun Jesus Gott der Vater, würde es bedeuten:

Er hat sich selber erhöht und sich selber den Namen gegeben.. :D
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben ...
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Zippo
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Re: Der Herr Jesus Christus

Beitrag von Zippo »

Lena hat geschrieben: Sa 15. Mär 2025, 09:24
777 hat geschrieben: Fr 14. Mär 2025, 17:52 Wenn Gott in ihm war, wieso hst er ihn dann verlassen?
Weil Sünde von Gott trennt.
2.Kor. 5,21 hat geschrieben:Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht,
auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.
Als Gott ihn verlassen hat, wer war dann noch in dem Leibe Jesu ? Er selbst sagte ja immer, daß er von oben, also nicht von dieser Welt war. Joh 8,23
In Joh 17,5 bittet der Herr Jesus den Vater, daß er wieder in die Herrlichkeit zurück will, die er beim Vater vor aller Welt gehabt hat.
Deswegen muß doch, abgesehen von dem Menschengeist, den Jesus hatte, noch ein anderer Geist in ihm gewesen sein, der vor aller Schöpfung bei Gott gelebt hat, wie Kol 1,15-17 oder Joh 1, 1-3 z. Bsp. aussagen.

Gruß Thomas
2 Kor 13,14 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
Spice
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Re: Der Herr Jesus Christus

Beitrag von Spice »

Hans-Joachim hat geschrieben: Sa 15. Mär 2025, 16:02
777 hat geschrieben: Fr 14. Mär 2025, 17:52 Wenn Gott in ihm war, wieso hst er ihn dann verlassen? Vermutlich weil ein sündfreier Mensch das Lösegeld für uns war.
Der Vater war im Himmel, der Sohn hing am Kreuz. Der Heilige Geist hat sich vom Sohn zurückgezogen. So hing der Sohn ohne göttlichen Beistand, ganz auf sich gestellt, ganz Mensch und ertrug diese Pein bis sein Sühnopfer vollendet war. Dann übergab er seinen Leib dem Tod.
Eben, Jesus Christus musste sich mit unserer Gottverlassenheit eins machen.
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Zippo
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Re: Der Herr Jesus Christus

Beitrag von Zippo »

Abischai hat geschrieben: Sa 15. Mär 2025, 15:52
Zippo hat geschrieben: Sa 15. Mär 2025, 11:07 Manche Ausleger sagen, er hat es stellvertretend für die Menschheit gesagt, die Gott nach dem Sündenfall im Paradies verlassen hat.
Das glaube ich keinesfalls.
Ich kann das schon glauben denn bei dem Tod des Herrn Jesus ging es ja um ein Schuldopfer Jes 53,10 oder auch Sühnopfer, wie Hans Joachim sagt, man könnte aufgrund der Sprachwurzel auch " Versöhnungsopfer " sagen.
Es gab also eine Zeit, da wurden gedanklich alle Sünden der Welt auf ihn gelegt. Das ist vielleicht vergleichbar, mit dem Handauflegen des Hohenpriesters Aaron am Versöhnungstag 3 Mo 16,21
Siehe auch 3 Mo 5,6, da geht es um die Schuld des Einzelnen.

Jedenfalls lag zu einem gewissen Zeitpunkt alle Schuld der Welt auf unserem Herrn Jesus und er wurde für uns zur Sünde gemacht. 2 Kor 5, ...21 In diesem Moment, denke ich, hat der heilige Gott den Menschensohn Jesus verlassen...

Denn Gott wollte nicht bei sündigen Menschen wohnen, dieses Privileg, kam erst wieder, nachdem die Sühnetat vollbracht war und der gläubige Mensch mit Gott versöhnt war. 2 Kor 5, 19-20
In dem Moment zerriß der Vorhang im Tempel und der Zugang zum Allerheiligsten wurde frei. Mt 27,51 Der Heilige Geist kam, wie versprochen und nahm Wohnung in den gläubigen Nachfolgern Jesu. Joh 14,23

Gruß Thomas
2 Kor 13,14 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Zippo
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Re: Der Herr Jesus Christus

Beitrag von Zippo »

Lena hat geschrieben: So 16. Mär 2025, 20:09 Von der ersten bis zur letzen Seite geht es um den einen Gott. Im neuen Testament meint Sohn die Menschwerdung Gottes in der Jungfrau Maria.

Gott hätte eine Göttin ehelichen müssen um einen göttlichen Sohn zu erzeugen. Der Sohn jedoch ist der Ewige.
Es geht gar nicht so sehr um das Fleisch, der Leib Jesu wurde von Gott gezeugt, um einen Menschensohn zu schaffen, der Adam an Reinheit ebenbürtig war. Er durfte nicht aus der Lende Adams gezeugt sein, weil diese Schöpfung ja dem Fluch und der Strafe Gottes unterliegt, die im Garten Eden durch den Ungehorsam Adams entstanden war. 1 Mo 3
Durch die Eingliederung in die Familie Josefs und durch die Geburt in der Maria, wurde die Anbindung an das königliche Geschlecht Davids hergestellt, wie es prophezeit war. 2 Sam 7,12-16 Salomo war nur Vorbild für den kommenden Friedefürsten. Siehe auch Jer 23,5. Es wurde jedenfalls ein Messias aus dem Hause Davids erwartet.

Gott hat sich einen Leib geschaffen Hebr 10,5, um damit den Menschen zu begegnen und da kommt es auf den Geist an, der in diesem Menschen war. Da war der Erstgeborene in ihm, der vor aller Schöpfung war, ich würde ihn den Ersten nennen, der in der Himmelswelt von Gott dem Vater hevorgebracht wurde Kol 1,15.. und der später den Anstoß für alle weitere Schöpfung gegeben hat. Hebr 1,2, 2,10
Den hat er als Gott gesetzt über das Werk seiner Hände, es ist aber nicht der Ewige. Hebr 2,7

Dann war Gott der Vater in ihm, der ihn nur für einige Zeit verlassen hat, als er für die Sünden der Menschen zur Sünde gemacht wurde. 2 Kor 5,21 Das ist der Geist des heiligen und ewigen Gottes. 2 Kor 5,19-20

Und dann war da offensichtlich noch ein Menschengeist, der nötig war, um die Verbindung des Geistes zu dem Menschensohn herzustellen, denn der menschliche Leib wird ja von einem menschlichen Geist gesteuert. Jak 2,26a
Vielleicht war es dieser Geist den im Angesicht des schweren Schicksals manchmal das Zittern und Zagen anging, obwohl Gott wußte, daß es keine andere Lösung für das Problem der Menschheit gab.

Da würde kein Ziegenbock kommen wie zu der Zeit des Abraham, als er seinen Sohn Isaak auf dem Gebirge Morija opfern sollte.1 Mo 22

Gruß Thomas
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Lena
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Re: Der Herr Jesus Christus

Beitrag von Lena »

Zippo hat geschrieben: Mo 17. Mär 2025, 10:33 Als Gott ihn verlassen hat, wer war dann noch in dem Leibe Jesu ?
Er war allein. Ganz allein. Etwas schlimmeres kann einem Menschen nicht widerfahren,
als diese Gottverlassenheit.
Halleluyha
gepriesen sei Yhashuah
der ins Fleisch gekommene
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