ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Di 1. Apr 2025, 11:28Die Ideologen sind die sogenannten Neokonservativen, die das geopolitische Vorgehen der USA in den letzten Jahrzehnten bestimmten.
"Neokonservatismus" ist vermutlich kein schlechtes Stichwort (
siehe Link), aber ich möchte die Motivation einer Einflussnahme auf die Welt nicht zu sehr konkretisieren, weil ich ja nur aus dem Verhalten, Rückschlüsse auf Hintergrundsideen schliesse.
Würde ich mich festlegen (ohne wirklichen Überblick zu haben), könnte man ganz leicht ein Gegenargument ausspielen, indem es nicht exakt so ist, wie ich es mir vorstelle, obwohl ich vom Prinzip her schon den richtigen Riecher habe.
Ich habe gelesen, dass vor vielen Jahren (20 Jahre und mehr) eine Verschlechterung der Beziehung mit Russland begann (und bis heute immer weiter nach unten ging), als unter "George W. Bush" die Idee einer Umgestaltung von Ländern aufkam.
Insbesondere "Georgien" war da wohl ein gewisser Knackpunkt, ab dem es abwärts ging.
Das Umgestalten von Ländern, hin zu westlichen Vorstellungen ist eine Ausbreitungsstrategie - man sollte das klar ansprechen.
Um die Jahrtausendwende war das aus Richtung USA "machbar", weil sie die letzte verbliebene "Supermacht" waren und sich auch nachhaltig so fühlten.
Der entscheidende Faktor ist hier also: man muss eine Supermacht sein.
Die EU-Staaten haben sich gerne an diese Supermacht angehängt und scheinen die Ausbreitungsstrategie (aus welchen Gründen auch immer) zu teilen.
Der Stellenrang der USA hat nun aber gelitten und heute stehen sie mindestens in Konkurrenz (mit China, Indien, Südamerika, ...) und eher schlecht da.
Der "Abzug aus Afghanistan" ist da als ein deutliches Zeichen zu werten - ich habe damals auch irgendwo gelesen, dass es die Befürchtung gibt, dass dies von Konkurrenzstaaten entsprechend verstanden werden wird.
Russland ist vermutlich so ein Konkurrenzstaat, der sich (in Bezug auf die unmittelbare Umgebung) viel gefallen hat lassen, solange auf der anderen Seite eine Supermacht war.
Da es aber nun nicht mehr um eine Supermacht ging, hat Russland Diskussionsbedarf angemeldet (wohl im Jahr 2021 schriftlich in Richtung NATO und USA).
Das Verhalten gegenüber dieser Anmeldung war anscheinend das einer Supermacht: sprich Ignoranz.
Das war dann entweder dumm oder Absicht - vermutlich beides.
Der Konflikt in der Ukraine dreht sich vermutlich zum einen darum, sich immer noch wie eine Supermacht zu verhalten und zum anderen wieder eine Supermacht sein zu wollen (indem man sich Vorteile sichert – „Tump“ greift jetzt nur ganz offen zum Ausbeutungsversuch, was davor aber sicherlich versteckt ablaufen sollte).
Wie ich geschrieben habe, glaube ich, dass hier Ideologen aktiv sind und so ist eine rationale Erklärung eher schwer greifbar ("Neokonservatismus" ist sicherlch schon mal ein Indiz).
Unterm Strich bleibt, dass es viele Anhaltspunkte gibt, um das westliche Verhalten als "nicht sauber" (zumindest nicht so sauber, wie sie sich darstellen) einzuordnen.