Theosis - Vergöttlichung

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Spice
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Re: Theosis - Vergöttlichung

Beitrag von Spice »

Helmuth hat geschrieben: Fr 28. Mär 2025, 09:14 Ich lese aus Petrus Text, dass er über die "göttliche Kraft" spricht, aber nicht von einer Vergottung oder Vergöttlichung. Ich halte den Begriff daher nicht zielführend. Er leitet m.E. zu Fehldeutungen. Wo wird er denn in der Schrift verwendet?

Die göttliche Kraft ist m.E nur ein anderer Ausdruck für die Kraft, die vom Heilige Geist ausgeht. Ich werde damit aber nicht zum Heiliger Geist, sondern mein Geist erfährt eine Heiligung und wird in seinem Sinn Jesus ähnlicher. Ziel ist eine Vollkommenheit, die ich z.B aus dem Wort Jesu entnehmen kann:
Mt 5,48 hat geschrieben: Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.
Aber selbst dann, wenn ich schon vollkommen wäre, so werde ich kein anderer. Ich bleibe der, der ich bin, so wie Jesus der bleibt, der er ist. Er ist schon vollkommen, ich muss es erst werden. Wir werden aber dann keine Götter, oder "Gott gleich" (das hat Lena m.E. gut erkannt), sondern haben Anteil am Geist Gottes, der unseren Geist verbessert, wenn wir Jesus nachfolgen. Soweit, was ich dazu sagen kann.
Deinen Ausführungen liegen einige Denkfehler zugrunde. Wir können ruhig an dem Begriff "Theosis" festhalten. So hat er nun mal in der Kirchengeschichte Eingang gefunden und wurde, wenn ich mich nicht irre, selbst von Luther gebraucht. Er ist also universell christlich.
"Vollkommenheit" und Christus gleich zu werden, bedeutet dasselbe.
Niemand kann verlangen, "vollkommen, wie der Vater" zu werden, wenn man grundsätzlich nicht gleicher Natur, wie der Vater sein würde. Der Vater hat Söhne, bzw. Kinder - und das sind wir - und da ist es selbstverständlich, dass wir erwachsen werden sollen. Also dem Vater bzw. dem Sohn gleich werden.
Und natürlich wird da ein Helmuth nicht mehr der Hekmuth sein und auch der Spice nicht mehr Spice. Sondern diese Personen sind Personen, die im Unklaren sind darüber, wer sie sind und die deshalb ihre wahre Natur - also die Göttliche - noch nicht verwirklicht haben. Wir sind Kinder, die noch die Milch benötigen, bestenfalls etwas "feste Speiße" genießen können. Aber selbstverständlich sind wir noch jeder ein "Ich", weil wir ja den Übergang vom "alten" zum "neuen Menschen" selbst vollziehen, so wie wir den Übergang von der Kindheit ins Erwachsenensein auch selbst vollzogen haben. Aber, obwohl wir heute nicht mehr mit Bauklötzen spielen, denken wir nicht, dass wir nicht mehr derselbe Mensch sind.
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Helmuth
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Re: Theosis - Vergöttlichung

Beitrag von Helmuth »

Hoger hat geschrieben: Fr 28. Mär 2025, 10:19 Es wäre sinnvoll dies zu lesen um zu verstehen was damit gemeint ist. Denn es ist der geistliche Weg der orthodoxen
Gnosis hat scheinbar viele Formen. Ich würde ihn als esoterischen Weg bezeichnen, der nicht zu Gott führt. Er hat nicht mehr das Zentrum des christlichen Glaubens im Auge, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist. Bevor ich solche Wege gehe, verstehe ich lieber rein gar nicht von Theologie und halte es schlicht wie Paulus:
1. Kor 2,2 hat geschrieben: Denn ich hielt nicht dafür, etwas unter euch zu wissen als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt.
Eine Frage: Warum setzt du ein Esoterik-Thema in das Bibelforum und das biblische Thema über „Liebe zur Wahrheit“ in den Esoterik Bereich? Mich verwirrt das etwas.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Hoger
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Re: Theosis - Vergöttlichung

Beitrag von Hoger »

Helmuth hat geschrieben: Fr 28. Mär 2025, 11:05
Gnosis hat scheinbar viele Formen. Ich würde ihn als esoterischen Weg bezeichnen, der nicht zu Gott führt. Er hat nicht mehr das Zentrum des christlichen Glaubens im Auge, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist. Bevor ich solche Wege gehe, verstehe ich lieber rein gar nicht von Theologie und halte es schlicht wie Paulus:
Die Theosis ist der geistige Weg der orthodoxen Kirchen, der altorientalischen Kirchen und auch in manchen Strömungen der abendländischen Kirchen vorhanden. Also eine christliche Praxis die du lediglich nicht nachvollziehen kann.
Die Gnosis war eine Gegenreligion zum Christentum und hat sich bis in die Neuzeit erhalten. Die Antroposophie, die spice vertritt gilt (soweit mit bekannt ist) als neu-gnostische Strömung.

Du bist bibelkritischer Theologe der uns alle das Vertrauen in die Bibel und den christlichen Glauben der auf der Bibel aufbaut wegkritisieren möchte und nur seinen eigenen Verstand als Brücke zu Gott ansieht.
Ich nehme dich als unchristlicher wahr als spice
Helmuth hat geschrieben: Fr 28. Mär 2025, 11:05 Eine Frage: Warum setzt du ein Esoterik-Thema in das Bibelforum und das biblische Thema über „Liebe zur Wahrheit“ in den Esoterik Bereich? Mich verwirrt das etwas.
Weil dieses Thema hier ein Thema um eine Bibelstelle ist - die du allerdings nicht nachvollziehen kannst und die Liebe zur Wahrheit war als esoterisches Thema gedacht, weil es sich an die Esoteriker gerichtet hat.

Das ist der Eingangstext
Hoger hat geschrieben: Di 25. Mär 2025, 09:56
Spice hat geschrieben: Di 25. Mär 2025, 09:07 Nein. Wenn ich eine Liebe zur Wahrheit, eine Leidenschaft für Wahrheit entwickle, kann sie sich doch nur in der Erkenntnis der Wahrheit äussern.
Ich nehme mal die Antwort von Spice aus einem Thema heraus, dass in einem christlichen Thread steht. Ich denke das seine Antworten eher hierhin passen

Für mich als Christen ist der Christus Jesus "der Weg, die Wahrheit und das Leben" = also eine Person. Wenn ich nach Wahrheit strebe, dann möchte ich in Beziehung zu einer Person treten

Wie ist das bei dir?
Erforsche mich. Ewiger, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken! Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist, und leite mich auf dem ewigen Weg!
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Hans-Joachim
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Re: Theosis - Vergöttlichung

Beitrag von Hans-Joachim »

Helmuth hat geschrieben: Fr 28. Mär 2025, 09:14 Aber selbst dann, wenn ich schon vollkommen wäre, so werde ich kein anderer. Ich bleibe der, der ich bin, so wie Jesus der bleibt, der er ist. Er ist schon vollkommen, ich muss es erst werden. Wir werden aber dann keine Götter, oder "Gott gleich" (das hat Lena m.E. gut erkannt), sondern haben Anteil am Geist Gottes, der unseren Geist verbessert, wenn wir Jesus nachfolgen. Soweit, was ich dazu sagen kann.
Menschen sind im Werden. Das Ziel ist es, durch Umkehr und Vergebung Christus ähnlicher zu werden. Das bedeutet nicht, ein klon von Jesus zu werden, sondern seine göttlichen Eigenschaften in uns selbst zu entwickeln. Wenn wir uns ihm anvertrauen, wird er uns helfen, das Beste aus uns zu machen und unser ganzes Potential zu entfalten. Jesus ist unser ältester Bruder und wir haben denselben Vater. Und so besitzen wir das gleiche Potential in uns, das wir entwickeln können. Im bildhaften Sinn sind wir Götter im Embrionalzustand.

Wir dürfen uns trauen, den Menschen in seinem Werden größer zu denken, als es die allgemeine Christenheit zuläßt.
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Spice
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Re: Theosis - Vergöttlichung

Beitrag von Spice »

Hoger hat geschrieben: Fr 28. Mär 2025, 11:39
Helmuth hat geschrieben: Fr 28. Mär 2025, 11:05
Gnosis hat scheinbar viele Formen. Ich würde ihn als esoterischen Weg bezeichnen, der nicht zu Gott führt. Er hat nicht mehr das Zentrum des christlichen Glaubens im Auge, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist. Bevor ich solche Wege gehe, verstehe ich lieber rein gar nicht von Theologie und halte es schlicht wie Paulus:
Die Theosis ist der geistige Weg der orthodoxen Kirchen, der altorientalischen Kirchen und auch in manchen Strömungen der abendländischen Kirchen vorhanden. Also eine christliche Praxis die du lediglich nicht nachvollziehen kann.
Die Gnosis war eine Gegenreligion zum Christentum und hat sich bis in die Neuzeit erhalten. Die Antroposophie, die spice vertritt gilt (soweit mit bekannt ist) als neu-gnostische Strömung.
Die Gnosis gab es bereits im Judentum. Das war noch eine besondere Strömung. Gnosis hat sich nicht erhalten. Und die Anthroposophie hat nicht das geringste damit zu tun.

Du bist bibelkritischer Theologe der uns alle das Vertrauen in die Bibel und den christlichen Glauben der auf der Bibel aufbaut wegkritisieren möchte und nur seinen eigenen Verstand als Brücke zu Gott ansieht.
Ich nehme dich als unchristlicher wahr als spice
Ich und "unchristlich" ... :lol: Helmuth ist eben ein Anfänger, der aber gern mehr sein will als er ist.
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Re: Theosis - Vergöttlichung

Beitrag von Spice »

Hans-Joachim hat geschrieben: Fr 28. Mär 2025, 12:12
Helmuth hat geschrieben: Fr 28. Mär 2025, 09:14 Aber selbst dann, wenn ich schon vollkommen wäre, so werde ich kein anderer. Ich bleibe der, der ich bin, so wie Jesus der bleibt, der er ist. Er ist schon vollkommen, ich muss es erst werden. Wir werden aber dann keine Götter, oder "Gott gleich" (das hat Lena m.E. gut erkannt), sondern haben Anteil am Geist Gottes, der unseren Geist verbessert, wenn wir Jesus nachfolgen. Soweit, was ich dazu sagen kann.
Menschen sind im Werden. Das Ziel ist es, durch Umkehr und Vergebung Christus ähnlicher zu werden. Das bedeutet nicht, ein klon von Jesus zu werden, sondern seine göttlichen Eigenschaften in uns selbst zu entwickeln. Wenn wir uns ihm anvertrauen, wird er uns helfen, das Beste aus uns zu machen und unser ganzes Potential zu entfalten. Jesus ist unser ältester Bruder und wir haben denselben Vater. Und so besitzen wir das gleiche Potential in uns, das wir entwickeln können. Im bildhaften Sinn sind wir Götter im Embrionalzustand.

Wir dürfen uns trauen, den Menschen in seinem Werden größer zu denken, als es die allgemeine Christenheit zuläßt.
Dem kann ich zustimmen.
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Re: Theosis - Vergöttlichung

Beitrag von Hoger »

Spice hat geschrieben: Fr 28. Mär 2025, 12:18
Ich und "unchristlich"
Für mich sind Hellseher und Wahrsager und vielleicht auch noch Zauberer nicht christlich. Und mit Christlich meine ich ein auf der Bibel orientierten Glauben an Jesus Christus.

Du bist nach deiner eigenen Aussage Anthroposoph - und die Anthropospie wird als Neu-Gnostischer "Erkenntnis-Weg" verstanden der uns alle zu Hellsehern, Wahrsagern und Zauberern machen soll.
Das finde ich in der historischen Gnosis - aber nicht in der Bibel, die meine Glaubensgrundlage ist
Erforsche mich. Ewiger, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken! Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist, und leite mich auf dem ewigen Weg!
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Re: Theosis - Vergöttlichung

Beitrag von Hoger »

Spice hat geschrieben: Fr 28. Mär 2025, 12:19 Dem kann ich zustimmen.
Der Mann ist Mormone - da ist selbst Gott einmal ein Mensch gewesen, der dann zu Gott wurde.
Erforsche mich. Ewiger, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken! Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist, und leite mich auf dem ewigen Weg!
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Re: Theosis - Vergöttlichung

Beitrag von Spice »

Hoger hat geschrieben: Fr 28. Mär 2025, 12:24
Spice hat geschrieben: Fr 28. Mär 2025, 12:18
Ich und "unchristlich"
Für mich sind Hellseher
Bis eben wusstest du nicht, was ein Hellseher ist und ordnest einen solchen sofort ein? - So geht es aber nicht, wenn man die Wahrheit erkennen will!
Und mit Christlich meine ich ein auf der Bibel orientierten Glauben an Jesus Christus.
Ein Hellseher, wie Steiner, sieht die Realität, die allen biblischen Texten zugrunde liegt.
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Helmuth
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Re: Theosis - Vergöttlichung

Beitrag von Helmuth »

Hans-Joachim hat geschrieben: Fr 28. Mär 2025, 12:12 Im bildhaften Sinn sind wir Götter im Embrionalzustand.
Mir widerstrebt es das Wort „Gott“ einzusetzen. Ich benutze es ausschließlich für JHWH, unseren Vater. Weder gibt es mehrere noch macht er eine Entwicklung nach unseren Vorstellungen durch. Gerade so beginnt m.E. eine unbiblische Denkweise, die philosophisch beginnt und in eine unheilige münden kann. Paulus redet von den gesunden Worten der Lehre:
1. Tim 6,3-4 hat geschrieben: Wenn jemand anders lehrt und nicht beitritt den gesunden Worten, die unseres Herrn Jesus Christus sind, und der Lehre, die nach der Gottseligkeit ist, so ist er aufgeblasen und weiß nichts, sondern ist krank an Streitfragen und Wortgezänken, aus denen entsteht: Neid, Streit, Lästerungen, böse Verdächtigungen, …
Mit anderen Worten könnte ich sagen: Keiner muss das Rad neu erfinden, besser er nutzt es bestimmungsgemäß.
Hans-Joachim hat geschrieben: Fr 28. Mär 2025, 12:12 Wir dürfen uns trauen, den Menschen in seinem Werden größer zu denken, als es die allgemeine Christenheit zuläßt.
Das auf jeden Fall, aber eben nur im Rahmen göttlicher Vorgaben.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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