Magdalena61 hat geschrieben: ↑Mo 19. Jan 2026, 16:04
Was stellst du dir unter Erweckung vor?
Das, was die Schrift lehrt. Ich sehe dazu wieder einmal das AT als eine unverrückbare Grundlage. Im NT finden wir dazu kaum Zeugnisse, im AT doch einige. Also wäre es gut den hebräischen Begriff mal unter die Lupe zu nehmen:
https://www.csv-bibel.de/strongs/h6965
Im Herbäischen gebraucht man dazu ein sehr gängiges Wort "kum", dass wir als aufstehen oder aufrichten gebrauchen. Es gibt keinen extra eigenständigen Begriff, weshalb der Kontext wichtig ist. Nach Durchsicht der Liste geht es darum etwas aus einem niederen Zustand in einen höheren zu bringen. Im einfachsten Fall meint es nur das Aufstehen nach einem Schlaf. Dann ist man wieder wach. man wurde sozusagen aufgeweckt.
[Mk 5,41] Und als er das Kind bei der Hand ergriffen hatte, spricht er zu ihm:
Talitha kumi!, das ist übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf!
Übrigens ein schöner Beleg, dass Jesus Hebräisch gesprochen hatte. "Kumi" ist die Hebräische Befehlsform zum Verb aufstehen, also "steh auf" und es meint die Aufweckung aus Talitas Schalf- bzw. Todeszustand.
In seiner geistlichen Bedeutung ist es also so etwas wie etwas aus seinem Schlaf- oder Dämmerzustand in den bewussten und lebendigen Zustand zu bringen. Es ist damit m.E. keine Emotion verbunden. Man sollte es nicht mit "begeistern" verwechseln. Erweckung ist somit keine Tätigkeit sondern ein Wachzustand bzw. das Zustandekommen dieses Zustandes. Doch daraus folgen auch Taten.
Wenn Gott Richter erweckte, dann brachte er sie aus ihrem normalen Lebenszustand in einen anderen Zustand, sodass sie vom Heiligen Geist besonders ermächtigt wurden für Gott Dienste zu vollbringen. Das war mal theoretisch. Wir können es auch auch praktisch beleuchten, wie schon mehrere Beispiele (Abischai, Zippo) gebracht worden sind.
Ich zähle dazu auch die Erweckung Jesu zum dem Werk, zu dem ihn Gott gesandt hatte: Denn es heißt hier z.B.:
5. Mo 18,15 hat geschrieben: Einen Propheten aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern, gleich mir, wird JHWH, dein Gott, dir erwecken; auf ihn sollt ihr hören.
Die Stelle ist bekannt und auch hier lesen wir, dass Gott den Propheten "erwecken" wird. Ich denke, das erfüllte sich mit der Erfüllung des Heiligen Geistes bei seiner Taufe im Jordan durch Johannes dem Täufer. Und später bezeugte Gott selbst seine Sendung:
Mk 9,7 hat geschrieben: Und es kam eine Wolke, die sie überschattete; und eine Stimme erging aus der Wolke: "Dieser ist mein geliebter Sohn, ihn hört."
Dieses
"ihn hört" bestätigt damit die Weissagung des Mose, dass wir auf ihn hören sollen. Mit der Erweckung (am Jordan) ist noch keine Tat als Erweckter verbunden, sondern zunächst die Tatsache seiner Erwählung und Berufung. Doch die Taten sollten dem folgen, wie uns die Evangelien berichten, welche die größten Taten Gottes werden sollten.