Re: Die Versuchung Jesu nach Matthäus
Verfasst: Do 19. Mär 2026, 01:42
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Es ist sinnvoll, psychische Probleme wie Traumata und Erkrankungen nicht pauschal "dämonischem Wirken" zuzuschreiben, damit würde man der Realität auch nicht gerecht werden.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Mi 18. Mär 2026, 16:21 Die erwähnte Theologin Luzia Sutter-Rehmann hat dieses Buch veröffentlicht: Dämonen und unreine Geister - Die Evangelien, gelesen auf dem Hintergrund von Krieg, Vertreibung und Trauma
Mir scheint, Frau Sutter- Rehmann hält es mehr mit der „Auslegung aufgrund dessen, was die Tagespresse berichtet".Es gibt vier Grundregeln für die Auslegung, die gleichsam den Schlüssel zum Verständnis des prophetischen Wortes darstellen.
Die erste von ihnen - sie sind von dem amerikanischen Theologen David L. Cooper formuliert worden - wird auch die „goldene Regel der Auslegung" genannt:
,,Wenn der einfache Sinn einer Schriftstelle dem gesunden Menschenverstand einleuchtet, dann suche keinen anderen Sinn; versuche deshalb, jedes Wort in seiner ursprünglichen, einfachen, gewöhnlichen und wörtlichen Bedeutung zu erfassen, wenn nicht der unmittelbare Textzusammenhang - im Licht anderer, ähnlicher biblischer Aussagen und unumstößlicher, fundamentaler Wahrheiten betrachtet - deutlich in eine andere Richtung weist. "
Dies bedeutet einfach, daß alle Bibelstellen wörtlich genommen werden müssen, wenn nicht irgend etwas im Text darauf hinweist, daß sie anders als wörtlich zu verstehen sind. Wird diese Regel konsequent angewandt, so vermeidet man eine falsche Deutung der Tagesereignisse und eine „Auslegung aufgrund dessen, was die Tagespresse berichtet"
Quelle
Es steht jedem frei, die Authentizität der Bibel in Frage zu stellen und damit die Autoren der Bibel zu verirrten Geistern, zu abergläubischen Unwissenden oder gar zu Märchenerzählern und Lügnern zu erklären.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Mi 18. Mär 2026, 16:21Die größte Schwäche ist aus meiner Sicht, dass sie die Evangelien betrachtet als Retrospektive auf den jüdischen-römischen Krieg zwischen den Jahren 66 bis 70 n.Chr. Damit schließt sie sich natürlich dem Dogma aus der historisch kritischen Exegese an, dass die Evangelien erst ab 70 n.Chr. verfasst wurden, was wiederum zur Prämisse hat, dass Jesu Erzählung über die Zerstörung des Tempels keine echte prophetische Vorausschau war, sondern ein "Vaticinium ex eventu", da es echte Prophetie ja gar nicht geben könne.
Im AT ist auch wiederholt von "Satan"- in der Bedeutung "Widersacher" und von "bösen Geistern" die Rede.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Mi 18. Mär 2026, 16:21Sie meint aber, das allein würde nicht reichen, um die Sprache von Dämonen in den Evangelien zu erklären. Ich denke, es reicht durchaus.
Weil sie es nicht besser können. --- Wenn man, wie heute üblich, Geist als Produkt von Materie versteht, muss man meinen, dass auch Gott eine physikalische Größe ist. Da man aber Gott als physikalische Größe nicht nachweisen kann, gibt es Gott nicht - es sei denn, jemand weist ihn physikalisch nach (mit Gott meine ich hier nicht Jesus, sondern das Wesen Gottes).Magdalena61 hat geschrieben: ↑Do 19. Mär 2026, 01:52 Warum beschäftigen diese Leute sich überhaupt mit der Bibel, wenn sie diese für so fehlerhaft halten, dass sie entscheidende Inhalte in Frage stellen und negieren?
Jesus vertritt keine gemäßigten Positionen. Er überrascht immer wieder mit schockierenden Aussagen oder gar erschreckenden Taten. Die Austreibung von Dämonen z.B. ist nichts für zartbesaitete Seelen.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Mi 18. Mär 2026, 22:05 Extrembeispiele lassen sich für alle Wege finden. Aber mir geht es ja gerade um eine gemäßigte Position.
Und die Schrift spricht davon, dass ihn der Teufel versuchte. Ich antworte dir schriftkonform ohne den menschlichen Psychokram in halbgaren Erklärungen. Ich bin durchaus textkritisch, das weißt du, aber hier deckt sich alles im Kontext der gesamten Schrift.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Mi 18. Mär 2026, 22:05 Ich sprach von einem innerpsychischen Konflikt bezüglich der Versuchung Jesu.
Richtig ist, dass sie uns sichtbar nicht zugänglich sind, doch damit scheiden sie nicht aus der physischen Welt aus. Denk nur an Gott selbst. Er ist Geist und kein Mensch kann ihn sehen. Aber sein Wirken ist in der gesamten Schöpfung unübersehbar.ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Mi 18. Mär 2026, 22:05 Sauls böser Geist kam von Jahwe. Solche Geister existieren nicht als Geistwesen im physischen Raum, als schwebten sie körperlos durch die Gegend.
Ich lege es so aus, dass ihre ursprüngliche Behausung der Himmel war, wo die Engel ja herkommen und das Gefängnis in ewigen Ketten sind nun irdische Örter, wohin sie verbannt wurden, von denen sie nicht mehr wegkönnen. Jesus liefert diese Beschreibung:Jud 6 hat geschrieben: Engel, die ihren ersten Zustand nicht bewahrt, sondern ihre eigene Behausung verlassen haben, hat er zum Gericht des großen Tages mit ewigen Ketten unter der Finsternis verwahrt.
Du deutest das sicher wieder nach pyschlogischer Sicht, für mich aber menschlich. Ich nehme Jesus beim Wort, der uns die geistliche Ebene beschreibt. Demnach handelt es sich um existentielle Wesen, nur körperlos. Das ist für uns bloß etwas schwer vorstellbar, aber deswegen sind sie nicht unreal.Lk 11,24-26 hat geschrieben: Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, durchzieht er dürre Gegenden und sucht Ruhe; und da er sie nicht findet, spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, von wo ich ausgegangen bin; und wenn er kommt, findet er es gekehrt und geschmückt vor. Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit, böser als er selbst, und sie gehen hinein und wohnen dort; und das Letzte jenes Menschen wird schlimmer als das Erste.
Daran hätte ich nie gedacht.... Da jeder den Text der Bibel anders verstehen kann, fragte ich dich wie du den Text der Bibel bezogen auf geistige Welt verstehst. Wenn ich zu viel verlangt habe lassen wirs….
Der Text der Bibel ist der heilsgeschichtliche Niederschlag dessen, was wir von Gott hören sollen. Es ist so gefügt. ---- Bei Juden sind deren Schriften, bspw. Torah und Tenach, gefügt, und bei den Muslims der Koran. Hinter allen steht der Gedanke, dass es EINEN Gott gibt, der sich allerdings je nach Kulturkreis anders offenbart.
Sie hatten nach seinem Wort also keinen "Draht" zu Gott und konnten ihn nicht hören. Jesus sagt sogar, ihr Vater wäre der Teufel. Weiters wäre dann auch Jesu Opfer unnötig gewesen, durch das allein Sühne geleistet wird und wir aus der Knechtschaft der Sünde erlöst werden können, wenn wir an ihn auch glauben.Joh 8,42-43 hat geschrieben: Jesus sprach zu ihnen: "Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn ich bin auch nicht von mir selbst aus gekommen, sondern er hat mich gesandt. Warum versteht ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt."
Wie recht du hast!Helmuth hat geschrieben: ↑Do 19. Mär 2026, 10:14 Demnach wäre es egal, ob ich Jude, Moslem oder Chrit bin? Ich habe über jeden Weg den Draht zu Gott. Da redet Jesu aber beton anders. Es wäre dann auch Jesu Opfer sinnlos gewesen, denn das brauchen die Juden und Moslems nicht.
Man fragt sich dann schon, ob es bei der Denkweise eine Neugebrurt stattgefunden hat.
Johannes 14:6
Jesus erklärte ihm: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.
Niemand kommt zum Vater außer durch mich.
Johannes 10:9
Ich bin die Tür. Jeder, der durch mich hineingeht, wird gerettet werden,
und er wird hinein- und hinausgehen und Weiden finden.
Römer 6:23
Denn der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod,
doch das Geschenk, das Gott gibt, ist ewiges Leben
durch Christus Jesus, unseren Herrn.
Ich habe schon angedeutet, wie ich das sehe. Geist ist quasi die Software. Man kann einen Datenträger im Labor in seine Element zerlegen und wird gerade deswegen niemals herausfinden, welcher Art der gespeicherte Datensatz dort ist. Man wird nicht mal feststellen, dass überhaupt etwas dort gespeichert ist. Das müsste man schon vorher wissen oder wenigstens annehmen.
Danach habe ich nicht gefragt.Hiob hat geschrieben: ↑Do 19. Mär 2026, 10:08Der Text der Bibel ist der heilsgeschichtliche Niederschlag dessen, was wir von Gott hören sollen. Es ist so gefügt. ---- Bei Juden sind deren Schriften, bspw. Torah und Tenach, gefügt, und bei den Muslims der Koran. Hinter allen steht der Gedanke, dass es EINEN Gott gibt, der sich allerdings je nach Kulturkreis anders offenbart.
Nun bin ich Christ, weil ich so geprägt wurde, aber auch, weil das Christentum die geistig konsistenteste Religion ist, die ich kenne. Von solchen theologischen Gesichtspunkten abgesehen, sind jüdische, christliche und muslimische Gläubige im Leben gar nicht so unterschiedlich. Da JEDER Mensch ebenbildlich ist, kann dies übrigens auch bei agnostischen Menschen gelten.
Religionen sind keine Garantien, das ewige Leben zu erlangen, sondern Hilfsangebote, Gott näher zu kommen. Auch Religionslose können Gott sehr nah sein.