Helmuth hat geschrieben: ↑Mi 18. Mär 2026, 14:46
Jetzt wird erfolgreich vom Thema abgelenkt und am Ende kommt heraus, Jesus wurde gar nicht vom Teufel versucht. Es gab nur psychische Spannungen in seinem Geist hervorgerufen durch eine physische Überstrapazierung seines Körpers in der Wüste.
Du hast Beißreflexe und reagierst völlig überzogen. Ich find es echt schade, dass ein alternativer Erklärungsansatz dargestellt wird, als würde er die Evangelien nicht ernst nehmen. Psychische Spannungen hervorgerufen durch physische Überstrapazierung des Körpers, das ist nicht das, worauf ich etwas herunterbrechen will. Jesus hatte 40 Tage gefastet und es ist im Kontext eindeutig, dass dies durchaus auf bezogen ist auf Nahrungsverzicht und nicht ein erweitertes Fasten, wie es in Jesaja 58 vermittelt wird. Jesus hat extreme Diszipliniertheit erwiesen. Man könnte sagen, er hat erfolgreich den Hunger bezwungen und das war eine beachtliche Leistung. Was macht sowas mit einem ? Oder was kann sowas mit einem machen ? Es droht, dass das eigene Vermögen oder die eigene Leistung zum Götzen wird, der sich über alles erhebt. Gott war es schon immer wichtig, dass sein Volk sich nicht eigener Leistungen rühmt, sondern ihm dankt, dass sie überhaupt zum Atmen in der Lage sind. Besonders in 5. Mose 8 spricht Gott hier diese Mahnung zu seinem Volke aus.
5. Mose 8,11 Hüte dich, daß du Jahwes, deines Gottes, nicht vergessest, so daß du nicht beobachtest seine Gebote und seine Rechte und seine Satzungen, die ich dir heute gebiete!
12 damit nicht, wenn du issest und satt wirst, und schöne Häuser baust und bewohnst,
13 und dein Rind- und dein Kleinvieh sich mehrt, und Silber und Gold sich dir mehren, und alles, was du hast, sich mehrt,
14 dein Herz sich erhebe, und du Jahwes, deines Gottes, vergessest, der dich aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft, herausführte;
15 der dich wandern ließ in der großen und schrecklichen Wüste, wo feurige Schlangen und Skorpione sind, und Dürre, wo kein Wasser ist; der dir Wasser aus dem Kieselfelsen hervorbrachte;
16 der dich in der Wüste mit Man speiste, welches deine Väter nicht kannten, um dich zu demütigen und um dich zu versuchen, damit er dir wohltue an deinem Ende,
17 und du in deinem Herzen sprechest: Meine Kraft und die Stärke meiner Hand hat mir dieses Vermögen geschafft!
18 Sondern du sollst Jehovas, deines Gottes, gedenken, daß er es ist, der dir Kraft gibt, Vermögen zu schaffen; auf daß er seinen Bund aufrecht halte, den er deinen Vätern geschworen hat, wie es an diesem Tage ist.
Jesus kannte diese Worte natürlich, denn er zitiert bei der Versuchung selbst aus diesem Kontext aus Vers 3 :
5. Mose 8,3 Und er demütigte dich und ließ dich hungern; und er speiste dich mit dem Man, das du nicht kanntest und das deine Väter nicht kannten, um dir kundzutun, daß der Mensch nicht von Brot allein lebt, sondern daß der Mensch von allem lebt, was aus dem Munde Jehovas hervorgeht.
Das ist ein uraltes menschliches Dilemma und kein pathologisches Randphänomen. Erfolg und Anerkennung steigen einem schnell zu Kopf. Seit dem Zeitalter des Liberalismus dagegen leben wir in einer totalen und gesellschaftlich koordinierten Vergottung des Individuums, des persönlichen Erfolgs und der Selbstoptimierung.
Helmuth hat geschrieben: ↑Mi 18. Mär 2026, 14:46
Und noch einen Schritt weiter könnte man argumentieren, er war dort nicht einmal, weil es dafür keine Zeugen gibt. Man hat die ganze Begebenheit erfunden. Wo sind wir hier? Bibelkritik oder schon Glaubenszersetzung?
Die moderne Bibelkritik entstand ja gerade dadurch, dass man die herömmliche und traditionelle Interpretation über die Reden von Dämonen und Teufel nicht mehr ernst nehmen konnte. Aber anstatt diese Beschreibungen erklären zu wollen, hat man sie nur hinwegerklärt. Man hat diese "Wundergeschichte" gerade als Beweis gesehen, dass die Erzählungen nicht historisch gewesen sein können, sondern dass sie von irgendeinem Autorenkollektiv in der Schreibstube oder am Lagerfeuer einfach erfunden wurden.
Helmuth hat geschrieben: ↑Mi 18. Mär 2026, 14:46
Wenn es diese Teufel und Dämonen aber nicht gibt, wären auch Jesu Worte wie Sheol nur eine fiktiver Ort oder gar nur erfundene Geschichten. Und auch die Schlange bei Eva ist nur fiktiv. Was bedeutete dann wieder ihr den Kopf zu zermalmen?
Eine juristische Person ist auch eine fiktive Person. Auch ein Land ist fiktiv. Oder anders gesagt, juristische Personen oder Länder sind keine Naturphänomene, sondern gesellschaftliche Konventionen und Organisationsschemata. Zu behaupten, es gäbe weder Länder noch juristische Personen, wäre somit falsch, aber zu behaupten, es gibt sie, muss die Frage nach sich ziehen, auf welche Weise gibt es sie ? Es gibt auch Sternbilder, aber auf welche Weise gibt es diese ? Sind sie kosmologische Phänomene, oder eher menschliche Wahrnehmungskategorien und Ordnungsmuster ? Gott sagte, zwar, dass man sich vor den Sternen nicht niederwerfen soll um sie anzubeten, aber er sagte auch, dass sie erschaffen wurden, um zur Bestimmung von Zeiten zu dienen. Das geht aber nur, wenn der Mensch ihre Positionen, Bewegungen und sonstige Eigenschaften systematisch erfasst. Statt Koordinate xyz hat man früher eben gesagt: Sternbild Löwe. Dass da kein echter Löwe am Firmament lebt, war den Erfindern der Sternbilder sicher klar und erst viel später haben das so einige gründlich missverstanden.
Helmuth hat geschrieben: ↑Mi 18. Mär 2026, 14:46
Und überdies haben wir dazu auch keine Zeugen. Es gab keine Zeugen bei Eva und es war auch noch keiner in dem Sheol, wo bei der Übertragung auf Koine wieder die Verwirrung von Gehenna und Hades entstanden ist. Ich nenne das dann kontextloses Deuten bis hin zur systematischen Zersägung des gesamten Ratschlusses Gottes.
Die Erzählung von 1. Mose halte ich für Offenbarung, die Mose gegeben wurde und die er aufschrieb. Die Evangelien halte ich nicht für Offenbarungstexte. Die Evangelisten berichten das, was sie selber miterlebt haben und/oder das, was ihnen von anderen glaubwürdigen Zeugen erzählt wurde. Die Erzählungen dieser Zeugen aber interpretieren sie nicht direkt, sondern höchstens durch eigene Ergänzungen.