Gerechtigkeit aus Glauben

Themen des Neuen Testaments
Ziska
Beiträge: 6001
Registriert: Do 18. Apr 2013, 11:32

Re: Gerechtigkeit aus Glauben

Beitrag von Ziska »

renato23 hat geschrieben: So 18. Jan 2026, 20:58
oTp hat geschrieben: So 18. Jan 2026, 13:34 Ja, auch der Glaube an die Opferfunktion Jesu kommt vom Judentum. Also für mich wäre der Kreuzestod von Jesus als Sühneopfer im Prinzip nicht nötig. Aber sie gehört ja zu den fundamentalen Grundsätzen des christlichen Glaubens.

Wie eine Satzung, ohne die man nicht Mitglied wird.
Nein, oTp die Kreuzigung Jesus als Sühneopfer war/ist nicht Grundsatz christlichen Glaubens, sondern kirchenseits dazu bestimmt worden

Bevor die frühe RKK ca im 432 n.Ch dem Christentum das Kreuz als verbindliches Symbol aufzwang war es das Christusmonogram

Jesus Christus sagte, dass wer den Willen Gottes, dem himmlischen Vater tut sei ihm Bruder/Schwester, habe Zugang zum Himmelreich.
Jesus sagte folgendes:
Matthäus 20:28 Elberfelder
so wie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um bedient zu werden,
sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.

Paulus schrieb an die Christen in Ephesus:
Epheser 1:7 HFA
Durch Christus, der sein Blut am Kreuz vergossen hat, sind wir erlöst,
sind unsere Sünden vergeben.
Und das verdanken wir allein Gottes unermesslich großer Gnade.
Damals gab es noch keine RKK…
Römer 3:25 HFA
Um unsere Schuld zu sühnen, hat Gott seinen Sohn am Kreuz vor aller Welt sterben lassen.

Jesus hat sein Blut für uns vergossen und mit diesem Opfer die Vergebung für alle erwirkt,
die daran glauben.
Daran zeigt sich, dass es gerecht von Gott war, als er die Sünden der Menschen bisher ertrug;
Die Verwendung des Kreuzes als das Symbol des Opfers Jesu gab es unter den ersten wahren Christen nicht!
Warum sollten sie auch ein heidnisches Kreuz dafür verwenden?

Später hat die RKK dieses Mordswerkzeug „christianisiert“.
Liebe Grüße von Ziska
Wann kommt das Ende der Welt? Bleibt nach dem Ende der Welt noch etwas übrig?
Neugierig geworden? Schreib mir bitte PN! :wave:

Mit der Intelligenz ist es ja so:
Entweder man hat sie oder man weiß gar nicht, dass sie einem fehlt
8-)
Benutzeravatar
Hoger
Beiträge: 3927
Registriert: Fr 28. Feb 2025, 15:34

Re: Gerechtigkeit aus Glauben

Beitrag von Hoger »

oTp hat geschrieben: So 18. Jan 2026, 21:05 Hm, ich denke, sogar die Orthodoxen lehren den Opfertod. Welche alte christliche Gemeinschaft lehrt ihn nicht ?
Die gnostischen Kirchen und Gemeinschaften
Die erste gnostische Kirche des Marcion (2. Jahrhundert) lehnte den Opfertod Christi ab und verkündete so ungefähr dass was auch renato so schreibt
Zuletzt geändert von Hoger am So 18. Jan 2026, 21:50, insgesamt 1-mal geändert.
Jesus, dir leb ich, Jesus, dir sterb ich, Jesus, dein bin ich im Leben und im Tod.
O sei uns gnädig, sei uns barmherzig; führ uns, o Jesus, in deine Seligkeit

Liegnitz, 1828
Benutzeravatar
Hoger
Beiträge: 3927
Registriert: Fr 28. Feb 2025, 15:34

Re: Gerechtigkeit aus Glauben

Beitrag von Hoger »

Ziska hat geschrieben: So 18. Jan 2026, 21:40 Die Verwendung des Kreuzes als das Symbol des Opfers Jesu gab es unter den ersten wahren Christen nicht!
Warum sollten sie auch ein heidnisches Kreuz dafür verwenden?
Geschichtlich richtig ist, dass das Wort eigentlich Pfahl heißt und den Pfahl meint, der aufgerichtet war. Manchmal wurde der Deliquent hochgezogen, manchmal im Liegen angenagelt, aber es ist ein Grundpfahl und ein Balken, der
oftmals obendrauf genagelt wurde. Die frühen Kreuzesform ist auch das T und Franz von Asissi hat für seinen Orden ja auch das T-Kreuz durchgesetzt.

Man kann bei Paulus natürlich immer Pfahl übersetzen - aber eigentlich ist das doch unwichtig. Es geht um das Opfer um den Tod Jesu. Ob das nun an einem Pfahl oder Kreuz geschah - ist das wichtig?

In den frühen Biografien und Schriften über und von den aptostolischen Vätern und Kirchenvätern wird immer wieder von dem Kreuzeszeichen als Segnung geschrieben. Der Katechume bekam die Kreuzesform als "geheimes" Erkennungszeichen, als Zugehörigkeitszeichen, dass erst öffentlich gemacht wurde, als die Kirche zur Staatsreligion wurde.
Jesus, dir leb ich, Jesus, dir sterb ich, Jesus, dein bin ich im Leben und im Tod.
O sei uns gnädig, sei uns barmherzig; führ uns, o Jesus, in deine Seligkeit

Liegnitz, 1828
oTp
Beiträge: 12047
Registriert: Mo 24. Mai 2021, 10:33

Re: Gerechtigkeit aus Glauben

Beitrag von oTp »

Hoger hat geschrieben: So 18. Jan 2026, 21:40
oTp hat geschrieben: So 18. Jan 2026, 21:05 Hm, ich denke, sogar die Orthodoxen lehren den Opfertod. Welche alte christliche Gemeinschaft lehrt ihn nicht ?
Die gnostischen Kirchen und Gemeinschaften
Die erste gnostische Kirche des Marcion (2. Jahrhundert) lehnte den Opfertod Christi ab und verkündete so ungefähr dass was auch renato so schreibt
Müste ich mir mal ansehen.

Ein schnelles KI:
Die gnostische Kirche des Marcion (Markionismus),
gegründet um 140 n. Chr. in Rom von Marcion von Sinope, war eine einflussreiche frühchristliche Strömung. Sie unterschied radikal den gütigen Gott des Neuen Testaments vom alttestamentarischen Schöpfergott (Demiurg). Aufgrund ihrer straffen Struktur stellte sie eine ernsthafte Konkurrenz zur entstehenden Alten Kirche dar.
Zentrale Lehre: Marcion lehnte das Alte Testament ab und betrachtete den Schöpfergott der Juden als minderwertigen, gerechten, aber strengen Demiurgen. Christus sei gesandt worden, um den unbekannten, höheren Gott der Liebe zu offenbaren.

Die Kirche des Marcion (die Marcioniten) war eine einflussreiche frühchristliche Bewegung, die um 144 n. Chr. in Rom von Marcion von Sinope gegründet wurde. Obwohl sie einige gnostische Anklänge aufwies, betrachten moderne Gelehrte sie oft als eine eigenständige, dualistische Konfession und nicht als traditionelle Gnostiker.
Das hier ist ja elitär:
Asketismus: Die Marcioniten praktizierten einen strengen Asketismus, lehnten die Ehe ab und tauften nur Unverheiratete, um den Kontakt mit der materiellen Welt (die vom "niederen" Gott geschaffen wurde) zu minimieren.


Und:
Die etablierte Kirche verurteilte den Marcionismus als Häresie; er war jedoch eine so starke und gut organisierte Gegenbewegung, dass er die orthodoxe Kirche dazu zwang, ihren eigenen Kanon und ihr Glaubensbekenntnis zu definieren
Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
Benutzeravatar
Hoger
Beiträge: 3927
Registriert: Fr 28. Feb 2025, 15:34

Re: Gerechtigkeit aus Glauben

Beitrag von Hoger »

Das geht dann weiter im Manichaäismus und bis hin zu den Katharern und Bogomilen.
Das waren keine Freikirchler, die die böse Kirche ausgerottet hat, sondern elitäre Gemeinschaften, die mit dem Christentum nicht viel zu tun hatten.
Jesus, dir leb ich, Jesus, dir sterb ich, Jesus, dein bin ich im Leben und im Tod.
O sei uns gnädig, sei uns barmherzig; führ uns, o Jesus, in deine Seligkeit

Liegnitz, 1828
oTp
Beiträge: 12047
Registriert: Mo 24. Mai 2021, 10:33

Re: Gerechtigkeit aus Glauben

Beitrag von oTp »

Elitär ist mir nicht recht.
Schon wenn man nur unverheirate als Mitglieder aufnimmt. Das sind für mich eher Aussteiger aus dem Leben als Mensch.

Keine Gemeinschaft ist jedenfalls vollkommen, hat Ecken und Kanten und ihre Fragwürdigkeiten. Auch wenn die Kirchen sagen, sie hätten die ganze Wahrheit. Jede natürlich für sich.
Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
Antworten