Hallo Thomas,
vorweg danke ich Dir für diesen Thread. Eine solche Situation zu bemerken und ins Fragen zu kommen ist immer eine gute Gelegenheit die eigene Position zu bestimmen. Das ging Hiob auch so. Er erkannte am Ende, wen er da auf die Anklagebank setzte und kehrte um.
Wenn ich mir solche Frage stelle, stelle ich sie dem, der sie beantworten kann. Gott ist Liebe und entsprechend ist sein Wort voller Hilfestellungen, Beispiele, Erklärungen und Ratschlägen. Er hat uns mit seinem Wort all Deine Fragen beantwortet und es ist der Heilige Geist, der den persönlichen Bezug zu jedem einzelnen herstellt, bis zum heutigen Tag. Denn es ist ein Geist, ein Herr, ein Glaube und ein Leib.
Als ich Deine Zeilen las, musste ich an Psalm 23 denken. Viele lern(t)en ihn auswendig, es wurden viele Lieder darüber gedichtet und viele Bücher dazu geschrieben. Je länger ich für Gott lebe, je mehr verstehe ich diesen Psalm. Mit "verstehen" meine ich den Bezug in die Realität meines eigenen Lebens. Darin sagt uns Gott so viel über das Leben, den Weg den wir gehen, die Positionen die Menschen und die Gott einnimmt.
Viele jahre frage ich mich, wie jemand im Angesicht seiner Feinde (Situationen die ich als Bedrohung einstufe) Hunger haben kann? Denn ich neige eher dazu nervös zu werden, was mir gehörig auf den Appetit schlägt. Wie kann es sein, dass ich Trost erfahre, wie es in Psalm 23 beschrieben wird. Ich hielt es wirklich für unmöglich. Aber ist es das generell? Ist Psalm 23 lebensfremd, Helden vorbehalten oder am Ende ein reines Märchen? Oder kommt es mir nur so vor, weil ich selbst noch nicht den vollen Zugang dazu habe?
Psalm 23 spricht ja nicht nur von Leid. Im Gegenteil. Aber es verschweigt Leid, Bedrohung und Gefahr auch nicht. Jeshua hat seinen Jüngern im Grunde das gleiche gesagt. In der Zeit als ich mich Christus zuwenden durfte, stand Leid nicht auf der Tagesordnung was die regelmäßige Predigt oder die Bibelstunden anging. Ich kann das gut verstehen, denn der Segen, die Fülle, seine Führung, Bewahrung, seine Stärkung und den Sinn den nur er einem Menschen gibt, übertreffen das Leid um Längen. Dennoch hat Jeshua nie verschwiegen, wie schwer das Leben als sein Nachfolger hier auf Erden werden kann und wird. Für solche Phasen sind seine Zusagen wie die in Psalm 23, wichtig. Auch wenn die Gefühle eine andere Sprache sprechen, unser Denken dunkel geworden und unser Leben beladen ist, sind wir nicht allein. Er bewahrt uns vor vielem, aber eben nicht vor allem. Die Erlösung des Leibes steht erst noch bevor. Darauf laufen wir zu, dahin streben wird und bis zu diesem Moment rufen wir Menschen auf, sich mit Gott zu versöhnen.
Soweit, erstmal ganz kurz.