Phänomen Eugen Drewermann

Säkularismus
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Oleander
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Re: Phänomen Eugen Drewermann

Beitrag von Oleander »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Fr 16. Sep 2022, 14:33 Ich weiß, was du meinst. Ich würd das aber nicht unbedingt als Verstand bezeichnen, sondern als moralischen Überbau oder eine Art Über-Ich. Der rationale Verstand ist es ja vielleicht gerade, der einen mit körperlichen Signalen warnt. Der moralische Überbau ist es, der uns hindert, diese Signale ernst zu nehmen. Und manchmal kann man aus bloßer Angst vor Nahrungsmangel schon übermäßig Hunger bekommen.
Ich mein noch nicht mal Angst vor Nahrungsmangel...
Nur ein ganz einfaches Beispiel...
Ich hatte über meinem Bett ein sehr großes Bild, welches blablabla und dadurch sehr schwer ist.
Vor paar Wochen wollte ich zu Bett gehn, ging aber voher zum Fenster, um es zu schließen.
Plötzlich aber so ein Knall, dass ich erschrak und der Körper sofort reagierte mit Herzrasen-da kannste einfach nix machen.
Ich drehte mich um und sah, dass Bild fiel von der Wand , knallte auf das Regal über meinem Bett(daher der Knall) und von dort auf mein Kopfkissen.
Und schon gings im Kopf eigenständig (gedanklich)zu: Ach du Sch..... wenn du schon im Bett gewesen wärst und dir das auf den Kopf geknallt wäre, dann...
Ich steuerte bewußt dagegen(Verstand): Ist aber nicht so gewesen, also Glück gehabt und alles gut und das Bild geht nicht mehr zurück an die Wand...denn Vorsicht heißt die Mutter der Porzellankiste...
Herzrasen hörte langsam wieder auf.
Was wäre deiner Ansicht nach dann das "Über-Ich"?
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben ...
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Johncom
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Re: Phänomen Eugen Drewermann

Beitrag von Johncom »

Claymore hat geschrieben: Fr 16. Sep 2022, 10:20
Johncom hat geschrieben: Fr 16. Sep 2022, 02:07 Deshalb hat du diesen Thread eröffnet?
Nein, deswegen nicht. Sondern weil ich das Phänomen Drewermann nicht verstehe.

Ich will zugestehen, dass er rhetorisch brillant ist. Und seine umfangreich Bildung ist auch sehr beeindruckend.

Aber das ist doch alles nur die Verpackung - nett. Was hilft's wenn der Inhalt so mau und dürftig ist?

Deswegen kann ich über das Phänomen des Erfolgs von Drewermann nur staunen.

Oder haben wir mittlerweile die Stufe erreicht, dass "Weltschmerz empfinden" outgesourced und Profis übergeben wird?
Ich weiß nicht was das heißen soll: Weltschmerz empfinden.
Das Leben, die Welt usw .... alles wunderbar. Was wir brauchen haben wir im Überfluss. Wir könnten jetzt armen Ländern helfen, auf die Beine zu kommen.
Es gibt keinen Grund für Krieg, es gab übrigens auch keinen Grund für Lockdowns.

Drewermann macht nicht den Anschein, als wolle er eine politische Partei gründen.
Er klagt, ja das nervt. Er zeigt auch immer wieder auf, dass Frieden machen überhaupt kein Problem ist.
Wo sind denn seine Inhalte mau und dürftig?
Wortreich illustriert er den Wahnsinn auf dem Schlachtfeld. Man wird sich bewusst, diesmal bin ich nicht dabei.
Christen wie Atheisten ohne Unterschied, werden sich klar, wir machen nicht mit.
Die Profiteure, die Geldgeber berechnen derweilen ihre Ausgaben/Gewinne.
Ein Wirtschaftssystem wie das unsere kann Frieden nicht wollen. Es besteht auf dem Glaubenssatz, dass das Bessere der Feind des Guten ist, also dass wir immer schneller in Konkurrenz miteinander den anderen vor die Wand stellen müssen. Schneller, größer, weiter, reicher, umfangreicher, das ist Krieg im Wirtschaftsraum. Und es soll keine Überlebenden geben, nur die Sieger. ‘The winner takes it all‘. Und der Zweite ist der schlimmste Verlierer; hätte er nur ein bisschen schneller laufen können, hätte er ja gesiegt. Schade, schade!

Diese Welt der permanenten Konkurrenz dürfen wir nicht länger akzeptieren, auch wenn sie uns beigebracht wird schon in der Schule, schon im Kindergarten, im Leistungsvergleich gefördert wird. Was dabei nicht gefördert wird, ist die simple Menschlichkeit, Mitgefühl zu entwickeln, Sensibilität, Empathie, die Verbindlichkeit von Gefühlen, die einander zugesagt werden, die Gültigkeit von Versprechen, die dem Frieden dienen. Eine Politik, die mit System alles das verleugnet, eine Dauer-Presse, die jeden Tag das Gegenteil uns in die Seele schreiben möchte, können wir nur ablehnen, weil das, was menschlich ist darin, verfälscht wird mit Bewusstsein.
https://frieden-links.de/2022/06/drewer ... er_Ukraine
Bewusstsein? Für uns, die Friedlichen, ist es voll normal, keinen Feind zu haben. Unsere Lebensqualität wird von keiner anderen Nation bedroht.
Aber vielleicht geht es uns zu gut? Schon der frühere Bundespräsident Gauck bedauerte zutiefst, die Deutschen wollen keine Opfer mehr bringen. Etwas so: wir seien verwöhnt. Ja, er spielte auf den Pazifismus an.
2014 gings ja los, in Kiew der Maidan-Putsch, die CIA-USA übernahm die Macht.




Natürlich haben wir einen Feind, das Böse. Hitler ist der böse Feind ohne Frage.
8-) An diesem, Tag, als Drewermann in Berlin sprach gab es zuvor einen Demozug zur der Kundgebung. Die Veranstalter hatten aufgerufen, alte Schuhe mitzubringen. Beim Amts-Sitz von Herrn Gauck flogen sie dann in Massen in den Vorgarten.
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ProfDrVonUndZu
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Re: Phänomen Eugen Drewermann

Beitrag von ProfDrVonUndZu »

Oleander hat geschrieben: Sa 17. Sep 2022, 01:25 Was wäre deiner Ansicht nach dann das "Über-Ich"?
In dem Fall die Priorität der augenscheinlichen Dekoration des Schlafgemaches, statt die Priorität auf Sicherheit und Komfort zu legen. Mir ist noch nie was im Schlaf auf den Kopf gekracht, aber an anderen Stellen ist schon was runter gekracht. Über meinem Kopf will ich nichts hängen haben, was nicht mindestens so stabil wie die Wand selber ist.
Offenbarung 1,3 Glückselig, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe!
Claymore
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Re: Phänomen Eugen Drewermann

Beitrag von Claymore »

Johncom hat geschrieben: Sa 17. Sep 2022, 01:03 War da eine Frage? Jeder weiß doch, zumindest die Zuhörer Drewermanns, dass uns keine Nationen bedrohen.
Jeder weiß, dass Krieg nur über Propaganda funktioniert. Mit clever geplanten False Flag Angriffen inszeniert werden: Sender Gleiwitz, Bucht von Tonkin, erlogene Chemiewaffen eines Diktators, angebliche Bürgeraufstände gegen einen anderen Diktator .. oder jahrelange Angriffe gegen Zivilbevölkerung, siehe Ost-Ukraine.
Schieb doch mal deine Russland-NATO-Fixierung beiseite. Mag sein, das uns keine Nationen bedrohen, aber gilt das allgemein?

Wieso ist die Angst IMMER unberechtigt? Wieso sollte man annehmen, dass hinter JEDEM Krieg die Angst als ursprünglicher Auslöser steht? Oder dass es nicht zum Krieg kommt, wenn wir die Angst verlieren?

Ursprünglich kannten die indigenen Völker in Amerika die Spanier nicht einmal. Nur waren die Spanier halt trotzdem auf einmal da.

Umgekehrt wussten die Spanier nicht mal von der Existenz des Azteken- und des Inkareichs.

Bei der Schlacht von Cajamarca massakrierte eine kleine spanische Expeditionstruppe die Inka-Armee und nahm den König gefangen. Man könnte der Inka-Führung eher vorwerfen, dass sie zu wenig Angst vor den Spaniern hatten - aber sie wussten halt nicht, was Kanonen sind.
Spice
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Re: Phänomen Eugen Drewermann

Beitrag von Spice »

Johncom hat geschrieben: Sa 17. Sep 2022, 02:22 2014 gings ja los, in Kiew der Maidan-Putsch, die CIA-USA übernahm die Macht.
Ja, wenn man alles verdrehen will. Das Volk wollte endlich Demokratie und den korrupten prorussischen Machthaber losweden. Und weil die CIA die Macht übernahm, trennten gleich die grünen Männchen - woher hatten sie nur die Waffen? - Teile der Ostukraine ab, und Putin schnappte sich "ganz offiziell" die Krim... Sag mal, wo ist dein Verstand geblieben?
Beim Amts-Sitz von Herrn Gauck flogen sie dann in Massen in den Vorgarten.
Und das findest du gut? Schäm dich!
Spice
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Re: Phänomen Eugen Drewermann

Beitrag von Spice »

Claymore hat geschrieben: Sa 17. Sep 2022, 10:52 Wieso ist die Angst IMMER unberechtigt? Wieso sollte man annehmen, dass hinter JEDEM Krieg die Angst als ursprünglicher Auslöser steht? Oder dass es nicht zum Krieg kommt, wenn wir die Angst verlieren?
@ Claymore: Ich bin froh über deine besonnenen, vernünftigen Ansichten.
In der Welt ist Angst immer berechtigt. Staaten müssen gerüstet sein. Alles andere ist Blauäugigkeit!
Claymore
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Re: Phänomen Eugen Drewermann

Beitrag von Claymore »

Spice hat geschrieben: Sa 17. Sep 2022, 12:27@ Claymore: Ich bin froh über deine besonnenen, vernünftigen Ansichten.
In der Welt ist Angst immer berechtigt. Staaten müssen gerüstet sein. Alles andere ist Blauäugigkeit!
Das hört sich schon fast ironisch an.

Egal wie: ich bin Pazifist. Genauso wie Drewermann.

Dennoch ist eine Welt ohne Militär und mit ewigem Frieden der Mega-Moonshot.

Was Drewermann nicht kapiert: dieser extreme und tatsächlich absurde und groteske Widerspruch zwischen der zivilen Sphäre und der militärischen Sphäre ist nur sehr bedingt ein Widerspruch für den Menschen!

Er ist aber ein extremer Widerspruch im Westfälischen System, das sich hauptsächlich nach dem Frieden zu Münster (1648) als Weltordnung durchsetzte.

2013 wurde in London der Soldat Lee Rigby von zwei Islamisten ermordet. Ein junger Mann, der sein Leben noch vor sich hatte. Ja - eine unentschuldbare, schreckliche und grausame Tat.

Aber der Logik der Mörder, dass sie sich eben nicht schuldig fühlten, da Soldaten den Tod nun mal als Berufsrisiko in sich trügen, kann man kaum etwas entgegen setzen.

Nach dem Westfälischen System ist es Mord. Denn der Staat ist der absolute Souverän. Das Gewaltmonopol liegt beim Staat. Und es herrscht Anarchie zwischen den Staaten, die nach den Prinzipien Machiavellis untereinander agieren. Mit Krieg als letzte Entscheidungsgewalt.

Hätten sie Lee Rigby während eines Krieges getötet, würden sie nach den Genfer Konventionen die Immunität von Kombattanten genießen. Da wäre es plötzlich kein Mord gewesen...

Man mag einwenden, dass Lee Rigby auf besonders hinterhältige Weise getötet wurde. Aber als ob das jemals eine Rolle in der modernen Kriegsführung spielte...

Der Scharfschütze, der auf 2 km Entfernung den nichtsahnenden Feind töten kann, bekommt sogar noch einen Orden verliehen!

Die moderne Kriegsführung zeichnet sich durch eine besondere Ehrlosigkeit aus.

EHRE ist zwar ein Wert um den man sich im zivilen Leben des 21. Jh. nicht so sehr kümmert - aber im Militär ironischerweise schon, obwohl EHRE dort am allerwenigsten zu finden ist.

In einer modernen Armee des 21. Jh. gibt es eben keine ritterlichen Ehre, keinen Ehrenkodex der Samurai (Hagakure), keine Familienehre wie bei den Wikingern, usw..

Aber gut... was war die Weltordnung davor?

Im Mittelalter und der Renaissance war die Macht verteilt: es gab die Kirche, unzählige Herren und Lehnsherren bis hoch zum Kaiser. Und keine strikte Trennung der zivilen und militärischen Sphäre: Es gab Fehden, Ordensritter, Söldnerarmeen, Condottieri... Söldner bei Bedarf anzuheuern wurde nicht anders bewertet als ein Bauprojekt bei einer Steinmetzbruderschaft in Auftrag zu geben.

Ziemlich chaotisch: ein System von dauerhafter, schwelender Gewalt aber dafür von vergleichsweise niedriger Intensität.

Im Westfälischen System bedeutet dagegen Friede wirklich Friede. Und es gab auch sehr lange Phasen des Friedens. Aber am Ende entluden sich die Konflikte dann umso schrecklicher und heftiger in unfassbar grausamen, abartigen Kriegen.

Drewermann schwebt eine friedliche Version des Westfälischen Systems vor. Das kann nicht funktionieren.

Das Westfälische System ist in-sich korrupt, irreparabel und eine Katastrophe für die Menschheit. Solange es die Weltordnung dominiert, wird es keinen Frieden geben.

Bin ich wenigstens weiter gekommen, das tatsächliche Problem zu identifizieren? Ich hoffe schon.

Habe ich eine Lösung? Leider nein - aber ich tue im Gegensatz zu Drewermann nicht so "als ob". Denn was sollte der Nachfolger für das Westfälische System sein? Ein Weltstaat? Oh je... das ist mir auch nicht geheuer.

☮🕊☮🕊☮🕊☮
Claymore
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Re: Phänomen Eugen Drewermann

Beitrag von Claymore »

oTp hat geschrieben: Fr 16. Sep 2022, 10:26 Naja, Freud wird von der Psychologie ja schon lange "umsortiert" weil kritisiert.
Ich kann nur nachträglich sagen, dass ich Drewermann damals nicht ganz ernst genommen habe. Er erschien mir irgendwie oberflächlich, sein ganzer Mix, den er darstellte. Er kam bei mir deshalb nicht gut "rüber".

Zumal ich mir schon selber viele Gedanken gemacht hatte über alles, wovon er sprach.
"Oberflächlich" ist stark untertrieben. Drewermann ignoriert den Elefant im Wohnzimmer.

In einem SRF-Interview fragte ihn die Moderatorin (nach endlosem Klagen und Jammern von seiner Seite aus) warum man nicht einfach Atheist werden sollte?

Drewermanns Antwort: Nach dem Atheismus ist das Leben nicht erfüllend, sogar sinnlos.

Aha: Atheismus ist falsch... weil er mir nicht gefällt?

Atemberaubend - aber dieser Unfug ist für Drewemann ganz normal.

Der kann nicht mehr klar denken.

Der merkt das gar nicht mehr. Wenn man sich über Jahrzehnte selbst belügt, kommt man da an, ja.
Wie er gereift ist, kann ich nicht sagen.
Er ist überhaupt nicht gereift.

Nur dass früher sein geballter Unfug politisch korrekt und Mainstream-konform war (progressiv, gegen RKK) und jetzt nicht mehr (gegen Kriegs-Grüne, pro-Querdenker, usw.).
Philippus
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Re: Phänomen Eugen Drewermann

Beitrag von Philippus »

Claymore hat geschrieben: Do 15. Sep 2022, 00:26

Das fundamentale Problem hat IMHO nichts mit Corona oder Putin zu tun, sondern einfach damit: Drewermanns beeindruckende Rhetorik und umfassende Bildung täuscht die Menschen darüber hinweg, dass er letztlich nichts von Interesse zu sagen hat. Eben keine Lösungen anzubieten hat, sondern nur fordert. Und die Widersprüche der menschlichen Existenz durch stures ignorieren umschifft.

Aber gut - das ist nur meine persönliche Meinung. Was haltet ihr von Eugen Drewermann?


Ich habe Drewermann einmal persönlich auf einem Vortrag erlebt, nicht nur im Youtube oder sonst digital oder imTV.
Er macht sich viele Gedanken, hat aber tatsächlich keine wirklichen Lösungen anzubieten, wie Du schon gesagt hast. Wahnsinn, ich erinnere mich an seine Bücher -ist schon lange her, ich kann es nur ungefähr aus der vagen Erinnerung heraus schildern- : Matthäus Evangelium- Auslegung Drewermann, erster Band, Matthäus-Evangelium, Auslegung Drewermann, zweiter Band, Matthäus Evangelium, Auslegung Drewerman, dritter Band............ wobei aber jeder Band dicker war als die Bibel selber.
Ich musste unwillkürlich an die alte Grundregel denken.... viel schreiben kann jeder, das Genie zeichnet sich dadurch aus, dass er sich kurz fassen kann.


Freilich besticht er durch seine durchaus fesselnde Art vorzutragen und zu interpretieren. Dadurch sollte man sich aber nicht täuschen lassen, religiös gesehen ist er eher ein vom Katholizismus zum Buddhismus konvertierter Zeitgenosse.
Zum Beispiel las ich eine ganz absurde Auslegung von ihm zu Lukas 7, 11 bis 17, wo er den Sarg ganz weg-interpretierte und nur noch von einem "Muttersöhnchen" sprach, der im Sarg seiner überbehütenden Mutter lebte und den Jesus durch ein paar markante Worte quasi von seinem "Muttersöhnchen-Dasein" aus diesem Sarg befreite.

Drewermann interpretiert alle Wunder der Bibel generell gnadenlos tiefenpsychologisch fort, so dass nichts mehr davon übrig bleibt, für gläubige Christen kann man also nur empfehlen, sich strikt von ihm fernzuhalten.

Zweifelsohne gehört er zu den falschen Propheten, vor denen Jesus im Matthäus 24 schon eindringlich warnt.
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Johncom
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Re: Phänomen Eugen Drewermann

Beitrag von Johncom »

Claymore hat geschrieben: Sa 17. Sep 2022, 10:52 Wieso ist die Angst IMMER unberechtigt? Wieso sollte man annehmen, dass hinter JEDEM Krieg die Angst als ursprünglicher Auslöser steht?
Für jeden Krieg wird Angst verbreitet. Oder Zorn, Empörung. Dafür sorgen bestens bezahlte Profis der Geheimdienste und Medien.
Der Auslöser für Kriege braucht immer eine lange vorberereite Geschichte. Emotionen werden geschürt nach Mustern, es wird vom bösen Diktator erzählt und das Volk sehne sich nach Demokratie. Man wolle nur "helfen".
Das Gefühl Angst ist ja berechtigt, ganz natürlich.
Oleanders Beispiel vom spazierenden Löwen passt. Wenn der bei uns rumliefe hätte ich auch Angst.
Kriege werden geplant. Mit emotionalen Geschichten wird das Volk beeinflusst. Ohne das Ja des Volks ist Krieg unmöglich.
Schieb doch mal deine Russland-NATO-Fixierung beiseite.
Kein Grund dafür. Genau diesem Russland-NATO-Konflikt sehen wir im Moment.
Bei der Schlacht von Cajamarca massakrierte eine kleine spanische Expeditionstruppe die Inka-Armee und nahm den König gefangen. Man könnte der Inka-Führung eher vorwerfen, dass sie zu wenig Angst vor den Spaniern hatten - aber sie wussten halt nicht, was Kanonen sind.
Und was hat man den Spaniern zuhause erzählt? Vielleicht, dass da nur Wilde leben, unwerte Heiden.
Die heutige Zeit ist ja eine andere, alle sind über Vieles informiert.
Aber das Motiv für Kriege ist immer gleich: der Raub der Bodenschätze.
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