Luthers Hölle

Themen des Neuen Testaments
Benutzeravatar
ProfDrVonUndZu
Beiträge: 4313
Registriert: Do 11. Aug 2016, 08:16

Re: Luthers Hölle

Beitrag von ProfDrVonUndZu »

Spice hat geschrieben: So 23. Nov 2025, 18:05 Bist du dir da sicher? Reinkarnation war für die damalige Menschheit vielfach noch eine Selbstverständlichkeit.
Ich bin ganz sicher, da im AT von so einer Selbstverständlichkeit keine Spur zu finden ist. Ganz am Ende des Buches Daniel ist davon die Rede, dass der Prophet bis zum Ende der Tagen ruhen und dann auferstehen wird.
Spice hat geschrieben: So 23. Nov 2025, 18:05Ich denke, Auferstehung ist erst ein Spätprodukt.
Abgesehen von Daniel 12 Hesekiel 37, Hosea 6,2, Jesaja 26,19 und 5. Mose 32,39 gibt es noch die Totenauferweckung als Wunder von Elia und Elisa. Matthäus 22,31-32 so wie Hebräer 11,17-19 unterstellen den Glauben an eine Auferstehung der Toten in die Zeit der Erzväter.
Spice hat geschrieben: So 23. Nov 2025, 18:05 In anderen Bibelstellen kommt ja auch die Reinkarnation zum Ausdruck.
Du solltest, den von mir gesetzten link zu Rate ziehen. Das ist etwas Seriöses gegenüber all den Spekulationen.
Habe ich. Überezugt mich aber nicht.

Hier mein Kommentar dazu.

S.1
Es gibt in den Bibelstellen in Fußnote 2 keine "unaufhörliche Entwicklung". Es gibt nur den Wechsel von einem in den anderen Zustand. "Es ist dem Menschen gesetzt einmal zu sterben, danach aber das Gericht." (Hebräer 9,27) Die Aussage in 2. Korinther 3,18 bedeutet nicht "von einer Herrlichkeit zur anderen", sondern die Herrlichkeit des Herrn geht einmalig auf die Herlichkeit des Bildes über. Das ist kein ewiger Kreislauf, da die beiden Herrlichkeiten hier jeweils im Singular formuliert sind.
Aber auch Reichelts Aussage selber muss nicht als Reinkarnation verstanden werden. Unaufhörlich wird die Entwicklung auch auf der Neuen Erde sein. Wer sagt denn, dass dort Stillstand herrschen wird ? Stillstand wäre ja Tod.

S.2
Der Tod ist nicht einem Unfall vergleichbar, sondern einem vorsätzlichen Suizid.
Der Sinn des Lebens ist es, am Leben zu bleiben und daraus zu lernen.
Wenn der Tod nur ein Unfall ist, was soll die Seele dann daraus lernen ? Sie hätte ja nichts falsch gemacht.
Für welche Seelen werden Körper bereit gestellt ? Sind die Seelen schon vorher da oder entstehen sie mit dem Körper erst ?
Wenn es Reinkarnation zur Vervollkommnuns gibt, was ist dann mit den biblischen Erzvätern ? Die waren vor Jahrtausenden schon vollkommen und sind dann verstorben ? Bleiben die denn in einer "Geisterwelt" ? Nein, die sind einfach tot bis zur Auferstehung.
Offenbarung 1,3 Glückselig, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe!
Spice
Beiträge: 14937
Registriert: Di 22. Mai 2018, 15:38

Re: Luthers Hölle

Beitrag von Spice »

Abischai hat geschrieben: So 23. Nov 2025, 12:52
Spice hat geschrieben: So 23. Nov 2025, 11:52 Hier haben wir also wieder eine klare biblische Aussage, dass der Mensche reinkarniert!.
Als dem Herrn Jesus und seinen drei Jüngern auf dem Berg zwei Menschen erscheinen, die im Himmel leben, handelt es sich um einen, der bei lebendigem Leib in den Himmel aufgenommen worden war (Elia) und einen, dessen irdischer Leib verwest war (Mose). Beide aber stehen in leiblicher Gestalt plötzlich quicklebendig da.
Sie stehen nicht in "leiblicher Gestalt" da, sondern als Erscheinung. Das ist erstens ein Zeichen, dass die Seele nach dem Tod weiterlebt. Das ist aber schon immer Wissen der Menschen gewesen, das sich allerdings immer mehr verloren hat und in unserer Zeit sogar geleugnet wird (Materialismus/Zeugen Jehovas). Solche Erscheinungen hat man auch im Spiritismus.
Das spricht alles eher für, statt gegen die Reinkarnation. Als Einzelphänomen ist es lediglich ein Beweis der Unsterblichkeit der Seele.
Spice
Beiträge: 14937
Registriert: Di 22. Mai 2018, 15:38

Re: Luthers Hölle

Beitrag von Spice »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: So 23. Nov 2025, 20:23
Spice hat geschrieben: So 23. Nov 2025, 18:05 Bist du dir da sicher? Reinkarnation war für die damalige Menschheit vielfach noch eine Selbstverständlichkeit.
Ich bin ganz sicher,
Okay. Das ist dann eine "Sicherheit", die auf Unkenntnis beruht. Das sind diejenigen "Sicherheiten", die in der Menschheit am häufigsten auftreten.
da im AT von so einer Selbstverständlichkeit keine Spur zu finden ist.
Wenn man es mit der Brille der Gewohnheit liest. Liest man es allerdings immer wieder mit neuen Augen, dann sieht es anders aus. Mit etwas Hintergrundwissen nochmals anders. Also, ich denke Hanna hatte eher Reinkarnation im Sinn. Diese war ja auch immer und ist es bis in die heutige Zeit im Judentum lebendig.
Spice hat geschrieben: So 23. Nov 2025, 18:05Ich denke, Auferstehung ist erst ein Spätprodukt.

Abgesehen von Daniel 12 Hesekiel 37, Hosea 6,2, Jesaja 26,19 und 5. Mose 32,39 gibt es noch die Totenauferweckung als Wunder von Elia und Elisa. Matthäus 22,31-32 so wie Hebräer 11,17-19 unterstellen den Glauben an eine Auferstehung der Toten in die Zeit der Erzväter.
Totenauferweckung hat doch nichts mit der Auferstehung zu tun! Solange die "Silberschnur" noch nicht getrennt ist, kann ein Verstorbener wieder ins Leben zurückgeholt werden. Heute geschieht das ja auch durch die Kunst der Ärzte (deshalb haben wir so viele Berichte, wie es im Jenseits ist), damals durch besondere Personen.
Also, das ist kein Argument gegen die Reinkarnation.
Spice hat geschrieben: So 23. Nov 2025, 18:05 In anderen Bibelstellen kommt ja auch die Reinkarnation zum Ausdruck.
Du solltest, den von mir gesetzten link zu Rate ziehen. Das ist etwas Seriöses gegenüber all den Spekulationen.
Habe ich. Überezugt mich aber nicht.

Hier mein Kommentar dazu.

S.1
Es gibt in den Bibelstellen in Fußnote 2 keine "unaufhörliche Entwicklung". Es gibt nur den Wechsel von einem in den anderen Zustand. "Es ist dem Menschen gesetzt einmal zu sterben, danach aber das Gericht." (Hebräer 9,27)
Hebr. 9,27 ist als Argument gegen die Reinkarnation völlig unbrauchbar, da die Stelle etwas ganz anderes besagt, als was der Unverstand aus ihr in den Köpfen der Gewohnheitschristen gemacht hat. Das kannst du in einem anderen Text Reichelt deutlich erkennen: https://www.academia.edu/37936734/Genet ... ion_Kirche
Die Aussage in 2. Korinther 3,18 bedeutet nicht "von einer Herrlichkeit zur anderen", sondern die Herrlichkeit des Herrn geht einmalig auf Unaufhörlich wird die Entwicklung auch auf der Neuen Erde sein. Wer sagt denn, dass dort Stillstand herrschen wird ? Stillstand wäre ja Tod.
Ja, siehst du, du sprichst nun auch von der Erde und nicht von jenseitigen Gefilden! Wenn da die Seele auf die Erde kommt, was hindert sie jetzt schon auf die Erde zu kommen und in der Vergangenheit gekommen zu sein?

S.2
Der Tod ist nicht einem Unfall vergleichbar, sondern einem vorsätzlichen Suizid.
Nein. Die Menschen wussten ja gar nicht, was der Tod, was Sterben ist, bevor sie ihn erlebt haben. Auch hier ist Reichelt wieder am klarsten und logischsten von allen: https://www.academia.edu/41897215/Gott_ ... C3%B6pfung
Der Sinn des Lebens ist es, am Leben zu bleiben und daraus zu lernen.
Wenn der Tod nur ein Unfall ist, was soll die Seele dann daraus lernen ?
Genau: Es geht ums Lernen? Aber wo kann die Seele etwas lernen? Doch nur dort, wo die Hindernisse sind, die sie sich selbst durch ihre Unwissenheit geschaffen hat - also hier auf der Erde. Wenn du die Idee des Lernens aufrecht erhalten willst, bist du implizit damit eher ein Befürworter der Reinkarnation.
Sie hätte ja nichts falsch gemacht.
Sie konnten nichts anderes tun.
Für welche Seelen werden Körper bereit gestellt ? Sind die Seelen schon vorher da oder entstehen sie mit dem Körper erst ?
Wenn es Reinkarnation zur Vervollkommnuns gibt, was ist dann mit den biblischen Erzvätern ? Die waren vor Jahrtausenden schon vollkommen und sind dann verstorben ? Bleiben die denn in einer "Geisterwelt" ? Nein, die sind einfach tot bis zur Auferstehung.
Wenn eine Seele unsterblich ist, dann kann sie natürlich nicht im Körper entstehen, denn der Körper ist ja ein zusammengesetztes und damit vergängliches Ding, das nichts Unvergängliches hervorbringen kann.
Wie kommst du darauf, dass die Erzväter vollkommen gewesen seien? Das waren sie keineswegs. Sie waren höher entwickelte Seelen gegenüber anderen. Sie sind eben verstorben, weil sie unvollkommen waren.
Wenn man "tot" bis zur Auferstehung ist, leugnet man die Unsterblichkeit der Seele - und, das mag einen aus Unkenntnis nicht bewusst sein - auch die Möglichkeit zur Auferstehung. Du hast aber weiter oben selbst gesagt, Mose und Elia seien die Jüngern erschienen. Also sind sie ja keinesfalls "tot bis zur Auferstehung". Da ist keine Konsistenz in einem solchen Denken. Zu welcher Gemeinschaft gehörst du? Zu den Adventisten?
Benutzeravatar
Zippo
Beiträge: 4725
Registriert: Mo 23. Jan 2017, 00:17

Re: Luthers Hölle

Beitrag von Zippo »

Spice hat geschrieben: So 23. Nov 2025, 11:52
Zippo hat geschrieben: So 23. Nov 2025, 10:54 Hallo zusammen,

es ist mir aufgefallen, daß Luther von der Hölle spricht, wenn das Totenreich gemeint ist. Steht das Wort "scheol" , das hier übersetzt wurde, nicht für das Totenreich ?
[Luther 1912: 1. Sam. 2,6] Der HERR tötet und macht lebendig, führt in die Hölle und wieder heraus.
Hier ist doch das Totenreich gemeint oder verbindet sich mit dem Wort "scheol" noch eine andere Bedeutung ?

Gruß Thomas
Ja "scheol" bedeutet Totenreich. Weshalb das Luther anders übersetzte kann niemand sagen. Interessant ist allerdings der Inhalt der Orginalaussage (also "Totenreich"), denn wann führt Gott hinein? - Wenn der Mensch stirbt. Und wenn führt er wieder heraus? - Wenn sich die Seele wieder auf Erden verkörpert. Hier haben wir also wieder eine klare biblische Aussage, dass der Mensche reinkarniert!. Das ist sehr wichtig, das zu begreifen! (Weshalb Auferstehung?)
Ich wollte eigentlich nicht über diesen Bibelvers sprechen, sondern über die Frage, warum hier ein Wort für das Totenreich verwendet wird, das sinngemäß in unserem Sprachgebrauch für den Ort der Strafe steht ?
War mit dem Wort scheol auch ein Strafort gemeint ?

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
Benutzeravatar
Zippo
Beiträge: 4725
Registriert: Mo 23. Jan 2017, 00:17

Re: Luthers Hölle

Beitrag von Zippo »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: So 23. Nov 2025, 12:39
Spice hat geschrieben: So 23. Nov 2025, 11:52 Interessant ist allerdings der Inhalt der Orginalaussage (also "Totenreich"), denn wann führt Gott hinein? - Wenn der Mensch stirbt. Und wenn führt er wieder heraus? - Wenn sich die Seele wieder auf Erden verkörpert. Hier haben wir also wieder eine klare biblische Aussage, dass der Mensche reinkarniert!. Das ist sehr wichtig, das zu begreifen!
Die Aussage stammt aus einem Gebet der Hanna. ihre Intention war sicher nicht das Bekennen einer Reinkarnation. Die Herausführung aus dem Scheol nennt man Auferstehung von den Toten.
Reinkarnation, Wiederfleischwerdung wird es nicht geben, da Menschen mit einem geistigen Leib umkleidet werden, wie 1 Kor 15,35... sagt. Da hast du schon recht.
Interessant ist was Hanna sagt und in welchem Kontext das Eingangszitat steht. 1 Sam 2,1-10 An was denkt sie bei dieser Aussage, daß Gott in die scheol führt und wieder heraus ? Da ist doch nur der Ort gemeint, wo sich die Toten aufhalten, nicht unbedingt ein Ort der Strafe.

Hat Luther das Wort Hölle fälschlicherweise gewählt oder hat er ursprünglich ein anderes Wort gewählt ?
Im NT wird das Wort "Hölle" aus dem Wort gehenna übersetzt und beschreibt einen Ort der Strafe.
Auch hier ein Beispiel:
[Luther 1912: Mk. 9,45] Ärgert dich dein Fuß, so haue ihn ab. Es ist dir besser, dass du lahm zum Leben eingehest, denn dass du zwei Füße habest und werdest in die Hölle geworfen, in das ewige Feuer,
Luther war kein dummer Mann und von Gott beauftragt, es kann ihm doch nicht der Fehler unterlaufen sein, für zwei verschiedene Begrifflichkeiten, dasselbe Wort zu wählen.

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
Benutzeravatar
Zippo
Beiträge: 4725
Registriert: Mo 23. Jan 2017, 00:17

Re: Luthers Hölle

Beitrag von Zippo »

Abischai hat geschrieben: So 23. Nov 2025, 12:52
Als dem Herrn Jesus und seinen drei Jüngern auf dem Berg zwei Menschen erscheinen, die im Himmel leben, handelt es sich um einen, der bei lebendigem Leib in den Himmel aufgenommen worden war (Elia) und einen, dessen irdischer Leib verwest war (Mose). Beide aber stehen in leiblicher Gestalt plötzlich quicklebendig da.
Es mag visionären Charakter gehabt haben, was auf dem Berg der Verklärung gesehen wurde. Mose und Elia werden in der scheol geblieben sein. Aber sollte man diesen Ort als Hölle bezeichnen ? Hat Luther das überhaupt in seiner Übersetzung so getan ?
Abischai
Der Herr Jesus selbst war ursprünglich kein solcher Mensch wie unsereiner, aber er ist einmalig ins Fleisch gekommen, also "inkarniert", wie wir (bzw. die Römer) sagen.
Als der Herr Jesus auferstand, hatte er den gleichen (zumindest äußerlich) Leib wie zuvor, nur eben nicht verwest. Und er ist ein einziges Mal ins Fleisch gekommen, und das hat sich auch nicht geändert, selbst als er seinen Jüngern in mitunter anderer Gestalt erscheint.
Ich glaube auch an das ins Fleisch kommen des präexistenten Erstgeborenen, wie der Herr Jesus Christus in Kol 1,15 genannt wird, Er ist auch leiblich auferstanden, aber die Frage ist, wo ist er gewesen ?
Die Aussage des NT ist doch, daß er im Totenreich war, denn er war ja auch leiblich gestorben, ist dann aber wieder in seinen Leib zurückgekehrt.
Er wird doch nicht in der Hölle gewesen sein, wie man das manchen Predigten behaupten, ich glaube von Joyce Meyer habe ich mal so was gehört.
Das Totenreich ist nicht die Hölle, aber der Herr Jesus spricht in einem Gleichnis von einem geteilten Totenreich, Lazarus in Abrahams Schoß und der reiche, unbarmherzige Mann auf der qualvollen Seite. Lk 16,20... Wie kommt er denn darauf ?

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
Benutzeravatar
Zippo
Beiträge: 4725
Registriert: Mo 23. Jan 2017, 00:17

Re: Luthers Hölle

Beitrag von Zippo »

Ziska hat geschrieben: So 23. Nov 2025, 15:07 OT:
Nur Jesus, das Wort, lebte schon im Himmel bevor er als Mensch auf der Erde geboren wurde.
Jesus war die allerste Schöpfung des allmächtigen Gottes JHWH.
Bei der Erschaffung aller anderen sichtbaren und unsichtbaren Dinge, bei der Erschaffung des Universums einschließlich des Planeten Erde war der erste Sohn Gottes als Gottes Werkmeister dabei.
Ich würde ihn den Erstgeborenen vor aller Schöpfung nennen wie er in Kol 1,15... genannt wird. Durch sein Wort ist alles weitere Schöpfungswerk entstanden. Joh 1,1-3 Gott hat ihn aufgrunddessen als Gott in dieser Welt erscheinen lassen. Er hieß im er der Engel des HERRN, später wurde er als Gott über die Schöpfung eingesetzt.Hebr 2,7

Er hat aber auch dieses gewaltige Opfer für die Menschheit bringen sollen, um die Schuld des Adam und seiner Nachkommen zu tilgen. Rö 5 Dabei hat ihm sein Vater geholfen.
Dazu kam er in das Fleisch des Menschen Jesu.
Nach der Kreuzigung war er im Totenreich, also der scheol. Wieso wird in der heutigen Lutherbibel im AT das Wort Hölle dafür verwendet ? Hier müßte doch ein Wort stehen, daß sich ganz klar von der Wortbedeutung im NT unterscheidet, hier steht es ja für den Strafort Gottes.
Ziska
Deswegen konnte er sagen, dass er schon da war, bevor Abraham da war. Usw. Er machte ja viele Aussagen über sein Leben bei seinem Vater.
Da kann man mitnichten von Reinkarnation sprechen! Denn kein anderer Mensch lebte schon vorher bei Gott im Himmel, um irgendwann einmal auf der Erde geboren zu werden!
Richtig, so sagt der Herr ja auch selbst:
[Luther 1912: Joh. 3,13] Und niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel herniedergekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist.
Joh 6,38

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
Benutzeravatar
ProfDrVonUndZu
Beiträge: 4313
Registriert: Do 11. Aug 2016, 08:16

Re: Luthers Hölle

Beitrag von ProfDrVonUndZu »

Zippo hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 13:53 Luther war kein dummer Mann und von Gott beauftragt, es kann ihm doch nicht der Fehler unterlaufen sein, für zwei verschiedene Begrifflichkeiten, dasselbe Wort zu wählen.
Luther war sicher nicht dumm, aber wieso er diesen Unterschied machte, dürfte methodisch schwer nachvollziehbar sein. Fehlerfreie Gottbeauftragung, diese Ansicht teile ich nicht. Das halte ich nicht für notwendig. Er übersetzt so, wie er meinte, dass die Leser es am besten verstehen. Das Wort Scheol übersetzt er im AT manchmal mit Grube, manchmal mit Hölle. Das Wort Hölle benutzte er im AT wohl immer, wenn er es im kontextlichen Zusammenhang mit Strafe sah. Im griechischen AT wird das Wort Geenna nicht benutzt. Dieses Wort ist rein neutestamentlich. Verschiedene Spekulationen gibt es um dieses Wort, die ich aber allesamt für unbefriedigend halte.
Offenbarung 1,3 Glückselig, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe!
Spice
Beiträge: 14937
Registriert: Di 22. Mai 2018, 15:38

Re: Luthers Hölle

Beitrag von Spice »

Zippo hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 13:20
Spice hat geschrieben: So 23. Nov 2025, 11:52
Zippo hat geschrieben: So 23. Nov 2025, 10:54 Hallo zusammen,

es ist mir aufgefallen, daß Luther von der Hölle spricht, wenn das Totenreich gemeint ist. Steht das Wort "scheol" , das hier übersetzt wurde, nicht für das Totenreich ?
[Luther 1912: 1. Sam. 2,6] Der HERR tötet und macht lebendig, führt in die Hölle und wieder heraus.
Hier ist doch das Totenreich gemeint oder verbindet sich mit dem Wort "scheol" noch eine andere Bedeutung ?

Gruß Thomas
Ja "scheol" bedeutet Totenreich. Weshalb das Luther anders übersetzte kann niemand sagen. Interessant ist allerdings der Inhalt der Orginalaussage (also "Totenreich"), denn wann führt Gott hinein? - Wenn der Mensch stirbt. Und wenn führt er wieder heraus? - Wenn sich die Seele wieder auf Erden verkörpert. Hier haben wir also wieder eine klare biblische Aussage, dass der Mensche reinkarniert!. Das ist sehr wichtig, das zu begreifen! (Weshalb Auferstehung?)
Ich wollte eigentlich nicht über diesen Bibelvers sprechen, sondern über die Frage, warum hier ein Wort für das Totenreich verwendet wird, das sinngemäß in unserem Sprachgebrauch für den Ort der Strafe steht ?
War mit dem Wort scheol auch ein Strafort gemeint ?

Gruß Thomas
Das ist mir schon klar. Aber da mir aufgefallen war, dass diese Bibelstelle gut zur Reinkarnation passt, habe ich natürlich wieder gern auf diese verschmähte Wahrheit aufmerksam gemacht, da deren Erkenntnis zu dem Wichtigsten gehört, was heute die Gläubigen benötigen.
Aber um doch auf deine Frage einzugehen: hel kommt aus dem Begriff "Höhle" und "hel" bedeutet, die "Bergende". Ursprünglich war der Begriff neutral. Erst durch das Christentum wurde er negativ besetzt. Hölle und Teufel... Es ist eben einfach das Totrenreich gemeint, das eben jeder so erlebt, wie es seiner Seelenlage entspricht.
Spice
Beiträge: 14937
Registriert: Di 22. Mai 2018, 15:38

Re: Luthers Hölle

Beitrag von Spice »

Zippo hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 14:25 Ich glaube auch an das ins Fleisch kommen des präexistenten Erstgeborenen, wie der Herr Jesus Christus in Kol 1,15 genannt wird, Er ist auch leiblich auferstanden, aber die Frage ist, wo ist er gewesen ?
Die Aussage des NT ist doch, daß er im Totenreich war, denn er war ja auch leiblich gestorben, ist dann aber wieder in seinen Leib zurückgekehrt.
Er wird doch nicht in der Hölle gewesen sein, wie man das manchen Predigten behaupten, ich glaube von Joyce Meyer habe ich mal so was gehört.
Das Totenreich ist nicht die Hölle, aber der Herr Jesus spricht in einem Gleichnis von einem geteilten Totenreich, Lazarus in Abrahams Schoß und der reiche, unbarmherzige Mann auf der qualvollen Seite. Lk 16,20... Wie kommt er denn darauf ?

Gruß Thomas
Doch, er war auch in der Hölle, d.h. in allen "Bereichen" des Totenreiches, also in der schlimmsten Gottferne. Sonst könnte ja diese nicht überwunden werden. Es ist also kein Widerspruch, wenn gesagt wird, er war im Totenreich und er war in der Hölle.
Antworten