Luthers Hölle

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ProfDrVonUndZu
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Re: Luthers Hölle

Beitrag von ProfDrVonUndZu »

Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57 Okay. Das ist dann eine "Sicherheit", die auf Unkenntnis beruht. Das sind diejenigen "Sicherheiten", die in der Menschheit am häufigsten auftreten.
Sophistische Rhetorik von dir. Demnach kann ich in keinem Fall Recht haben. Entweder es ist falsche Sicherheit oder keine Sicherheit.
Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57 Wenn man es mit der Brille der Gewohnheit liest. Liest man es allerdings immer wieder mit neuen Augen, dann sieht es anders aus. Mit etwas Hintergrundwissen nochmals anders.
Man muss schon den Urtext richtig interpretieren und nicht irgendwas gegen den Strich der Übersetzer lesen.
Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57Also, ich denke Hanna hatte eher Reinkarnation im Sinn. Diese war ja auch immer und ist es bis in die heutige Zeit im Judentum lebendig.
Das Thema Reinkarnation ist im Judentum kontrovers.

Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57Totenauferweckung hat doch nichts mit der Auferstehung zu tun!
Die in der Bibel beschriebenen Taten der Totenauferweckungen sind zu unterscheiden von der Auferstehung der Toten ins ewige Leben und in die ewige Verdammnis.
Ein auferweckter Lazarus bekam keinen neuen unsterblichen Leib und ist später auch wieder verstorben.
Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57 Solange die "Silberschnur" noch nicht getrennt ist, kann ein Verstorbener wieder ins Leben zurückgeholt werden. Heute geschieht das ja auch durch die Kunst der Ärzte (deshalb haben wir so viele Berichte, wie es im Jenseits ist), damals durch besondere Personen.
Solang diese "Silberschnur" noch nicht durchtrennt ist, ist die Person einfach noch nicht verstorben. Wie viele Tote sind denn nach mehreren Tagen auferstanden, nachdem sie schon zu stinken anfingen ?

Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57Hebr. 9,27 ist als Argument gegen die Reinkarnation völlig unbrauchbar, da die Stelle etwas ganz anderes besagt, als was der Unverstand aus ihr in den Köpfen der Gewohnheitschristen gemacht hat. Das kannst du in einem anderen Text Reichelt deutlich erkennen: https://www.academia.edu/37936734/Genet ... ion_Kirche
Hebräer 9,27 ist nicht gedacht als Apologetik gegen Reinkarnation. In sofern hat der von Reichelt zitierte und paraphrasierte Rüdger Sachau Recht damit wenn er in Bezug auf die Bibel sagt, dass die Reinkarnation "keine Frage ist, die sich ihr gestellt hätte." Wie gesagt, in Hebräer 9,27 steckt nicht die Intention, gegen die Reinkarnation zu argumentieren, aber dass sie deswegen kein Argument gegen die Reinkarnation sein kann, stimmt damit noch längst nicht. Wenn die Reinkarnation keine Frage ist, die sich der Bibel stellt, wie soll man dann in ihr explizite Argumente dagegen finden ? Das wäre dann prinzipiell ausgeschlossen und somit eine Immunisierungstrategie. Umgekehrt dann daraus zu schließen, der Bibel ließen sich Argumente pro Reinkarnation entnehmen, ist natürlich an den Haaren herbei gezogen.
Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57 Ja, siehst du, du sprichst nun auch von der Erde und nicht von jenseitigen Gefilden! Wenn da die Seele auf die Erde kommt, was hindert sie jetzt schon auf die Erde zu kommen und in der Vergangenheit gekommen zu sein?
Vorab der Hinweis, dass du mich hier verstümmelt zitiert hast.

Von jenseitigen Gefilden spreche ich sowieso nicht. Was meinst du genau ?

Was die Seele daran hindert, schon in der Vergangenheit gekommen zu sein ? Die Seele war vor der Geburt oder Erschaffung des Leibes gar nicht da. Nirgendwo. Laut Schöpfungsbericht ist der Mensche als lebendige Seele das Produkt aus Staub vom Erdboden und dem Atem Gottes und die Seele Adams ist ad hoc entstanden.
Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57Nein. Die Menschen wussten ja gar nicht, was der Tod, was Sterben ist, bevor sie ihn erlebt haben. Auch hier ist Reichelt wieder am klarsten und logischsten von allen: https://www.academia.edu/41897215/Gott_ ... C3%B6pfung
Gotes Warnung wäre sinnlos gewesen, hätte Adam nicht verstanden, was Tod und Sterben ist. Nicht alles muss man erst selbst erfahren haben, um es nicht zu wollen. Du machst, wie Reichelt in seinem Text, Adam zu einem dummen Kleinkind. In dem Text Genetik - Reinkarnation - Kirche spricht Reichelt unter Verweis auf einen Artikel im Spiegel davon, dass "Kinder unabhängig von ihrer Kultur überzeugt sind, als körperlose Wesen bereits vor der Geburt existiert zu haben." Sind diese Kinder etwa schlauer als Adam war ? Der hätte ja nicht nur dann das wissen müssen, sondern auch, dass der Tod nur ein reinkarnierendes Weiterleben bedeutet. Was denn nun ? Zu dumm oder zu schlau ? Sieht nach Zwickmühle aus.

Abgesehen davon, ich war als Kind nicht davon überzeugt, vor der Geburt körperlos existiert zu haben. Ich hatte ganz andere Flausen im Kopf. Als ich zum ersten mal hörte, Oma sei im Himmel o.ä. ahnte ich, dass das nur etwas ist, was man unbedingt glauben will. Ich spürte, dass das nicht ernst gemeint war. Ich spürte, wie Schmerz und Verlust kompensiert wird. Warum spürte ich das ? Weil vor allem Schmerz und Verlust der Eltern da war und keinerlei Freude. Wieso ist da solche Trauer, wenn jemand Geliebtes an einen schöneren Ort geht und man sie eh dort irgendwann wiedersieht ?

Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57 Wenn eine Seele unsterblich ist, dann kann sie natürlich nicht im Körper entstehen, denn der Körper ist ja ein zusammengesetztes und damit vergängliches Ding, das nichts Unvergängliches hervorbringen kann.
1. Von einer unsterblichen Seele kann in der Bibel keine Rede sein. Und selbst wenn doch, bedeutet das noch nicht, dass sie schon immer da war. Waren die vorgeburtlich körperlos herumgeisternden Kinder etwa tot oder sterbend ?
2. Dass der Körper die Seele hervorgebracht hat, sagt auch niemand. DIe Seele ist mehr als die Summe ihrer Teile.
Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57 Wie kommst du darauf, dass die Erzväter vollkommen gewesen seien? Das waren sie keineswegs. Sie waren höher entwickelte Seelen gegenüber anderen. Sie sind eben verstorben, weil sie unvollkommen waren.
Jesus bezeichnete sie als Lebendige. Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ist nicht ein Gott der Toten, sondern ein Gott der Lebendigen.
Als Lebendige bezeichnet er sie, weil sie auferstehen werden (Markus 12,26-27).
Sie waren also vollkommen genug, um an der Auferstehung teil zu haben. Mit der Verwandlung des Leibes kommt dann das Sahnehäubchen oben drauf, oder die Krone des Lebens (Jakobus 1,12 ; Offenbarung 2,10).
Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57 Wenn man "tot" bis zur Auferstehung ist, leugnet man die Unsterblichkeit der Seele - und, das mag einen aus Unkenntnis nicht bewusst sein - auch die Möglichkeit zur Auferstehung.
Ich leugne, dass mit dem Tod endgültig alles aus ist. Vorübergehend aber ist es mit dem Tod aus. Ich weise die Leugnung eines vorübergehendes Aus-Zustandes zurück. Nach Prediger 9,5 wissen die Toten nichts. Also können auch vermeintlich vorgeburtlich rumschwirrende Geister in diesem Zustand nichts wissen, was sie dann hinein ins Leben vermitteln könnten. Als besonders schön haben die Kinder diesen körperlosen Zustand wohl auch nicht beschrieben, dass man sich dahin zurücksehnt. Und wieso überhaupt körperlos ? Waren sie denn nicht vor ihrer Geburt schon x-mal woanders inkarniert gewesen ? Reichelt weist in Genetik - Reinkarnation - Kirche auf Seit 1 nur lapidar darauf hin, dass "genügend Fälle von Erinnerungen an frühere Erdenleben gibt, die nur durch die Reinkarnation eine befriedigende Erklärung finden." Dass das zumindest in Verbindung mit den Erinnnerungen an vorgeburtlich körperlosen Zuständen nur schwer in Einklang zu bringen ist, hat er wohl offensichtlich selber gemerkt und schnell die Decke drüber geworfen und erst später wieder auf Erinnerungen an frühere Leben zurückkommt, wenn der Leser die körperlosen Kinder schon längst wieder vergessen hat.
Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57Du hast aber weiter oben selbst gesagt, Mose und Elia seien die Jüngern erschienen. Also sind sie ja keinesfalls "tot bis zur Auferstehung". Da ist keine Konsistenz in einem solchen Denken. Zu welcher Gemeinschaft gehörst du? Zu den Adventisten?
Das war Abischai mit Mose und Elia. Ich teile seine Auffassung diesbezüglich nicht.

Ich sehe mich keiner institutionellen Gemeinschaft zugehörig. Als Mitglied geführt werde ich von der evangelischen Kirche, weil ich da "reingeboren" wurde. Ich anerkenne dies nicht. Darüber könnte man gesondert reden. Habe ich auch schon mal irgendwo, meine ich.
Offenbarung 1,3 Glückselig, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe!
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Re: Luthers Hölle

Beitrag von Spice »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 21:06
Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57 Okay. Das ist dann eine "Sicherheit", die auf Unkenntnis beruht. Das sind diejenigen "Sicherheiten", die in der Menschheit am häufigsten auftreten.
Sophistische Rhetorik von dir.
Nein.
Demnach kann ich in keinem Fall Recht haben.
In diesem Fall jedenfalls nicht. Wir können nur vermuten, was Hanna glaubte, und ich denke, es spricht nichts dafür, dass man damals bereits an "Auferstehung" dachte, wie wir sie verstehen.
Entweder es ist falsche Sicherheit oder keine Sicherheit.
Die Ungläubigen und auch viele Christen haben falsche Sicherheiten, d.h. sie haben keine Erkenntnis, sondern bleiben bei einer Annahme stehen und fragen nicht woher sie kommt.
Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57 Wenn man es mit der Brille der Gewohnheit liest. Liest man es allerdings immer wieder mit neuen Augen, dann sieht es anders aus. Mit etwas Hintergrundwissen nochmals anders.
Man muss schon den Urtext richtig interpretieren und nicht irgendwas gegen den Strich der Übersetzer lesen.
Es geht gar nicht nur um den Text, man muss auch ein Bewusstsein haben davon welche Vorstellungen die Menschen damals wirklich hegten. Sie waren ja, wie die Menschen zu allen Zeiten. Sie hatten eine Herkunft aus der babylonischen Vorstellungswelt, dazu kam eine aus der ägyptischen und als kleines Pflänzchen wuchs in dieser das Bewusstsein von einem Gott heran. Aber was das Leben nach dem Tod betraf, dürfte das noch aus den alten Zeiten geprägt gewesen sein.
Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57Also, ich denke Hanna hatte eher Reinkarnation im Sinn. Diese war ja auch immer und ist es bis in die heutige Zeit im Judentum lebendig.
Das Thema Reinkarnation ist im Judentum kontrovers.
Kontrovers kann nur etwas sein, wenn es nicht nur eine Auffassung lebendig ist. Was also entscheidet, welche richtig ist? - Nur tiefere Erkenntnis!

Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57Totenauferweckung hat doch nichts mit der Auferstehung zu tun!
Die in der Bibel beschriebenen Taten der Totenauferweckungen sind zu unterscheiden von der Auferstehung der Toten ins ewige Leben und in die ewige Verdammnis.
Ein auferweckter Lazarus bekam keinen neuen unsterblichen Leib und ist später auch wieder verstorben.
Da kann ich dir mal zustimmen!
Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57 Solange die "Silberschnur" noch nicht getrennt ist, kann ein Verstorbener wieder ins Leben zurückgeholt werden. Heute geschieht das ja auch durch die Kunst der Ärzte (deshalb haben wir so viele Berichte, wie es im Jenseits ist), damals durch besondere Personen.
Solang diese "Silberschnur" noch nicht durchtrennt ist, ist die Person einfach noch nicht verstorben. Wie viele Tote sind denn nach mehreren Tagen auferstanden, nachdem sie schon zu stinken anfingen ?
Die Person ist da aber bereits auf das Totenreich fokussiert und nicht mehr aufs Irdische. Das können wir ja heute durch die Nahtodberichte so wunderbar erfahren. Sie gehören mit zum Wertvollsten, was wir in dieser Zeit haben. Ja, auch wenn der Tote schon zu stinken anfing, muss die Silberschnur noch nicht gerissen sein. Aber selbst wenn, so ist das doch keine Auferweckung durch die in Lazarus innewohnende Kraft. Unsere Auferweckung wird allerdings durch die in uns wohnende göttliche Kraft geschehen und dazu ist die Heiligung über mehrere Erdenleben notwendig, denn wir können ja noch keine Menschen auferwecken wie Christus.
Zuletzt geändert von Spice am Di 25. Nov 2025, 10:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Luthers Hölle

Beitrag von Spice »

Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57
Hebr. 9,27 ist als Argument gegen die Reinkarnation völlig unbrauchbar, da die Stelle etwas ganz anderes besagt, als was der Unverstand aus ihr in den Köpfen der Gewohnheitschristen gemacht hat. Das kannst du in einem anderen Text Reichelt deutlich erkennen: https://www.academia.edu/37936734/Genet ... ion_Kirche
Hebräer 9,27 ist nicht gedacht als Apologetik gegen Reinkarnation. In sofern hat der von Reichelt zitierte und paraphrasierte Rüdger Sachau Recht damit wenn er in Bezug auf die Bibel sagt, dass die Reinkarnation "keine Frage ist, die sich ihr gestellt hätte." Wie gesagt, in Hebräer 9,27 steckt nicht die Intention, gegen die Reinkarnation zu argumentieren, aber dass sie deswegen kein Argument gegen die Reinkarnation sein kann, stimmt damit noch längst nicht. Wenn die Reinkarnation keine Frage ist, die sich der Bibel stellt, wie soll man dann in ihr explizite Argumente dagegen finden ? Das wäre dann prinzipiell ausgeschlossen und somit eine Immunisierungstrategie. Umgekehrt dann daraus zu schließen, der Bibel ließen sich Argumente pro Reinkarnation entnehmen, ist natürlich an den Haaren herbei gezogen.
Es geht in dieser Stelle einzig darum, dass der Mensch dem Tod verfiel und das Gericht darin besteht, diese Verfallenheit endgültig aufzuheben. Also, wie es gesagt wird: Als Argument gegen die Reinkarnation völlig unbrauchbar. Damit haben die Verfechter eines einmaligen Erdenlebens kein einziges biblisches Argument in der Hand. Deshalb sollte man aufhören weiter diesen Irrtum zu verbreiten! Es gibt genug Argumente pro Reinkarnation in der Bibel. Da sind die meisten oder vielleicht nur einige in Reichelts Büchlein genannt: https://www.amazon.de/Warum-gerade-ich- ... B008F5GR72
Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57 Ja, siehst du, du sprichst nun auch von der Erde und nicht von jenseitigen Gefilden! Wenn da die Seele auf die Erde kommt, was hindert sie jetzt schon auf die Erde zu kommen und in der Vergangenheit gekommen zu sein?
Vorab der Hinweis, dass du mich hier verstümmelt zitiert hast.

Von jenseitigen Gefilden spreche ich sowieso nicht. Was meinst du genau ?
Kennst du diese flapsige Redeweise nicht? Nun, es ist doch bekannt, dass die meisten Christen glauben, nach dem Tod wären sie ewig bei Gott in der Herrlichkeit. Das ist doch jenseitig.

Was die Seele daran hindert, schon in der Vergangenheit gekommen zu sein ? Die Seele war vor der Geburt oder Erschaffung des Leibes gar nicht da.
Wieder eine Ungereimtheit: Dann hätte der Materialismus recht, der sagt alles sei Materie und die Seele nur "Dampf". Wer eine solkche Auffassung hat, ist im Denken Materialist. Aus etwas, das entstanden ist, kann nichts Ewiges hervorgehen. Auch kein ewiges Leben. "Ewiges Leben", wie Jesus es lehrt, setzt eine unsterbliche Seele voraus. Diese widerum hat in seiner Folge mehrere Erdenleben zu ihrer Entwicklung zu göttlichem Selbstbewusstsein nötig.
Nirgendwo. Laut Schöpfungsbericht ist der Mensche als lebendige Seele das Produkt aus Staub vom Erdboden und dem Atem Gottes und die Seele Adams ist ad hoc entstanden.
Auf keinen Fall. Das ist wieder so eine Ungereimtheit, die ich eben widerlegte. Reichelt hat das auch wieder sehr logisch beschrieben. Man kommt eben über ihn in dieser Beziehung nicht hinaus!
Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57Nein. Die Menschen wussten ja gar nicht, was der Tod, was Sterben ist, bevor sie ihn erlebt haben. Auch hier ist Reichelt wieder am klarsten und logischsten von allen: https://www.academia.edu/41897215/Gott_ ... C3%B6pfung
Gotes Warnung wäre sinnlos gewesen, hätte Adam nicht verstanden, was Tod und Sterben ist.
Nein. Es war ja gar keine Wahrnung, sondern, wie Reichelt sagt ein "Grenzerlebnis". Der Genesistext wurde ja ca. 500 v. Chr. geschrieben. Da kannte man natürlich bereits den Tod, und da musste eben das Geschehen in einer Sprache formuliert werden, die die Menschen damals verstanden. Was der Mensch nicht kennt, kann auch nicht benannt werden. Das ist unmöglich!
Nicht alles muss man erst selbst erfahren haben, um es nicht zu wollen.
Das ist wieder etwas völlig anderes! Man kann gar nichts erfahren und wollen, dass sich nicht auf irgendeine Weise bemerkbar macht.

Du machst, wie Reichelt in seinem Text, Adam zu einem dummen Kleinkind.
Im Anfang muss er zwangsläufig ein unbeschriebenes Blatt gewesen sein. Wir darauf etwas geschrieben wurde, macht Reichelt überzeugend deutlich.
In dem Text Genetik - Reinkarnation - Kirche spricht Reichelt unter Verweis auf einen Artikel im Spiegel davon, dass "Kinder unabhängig von ihrer Kultur überzeugt sind, als körperlose Wesen bereits vor der Geburt existiert zu haben." Sind diese Kinder etwa schlauer als Adam war ?
Ja, in dieser Hinsicht sind sie schlauer als Adam war, da sie ja bereits Erfahrungen hatten, die Adam noch nicht haben konnte.
Der hätte ja nicht nur dann das wissen müssen, sondern auch, dass der Tod nur ein reinkarnierendes Weiterleben bedeutet. Was denn nun ? Zu dumm oder zu schlau ? Sieht nach Zwickmühle aus.
Das sind nur deine irrigen Schlussfolgerungen.
Abgesehen davon, ich war als Kind nicht davon überzeugt, vor der Geburt körperlos existiert zu haben. Ich hatte ganz andere Flausen im Kopf.
Das mag ja sein. Es sind eben nicht alle Kinder gleich.
Als ich zum ersten mal hörte, Oma sei im Himmel o.ä. ahnte ich, dass das nur etwas ist, was man unbedingt glauben will. Ich spürte, dass das nicht ernst gemeint war. Ich spürte, wie Schmerz und Verlust kompensiert wird. Warum spürte ich das ? Weil vor allem Schmerz und Verlust der Eltern da war und keinerlei Freude. Wieso ist da solche Trauer, wenn jemand Geliebtes an einen schöneren Ort geht und man sie eh dort irgendwann wiedersieht ?
Wenn Kinder und erwachsene Christen trauern, dann rührt diese Trauer aus der Selbstbezogenheit. Man denkt nicht, dass der Mensch vielleicht an einen besseren Ort ist, sondern vermisst, was einen selbst durch die Abwesenheit der Person fehlt.
Zuletzt geändert von Spice am Di 25. Nov 2025, 10:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Luthers Hölle

Beitrag von Spice »

Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57
Wenn eine Seele unsterblich ist, dann kann sie natürlich nicht im Körper entstehen, denn der Körper ist ja ein zusammengesetztes und damit vergängliches Ding, das nichts Unvergängliches hervorbringen kann.
1. Von einer unsterblichen Seele kann in der Bibel keine Rede sein.
Jeder Glaube entwickelt sich. Bei Jesus und den Aposteln ist er das Wissen um die Unsterblichkeit der Seele auf alle Fälle da.
Und selbst wenn doch, bedeutet das noch nicht, dass sie schon immer da war.
Doch. Ohne Leben keine Seele. Ohne Seele keine Menschen.
Waren die vorgeburtlich körperlos herumgeisternden Kinder etwa tot oder sterbend ?
Adams Seele wurde sterblich. Heute sind alle Seelen, Seelen, die schon mehrere Male auf der Erde waren und deshalb keine "Kinder" und nach dem Tod hielten sie sich im Jenseits auf.
2. Dass der Körper die Seele hervorgebracht hat, sagt auch niemand. DIe Seele ist mehr als die Summe ihrer Teile.
Man sagt es implizit, wenn man die Reinkarnation leugnet. Also man wird nur durch sie die logischen Ungereimtheiten los.
Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57 Wie kommst du darauf, dass die Erzväter vollkommen gewesen seien? Das waren sie keineswegs. Sie waren höher entwickelte Seelen gegenüber anderen. Sie sind eben verstorben, weil sie unvollkommen waren.
Jesus bezeichnete sie als Lebendige.
Weil es eben grundsätzlich keinen Tod gibt.
Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ist nicht ein Gott der Toten, sondern ein Gott der Lebendigen.
Als Lebendige bezeichnet er sie, weil sie auferstehen werden (Markus 12,26-27).
Sie haben begonnen auf dem Weg des Lebens zu schreiten indem sie das Gottvertrauen in den Mittelpunkt ihres Lebens rückten.
Sie waren also vollkommen genug, um an der Auferstehung teil zu haben.
Ich bin eben darauf eingegangen.
Mit der Verwandlung des Leibes kommt dann das Sahnehäubchen oben drauf, oder die Krone des Lebens (Jakobus 1,12 ; Offenbarung 2,10).
Nicht einfach so, sondern indem sie sich bis zur Vollkommenheit entwickeln.
Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57 Wenn man "tot" bis zur Auferstehung ist, leugnet man die Unsterblichkeit der Seele - und, das mag einen aus Unkenntnis nicht bewusst sein - auch die Möglichkeit zur Auferstehung.
Nach Prediger 9,5 wissen die Toten nichts.
Das ist die Meinung Salomos.
Also können auch vermeintlich vorgeburtlich rumschwirrende Geister in diesem Zustand nichts wissen, was sie dann hinein ins Leben vermitteln könnten.
Die heutigen Nahtoderfahrungen zeigen, dass der Mensch sich nach dem Tod viel lebendiger und bewusster fühlt als im physischen Leib.

Als besonders schön haben die Kinder diesen körperlosen Zustand wohl auch nicht beschrieben, dass man sich dahin zurücksehnt.
Ich weiß nicht, welche Kinder du meinst? Kinder haben überhaupt keinen körperlosen Zustand beschrieben.
Reichelt weist in Genetik - Reinkarnation - Kirche auf Seit 1 nur lapidar darauf hin, dass "genügend Fälle von Erinnerungen an frühere Erdenleben gibt, die nur durch die Reinkarnation eine befriedigende Erklärung finden." Dass das zumindest in Verbindung mit den Erinnnerungen an vorgeburtlich körperlosen Zuständen nur schwer in Einklang zu bringen ist, hat er wohl offensichtlich selber gemerkt und schnell die Decke drüber geworfen und erst später wieder auf Erinnerungen an frühere Leben zurückkommt, wenn der Leser die körperlosen Kinder schon längst wieder vergessen hat.
Es steht da, dass er auf diese Fälle nicht eingeht, weil sie woanders gründlich beschrieben wurden. Diese Kinder berichten nicht von jenseitigen Zuständen, sondern nur von ihrem früheren Erdenleben.
Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 09:57Du hast aber weiter oben selbst gesagt, Mose und Elia seien die Jüngern erschienen. Also sind sie ja keinesfalls "tot bis zur Auferstehung". Da ist keine Konsistenz in einem solchen Denken. Zu welcher Gemeinschaft gehörst du? Zu den Adventisten?
Das war Abischai mit Mose und Elia. Ich teile seine Auffassung diesbezüglich nicht.

Ich sehe mich keiner institutionellen Gemeinschaft zugehörig. Als Mitglied geführt werde ich von der evangelischen Kirche, weil ich da "reingeboren" wurde. Ich anerkenne dies nicht. Darüber könnte man gesondert reden. Habe ich auch schon mal irgendwo, meine ich.
Okay.
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Re: Luthers Hölle

Beitrag von oTp »

Die heutigen Nahtoderfahrungen zeigen, dass der Mensch sich nach dem Tod viel lebendiger und bewusster fühlt als im physischen Leib.
So sieht es aus, wenn man sich mit dem Thema ernsthaft auseinander setzt.

Aber wenn man das mit dem Thema Reinkarnation tut, Spice, dann ist einem auch klar, dass sie alles Andere ist, nur nicht bewiesen. Deshalb ist sie für mich völlig untauglich, das Leben vor und nach dem Tod zu konstruieren.

Da ist nur die wenn Form angebracht: Angenommen, die Reinkarnation ist eine Tatsache, dann könnte man es so erklären wie du.

Ebenso ist die Allversöhnung unklar. Wenn Lorber recht hat, könnte man da auch einiges damit erklären.

So bleiben es Hypothesen, dessen sollte man sich klar sein.

Die Sicht auf das Vor und Danach bleibt mit den Erklärungsmodellen der Bibel ziemlich unklar. Die Erklärungen, die die Bibel gibt, sagen nicht viel aus. Daraus eine Gesamtsicht zu erarbeiten, da bleibt es unpräziese.

Die katholische Lehre hat es gewagt, da etwas klarer durchblicken zu wollen.
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Re: Luthers Hölle

Beitrag von Spice »

oTp hat geschrieben: Di 25. Nov 2025, 10:38
Die heutigen Nahtoderfahrungen zeigen, dass der Mensch sich nach dem Tod viel lebendiger und bewusster fühlt als im physischen Leib.
So sieht es aus, wenn man sich mit dem Thema ernsthaft auseinander setzt.
Genau.
Aber wenn man das mit dem Thema Reinkarnation tut, Spice, dann ist einem auch klar, dass sie alles Andere ist, nur nicht bewiesen.
Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen. Das erscheint mir ungefähr so als würde man heute noch sagen, dass die Erde rund ist, ist noch nicht bewiesen.
Es gibt genügend Menschen, die im Nahtod sich auch an Erfahrungen in früheren Erdenleben erinnerten und sogar wussten, wie sie ihr eigenes Schicksal in diesem Erdenleben mit den "Protagonisten" absprachen. Sie wussten also, dieser oder jene Mensch würde mir zu jener Zeit etwas antun, was mir nicht gefallen würde usw.
Da ist nur die wenn Form angebracht: Angenommen, die Reinkarnation ist eine Tatsache, dann könnte man es so erklären wie du.
Na, wenigsten etwas!
Ebenso ist die Allversöhnung unklar. Wenn Lorber recht hat, könnte man da auch einiges damit erklären.
So sehr ich selbst eine solche wünschen würde, so kann ich es mir nicht vorstellen, dass es einen anderen Weg geben könnte als den, den Jesus jetzt bereits gewiesen hat, und der besteht natürlich im freiwilligen Ablegen alles dessen, was die Entfaltung der göttlichen Natur hindert. Diejenigen Menschen, die jetzt noch nichts davon wissen wollen, müssten eben durch das Leid im Verlauf ihrer Erdenleben zu der Einsicht kommen, dass es nichts Besseres als das gibt.
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Re: Luthers Hölle

Beitrag von oTp »

Es gibt genügend Menschen, die im Nahtod sich auch an Erfahrungen in früheren Erdenleben erinnerten und sogar wussten, wie sie ihr eigenes Schicksal in diesem Erdenleben mit den "Protagonisten" absprachen. Sie wussten also, dieser oder jene Mensch würde mir zu jener Zeit etwas antun, was mir nicht gefallen würde usw.
Da müsstest du mir aber schon die Quellen angeben, wo Menschen so was berichten, sie hätten dies so erlebt.

Wobei, Menschen lassen sich täuschen, das ist bei Nahtoderlebnissen auch zu prüfen. ( Schon bei Hypnose sehr deutlich ) Schließlich ist die Idee von der Reinkarnation in den Köpfen drin, sodass Täuschungen nicht verwunderlich wären. Eben wie bei Träumen.
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Zippo
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Re: Luthers Hölle

Beitrag von Zippo »

Spice hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 17:38 Aber um doch auf deine Frage einzugehen: hel kommt aus dem Begriff "Höhle" und "hel" bedeutet, die "Bergende".
.. Es ist eben einfach das Totrenreich gemeint,..
Ja,die Begriffsdefinition von hel geht auch noch weiter, wie ich recherchiert habe, somit wird auch das Totenreich mit dem Wort hel verbunden. Das bedeutet auch Totenreich in Anlehnung an die germanische Mythologie.
Luther verwendete in der Ausgabe von 1545 das Wort Helle und meinte wohl auch das Totenreich damit. google KI sagt, daß es im damaligen Sprachgebrauch einen Ort bezeichnet hat, wo die Toten begraben sind. Es ist in diesem Zusammenhang also nicht ein Ort der Qual gemeint.

Warum wird dann im NT das Wort Hölle für diesen Strafort hergenommen ?

Gruß Thomas
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Re: Luthers Hölle

Beitrag von Zippo »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 15:53
Zippo hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 13:53 Luther war kein dummer Mann und von Gott beauftragt, es kann ihm doch nicht der Fehler unterlaufen sein, für zwei verschiedene Begrifflichkeiten, dasselbe Wort zu wählen.
Luther war sicher nicht dumm, aber wieso er diesen Unterschied machte, dürfte methodisch schwer nachvollziehbar sein. Fehlerfreie Gottbeauftragung, diese Ansicht teile ich nicht. Das halte ich nicht für notwendig. Er übersetzt so, wie er meinte, dass die Leser es am besten verstehen. Das Wort Scheol übersetzt er im AT manchmal mit Grube, manchmal mit Hölle. Das Wort Hölle benutzte er im AT wohl immer, wenn er es im kontextlichen Zusammenhang mit Strafe sah. Im griechischen AT wird das Wort Geenna nicht benutzt. Dieses Wort ist rein neutestamentlich. Verschiedene Spekulationen gibt es um dieses Wort, die ich aber allesamt für unbefriedigend halte.
Luther hat die Helle, wie die Hölle in der Ausgabe von 1545 benannt wird und den Ort des Begräbnisses und der Toten bezeichnet, konsequent auch im NT für den Ort der Strafe und Qual bezeichnet, also gehenna.
Könnte es nun sein daß er sich das Totenreich vorgestellt hat, wie es der Herr Jesus schildert ? Da werden die Guten getröstet und die Bösen gepeinigt.
[Luther 1912: Lk. 16,23] Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.
Gruß Thomas
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Re: Luthers Hölle

Beitrag von Otto »

Zippo hat geschrieben: Di 25. Nov 2025, 17:07
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 15:53
Zippo hat geschrieben: Mo 24. Nov 2025, 13:53 Luther war kein dummer Mann und von Gott beauftragt, es kann ihm doch nicht der Fehler unterlaufen sein, für zwei verschiedene Begrifflichkeiten, dasselbe Wort zu wählen.
Luther war sicher nicht dumm, aber wieso er diesen Unterschied machte, dürfte methodisch schwer nachvollziehbar sein. Fehlerfreie Gottbeauftragung, diese Ansicht teile ich nicht. Das halte ich nicht für notwendig. Er übersetzt so, wie er meinte, dass die Leser es am besten verstehen. Das Wort Scheol übersetzt er im AT manchmal mit Grube, manchmal mit Hölle. Das Wort Hölle benutzte er im AT wohl immer, wenn er es im kontextlichen Zusammenhang mit Strafe sah. Im griechischen AT wird das Wort Geenna nicht benutzt. Dieses Wort ist rein neutestamentlich. Verschiedene Spekulationen gibt es um dieses Wort, die ich aber allesamt für unbefriedigend halte.
Luther hat die Helle, wie die Hölle in der Ausgabe von 1545 benannt wird und den Ort des Begräbnisses und der Toten bezeichnet, konsequent auch im NT für den Ort der Strafe und Qual bezeichnet, also gehenna.
Könnte es nun sein daß er sich das Totenreich vorgestellt hat, wie es der Herr Jesus schildert ? Da werden die Guten getröstet und die Bösen gepeinigt.
[Luther 1912: Lk. 16,23] Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.
Gruß Thomas
Auch ein Luther hatte Vorlieben. Es geht eigentlich nur um das hebräische Wort Scheol. Frag deine KI was Scheol bedeutet und was er nicht bedeutet und da bist du näher dran.
LGrüße von Otto
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