Helmuth hat geschrieben: ↑So 23. Nov 2025, 15:31
Zippo hat geschrieben: ↑So 23. Nov 2025, 10:54
Hier ist doch das Totenreich gemeint oder verbindet sich mit dem Wort "scheol" noch eine andere Bedeutung ?
Du schreibst viel, aber du liest scheint's weniger. Aber Fragen sind ok, habe ich ja auch viele. Ich habe dazu schon an mehreren Stellen erklärt, dass der hebräische Begriff Sh'ol alles umfasst, was im NT mit Tod (allgemein), Totenreich, Grab, Gehenna, Hölle usw. gemeint ist. Anhand des Kontextes ist erst ersichtlich, was jeweils gemeint ist.
Alte Beiträge lese ich weniger, das stimmt, warum nicht immer neu über Dinge nachdenken, ich erkenne immer wieder neue Facetten. Mir war noch nicht so bewußt, daß Luther mit Hölle eigentlich die Helle, das Äquivalent in der germanischen Mythologie. Im AT läge er mit diesem Wort dann gar nicht schlecht. Da wird ja auch nicht von einem Strafort gesprochen, nur vom Gericht Gottes ist die Rede. Pred 12,13-14
Im NT mußte mir erst mal bewußt werden, daß die Hölle hier meistens auch als Totenreich verstanden werden muß.
[Luther 1912: Mt. 16,18] Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.
Hier steht ja auch Hades im Vortext, Luthers Helle würde auch wieder passen und es ist das Totenreich gemeint.
Der Vers sagt wohl aus, daß derjenige, welcher der Rede des Petrus folgt und sich dem Herrn Jesus anvertraut und ihm getreulich nachfolgt, den Tod nicht mehr zu fürchten hat.
Nur bei der Übersetzung von gehenna liegt Paulus nach unserem heutigen Sprachverständnis falsch, weil es sich hier um den Strafort Gottes handelt.
Und es paßt erst wieder, wenn man mit dem Wort Hölle den Strafort Gottes bezeichnet, wie das im heutigen Sprachgebrauch üblich ist und nicht nur das Totenreich im allgemeinen. Wie kam nur diese Umformulierung von Helle zu Hölle zustande ?
Aber, wenn ich es richtig verstehe, dann ist Luthers Helle bzw. Hölle, das Totenreich und nicht der Strafort, der in der bildlichen Umschreibung gerne mit dem feurigen Pfuhl beschrieben wird, da wo der Wurm nicht stirbt. Der Wurm ist dabei eine Bild für den Lebensfaden, also die Seele, die den Körper verlassen muß, um sich vor Gott zu rechtfertigen.
Helmuth
Luther hat diese Differenzierung nicht korrekt vorgenommen. Das ist ein Grund, warum ich seine ÜS zur Exegese nicht heranziehe. Es ist mir zu mühsam, immer zuerst die diversen ÜS-Fehler auszuräumen, ehe man den Text genauer analysieren kann. Das Problem hast du m.E. hier. Mir reichen schon die Fehler der ELB-CSV.
Jede Übersetzung hat schon mal Besonderheiten, die LutherÜ wird von einem Mann vorgenommen, der von Gott beauftragt war und entsprechend auch begleitet wurde, der mußte dazu die deutsche Sprache erstmal erforschen.
Bedenke mal, was für eine ungeheure Leistung dieser Mann vollbracht hat. Diese Sprache aus der 1545 muß man erstmal zu Kenntnis nehmen und verstehen. Ich lese immer noch gern die LÜ, weil sie z. Bsp. in den Psalmen den Sinn am besten erfaßt, besser wie die wortgetreue ElbÜ.
Man muß am besten beide Übersetzungen nebeneinender ansehen, auch im NT. Die ElbÜ ist nicht immer die bessere Übersetzung.
Helmuth
IN dem Fall hat man in der ELB-CSV auf eine Übersetzung verzichten und den Begriff "Sch'ol" unübersetzt gelassen. Das hat den Vorteil, dass du damit eine gute ÜBersiucht bekommst, wenn du dort nach dem Begriff im AT suchst. Bei der Durchsicht der Versliste kannst du erkennen, dass eine der Begriff eine größere Bedeutungsbreite hat, odass "Hölle" dafür allein nicht ausreicht.
Sch'ol im AT:
https://www.csv-bibel.de/strongs/h7585
Wo im AT würde die Bedeutung von scheol in die Richtung gehen, daß ein Strafort gemeint ist ?
[ELB-BK: Ps. 55,16] Der Tod überrasche sie! Lebendig mögen sie hinabfahren in den Scheol, denn Bosheiten sind in ihrer Wohnung, in ihrem Innern
Vielleicht hat hier der Psalmist an etwas mehr gedacht, als nur den Tod und die Auslöschung aus dem Reich der Lebendigen. Aber mir fällt nicht viel auf, was die scheol mit einem Strafort in Verbindung bringen läßt.
Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.