Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

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Hoger
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Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten,

Beitrag von Hoger »

Helmuth hat geschrieben: Mo 6. Okt 2025, 14:18 Zu jedermanns geschätzter Glaubensauffassung. Sie ist hier sekundär und auch eine Form des Respekts. Ich lasse es aber zu, wenn die Sprach- bzw. Übersetzungsvariante klar nahelegt, dass eine Aussage in eine andere Richting zeigt. In dem Fall bitte ich um die entsprechende Schriftstelle, um das näher zu untersuchen.
Nein Hellmut, auch dein glaube ist für dich primär - gibt dir aber kein Recht, den der anderen als sekundäre zu bezeichnen und Respekt bringst du selber nur wenn du diese Unterscheidung lässt.

Ob du es zulässt oder nicht, wenn die Meinung des anderen von deiner abweicht, dass ist sekundär und spielt keine Rolle. Wenn du diskutieren willst, musst du dich mit der Meinung des anderen auseinandersetzen.

Es geht nicht um die Bibelstellen, sondern um die Auslegung dieser Bibelstellen und solange du nur deine Auslegungen anerkennst, kommt auch kein Gespräch zu Stande
Christus, der menschgewordene Sohn Gottes, ist das vollkommene, unübertreffbare, eingeborene Wort des Vaters. In ihm sagt der Vater alles, und es wird kein anderes Wort geben als dieses (Katechismus der RKK Nr. 65)
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Helmuth
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Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Beitrag von Helmuth »

Ziska hat geschrieben: Di 18. Nov 2025, 09:13 Gott sagte nicht: „Er soll über dich herrschen!“ sondern „er wird über dich herrschen“.
Das ist im Hebräischen ident. Es wird mit der Zukunfstform (theologischer Imperfekt) ein Imperativ gebidet, allgemein in der 2. Person, aber auch anwendbar auf die 3. Person. Es gibt auch den strengen Imperativ, aber der kommt nicht immer zur Anwendung. Der Grund ist der, dass Gott gar nicht strikt befehlen will, sondern uns alle Dinge ans Herz legt. Seine Strenge gilt nur den Ungehorsamen.

Das gilt auch bei anderen Geboten. "Du sollst nicht ehebrechen" ist in der Hebräischen Sprache rein grammatikalisch: "Du wirst nicht ehebrechen". Es gäbe auch hier den strengen Imperativ: "Brich nicht die Ehe", der wird aber nicht angewandt.

Es ist eine Eigenart dieser Sprache. Warum wieder mal die ÜS darauf nicht Rücksicht nimmt, kannst du m.E. wieder der theologischen Haltung der Übersetzer zuschreiben, die so übersetzen wie sie denken. Aber wie denkt Gott? Wäre das nicht die korrekte Frage?

Lies mal nach in der SLT-2000. Dort z.B. findest du an der Stelle "er soll", für meine Begriffe korrekter.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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ProfDrVonUndZu
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Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Beitrag von ProfDrVonUndZu »

Unsere Gesetze sind auch oft nur im Indikativ formuliert. Wenn der Kontext eine Norm ist, ist klar, dass die enthaltenden Formulierungen als Anweisungen zu verstehen sind. Deswegen wird aber nicht aus jedem Indikativ irgendwo eine Norm.
Offenbarung 1,3 Glückselig, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe!
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Helmuth
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Re: Sprach- und ÜS-Schwierigkeiten

Beitrag von Helmuth »

Abischai hat geschrieben: So 8. Feb 2026, 18:44 Wie auch immer, jedenfalls ist die feminine Darstellung nicht statthaft, weil dort im Deutschen das generische Maskulinum hingehört, zumindest im cod. sin. wird es als "Ehebrechende" bezeichnet, dort also eindeutiges neutrum.
Dem bin ich nachgegangen und mein Ergebnis ist, dass der Codex Sinaiticus bereits "Ehebrecherinnern" enthält. Dann ist entweder deine oder meine Quelle falsch informiert. Die Form "Ehebrechende" gibt es auf Koine gar nicht, es geht nur maskulin oder feminin.

Meine Quellen sagen: Die Codices Sinaticius, Vaticanus und Alexandrinus sind die frühesten Bibelausgaben und entstanden unabhängig voneinander. Keine enthält eine andere Form als Plural feminin. Auch die NA und TR Übersetzungen, von denen die Deutsch-ÜS entstanden sind, die aus noch weit mehr Quellen schöpfen, kennen keine umgeänderte Form. Man muss davon ausgehen, dass "Ehebrecherinnen" die Wortwahl des Autors Jakobus war.

Warum ist eine Sache, die man nur theologisch klären kann, aber was mal den Text betrifft, kommt die Änderung auf eine andere Form erst deutlich später zustande und das ist dann nicht mehr der Originalwortlaut des Autors.
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