Sie sind aber immer noch entscheidend auf der Meinungsmacher-Seite. - Ansonsten stimme ich Dir zu.
Das stimmt nicht. - Der DGB hat bereits in den 50ern die "Samstags gehört Vati mir"-Kampagne gefahren. - Heute ist die SPD dafür verantwortlich, dass eine Rente nicht weniger werden darf. - Und vieles dazwischen. - Ich sehe eher den Punkt, dass die SPD (bis auf Brandt) nicht verstanden hat, eigene Leistungen in Wählerstimmen umzumünzen - im heutigen Zustand eh nicht.
Das war eine rein sachliche Aussage, deren Wahrheitsgehalt täglich nachweisbar ist. - Aber es ist nicht in Köpfen, weil es interessierte Kräfte geschafft haben, hier eine Urban Legend einzupflanzen. - Geschickt gemacht. --- Mal ein ganz einfaches und gleichzeitig extremes Beispiel:
Ich hatte beruflich viel mit erfolgreichen Pianisten auf internationalem Niveau zu tun und mit solchen, die auf dem Wege waren/sein wollten, international anerkannt zu sein. - Das sind meinetwegen 10.000 Leute, die seit 15 Jahren 12 Stunden am Tag jeden Tag viel leisten. 100 Stunden technisch anspruchsvollste Stücke auswendig im Kopf zu haben, ist der Hammer - das fliegt einem nicht einfach zu. Also Hochleistungs-Träger. ---- Aber es gibt nur einen Markt für meinetwegen 100 Leute dieser 10.000 Leute - obwohl sie vom Können für das Konzert-Publikum meistens nicht unterscheidbar sind. --- Ihre Leistung schmälert das nicht, aber sie können nichts damit verdienen.
Woanders führt ein Rechtsanwalt seinen Sohn in seine Kanzlei ein, wo er sich einarbeitet und nach einigen Jahren som weit ist, dass er das Haus mit seinem guten namen weiterführen kann - stressfrei. - Dafür gibt es einen Markt, wiewohl dieser junger Mensch zwar auch was lernen musste, aber nicht einmal in Sichtweite dessen ist, was Pianisten leisten müssen, um überhaupt in die Nähe einer Erfolgschance zu kommen.
Das ist nicht weinerlich gemeint - es IST einfach so. - Und das hat PRof. Sinn gemeint. ---- Und das sollte gesellschaftlich verankert werden, damit die Leute, die große Leistungsträger sind, aber wenig Geld dafür kriegen, öffentlich als Leistungsträger und nicht nur über den Geldbeutel respektiert werden.
Da sind wir uns einig - gerade deshalb sollte man sich zu den Grundlagen unserer Gesellschaft bekennen (Markt-Gesellschaft und nicht Leistungs-Gesellschaft - wobei es hier natürlich Überschneidungen gibt).
Gerne - aber mit welchen Werten?
Finde ich gut - und ich finde besonders gut, wenn "Geselle" demnächst "Bachelor Professional" und "Meister" "Master Professionell" genannt werden soll, obwohl es affig klingt. - Denn ein Bachelor ist wirklich nicht mehr als ein Gesellenbrief. - Und was Handwerks-Meister heute alles lernen müssen, ist durchaus vergleichbar mit einem Master-Studium. - Der größte Nutzen: Psychologisch kommt nicht mehr der Anruch auf, ein "Akademiker" sei "gebildeter" als ein Handwerker - das stimmt schon lange nicht mehr.
Du unterscheidest also zwischen unterschiedlichen Ausländer-Gruppen. - Glaubst Du, dass Deine kritischen Äußerungen zu "hier geborenen Türken" etwas damit zu tun haben, dass sie hier geboren wurden - also ein Zweite/Dritte-Generation-Effekt? --- Ich habe viel mit (Deutsch-)Russen zu tun - wie sind da Deine Erfahrungen?