Die Schlange...

Themen des alten Testaments
Sara Funkelstein
Beiträge: 245
Registriert: So 26. Mai 2024, 18:06

Re: Die Schlange...

Beitrag von Sara Funkelstein »

Abischai hat geschrieben: So 2. Mär 2025, 21:24 In dem Augenblick als das Weib dem Adam von der Frucht gab, da war er natürlich da, aber erst in diesem Augenblick. Kann ja auch sein, daß er die ganze Zeit da war, aber das steht dort eben nicht.
Und es wäre je nicht sinnvoll, sondern eher unsinnig, daß Adam die ganze Zeit tatenlos danebensteht und dann sagt: och, na dann gib mal was ab... Das wäre unsinnig.
Adam wurde von seinem Weib überredet, nicht von der Schlange: "...weil du auf die Stimme deines Weibes gehört und gegessen hast..."

Zum Weib erging die Frage: warum hast du das getan: "die Schlange betrog mich, daß ich aß"
Es steht aber auch nirgendwo, dass die Frau erst zu ihrem Mann laufen muss, um ihm die Frucht zu bringen. Hätte man schon erwähnen können, wenn das so vorgesehen ist. Stattdessen aber, dass der Mann bei ihr war. Die Frau wurde geschaffen, weil der Mann, im Gegensatz zu den Tieren, zunächst allein war. Er hat unter den Tieren keine Partnerin gefunden. :silent: Da macht es schon Sinn, dass er und die Frau die Nähe des anderen suchen.
Die Frau führt die Diskussion mit der Schlange, er nicht. Er hält sich raus und nimmt dann, was ihm von seiner Frau gegeben wird und isst. Sie stellt ja zumindest noch fest, dass ihr die Früchte gut gefallen. Da rastet eine Schlussfolgerung ein. Von ihm lese ich das nicht.

Hiob hat geschrieben: So 2. Mär 2025, 16:00 Das wäre gegen das Drehbuch.
Vielen Dank für deinen interessanten Beitrag.
Hiob hat geschrieben: So 2. Mär 2025, 16:00 "Irdisch" steht dabei nicht für "böse", sondern für das, wo der Mensch unterscheiden lernen soll zwischen gut und böse ("Baum der Erkenntnis von gut und böse"). Insofern darf man getrost annehmen, dass Gott den Baum und die Schlange gefügt hat - als Schleuse zwischen dem Unendlichen und der Weltzeit. Denn im "Paradies", in dem es kein Böses geben kann, hätte der Mensch diese Unterscheidung nie lernen können. Die Vertreibung ist eine Entlassung in ein Notwendiges. NB: Der "Baum" und die Schlange sind streng genommen nicht Teil des Paradieses, sondern eine Pforte hinaus.
Wenn es das Böse im Paradies nicht gibt, was sollen sie erkennen? Dann hätte der Baum keinen Sinn. Gott hat ihn aber erschaffen wie auch die Schlange. Es gibt Tore, die geöffnet werden müssen, damit andere hindurch gehen können.

Larson hat geschrieben: Mo 3. Mär 2025, 09:07 Adam machte es sich einfach: die Frau ist schuld, sie gab mir zu essen, also ziemlich gedankenlos.
Eva gibt immerhin zu, dass sie von der Schlange dazu irregeführt wurde.
Die Schlange war listiger als die anderen Tiere, sie dachte mehr nach.

List und Nackt:
1.Mo 2,25 Und sie waren beide nackt (adj, m, pl), der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht.

Nackt: עֲרוּמִּ֔ים (ᵕàrumijm). Ein interessantes Wort: עָרוֹם (ᵕarom), was von der Wortwurzel עָרַם (ᵕaram) herführt: listig, klug, um schlau zu sein, also jemand, der überlegt. Der Begriff ist an und für sich neutral:
Spr 27,12 Der Kluge עָר֤וּם (ᵕarum). sieht das Unglück und verbirgt sich; die Einfältigen gehen weiter und erleiden Strafe.

Die Schlange war עָר֔וּם (ᵕarum) listiger, schlau, vorsichtig. Mit selben Wortstamm wie „nackt“. Somit war die Schlange sicher nicht „DAS Böse“, also „Satan“.
Das wusste ich noch nicht, danke für die Erklärung. Ich spreche kein Hebräisch und kann nur verschiedene Bibelübersetzungen vergleichen. Deswegen finde ich diese Geschichte so spannend: Es ergeben sich immer wieder neue Aspekte. Nein, weder die Schlange noch der Satan sind "das Böse".
Gott hat entschieden, dass die Welt ohne dich nicht auskommt.
Oleander
Beiträge: 21430
Registriert: Sa 2. Feb 2019, 00:04

Re: Die Schlange...

Beitrag von Oleander »

Larson hat geschrieben: Mo 3. Mär 2025, 15:41 Nicht jedes Hören und Tun hat mit Gehorchen was zu tun, sondern man macht es dann, weil das Gesagte als richtig empfindet empfunden wird, wo beim Gehorchen die eigene Stellung dann weniger zählt.
:thumbup:
Was ist Gehorsam in der Psychologie?

Gehorsam beschreibt die Unterordnung gegenüber einer Autorität.

Gehorsam zu leisten bedeutet, dass Vorschriften und Befehle befolgt und Verbote eingehalten werden.

Ähnlich wie Konformität entsteht auch Gehorsam dann, wenn andere Personen oder Institutionen Einfluss auf Individuen ausüben.
https://www.google.com/search?client=fi ... q=gehorsam

Typisches Beispiel: Eva und Schlange....
Eva wurde zwar auf eine Weise von der Schlange beeinflusst, handelte aber dann aus eigener Begierde.

Sie gehorchte nicht einer Schlange!

Ich finde es eigentlich schade, dass über die Motivation des Adams nichts weiter geschr. steht, als dass er von Eva nahm...
Nichts über seine Beweggründe.
Ziska hat geschrieben: Fr 28. Feb 2025, 13:59 Weil er Eva mehr liebte als seinen Gott…
Kingdom hat geschrieben: Fr 28. Feb 2025, 14:06 Er hat der Eva mehr geglaubt/vertraut als Gott.
Das wird dann einfach nur hinein-interpretiert oder angenommen, dass es wohl so war.
Benutzeravatar
Larson
Beiträge: 6073
Registriert: Do 30. Sep 2021, 13:49
Wohnort: CH

Re: Die Schlange...

Beitrag von Larson »

Oleander hat geschrieben: Mo 3. Mär 2025, 16:09 Ich finde es eigentlich schade, dass über die Motivation des Adams nichts weiter geschr. steht, als dass er von Eva nahm...
Nichts über seine Beweggründe.
:) typisch Mann: man schauen, was wird…. Gleichgültigkeit, oder Eva hat ein bisschen mit den Augen gezwinkert und schon war das Hirn nicht mehr im Kopf. :)
Kaum wird eine Lüge entlarvt, hat sie schon mehrere Kinder geboren, weil sie sehr fruchtbar ist.
Da hat es die Wahrheit schwerer. Es gibt sie nur einmal. Wie soll sie sich vermehren?
Benutzeravatar
Larson
Beiträge: 6073
Registriert: Do 30. Sep 2021, 13:49
Wohnort: CH

Re: Die Schlange...

Beitrag von Larson »

Sara Funkelstein hat geschrieben: Mo 3. Mär 2025, 16:05 Ich spreche kein Hebräisch und kann nur verschiedene Bibelübersetzungen vergleichen.
Sprechen kann ich es auch nicht.

Aber ich habe mir selber ein schönes Bibelprogramm gemacht, wo ich mich dann recht gut durchwälzen kann.


Es gäbe da auch das Wort „Heilig“, was ebenso für positive und negatives Verhalten gebraucht wird.
קָדַשׁ (qadasch): heilig.
קָדֵשׁ (qadesch): sittliche Entartung. Buhlerin, Götzendiener.

Somit ist das Wort nichts mystisches, sondern im Sinne, „dem man sich ganz hingibt“ oder einer Sache, zweckbestimmt, geweiht ist.
Kaum wird eine Lüge entlarvt, hat sie schon mehrere Kinder geboren, weil sie sehr fruchtbar ist.
Da hat es die Wahrheit schwerer. Es gibt sie nur einmal. Wie soll sie sich vermehren?
Oleander
Beiträge: 21430
Registriert: Sa 2. Feb 2019, 00:04

Re: Die Schlange...

Beitrag von Oleander »

Larson hat geschrieben: Mo 3. Mär 2025, 15:41 Man kann etwas hören und tun oder nicht.
Neulich in der Bäckerei:
ES betrat den Laden, um ein halbes Kilo Dinkelbrot zu kaufen.
ES Augen schweiften über all die Leckerein, die im Laden angeboten wurden.

ES hatte eigentlich vor, sich zukünftig gesund zu ernähren und Versuchungen zu widerstehn.
Aber, da mitten im Laden, wurden plötzlich zwei innere Stimmen "hörbar"...
Man kennt sie nur allzugut!

Links das "Teufelchen", rechts das "Engelchen" auf der "Schulter" mit allerlei "Argumenten"...
Und ES dazwischen, das nun entscheiden muß...
Benutzeravatar
Larson
Beiträge: 6073
Registriert: Do 30. Sep 2021, 13:49
Wohnort: CH

Re: Die Schlange...

Beitrag von Larson »

Oleander hat geschrieben: Mo 3. Mär 2025, 16:32 Aber, da mitten im Laden, wurden plötzlich zwei innere Stimmen "hörbar"...
Das geschieht mit oft abends um 10, sich noch etwas Gutes tun.
Soll ich oder nicht? Schaden tut es nicht, wäre aber auch nicht nötig (habe kein Übergewicht).
Kaum wird eine Lüge entlarvt, hat sie schon mehrere Kinder geboren, weil sie sehr fruchtbar ist.
Da hat es die Wahrheit schwerer. Es gibt sie nur einmal. Wie soll sie sich vermehren?
Oleander
Beiträge: 21430
Registriert: Sa 2. Feb 2019, 00:04

Re: Die Schlange...

Beitrag von Oleander »

Larson hat geschrieben: Mo 3. Mär 2025, 16:38 Schaden tut es nicht, wäre aber auch nicht nötig
Übertrag das mal auf das Essen vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. :)
Benutzeravatar
Larson
Beiträge: 6073
Registriert: Do 30. Sep 2021, 13:49
Wohnort: CH

Re: Die Schlange...

Beitrag von Larson »

Oleander hat geschrieben: Mo 3. Mär 2025, 16:47
Larson hat geschrieben: Mo 3. Mär 2025, 16:38 Schaden tut es nicht, wäre aber auch nicht nötig
Übertrag das mal auf das Essen vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. :)
So nach der Redensart: „nützt es nichts, so schadet es auch nicht“?

Nur, dort (1.Mo 3) steht eine klare Weisung, nicht davon zu essen.

Und wen ich abends etwas „nasche“ tut es mir ja wohl, der Magen knurrt nicht beim Zubettgehen.
Wäre als eine Erkenntnis des Guten.
Kaum wird eine Lüge entlarvt, hat sie schon mehrere Kinder geboren, weil sie sehr fruchtbar ist.
Da hat es die Wahrheit schwerer. Es gibt sie nur einmal. Wie soll sie sich vermehren?
Oleander
Beiträge: 21430
Registriert: Sa 2. Feb 2019, 00:04

Re: Die Schlange...

Beitrag von Oleander »

Larson hat geschrieben: Mo 3. Mär 2025, 16:38 Das geschieht mit oft abends um 10,...
Bei mir manchmal am Morgen, wenn ich noch gerne weiter geschlafen hätte, aber zur Arbeit musste.
Eigentlich ein "Kampf" zwischen dem "Muss" (oder der Vernunft)und dem eigenen "Wollen" (Bedürfnis)....
Klar, man könnte dann das "eigene Wollen" (Bedürfnis) einer verführerischen "Schlange" unterjubeln und sagen: Ich konnte ja nicht widerstehn. :)
Oleander
Beiträge: 21430
Registriert: Sa 2. Feb 2019, 00:04

Re: Die Schlange...

Beitrag von Oleander »

Larson hat geschrieben: Mo 3. Mär 2025, 16:20 typisch Mann: man schauen, was wird...
Ich sehe das nicht wie du!
Ich fragte oft "Männer" in meinem Umfeld nach "Argumenten" warum sie etwas sehn, wie sie es sehn oder warum sie so oder so entschieden oder handelten.

Klar, manchmal muß man, egal ob Mann oder Frau oder Kind abwarten, wie sich etwas entwickelt.

Trial and Error.
Antworten