Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

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Helmuth
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Mi 25. Feb 2026, 11:37 Die Warum Fragen bringen aber weiter.
Kommt drauf an, ich sehe das nicht undifferenziert. Wenn dich z.B. die Frage beschäftigt, warum du dich nicht bessern kannst und dir durch das Evangelium kundgetan wird, dass du dich als Sünder nicht aus eignere Kraft ändern kannst, dann kann es dazu führen, dass es dich zur Umkehr bewegt .

Und dazu wird auch das Evangelium gepredigt. Du sollst vor Jesus dein Leben ablegen, damit er es in die Hand nimmt und du aus deiner Sünde befreit werden kannst. So habe ich das mal getan. Aus dem Grund haben wir den Auftrag das Evangelium auch anderen Menschen zu predigen. Sie kommen nicht von alleine darauf, sonst wäre ich doch auch schon draufgekommen. Und es ging dabeie nicht um Wissen.

Geht es dir mehr um intellektuelle Fragen, völlig egal, ob sie biblischer Natur sind, ja sogar das Evangelium betreffed, so kannst du durchaus auch so Fragen beantwortet bekommen, allerdings was hilft dir das?

Ich anerkenne mal, dass es Gott gibt. Gut. Ich weiß, ich bin ein Sünder, weil mir diese Antwort plausibel scheint, warum es so viel Unheil auf der Welt gibt. Ok, also anerkenne ich das als Antwort. Ich weiß auch, ich kann mich aus eigener Kraft nicht bessern und die Erfahrung des eigenen Lebens bestätigt mir das sogar immer wieder aufs Neue. Ok, ich anerkenne diese Antwort.

Und ich kenne die Antwort durch das Evangelium, dass Jesus mich daraus retten kann. Man kann derart sogar Theologieprofesser sein, das studiert haben und das Evangelium als Unterrichtsstoff an Schulen oder auf Unis vortragen. Man hat das Wissen und Antworten. Was fehlt aber? Dazu aus dem Hebräerbrief dieses Wort:
Heb 3,18-19 hat geschrieben: Welchen aber schwor er, dass sie nicht in seine Ruhe eingehen sollten, wenn nicht denen, die ungehorsam gewesen waren. Und wir sehen, dass sie nicht eingehen konnten wegen des Unglaubens.
Es fehlt einfach der Glaube und so kommt es zu keiner Umkehr. Die Israelten in der 40-jährigen Wüstenwanderung hatten nicht nur das Wissen, wie Gottes Allmacht wirkt, sie waren mittendrin und Teil des Geschehens.

Und dennoch glaubten sie nicht, für mich heute als Glaubender unvorstellbar, aber das sind Fakten und Tatsachen. So hat man das Allerwichtigste nicht. Man hat keine Errettung. Du bleibst weiter ein Sünder, ein wissender zwar, der sogar die Botschaft vom Kreuz kennt, aber mitsamt deinem Wissen kannst du dann eines Tages genau diese Erfahrung machen:
Lk 13,28 hat geschrieben: Dort wird das Weinen und das Zähneknirschen sein, wenn ihr Abraham und Isaak und Jakob und alle Propheten sehen werdet in dem Reich Gottes, euch aber hinausgeworfen.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Magdalena61
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Re: Das Leiden Jesu- warum diese unmenschlichen Qual?

Beitrag von Magdalena61 »

Zippo hat geschrieben: Mi 25. Feb 2026, 11:51 Das ist vielleicht ganz ok. Ich habe gedacht, daß viele suchende Menschen, die sich mit dem Evangelium beschäftigen, vielleicht an dieser Frage scheitern werden: "Warum macht Gott so etwas ? " Ist Liebe die einzige Motivation oder gibt es da noch andere Beweggründe ?
O.k., das ist ein Aspekt. Genau genommen kommen wir damit aber zur Theodizeefrage "warum lässt Gott das zu?"- Das ist ein sehr umfangreiches Thema.
Deshalb besser in einem gesonderten Thread.
Ich meine, das Evangelium ist auch vor Grundlegung der Welt ersonnen worden, weil sich in der Himmelswelt ein Konflikt angebahnt hat, der sich auf die irdische Schöpfung verlagert hat. Und das Evangelium ist Gottes Art mit diesem Konflikt umzugehen.
Wie gesagt: Das Thema kann sehr ausufern.

Meine ausführlichere Antwort ist hier: viewtopic.php?p=623847#p623847

Aber das ist zu kompliziert... um es einem Neuling zu erklären.
LG
God bless you all for what you all have done for me.
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Helmuth
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Re: Das Leiden Jesu- warum diese unmenschlichen Qual?

Beitrag von Helmuth »

Magdalena61 hat geschrieben: Mi 25. Feb 2026, 14:09 Aber das ist zu kompliziert... um es einem Neuling zu erklären.
Sehe ich auch so, denn das Evangelium ist eben nicht Theologie, sondern eine frohe Botschaft, welche dich befreit aus der Sünde. Da muss rein gar nichts erklärt werden, weil das keine Sache des Intellekts ist, sondern ob du es auch annimmst oder nicht.

Ich kann es damit vergleichen einen herzhaft guten Apfel abzubieten, aber anstelle reinzubeißen um seine gesunde Wirkung zu spüren als auch den guten Geschmack, will man nur darüber reden, wie der Apfel biologisch aufgebaut ist, welche Sorten es gibt, wo sie wachsen, welche Farben sie haben, also Dinge, die auch interessant sind, dich aber nicht nähren.

Für mich ist entscheidend, ob ich feststellen kann, dass mein Gegenüber ein Gewissen und ein Sündenbewusstsein hat. Wenn das fehlt, finde ich keinen Angriffspunkt näher vorzudringen. Dann bleibt es bei Gesprächen und Nächstenliebe, bzw. kann ich in aller Kürze mein Zeugnis geben, mehr nicht, wenn es sich um jemand handelt, denn ich kenne. Mit völlig Unbekannten kommt ja im allgemeinen nicht in einen solchen Dialog,

Der persönliche Umgang ist auch anders als eine öffentliche Verkündigung. Und man predigt auch nicht einer Wand. Wenn der Boden hart wie Beton ist (in Anlehnung an das Sämannsgleichnis), dann erklärt uns bereits Jesus wie die zu erwartende Reaktion sein wird:
Mt 13,19 hat geschrieben: Sooft jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und reißt weg, was in sein Herz gesät war; dieser ist es, der an den Weg gesät ist.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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