Erweckung

Wir bitten darum, in diesem Forum keine Bibel- und Glaubenskritik zu üben.
Aslan
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Re: Erweckung

Beitrag von Aslan »

Helmuth hat geschrieben: So 18. Jan 2026, 11:54 Ich sehe aus geistlicher Perspektive keinen wirklichen Unterschied. Es wird auch derslbe Begriff "erwecken" verwendet. Zur Zeit der Richter oder in heutiger Zeit geht es um eine Rückbesinnung zu Gott, um eine Umkehr und Abkehr von bösen Wegen. Und wenn wir merken, dass wir beginnen lau zu werden, dann ist es auch bei uns an der Zeit.
Ganz genau!
Da will ich mich auch nicht von ausnehmen. Ich bin davon überzeugt, dass viele Kirchen und Gemeinden eine geistliche Erweckung brauchen.
Nur weil Christen Gott loben und preisen, die Bibel lesen, Gottesdienste besuchen, Predigten hören und über geistliche Themen diskutieren, muss dies nicht unbedingt ein Zeichen von Erweckung sein.

Dieser Bibelvers aus Chroniker beschreibt Erweckung unter Gottes Volk sehr gut - damals wie heute!
2. Chronik 7:14 (Luther 1912)
Und mein Volk sich demütigt, das nach meinem Namen genannt ist, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren werden; so will ich vom Himmel hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen.
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd
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Hoger
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Re: Erweckung

Beitrag von Hoger »

Aslan hat geschrieben: Mo 19. Jan 2026, 08:12 Ich bin davon überzeugt, dass viele Kirchen und Gemeinden eine geistliche Erweckung brauchen.
Nur weil Christen Gott loben und preisen, die Bibel lesen, Gottesdienste besuchen, Predigten hören und über geistliche Themen diskutieren, muss dies nicht unbedingt ein Zeichen von Erweckung sein.
Warum sollen lebendige Gemeinden, in denen ein geistliches leben stattfindet wie du es beschreibst, ohne geistiges leben sein?
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O sei uns gnädig, sei uns barmherzig; führ uns, o Jesus, in deine Seligkeit

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Helmuth
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Re: Erweckung

Beitrag von Helmuth »

Hoger hat geschrieben: Mo 19. Jan 2026, 09:41
Aslan hat geschrieben: Mo 19. Jan 2026, 08:12 Ich bin davon überzeugt, dass viele Kirchen und Gemeinden eine geistliche Erweckung brauchen.
Nur weil Christen Gott loben und preisen, die Bibel lesen, Gottesdienste besuchen, Predigten hören und über geistliche Themen diskutieren, muss dies nicht unbedingt ein Zeichen von Erweckung sein.
Warum sollen lebendige Gemeinden, in denen ein geistliches leben stattfindet wie du es beschreibst, ohne geistiges leben sein?
Das hat Aslan nicht gesagt. Wenn ich bereits erweckt bin, dann muss ich nicht nochmals „erweckt“ werden. Aber Jesus verlangt Früchte, also muss auch etwas wachsen, was nur Gott bewirkt. Und es geht nicht nur um die Gemeinde, sondern ihr Auftrag ist es auch andere zu erwecken.

Und da kommt es darauf an, dass sie nicht am Stand tritt, sich von der Welt vereinnehmen lässt, oder man nur aus eigener Kraft arbeitet. Ich habe zwei Entwicklungen durch, eine, in der Erweckung geschah und danach eine, wo ein Pastor zu sehr aus eigener Kraft Erweckung wollte.

Ersteres war sehr erfolgreich und es bekehrten sich immer wieder Leute, zweiteres war zu viel Menschenwerk, und das übte unnötig Druck auf uns aus. Es bewirkte aber geistlich gesehen so gut wie nichts.

Diese Erfahrung war sehr lehrreich. In der ersten Gemeinde musste ich nur dem Wirken des Geistes folgen. Ich selbst bewirkte ja nichts, aber der Herr legte die Spur, der man folgen konnte. Da brauchte mir keiner sagen, was zu tun wäre. Später war ich auch in einer evangelikalen Gemeinde. Nun, wenn es Stufen von „tot“ gibt, dann war sie noch toter. ;)
Zuletzt geändert von Helmuth am Mo 19. Jan 2026, 10:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Hoger
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Re: Erweckung

Beitrag von Hoger »

Helmuth hat geschrieben: Mo 19. Jan 2026, 10:06 Diese Erfahrung war sehr lehrreich. In der ersten Gemeinde musste ich nur dem Wirken des Geistes folgen. Ich selbst bewirkte ja nichts, aber der Herr legte die Spur. Danach arbeiteten wir oft mehr, aber erfolglos.
Also beten und sich auf das wirken Gottes einlassen

Das kannst du doch auch ganz individuell tagtäglich in deinem Leben tun
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Helmuth
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Re: Erweckung

Beitrag von Helmuth »

Mein voriger Post war kein Beitrag für das individuelle Leben, sondern über das Gemeindelebens, wie ich es erlebt habe. Da wirkt der Geist auch kollektiv bzw. kann er von der Leitung auch gedämpft werden. Das individuelle Leben muss nicht dem gleichen.

Es war erstaunlich, aber mit dem Abgang des ersten Pastors hörten auf einmal die Heilungen auf, oder ich erlebte sie nur mehr noch in meinem privaten Umfeld. Und da konnte der nachfolgende Pastor beten was er wollte. In der evangelikalem Gemeinde fehlte wieder dazu der Glaube.
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Hoger
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Re: Erweckung

Beitrag von Hoger »

Helmuth hat geschrieben: Mo 19. Jan 2026, 10:25 Mein voriger Post war kein Beitrag für das individuelle Leben, sondern über das Gemeindelebens,
Meine Erfahrung ist, dass das indivudelle geistige Leben das geistig Gemeindeleben braucht. Ohne innerlich "erweckte" Menschen kein "erwecktes" Gemeindeleben.

Wo beginnt das Ganze? In der persönlichen Erweckung - oder in einer Gemeinde-Erweckung?
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Abischai
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Re: Erweckung

Beitrag von Abischai »

Helmuth hat geschrieben: Mo 19. Jan 2026, 04:44 Für unser praktisches Leben meine ich, dass wir zuerst die biblischen Beispiele näher betrachten und verstehen lernen, ehe wir Analysen über unsere eigenen Lebenserfahrungen anstellen.
Das verfechte ich auch seit jeher. Die biblischen Grundlagen müssen bekannt sein und möglichst in der Erinnerung gefestigt, dazu erzählen wir den Kindern ja auch Bibelgeschichte, eben weil sie den Stoff erst mal verinnerlichen sollen, noch nicht begreifen, um so besser wenn sie den begreifen, aber sie sollen ihn zunächt gehört haben, wissen, kennen. Dann ist es der Heilige Geist, der diese Dinge nach Bedarf in Erinnerung ruft und "lebendig" macht.
Meine Hilfe kommt von Jahweh, der Himmel und Erde gemacht hat. [Ps 121;2]
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Abischai
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Re: Erweckung

Beitrag von Abischai »

Hoger hat geschrieben: Mo 19. Jan 2026, 09:41 Warum sollen lebendige Gemeinden, in denen ein geistliches leben stattfindet wie du es beschreibst, ohne geistiges leben sein?
Das ist ein konstruierter Zirkelschluß !

Eine lebendige Gemeinde ist lebendig.

Wenn sie aber nicht lebendig ist, nützt es nichts, wenn sie für lebendig gehalten wird. Man kann also nicht dem verbalen Selbstzeugnis einer Gemeinschaft nach beurteilen, ob diese nun lebendig ist oder nicht. Viel Action und großartiges Treiben sind keineswegs Anzeichen für geistlich gesundes Leben.

Die Gemeinde des HERRN war immer lebendig, bis sie es dann irgendwann eben nicht mehr war und der Reform bedurfte. Zur Umkehr mußte Gott das Volk immer zwingen, von allein kamen die nicht auf die Idee, aber wenn sie umgekehrt waren, dann hat Gott das Volk geheilt (vollumfänglich).

Nur fielen die immer mal wieder ab, immer dann, wenn die "Alten", die die Wunder Gottes empfangen hatten und gelebt hatten, verstarben.

"Bestes" (schlechtestes) Beispiel ist König Joasch, Sohn Ahasja. Von dem steht geschrieben, daß er tat was dem HERRN wohlgefiel... solange der Priester Jojada lebte.
(sehr traurig)
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Hoger
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Re: Erweckung

Beitrag von Hoger »

Abischai hat geschrieben: Mo 19. Jan 2026, 12:02 Das ist ein konstruierter Zirkelschluß !
Lass dem Anderen Raum in seinen Darlegungen.
Abischai hat geschrieben: Mo 19. Jan 2026, 12:02 Eine lebendige Gemeinde ist lebendig.
Eben - weil die individuelle Praxis mit derjenigen der Gemeinde übereinstimmt. Der Einzelne lebt in der Gemeinde und die Gemeinde durch den Einzelnen
Abischai hat geschrieben: Mo 19. Jan 2026, 12:02 Wenn sie aber nicht lebendig ist, nützt es nichts, wenn sie für lebendig gehalten wird. Man kann also nicht dem verbalen Selbstzeugnis einer Gemeinschaft nach beurteilen, ob diese nun lebendig ist oder nicht. Viel Action und großartiges Treiben sind keineswegs Anzeichen für geistlich gesundes Leben.
Das "verbale Selbstzeugnis" ist die Glaubenspraxis in der der Einzelne lebt und wiederum das Gemeindeleben mitgstaltet
Abischai hat geschrieben: Mo 19. Jan 2026, 12:02 Die Gemeinde des HERRN war immer lebendig, bis sie es dann irgendwann eben nicht mehr war und der Reform bedurfte. Zur Umkehr mußte Gott das Volk immer zwingen, von allein kamen die nicht auf die Idee, aber wenn sie umgekehrt waren, dann hat Gott das Volk geheilt (vollumfänglich).

Nur fielen die immer mal wieder ab, immer dann, wenn die "Alten", die die Wunder Gottes empfangen hatten und gelebt hatten, verstarben.

"Bestes" (schlechtestes) Beispiel ist König Joasch, Sohn Ahasja. Von dem steht geschrieben, daß er tat was dem HERRN wohlgefiel... solange der Priester Jojada lebte.
(sehr traurig)
Wir leben nicht mehr im AT - fallen als Volk nicht mehr ab und haben keine Könige mehr

Wir haben den Heiligen Geist, den Leib Christi in dem wir leben (können) dessen Haupt Christus ist.
Jesus, dir leb ich, Jesus, dir sterb ich, Jesus, dein bin ich im Leben und im Tod.
O sei uns gnädig, sei uns barmherzig; führ uns, o Jesus, in deine Seligkeit

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Helmuth
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Re: Erweckung

Beitrag von Helmuth »

Hoger hat geschrieben: Mo 19. Jan 2026, 10:32 Meine Erfahrung ist, dass das indivudelle geistige Leben das geistig Gemeindeleben braucht. Ohne innerlich "erweckte" Menschen kein "erwecktes" Gemeindeleben.
Das ist auch meine Erfahrung, weshalb ich nicht in der damaligen evangelikalen Gemeinde geblieben bin. Ich verließ sie aber nicht nur deswegen. Ich würde auch nichts davon halten, wenn jemand nur dort sein will, wo „Action“ ist.
Hoger hat geschrieben: Mo 19. Jan 2026, 10:32 Wo beginnt das Ganze? In der persönlichen Erweckung - oder in einer Gemeinde-Erweckung?
Ganz wie Gott es wirkt, denke ich, und vor allem sehr souverän. Gott kann einen einzelnen, oder eine ganze Nation erwecken. Ich sehe darin keine Gesetzmäßigkeit, sondern wie Gott es will und führt. Aber Erweckung ist keine einseitige Sache. Gott sieht schon auch die nach Erweckung Suchenden und Willigen, die z.B. dafür beten.


Abischai hat geschrieben: Mo 19. Jan 2026, 12:02 Viel Action und großartiges Treiben sind keineswegs Anzeichen für geistlich gesundes Leben.
Aktivismus ist auch im gewöhnlichen Berufsleben kein Kennzeichen für Produktivität oder Leistung. So manchem Jungspund im Glauben muss das klargemacht werden, aber dennoch lobe ich deren jugendlichen Eifer. Er muss nur gelenkt werden, was bei mir der Fall war.

Als ich als Frischling zur Gemeinde kam, war das gerade eine Zeit der Erweckung. Ich musste auch lernen, dass das kein Dauerzustand sein kann. Man dient auch dann dem Herrn, wenn es den Anschein hat, dass Gott gerade rein gar nichts tut. Das ist aber nicht der Fall, man meint das nur, wenn man es bislang nicht anders gewohnt war.

Wenn wir uns die Zeiten des Herrn ansehen, gibt es auch 80 Jahre, wo er nicht spürbar oder sichtbar ins Weltgeschehen eingreift. Wenn er es aber tut, dann will ich darin nicht untätig sein. Inwieweit man aber Erweckung erbeten kann, darin muss ich mich noch lehren lassen, am besten vom Hl. Geist aber selbst.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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