Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Hiob
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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Beitrag von Hiob »

Larson hat geschrieben: Mo 23. Mär 2026, 07:46 Da ist die Mystik eher die gefährlichste Glaubensform
Interessant. -

Der Theologe Karl Rahner sagte „Der Christ der Zukunft wird ein Mystiker sein – oder er wird nicht mehr sein.“ - Seine sinngemäße Begründung: Moderne Menschen glauben heute weitgehend, weil man in Kirchen und Denominationen auf wahrheitsfordernde Weise „es so macht“, also seine Postulate und Interpretationen forciert, statt selbst geistig-existentiell berührt zu sein. -Damit kann ich was anfangen.
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Larson
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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Beitrag von Larson »

Hiob hat geschrieben: Mo 23. Mär 2026, 10:33
Larson hat geschrieben: Mo 23. Mär 2026, 07:46 Da ist die Mystik eher die gefährlichste Glaubensform
Interessant. -

Der Theologe Karl Rahner sagte „Der Christ der Zukunft wird ein Mystiker sein – oder er wird nicht mehr sein.“ - Seine sinngemäße Begründung: Moderne Menschen glauben heute weitgehend, weil man in Kirchen und Denominationen auf wahrheitsfordernde Weise „es so macht“, also seine Postulate und Interpretationen forciert, statt selbst geistig-existentiell berührt zu sein. -Damit kann ich was anfangen.
Kommt es darauf an, was Herr oder Frau XY sagt, oder nihct eher, was Gott sagte?

Das „Moderne“, was es bewirkt, zeigte sich ja schon bei Adam und Chava.
Kaum wird eine Lüge entlarvt, hat sie schon mehrere Kinder geboren, weil sie sehr fruchtbar ist.
Da hat es die Wahrheit schwerer. Es gibt sie nur einmal. Wie soll sie sich vermehren?
oTp
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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Beitrag von oTp »

Was ist denn ein Mystiker ?
Er sucht die persönliche Erfahrung Gottes. Die Wege dorthin weist die christliche Mystik. Und vor allem die Jahrtausende alte indische Mystik, auch die buddhistische Mystik baut darauf auf.

Mystik ist also eine Erdahrungsreligion. Belebt wird das noch zusätzlich durch Nahtoderfahrungen.

Die erste Frage dabei ist, ob man die indische Sichtweise dazu braucht. Da geht
Zuletzt geändert von oTp am Mo 23. Mär 2026, 12:13, insgesamt 1-mal geändert.
Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
Hiob
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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Beitrag von Hiob »

Larson hat geschrieben: Mo 23. Mär 2026, 11:04 Das „Moderne“, was es bewirkt, zeigte sich ja schon bei Adam und Chava.
Ich sehe Dich in Deinem denominationsgebundenen Narrativ-Modell als "moderner" als Rahner.
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Larson
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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Beitrag von Larson »

Hiob hat geschrieben: Mo 23. Mär 2026, 12:02
Larson hat geschrieben: Mo 23. Mär 2026, 11:04 Das „Moderne“, was es bewirkt, zeigte sich ja schon bei Adam und Chava.
Ich sehe Dich in Deinem denominationsgebundenen Narrativ-Modell als "moderner" als Rahner.
soso.... du musst ja den Durchblick haben., so als Mystiker, der die Dinge aus eigener Sicht betrachten will. Gan Eden lässt grüssen....
Kaum wird eine Lüge entlarvt, hat sie schon mehrere Kinder geboren, weil sie sehr fruchtbar ist.
Da hat es die Wahrheit schwerer. Es gibt sie nur einmal. Wie soll sie sich vermehren?
Hiob
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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Beitrag von Hiob »

Larson hat geschrieben: Mo 23. Mär 2026, 13:58 du musst ja den Durchblick haben
Bei Weitem nicht überall. - Hier geht es um eine moderne Folge der Aufklärung, Dinge nach Eigenmaß zu beurteilen. DAS ist der Baum der Erkenntnis. Mystik dagegen ist die unmittelbare, existenzielle Erfahrung der Gegenwart Gottes oder des Absoluten - also ohne Wortklauberei und interpretativer Rechthaberei.

Wäre ich selbst erfolgreicher Mystiker, würde ich hier wahrscheinlich nicht schreiben - ich bin also ebenfalls Wortklauber. Aber ich wünschte mir, ich wäre dem Unmittelbaren näher. Das erreicht man jedoch nicht mit denominationalem Bestehen auf die eigene Wahrheit.
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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Beitrag von Sara Funkelstein »

Hiob hat geschrieben: Sa 21. Mär 2026, 18:07
Sara Funkelstein hat geschrieben: Sa 21. Mär 2026, 17:16 Ist das nicht genau die Ich-Orientierung, die du als böse bezeichnest?
Weiß nicht ganz genau, was Du meinst.
Deine persönliche Einstufung von "böse" (=Hiob verliert alles). Damit orientierst du dich an deinem eigenen Maßstab. Ich bezweifle, dass Gott das auch böse nennen würde. Aber letztlich ist der Weg über die Erkenntnis legitim, sonst hätte Gott diesen Baum nicht geschaffen.

Bei uns auf der Arbeit wurde sich beschwert, weil viele Kollegen Möglichkeit XX gewählt haben. Dazu habe ich gesagt: Wenn es diese Auswahlmöglichkeit gibt, darf man sie auch wählen und sollte sich jedes Gejammer sparen.
Hiob hat geschrieben: Sa 21. Mär 2026, 18:07 "Sie erkannten, dass sie nackt waren" wird erst NACH dem Fall gesagt. Mit anderen Worten: Bewusst für Gott entscheiden konnten sich A+E VOR dem Fall nicht. Genauso wie sie sich auch nicht bewusst für das Essen entschieden haben.
Darum geht es doch beim Glauben: Gott vertrauen, ohne zu wissen, was eigentlich los ist und eben nicht über den Baum der Erkenntnis.
Hiob hat geschrieben: Sa 21. Mär 2026, 18:07 Die gesamte Sprache rund um diese Szene ist triebhaft. Man spüre einen unwiderstehlichen Drang wie ein 18jähriges Paar Im Bett, nachdem die Eltern ausgegangen sind.
So nehme ich die Szene nicht wahr und ich denke, das liegt an dir - ohne dir zu nahe treten zu wollen. Das ist kein Angriff, sondern jeder liest eben durch seine Brille.
Gott hat entschieden, dass die Welt ohne dich nicht auskommt.
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Larson
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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Beitrag von Larson »

Hiob hat geschrieben: Mo 23. Mär 2026, 14:17 Bei Weitem nicht überall. -
Also dann lass dein Urteilen über mich.
Hiob hat geschrieben: Mo 23. Mär 2026, 14:17 Hier geht es um eine moderne Folge der Aufklärung, Dinge nach Eigenmaß zu beurteilen.
Ach so, der Mensch ist das Mass der Dinge, ok, wie das herauskommt, sieht man an der Menschheitsgeschichte.
Kaum wird eine Lüge entlarvt, hat sie schon mehrere Kinder geboren, weil sie sehr fruchtbar ist.
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Zippo
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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Beitrag von Zippo »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: So 1. Mär 2026, 12:06 Ist das Zufall ? Grad erschien mir eine Werbeanzeige von einem neu erschienen Buch zum Thema.

https://www.herder.de/theologie-pastora ... e-ausgabe/

Die Beschreibung klingt zumindest spannend.
Das klingt nach Unglauben, einen Jesus ohne Opfer kann ich mir nicht vorstellen. Das ist der krampfhafte Versuch, sich an dem Unangenehmen des christlichen Glaubens vorbeizudrücken und aus Jesus nur einen geistlichen Lehrer zu machen.
[Heb 7,18-27] Denn damit wird das vorige Gebot aufgehoben, darum dass es zu schwach und nicht nütze war (denn das Gesetz konnte nichts vollkommen machen); und wird eingeführt eine bessere Hoffnung, durch welche wir zu Gott nahen; und dazu, was viel ist, nicht ohne Eid. Denn jene sind ohne Eid Priester geworden, dieser aber mit dem Eid, durch den, der zu ihm spricht: „Der Herr hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.“ Also eines so viel besseren Testaments Ausrichter ist Jesus geworden. Und jener sind viele, die Priester wurden, darum dass sie der Tod nicht bleiben ließ; dieser aber hat darum, dass er ewiglich bleibt, ein unvergängliches Priestertum. Daher kann er auch selig machen immerdar, die durch ihn zu Gott kommen, und lebt immerdar und bittet für sie. Denn einen solchen Hohenpriester sollten wir haben, der da wäre heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sünden abgesondert und höher, denn der Himmel ist; dem nicht täglich not wäre, wie jenen Hohenpriestern, zuerst für eigene Sünden Opfer zu tun, darnach für des Volkes Sünden; denn das hat er getan einmal, da er sich selbst opferte.
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Larson
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Re: Offener Austausch zur Rahmengeschichte des Christentums

Beitrag von Larson »

Zippo hat geschrieben: Mo 23. Mär 2026, 15:59 Das klingt nach Unglauben, einen Jesus ohne Opfer kann ich mir nicht vorstellen. Das ist der krampfhafte Versuch, sich an dem Unangenehmen des christlichen Glaubens vorbeizudrücken und aus Jesus nur einen geistlichen Lehrer zu machen.
Die christliche Lehre ist doch eher etwas bequemen, „der andere bezahlt“. Da drückt dich die chr. Lehre eher der Selbstverantwortung.
Jesu praktische Lehre war (hisorisch betrachtet, Rahmengeschichte...) die Tenach, aber keine chr. Heilstheologie.
Kaum wird eine Lüge entlarvt, hat sie schon mehrere Kinder geboren, weil sie sehr fruchtbar ist.
Da hat es die Wahrheit schwerer. Es gibt sie nur einmal. Wie soll sie sich vermehren?
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