Der geistliche Mensch beurteilt alles - 1. Kor. 2:14-15

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Hoger
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Re: Der geistliche Mensch beurteilt alles - 1. Kor. 2:14-15

Beitrag von Hoger »

Helmuth hat geschrieben: Sa 22. Mär 2025, 17:24 Der Text zuvor erläutert Unterschiede zwischen Gläubigne und Ungläubigen, zwischen natürlich gesinnten und geistlich gesinnten Menschen, wie Paulus das mit seine Worten ausdrückt, das bis zum Vers 14 reicht. Daher hat es gereicht den anzuführen. Es soll ausdrücken, dass sich Gläubige von denen gar nicht bemüßigt fühlen müssen, von ihnen beurteilt zu werden, da ihre Einschätzungen nicht geistlicher Natur und damit ohnehin nur Fehlschlüsse sind.
Das geht völlig an dem Text vorbei - ich finde es wirklich schwierig mit jemanden zu diskutieren der schon eine fertige Meinung hat und sich überhaupt nicht darum schert was die anderen ihm schreiben. Es passt nur wenn es die eigenen Gedanken wiederspiegelt ansonsten wird es halt nicht zu Kenntnis genommen...oder abgewertet.

Schon sehr schwierig
Erforsche mich. Ewiger, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken! Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist, und leite mich auf dem ewigen Weg!
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Helmuth
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Re: Der geistliche Mensch beurteilt alles - 1. Kor. 2:14-15

Beitrag von Helmuth »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Sa 22. Mär 2025, 20:15 Dann hab ich deine Zielsetzung und dein Nichtziel wohl falsch verstanden. Aber vielleicht tut es für andere Beteiligte ja nun was zur Sache, nachdem ich darauf aufmerksam gemacht habe ? Und wenn nicht, teilen alle deine Auffassung im Detail ?
Meine Auffassung darüber habe ich noch gar nicht kundgetan. Es war bisher nur eine Frage, aber es hat noch keiner darauf geantwortet. Stattdessen meinen einge eine komplette theologische Abhandlung des gesamten Kapitels 2 des 1. Kor-Briefes vornehmen zu müssen. Dann möchte ich es nun konkretisieren.

Dazu hatte ich erläutert, dass der Vers 14 im wesentlichen besagt, was zuvor schon gesagt wurde, er sei aber nur die Einleitung zur eigentlichen Themenstellung, die ich auf Vers 15 lege (siehe auch Threadtitel). Ich hoffe es wird nun klarer. Ich wiederhole nochmals meine Frage und hoffe dann auf eine Antwort. Zuerst wieder das Pauluswort:
1. Kor 2,15 hat geschrieben: Der geistliche (Mensch) aber beurteilt alles, er selbst aber wird von niemand beurteilt.
Es sind zwei Aussagen:

1) Der geistliche Mensch beurteilt alles.
2) Der geistliche Mensch wird von niemand beurteilt.

Den ersten Satz 1) muss man m.E. nicht weiter untersuchen, der ist klar, jedenfalls für mich. Paulus setzt nun zwischen 1) und 2) die Konjunktion "aber", und stellt 2) damit in eine Kontraposition: Aber der geistliche Mensch selbst wird nicht beurteilt.

Das führt zur Frage: Warum wird er von anderen nicht beurteilt? Darauf erbitte ich mir nun eure Antworten.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
Spice
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Re: Der geistliche Mensch beurteilt alles - 1. Kor. 2:14-15

Beitrag von Spice »

Hier gibt es keinen "geistlichen Menschen". Wir können versuchen, ein solcher zu werden. Das geht nur, wenn wir (nicht nur dem Wort nach) wiedergeboren sind, und so aus der "höchsten Warte" alles objektiv sehen und durchdringen können, wozu aber gehört, dass wir auch unsere geheimsten Motive und überhaupt die seelischen Mechanismen durschauen.
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Re: Der geistliche Mensch beurteilt alles - 1. Kor. 2:14-15

Beitrag von Spice »

Helmuth hat geschrieben: So 23. Mär 2025, 07:48 Das führt zur Frage: Warum wird er von anderen nicht beurteilt? Darauf erbitte ich mir nun eure Antworten.
Weil sie dazu unfähig sind. Sie sehen nur das Äußere.
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Re: Der geistliche Mensch beurteilt alles - 1. Kor. 2:14-15

Beitrag von Spice »

Kingdom hat geschrieben: Sa 22. Mär 2025, 19:57 Lg Kingdom
Nur nebenbei: Dein Aussehen hatte ich mir ganz anders vorgestellt.
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Re: Der geistliche Mensch beurteilt alles - 1. Kor. 2:14-15

Beitrag von Spice »

Hoger hat geschrieben: Sa 22. Mär 2025, 11:01 Es geht hier um geistliche Dinge, die geistlich beurteilt werden und die Verse 14 und 15 gehört hier hinein:
Statt "geistliche Dinge" könnte man auch "esoterische Dinge" sagen. Denn es geht um die übersinnlichen Zusammenhänge.
Spice
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Re: Der geistliche Mensch beurteilt alles - 1. Kor. 2:14-15

Beitrag von Spice »

Oleander hat geschrieben: Sa 22. Mär 2025, 20:15
Abischai hat geschrieben: Sa 22. Mär 2025, 19:42 Daß ein geistlicher Mensch in der Lage ist, Dinge zu beurteilen, die fern weltlicher Fassung liegen,..
Fern "weltlicher" Fassung...
- Die Lehre Buddhas dem "Weltmenschen" oft nicht verständlich
Wer nur ein bisschen das Leben mitbekommt, stimmt der Lehre zu: Sie besagt im Grunde nur, etwas haben wollen und es nicht haben (bzw. bekommen) ist Leid, etwas bekommen, das unerwünscht ist, ist Leid usw. Um also vom Leid frei zu werden, so lehrt er, muss man dem Begehren nach weltl. Gütern und Befriedigungen absagen. Also, da ist er völlig in Übereinstimmung mit der christl. Lehre.
- die Lehre "Muhammeds"...
Muhammed ist kein Lehrer. Er behauptet nur etwas, nach dem sich die Menschen zu richten hätten.Vom christl. Standpunkt kann er beurteilt werden. Sie kennt noch nicht die Liebe und Gewaltlosigkeit. Ist deshalb für den Lösung der menschl. Probleme untauglich.
- die Lehre "Steiners"....
Diese könnte vollumfänglich tatsächlich nur von Menschen beurteilt werden, die auf dem gleichen Niveau sind. Da gibt es keinen einzigen Menschen. Aber vieles kann auch von Nichthellsehern in dem Sinne eingesehen werden, dass "die Lehren" konsistent, d.h. logisch stimmig sind.
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Abischai
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Re: Der geistliche Mensch beurteilt alles - 1. Kor. 2:14-15

Beitrag von Abischai »

Helmuth hat geschrieben: So 23. Mär 2025, 07:48 Das führt zur Frage: Warum wird er von anderen nicht beurteilt? Darauf erbitte ich mir nun eure Antworten.
In dem Kapitel geht es darum, daß der natürliche (ungeistliche) Mensch Dinge nicht verstehen kann, der geistliche Mensch hingegen aber alles zu beurteilen (u.a. auch verstehen) kann.
Im Gegensatz dazu kann der geistliche Mensch, genau so wie die geistlichen Dinge, vom natürlichen ungeistlichen) Menschen nicht beurteilt werden, also von keinem der genannten, so sehr die sich auch in ihrer Natürlichkeit abmühen mögen.

Leider haben es einige Bibel-ÜS nicht so mit dem Dativ, daher steht da "von niemand", es muß aber zwingend lauten: "von niemandem" das liest sich sonst wie ... *krmpf*

"wird von niemandem beurteilt" bezieht sich keinesfalls auf die Menschen, die geistlich sind und also sehr wohl auch einen anderen geistlichen Menschen zu beurteilen vermögen, sondern ausschließlich auf die ungeistlichen, die das nicht können.

Der geistliche Mensch wird also sehrwohl von anderen beurteilt, nur nicht von ungeistlichen Menschen, darum allein geht es in diesem Textzusammenhang.
Meine Hilfe kommt von Jahweh, der Himmel und Erde gemacht hat. [Ps 121;2]
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Ziska
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Re: Der geistliche Mensch beurteilt alles - 1. Kor. 2:14-15

Beitrag von Ziska »

Helmuth hat geschrieben: So 23. Mär 2025, 07:48 Zuerst wieder das Pauluswort:
1. Kor 2,15 hat geschrieben: Der geistliche (Mensch) aber beurteilt alles, er selbst aber wird von niemand beurteilt.
Es sind zwei Aussagen:

1) Der geistliche Mensch beurteilt alles.
2) Der geistliche Mensch wird von niemand beurteilt.

Den ersten Satz 1) muss man m.E. nicht weiter untersuchen, der ist klar, jedenfalls für mich. Paulus setzt nun zwischen 1) und 2) die Konjunktion "aber", und stellt 2) damit in eine Kontraposition: Aber der geistliche Mensch selbst wird nicht beurteilt.

Das führt zur Frage: Warum wird er von anderen nicht beurteilt? Darauf erbitte ich mir nun eure Antworten.

Die Einstellung, die Handlungsweise und der Lebenswandel eines geistlichen Menschen/Geistesmenschen kann einfach nicht von einem physischen Menschen, der fleischlich denkt, verstanden werden.
Einen geistlichen Menschen kann niemand beurteilen, weil der allmächtige Gott allein sein Richter ist.
Römer 14:4 Neues Leben Übersetzung
4 Wer bist du, dass du einen Diener Gottes verurteilst?
Er ist dem Herrn verantwortlich, deshalb überlasst es Gott, sein Verhalten zu beurteilen.
Der Herr hat die Kraft ihm zu helfen, sodass er das Richtige tun wird.[1]
Römer 14:10 Einheits Übersetzung
10 Du aber, was richtest du deinen Bruder?
Und du, was verachtest du deinen Bruder?

Wir werden doch alle vor dem Richterstuhl Gottes stehen.
1.Korinther 4:3-5 Neue evangelistische Übersetzung
3 Aber was mich betrifft, ist es egal,
ob ich von euch oder irgendeinem menschlichen Gericht beurteilt werde.

Ich beurteile mich ja nicht einmal selbst.


4 Zwar bin ich mir keiner Schuld bewusst, aber dadurch bin ich noch nicht gerecht gesprochen;
der Herr ist es, der über mich urteilt.

Verurteilt also nichts vor der ‹von Gott bestimmten› Zeit, wartet bis der Herr kommt!
Er wird das im Finstern Verborgene ans Licht bringen
und die geheimen Motive der Menschen offenbaren.


Dann wird jeder das Lob von Gott erhalten, das er verdient.
LG Ziska

Jesus wird alle Kriege beenden!

https://www.jw.org/de/bibliothek/artike ... e-beenden/
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Helmuth
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Re: Der geistliche Mensch beurteilt alles - 1. Kor. 2:14-15

Beitrag von Helmuth »

Abischai hat geschrieben: So 23. Mär 2025, 08:41 Der geistliche Mensch wird also sehrwohl von anderen beurteilt, nur nicht von ungeistlichen Menschen, darum allein geht es in diesem Textzusammenhang.
Ok, das wäre an sich eine klare Antwort. Klingt auch schlüssig, ich bin damit aber nicht ganz einverstanden. Es ist das, was du sagst, der generelle Kontext im Kapitel 2, aber ich meine im Vers 15 einen Kontrapunkt zu sehen.

Denn mit "niemand" meint man auch niemand. Es ist dies keine Einschränkung auf die nicht geistlichen, d.h. rein natürlichen Menschen, sondern es ist damit auch die Leseart möglich, er wird von niemandem, also keiner einzigen Seele, unabhängig ihrer Orientierung beurteilt.

Das bringt mich mich nun zur zweiten Frage: In welchem Sinne könnte das Paulus gemeint haben? Ich sehe zwei Möglichkeiten:

- 1) Der geistliche Mensch kann von niemandem beurteil werden.
- 2) Der geistliche Mensch soll von niemandem beurteilt werden.

Beides ist möglich und wäre keine Sinnveränderung des Textes, denn die Aussage wird nicht verändert, sondern nur entsprechend ausgelegt. Ob man etwas nicht kann oder nicht soll, führt letzten Endes in beiden Lesearten zur Tatsache, dass es "nicht wird".

Übrigens wäre das ein typisch hebräischer Denksinn, denn vor allem "soll" wird immer in der Zukunftsform ausgedrückt. Also, wenn auch Paulus auf Koine schreibt, so denkt er dabei m.E. weiter in seiner hebräischen Denkart.

Was nun meinte Paulus?
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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